Anfahrt: Fieberbrunn - St. Johann-Eichenhof in 0:10 h
Wetter: Bedeckt, ca. -4°C
Schnee: Geschätzt 30 cm gesetzter und Maschinenschnee
Anlagen in Betrieb: alle
Wartezeit: keine erwähnenswerte außer zum Start der Skischulen nach dem Mittag 4-5 min
Gefallen: Schöne, lange Abfahrten
Nicht gefallen: Teils harte, vereiste Pisten; zu viele Kinderskischulen auf der Achse von St. Johann; NoGo: Industriegestank im Skigebiet
Bewertung: 4 von 6 Punkten wg. grauen Wetters und "nicht gefallen"
Der traditionelle Dreikönigs-Skiurlaub von Familie Harzwinter mit Freunden fand Anfang 2025 in Fieberbrunn in Tirol statt. Dort bin ich noch nie Ski gefahren. Am Anfahrtstag trafen wir dank erstaunlich unproblematischer Verkehrssituation bereits um 11:45 Uhr in Fieberbrunn ein. Das ließ Spielraum für einen Nachmittags-Skibesuch im benachbarten St. Johann in Tirol, wo ich auch noch nie war. An der gleich nahen Buchensteinwand war ich schon einige Jahre zuvor Ski gefahren. Das Skigebiet St. Johann in Tirol auf der Nordflanke des Kitzbüheler Horns zwischen nur 670 und 1604 m wurde in den letzten Jahren umfassend modernisiert. Die meisten nostalgischen, im Alpinforum einst beliebten Liftanlagen des historisch gewachsenen Skigebiets existieren nicht mehr, zum Beispiel die Standseilbahn zur Angereralm, die Schleppliftkette ab der Talstation Eichenhof, die Baumoos-/Buchwieslifte oder die Hochfeldlifte. Da ich diese Anlagen nie kennengelernt habe, störte mich der weitgehend moderne Charakter des St. Johanner Skigebiets mit nur noch drei klar definierten Aufstiegsachsen nicht. Die moderne Infrastruktur ermöglichte uns, das Skigebiet in weniger als zweieinhalb Stunden weitgehend abzufahren. Ob das seitens der Bergbahnen St. Johann oder allgemein aus touristischer Sicht so gewollt ist, sei kritisch hinterfragt. Mit der Infrastruktur und den Pisten von 1985 wären wir den ganzen Tag beschäftigt gewesen. Das waren halt weniger schnelllebige Zeiten.
Da manche Skigäste nur vormittags Ski fahren und bereits mittags abreisen, bekamen wir sofort einen Parkplatz im St. Johanner Ortsteil Eichenhof in Bestlage. Zu unserer Startzeit beendeten gerade die Skischulen ihre Mittagspause, was in 4-5 Minuten Wartezeit an der 10EUB Eichenhof resultierte ... zumal diese gerade ein kleines technisches Problem hatte und kurz rückwärts fahren musste. Das ist bei Seilbahnern äußerst unbeliebt.
Schon an der Folge-Sesselbahn 6KSB Eichenhof gab es keine erwähnenswerte Wartezeit mehr. Die dritte, oberste Sesselbahn auf Eichenhofseite, die DSB Jodlalm, ist noch eine Altanlage aus den 1980ern. Vermutlich wird auch sie in den nächsten Jahren ersetzt werden. Unser Plan für diesen Nachmittag war, alle drei verbliebenen Infrastrukturachsen des Skigebiets von St. Johann mit jeweils einer Abfahrt zu befahren. Also fuhren wir von der Bergstation Jodlalm die rote Abfahrt 5 und die komplette blaue Talabfahrt 5a bis zur Talstation in St. Johann ab. Unerwartet schön und vor allem auch sehr lang! Negativ fiel uns ein ständiger Geruch im Skigebiet nach einer Mischung aus frischem Holz und Terpentin auf. Wir machten seine Ursache in der Spanplattenfabrik Egger in St. Johann-Weiberndorf aus, deren Dampfwolke ins Skigebiet zog. Nichts gegen Kleinindustrie in größeren Alpensiedlungen, die für Arbeitsplätze sorgen und somit gegen Abwanderung wirken. Aber industrielle Geruchsemission auf dem Level von 1970 ist ein NoGo, wenn man Touristen im Ort haben will. Urlaub in St. Johann scheidet somit für uns aus. Gut, das in nur 2 1/2 Stunden Vor-Ort-Präsenz gelernt zu haben.
In St. Johann folgte die schnelle Bergfahrt mit der 6EUB Harschbichl zum höchsten Punkt des Skigebiets auf 1600 m. Wir querten auf einem kurzen Stück der Abfahrt 5 zur einzigen schwarzen Abfahrt im Gebiet, der 7, und nahmen die rote Talabfahrt 7a bis zur Talstation Oberndorf/Penzing. Die hat uns sogar noch besser gefallen als die schöne Talabfahrt nach St. Johann. Auch auf der dritten Infrastrukturachse Oberndorf/Penzing ist man mit der 8EUB Bauernalm und der 4KSB Penzing recht zügig wieder "oben". Um die Talabfahrt der Eichenhof-Seite komplett nutzen zu können, fuhren wir noch einmal ab Mittelstation mit der 6EUB Harschbichl II zum höchsten Punkt und von hier über die Abfahrts-Nummernfolge 3-1-1a bis hinunter zum Parkplatz Eichenhof. Auch sehr gut!
Fazit: Das Skigebiet von St. Johann in Tirol hat uns als Tages- bzw. Halbtagesgebiet vor allem wegen der langen Abfahrten sehr gut gefallen, ist für einen Mehrtages-Skiurlaub von Familie Harzwinter aber zu klein. Urlaub in St. Johann scheidet für uns wegen der Geruchsemissionen der lokalen Spanplattenfabrik Egger aus, die in deutlichem Gegensatz zu den Umweltschutz-Beteuerungen im Jahresbericht des Unternehmens stehen. Von sowas bekommen Menschen Kopfschmerzen und Atemwegsreizungen ... das ist seit Jahrzehnten bekannt und geht in den 2020er Jahren besser. Ich denke mir sowas nicht aus ... siehe auch eine Google-Rezension von 2024 zu diesem Unternehmen.
36 Fotos einer "Sinfonie in Grau" ... sorry, schönere Stimmung gab das Wetter nicht her:
Impression im St. Johanner Ortsteil Eichenhof. Wo hier die neue Talstation der EUB klotzt, stand bis vor kurzem noch ein Schlepplift.
Bergfahrt in der EUB Eichenhof ...
... mit dem Kitzbüheler Horn in Sicht. Auf der anderen Seite im Kitzbüheler Skigebiet bin ich vor ein paar Jahren mal im Gewitter gescheitert.
Weiter mit der KSB Eichenhof.
Zum Erreichen des höchsten Punkts auf der Eichenhof-Seite fahren wir zur DSB Jodlalm.
Weitere Bergfahrt in der DSB Jodlalm.
Eindrucksvoller Blick auf den Wilden Kaiser wie von vielen anderen Höhengebieten der Region auch. Da waren wir noch nie zum Wandern ... wird mal Zeit.
Bergstation DSB Jodlalm. Sicherlich nicht mehr viele Jahre präsent.
Von der Bergstation Jodlalm beginnen wir die Talabfahrt nach St. Johann, zunächst rot, ...
... später blau. Und lang. Sehr lang.
Im unteren Bereich quert sie eine Straße.
Schöne Talabfahrt nach St. Johann!
Bis hinunter an die Stadtgrenze.
Wieder hoch mit der EUB Harschbichl.
Bergfahrt EUB Harschbichl.
Rückblick auf die schöne Talabfahrt nach St. Johann.
Nach Passieren der EUB-Mittelstation weiter über die zuvor befahrene rote Abfahrt 4.
Die Länge der EUB-Trasse erklärt, warum die Abfahrt bis St. Johann so lang ist.
Blick vom Ausstieg der EUB Harschbichl zum Kitzbüheler Horn.
Von dort nehmen wir die Abfahrtssequenz 5-7-7a an der Bergstation EUB Penzing vorbei ...
... zwischendurch auf St. Johann zu ...
... dann abknickend und stets leer ...
... bis hinunter in den St. Johanner Ortsteil Oberndorf/Penzing ...
... zur Talstation der EUB Bauernalm. Die Talabfahrt nach Oberndorf/Penzing ist noch besser als die nach St. Johann, und das will schon was heißen.
Erneute Bergfahrt in der EUB Bauernalm über die dritte Bergbahn-Achse.
Weiter oben.
Dort müssen wir für die Bergfahrt auf der Achse Oberndorf/Penzing noch hin: Talstation KSB Penzing. Am linken Bildrand ist die Spanplattenfabrik zu sehen, die bis hoch ins Skigebiet stinkt.
Die Talstation KSB Penzing liegt weit von der Bergstation EUB Bauernalm entfernt, erreichbar über die blaue Abfahrt 6.
Weiter auf der blauen 6.
Bergfahrt in der KSB Penzing.
Für die finale Talabfahrt nach Eichenhof wollen wir natürlich vonm höchsten Punkt des Skigebiets starten. Also fahren wir zunächst noch einmal zur Mittelstation der St. Johanner EUB Harschbichl.
Letzte Bergfahrt in der EUB Harschbichl von der Mittelstation aus.
Dann geht es auf die Talabfahrten 4-3-2 hinunter nach Eichenhof.
Auch dies ist eine lange Talabfahrt, ...
... die unten sehr flach wird, ...
... bevor sie an der Infrastruktur in Eichenhof endet.
[Edit: Links eingefügt.]