Anfahrt: Ettlingen - A8 - Ulm - A7 - A980 - Oberstdorf - Hirschegg - Auenhütte in 3:10 h wg. 2 Unfallstaus auf der A7. Zurück in 2:50 h.
Wetter: Föhnig aufgeheitert bis sonnig, sehr warm, im Tal +8°C bis +11°C, am Berg geschätzt +5°C
Schnee: 5-40 cm nasser Altschnee (Ifen Bergstation anfangs griffig)
Anlagen in Betrieb: Im Kleinwalsertal alle außer SCHL Schlössle im Heuberggebiet
Wartezeit: Keine bis 2 min
Gefallen: Sonniges Wetter, wenig Andrang an den Bergbahnen
Nicht gefallen: Zu warm, Schnee kraftraubend zu fahren, teils volle Pisten am Ifen
Bewertung: 4,5 von 6 Punkten wg. nicht gefallen
Nach zwei Schwarzwald-Skivormittagen an den letzten beiden Wochenenden war wegen des Schneemangels im Mittelgebirge mal wieder ein Alpen-Skitag dran. Frau und Sohn hatten andere Pläne, also fuhr ich allein. Fürs Allgäu war - gemessen am Rest Süddeutschlands - erstaunlich schönes Wetter vorhergesagt. Wegen des Tauwetters der letzten Tage musste ich halbwegs hoch hinaus, also fuhr ich ins Kleinwalsertal, um meine Vor-/Nachmittagskombination Ifen und Walmendingerhorn von 2008 nach nur 15 Jahren zu wiederholen.
Auf der Anfahrt wurde ich auf der A7 von gleich zwei quasi identischen Staus durch Auffahrunfälle auf der Überholspur aufgehalten und verlor mehr als 20 Minuten. In Oberstdorf war an diesem Tag Skifliegen auf der Heini-Klopfer-Schanze, aber von der Anreise der Besucher habe ich dank Ausweichroute des Navigationssystems nichts mitbekommen. Ab dem Abzweig ins Kleinwalsertal wurde es auf der Straße leer. Auf dem Parkplatz der Söllereckbahn verloren sich nur wenige Autos ... ohne Höllwieslift brauch' ich da auch nicht mehr hin. Das Parsenn-/Heuberggebiet von Riezlern und Hirschegg war weitgehend abgetaut und bestand nur noch aus ein paar Maschinenschneestreifen. Wegen der Autobahnstaus traf ich statt um ca. 9:00 Uhr erst gegen 9:30 Uhr auf dem Parkplatz der Ifenbahn ein. Das Wetter war noch recht grau ohne Sonne. Sowie ich die erste Bergfahrt mit der 10EUB Ifenbahn antrat, änderte sich das, der beginnende Föhn schob die Wolken weg und die Sonne kam durch. Perfektes Timing, der Zeitverlust war so gut zu verschmerzen.
Bei meinem Skibesuch am Ifen im Jahr 2008 gab es noch die alte Lift-Infrastruktur mit langsamer DSB als Talzubringer und Schlepplift und 2KSB in der oberen Etage. Die neue Lift-Infrastruktur von 2017, die 10EUB Ifenbahn und die 6KSB Olympiabahn, schaufelt nun geschätzt das Doppelte bis Dreifache der früheren Anzahl Skifahrer auf den Berg. Das rächt sich bei der Frequentierung der Pisten. Die sind jetzt ganz wesentlich voller als mit den alten Liften, auch wenn es eine Vielzahl von Abfahrten am Ifen gibt. Wegen Naturschutzrestriktionen darf nur die 10EUB Ifenbahn bis zum höchsten Punkt fahren, keine weitere Beschäftigungsanlage.
Die Ifen-Abfahrten waren oberhalb der Mittelstation morgens noch griffig und gut zu befahren. Unterhalb der Mittelstation war der Schnee schon morgens nass, dies nicht zuletzt wegen des Regens der Vortage. Der Nassschnee war sehr kraftraubend zu fahren, und auch all die anderen Skifahrer am Ifen hatten ihre liebe Mühe damit und brauchten mehr Platz als sonst. Natürlich waren auch viele Familien mit kleineren Kindern am Berg, die mit ihren Streichholzbeinchen durch den Schneebrei pflügten. Entsprechend musste man sehr vorausschauend fahren, um Kollisionen zu vermeiden. Mit einem Mix von rot/schwarzen und blauen Abfahrten und häufigeren Pausen am Pistenrand hat es natürlich trotzdem Spaß gemacht. Selbst die schwarze Olympiaabfahrt war einigermaßen zu befahren. Aufgrund der Höhenlage war sogar genug Schnee für eine winterliche Gesamtimpression erhalten geblieben.
Wegen des anstrengend zu fahrenden Schnees bekam ich schon früh Hunger. Ein Blick auf die Bepreisung der Speisekarte des Bedien-Restaurants Tafel&Zunder an der Ifen-Bergstation ließ mir den Appetit vorübergehend vergehen. Überteuerte Bergrestaurants sind mir ein Graus. Preiswerter gefüttert wurde ich dann im SB-Restaurant der Ifenhütte an der Mittelstation.
Noch zwei Seilbahn- und Talabfahrten, dann war es 13 Uhr und Zeit für den Wechsel zum Walmendingerhorn in Mittelberg.
29 Fotos vom Ifen:
Morgenimpression Ifenbahnen an der Auenhütte. Noch ist das Wetter grau.
Aber schon bei der ersten (!) Bergfahrt kommt die Sonne heraus. Wenn das kein gutes Timing ist ...
Bergfahrt 10EUB Ifen. Ansprechende Bahn, auch technisch gut gelöst.
Das Skifahrerherz frohlockt.
Fußgänger und Tourengeher steigen von der Bergstation 10EUB Ifen zum Hahnenköpfle auf. Mir war's dafür zu warm; ich habe auch so schon geschwitzt.
Zoom von der Bergstation 10EUB Ifen zum Hochvogel in den Allgäuer Alpen. Der angekündigte, große Bergsturz ist immer noch nicht heruntergekommen. Mich beeindruckt stets die sauber Schichtung des Hauptdolomits bei diesem Berg.
Blaue Abfahrt Ifen 7.
Dito gegen die Allgäuer Alpen.
Gleiche Abfahrt weiter unten ...
... und gegen den Ifenkamm selbst.
Olympiaabfahrt, KSB und EUB von der Talstation Ifen aus gesehen.
Blick aus der 6KSB Olympiabahn gegen den Fellhornkamm ...
... und von der KSB-Bergstation zum Ifen und zum weiteren Trassenverlauf der EUB.
Rote Abfahrt Ifen 2c.
Schwarze Abfahrt Ifen 1a.
Blick gegen Nebelhorn, Riezlern und Fellhornkamm.
Zoom zum Nebelhornmassiv mit Seealpe, Station Höfatsblick und Nebelhorngipfel. Rechts oberhalb der Bildmitte erkennt man die Sonngehrenabfahrt.
Nebelhorngipfel im Zoom. Am rechten Bildrand erkennt man Stützen der Sesselbahn Koblat.
Schlusshang der schwarzen Olympiaabfahrt von oben ...
... und von unten aus der KSB gesehen.
Wieder oben auf den roten Ifenabfahrten.
Und wieder ganz hinauf mit der 10EUB Ifen.
Start der Abfahrten an der EUB-Bergstation.
Panorama über den Start der Ifen-Abfahrten.
Jetzt mal auf die Blaue Abfahrt Ifen 4.
Die ist oben schön breit ...
... und im weiteren Verlauf auch. Unten ist sie meistens Ziehweg durch den Wald.
Nach dem Mittagessen gibt's noch eine letzte Abfahrt über die schwarze Olympia.
Schluss-Pano an der Auenhütte mit Übungslift Gaisbühl und Burmis Winterwelt.
In Mittelberg hatten irgendwelche Schlafmützen die Einfahrt des gefüllten Seilbahnparkplatzes morgens mit einem Band versperrt und dieses nicht mehr entfernt, obwohl sich jeder Ski-Parkplatz bekanntermaßen mittags teilentleert. Also fuhr ich über die Ausfahrt drauf ... es gibt immer Premieren im Leben.
Am Berg entschied ich mich zunächst für eine Talabfahrt noch mit Sonnenschein und wenig Leuten. Die Idee war gut, aber die Abfahrt schneemangelbedingt übel, teils grenzwertig. Mehrfach musste man Drecksulz durchpflügen oder einen 30 cm-Restschneestreifen befahren. Das nächste Wochenende erlebt die Talabfahrt Walmendingerhorn ohne Neuschnee wohl eher nicht. In der Pendelbahnkabine der nächsten Bergfahrt hatte die Fahrtbegleiterin erfreulicherweise das Fenster zum Tal weit geöffnet. Darum konnte ich diesmal ungestört herausfotografieren. Oben faszinierte mich die Impression der schwarzen, präparierten Skiroute 3a der 4SB Mittelberg. Weil Ostseitig gelegen, blieb hier die Schneequalität am besten, und ich musste die ordentlich steile Abfahrt gleich mehrfach auskosten. Sie war klar die beste des Tages! Die ebenfalls präparierte Skiroute 3b auf der Südhangseite der Sesselbahn war braun aufgesulzt und konnte nicht mithalten. Erst beim Fahren mit der DSB Walmendingerhorn fiel mir auf, dass diese auch eine eigene halbe Abfahrt hat, die gar nicht so schlecht ist. Um 16 Uhr nahm ich zum zweiten Mal und diesmal final die Talabfahrt. Sie war fast leer; die meisten Skigäste zogen die Talfahrt per Pendelbahn vor. Da ich die Talabfahrt bereits kannte, kam ich nun erheblich besser mit ihr klar als beim Erstversuch. Und sie bot nach 16 Uhr sogar noch sonnige Abschnitte.
Fazit: Der Besuch an Ifen und Walmendingerhorn bei beeinträchtigter Talschneelage hat sich erneut gelohnt! Gern wieder. Vielleicht komme ich ja mal wochentags hin, um die Abfahrten am Ifen leerer vorzufinden.
36 Fotos vom Walmendingerhorn:
Talstation Pendelbahn Walmendingerhorn in Mittelberg.
Pendelbahnkabine von 1966.
Weil die Fenster der Pendelbahnkabine unglücklich vergittert sind, wird die Gegenkabine aus dem Seitenfenster abgelichtet.
Panorama an der Bergstation Walmendingerhorn mit dem markanten Aufzug, der die Skifahrer zum Zweck der Seilbahn-Talfahrt aus dem Skigebiet zurück zur Pendelbahn bringt. Früher ist man sowas halt gelaufen ... Skifahren war mal Sport.
Bergstation DSB Walmendingerhorn mit Widderstein und Tiefblick nach Baad.
Pistenraupe an der Bergstation mit Pendelbahnkabine.
Zunächst ging es auf die Talabfahrt, bevor diese schattig und womöglich überfüllt war.
Talabfahrts-Impression gegen die Kanzelwand.
Au weia! Das geht nicht mehr lange gut.
Talabfahrt Walmendingerhorn weiter unten ...
... und Schlusshang mit Übungslift Mooslift.
So schön ist die Pendelbahn extra für mich ausgefahren.
Pendelbahnkabine Walmendingerhorn und Trasse.
Pendelbahnkabine. Irgendwann wird die Bahn sicherlich mal ersetzt, dann gibt es dieses Motiv nicht mehr.
Zweite Bergfahrt mit der Pendelbahn. Dank geöffneten hinteren Fensters konnte ich diesmal besser fotografieren.
Zoom aus der Pendelbahn hinüber zur Bergstation Kanzelwand.
Pendelbahntrasse mit Gegenkabine und Mittelberg.
Blick von der Bergstation zu den Abfahrten an der Sesselbahn Mutterberg.
Die präparierte, schwarze Skiroute 3a am Mutterberg musste es natürlich sein.
4SB Mittelberg.
Die fährt sehr langsam.
Blick von der Bergstation Muttelberg durchs Kleinwalsertal ins Illertal mit Grünten und Nebelhoen.
Und da geht's jetzt mehrfach runter. Schwarze Skiroute 3a. Geilgeilgeil!
Die Skiroute 3b auf der anderen Sesselbahnseite war braun aufgesulzt und kein Genuss, darum nur einmal gefahren.
Dann ging es zur DSB Walmendingerhorn.
Starthang unter der Pendelbahn-Bergstation.
Weiter der Nachmittagssonne entgegen.
Abfahrt der DSB Walmendingerhorn, etwas versteckt.
Nochmal auf dem Muttelberg im Nachmittagslicht.
Finale Talabfahrt entgegen meiner Erwartung menschenleer und noch teilweise sonnig.
Blick von der Talabfahrt Walmendingerhorn hinunter nach Mittelberg.
Talabfahrt im weiteren Verlauf dann irgendwann doch schattig, aber leer.
Die Pendelbahn fährt vorbei.
Auf der 30 cm-Spur ganz rechts kam man durch. In der Folgewoche ist hier Abschnallen und Tragen angesagt.
Finale Schlusshang-Impression in Mittelberg.
Na ja, fast final ... zu guter Letzt: Spaß muss sein.