Anfahrt: Bludenz - Bürserberg - Brand in 0:15 h
Wetter: Sonnig über Hochnebel, Tal bis +5°C, Berg 0°C
Schnee: Geschätzt 15-70 cm Alt- und Neuschnee
Anlagen in Betrieb: Alle
Wartezeit: KSB Glattjoch 3-4 min, PB Gurtscha 1 Kabine, sonst keine
Gefallen: Abfahrts-/Routenvielfalt KSB Glattjoch und Sesselbahnen Einhorn/Loischkopf, Talabfahrten, Pisten weniger voll als andernorts
Nicht gefallen: Lahme, fixgeklemmte Sesselbahnen Bürserberg
Bewertung: 5,5 von 6 Punkten
Tag zwei unseres Vorarlberg-Wochenendes nach dem ersten Tag in Damüls/Mellau. Ins am Wochenende völlig überrannte Montafon wollten wir eben so wenig wie nach St. Anton. Stattdessen stand das nahe Brandnertal auf dem Programm, Anfahrt ab Bludenz 15 Minuten. Der Sonntagmorgenstau vor der Einfahrt ins Montafon interessierte uns somit nicht. Da es in Bürserberg nur einen einzigen Parkplatz gibt, verwarfen wir diesen und fuhren gleich bis Brand weiter. Den gewünschten Großparkplatz findet man in Brand nicht bei der EUB Dorfbahn, sondern erst hinter dem Ort an der Talstation der EUB Palüd.
An der Palüdbahn zu starten hatte wie am Vortag den Vorteil, den Pistenplan von links nach rechts durch die drei Teilskigebiete Palüd - Parpfienz - Loischkopf und wieder zurück abfahren zu können. Mit der KSB Glattjoch an der EUB-Bergstation Palüd und ihren Abfahrten wurden wir trotz kurzer Wartezeit sofort Freunde. Die lange Bahn in landschaftlich toller Lage erschließt mehrere rote und blaue Abfahrten und zusätzlich mehrere Skirouten, die bei unserem Besuch präpariert waren. Während schon die roten Abfahrten 6a und 6b prima Skigenuss bieten, vervollständigen die Routen 15a und 15b das Erlebnis vor Ort noch. Die schöne Skiroute 9 / Lorenzital leitet schließlich über in den mittleren Skigebietsteil Parpfienz, der aus dem Tal von der EUB Dorfbahn Brand erschlossen wird. Eigentlich wollte ich auf Parpfienz noch eine Fahrt mit der KSB Gulma einlegen, um die rote Abfahrt 2 zu fahren. Da wir aber für die Mittagseinkehr um 11:30 Uhr einen Bergrestaurantplatz vor dem Andrang wollten und es auf der Mittelstation Parpfienz kein Restaurant gibt, fuhren wir stattdessen gleich mit der Pendelbahn Burtscha weiter ins dritte Teilskigebiet Loischkopf und legten dort die Mittagspause an der Bergstation der Verbindungs-Pendelbahn am Burtschasattel ein.
Nach der Mittagseinkehr ging es folgerichtig zur DSB Loischkopf im Bürserberger Skigebiet. Die bietet nämlich mehrere blaue, rote und eine schwarze Abfahrt ... erstaunlich viel für einen bewaldeten Skibuckel. Und tatsächlich ist die schwarze Abfahrt 18 am Loischkopf verdammt steil ... kaum zu glauben, dass hier früher statt der DSB ein Schlepplift hochfuhr. Leider war die schwarze Abfahrt Loischkopf auf den steilsten 100 bis 200 m vereist, so dass wir sie trotz guten Gesamteindrucks kein zweites Mal fahren mochten. Dann lieber die rote Talabfahrt nach Bürserberg hinunter. Die ist in der Tat schön ... hier nervt lediglich die urlangsame Steurer-DSB Einhorn 1 von 1972 (!) als Talzubringer. Für den Abschluss im Sektor Bürserberg entschieden wir uns für die rote Abfahrt 19 ... nicht ahnend, dass die nach kurzem "rotem" Beginn zu einem reinen Wald-Ziehweg mit Zwischenaufstieg mutiert ... ein Satz mit x. Der sehr abseits hinterm Loischkopf gelegene SCHL Foregg bringt die Skifahrer in den Parpfienzsattel, von wo die laaange Ziehweg-Verbindungsabfahrt in den mittleren Skigebietsteil Parpfienz startet. Dass man kurz vor dessen Erreichen noch 15 Meter aufsteigen muss, steht wohlweislich nicht im Pistenplan.
Auf Parpfienz wurde es wegen Nordostausrichtung bereits sehr schattig, weshalb die Gulma-Abfahrt erneut außen vor blieb und wir lieber die noch weitgehend sonnige Talabfahrt nach Brand-Dorf befuhren. Anschließend ging es mit der 6KSB Gulma zurück zur bereits morgens genutzten Glattjochbahn und ihren schönen Pisten, die wegen ihrer Kammlage bis 15:30 Uhr weitestgehend sonnig blieben. Nach einer Getränkepause machten wir uns gegen 16 Uhr auf die finale Talabfahrt der Palüdbahn. Eigentlich eine schöne, rote Abfahrt ... bis man vor dem vereisten, steilen Schlusshang steht, der nicht mehr in die Einstufung rot fällt, sondern in die Einstufung Tragödienhang.
Fazit:
Das Brandnertal ist ein schöner Ziel für einen Tagesausflug oder ein Wochenende mit teils erstaunlich vielfältigen, wenig frequentierten Abfahrten / Skirouten und toller Landschaft. In Bürserberg stören die fixgeklemmten und teils arg langsamen Sesselbahnen. Aber gemäß Pistenplan soll hier zur Saison 2025/26 teilweiser Ersatz in Form eines EUB-Neubaus kommen.
45 Fotos:
Start an der Talstation der EUB Palüd hinter Brand. Das Tal liegt ...
... noch komplett im Schatten.
Bergfahrt EUB Palüd.
Aber die 6KSB Glattjochbahn an der Bergstation der 6KSB Palüd liegt schon wunderbar in der Sonne.
Fahrt mit der 6KSB Glattjochbahn. Vor ihr standen hier zwei Generationen Schlepplift, ein Kurvenlift und später ein Doppelschlepplift. Teilweise verlaufen heute die Abfahrten auf den alten Lifttrassen.
Frau Harzwinter möchte zunächst auf die verlockende, präparierte Skiroute 15b.
Und dann auf die teilpräparierte 15a noch weiter außenrum.
An der Bergstation der EUB Palüd befindet sich auch der SCHL Melkboden. Den sind wir wegen seiner argen Kürze aber nicht gefahren.
Auslauf der Skirouten auf der Abfahrt 7.
Von der Bergstation 6KSB Glattjoch geht es weiter über die Skiroute 9 durchs Lorenzital. Schön!
Die Fortsetzung der Skiroute 9 endet an der Mittelstation Parpfienz, wo die EUB Brandner Dorfbahn endet.
Da wir unsere Mittagseinkehr im Bürserberger Skigebietsteil eingeplant haben, fahren wir auf Parpfienz weiter mit der PB Panoramabahn zum Burtschasattel.
Gegenkabine der PB Panoramabahn.
Berg- und Talstation der PB Panoramabahn sind minimalistisch ausgelegt.
Nach der Mittagseinkehr auf dem Burtschasattel nehmen wir die blaue Abfahrt 26 zur ...
... DSB Loischkopf.
Blick von der Bergstation DSB Loischkopf über den hochnebelgefüllten Bludenzer Talkessel. Ganz hinten sieht man den isoliert stehenden ...
... Hohen Riffler in der Verwallgruppe.
Weiter rechts fällt der Patteriol auf, ebenfalls in der Verwallgruppe.
Wir nehmen die schwarze Abfahrt 18 vom Loischkopf. Die steilsten Teile sind leider vereist und kein Genuss.
Die findet ihre Fortsetzung in der roten 22 zum Einhornboden.
Der Einhornboden mit seiner Infrastruktur.
Wir wollen gleich ganz hinunter über die schöne Talabfahrt 20 nach Bürserberg.
Die liegt bereits unterhalb der sich auflösenden Hochnebeldecke.
Die Steurer-DSB Einhorn 1 ist mit Baujahr 1972 die älteste Sesselbahn des Skigebiets ...
... und fährt entsprechend sehr langsam.
Die 4SB Einhornbahn 2 vom Einhornboden in Richtung Loischkopf ist dagegen bereits eine Ersatzbahn.
Blick aus der 4SB Einhornbahn 2 zur Zimba.
Vom Loischkopf nehmen wir diesmal die rote Abfahrt 19. Die ist gar nicht einfach zu finden.
Ihr größter Streckenteil ist Ziehweg mit Schiebeanteil durch den Wald. Für eine rote Abfahrt ein Totalausfall.
Nach erneuter Fahrt auf den Loischkopf verabschieden wir uns aus dem Bürserberger Skigebietsteil über den SCHL Foregg, ...
... der uns auf die Verbindungs-Ziehwegabfahrt 25 nach Parpfienz bringt. Kurz vor deren Ende muss man 15 Höhenmeter aufsteigen, was nirgends erwähnt wird.
Von Parpfienz nehmen wir die Talabfahrt nach Brand.
Ende Talabfahrt Brand vor der EUB Brandner Dorfbahn. Die Vorgängerbahn befand sich genau am Ende dieses Hangs.
EUB Brandner Dorfbahn.
Von der Mittelstation Parpfienz fahren wir weiter mit der 6KSB Gulmabahn, deren rote Abfahrt 2 bereits unattraktiv im Vollschatten liegt. Hier touchiert die Bahn die Bergstation des SCHL Tannleger.
Sie bringt uns zur 6KSB Glattjochbahn mit ihren noch sonnigen Abfahrten zurück, wo wir morgens begonnen hatten.
Da die Skirouten der Glattjochbahn nachmittags ebenfalls im Schatten sind, sind nun die roten Abfahrten dran.
Rote Abfahrt 6b der Glattjochbahn ... schön!
Zoom zur Staumauer des Lünersees. Man erkennt eine Stütze der Pendelbahn, die im Winterschlaf ist.
Panorama auf der roten Abfahrt 6b.
Einkehr im Bergrestaurant an der Bergstation EUB Palüd.
Dann geht es auf die Talabfahrt der EUB Palüd, ...
... die unten natürlich auch schon im Schatten liegt.
Leider läuft sie in einem fürchterlich vereisten Steilhang aus ... möchte nicht wissen, was es hier bisweilen für Tragödien gibt. Wir hatten einen wunderbaren Skitag im Brandnertal!
[Edit:] Typos korrigiert.