Keine zweite Seilbahn für die Rheintaler

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Jay
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Keine zweite Seilbahn für die Rheintaler

Beitrag von Jay »

Tagblatt.ch meldet:
Keine Bahn für die Rheintaler
Eine zweite Luftseilbahn auf den Hohen Kasten kommt kaum in Frage
Für die einen ist das geplante Drehrestaurant auf dem Hohen Kasten nur ein Luftschloss, andere sind begeistert, und wieder andere würden lieber eine Luftseilbahn von der Rheintaler Seite her sehen. Diese Idee scheint aber unrealistisch.

Thomas Gantenbein

Ein Drehrestaurant, wie es auf dem Hohen Kasten entstehen soll, gibt es nach dem Kenntnisstand der Projektbeteiligten noch nirgends auf der Welt. Gut vorstellbar, dass eine solche Innovati- on zahlreiche Touristen anziehen könnte. Entsprechend begeistert von der Idee ist Brigitte Schneider vom Tourismusbüro Rheintal-Werdenberg in Altstätten. «Es bräuchte mehr solche innovati-ve Ideen hier in der Region», lobt sie das Projekt. Die Regionalplanungsgruppen beobachten die Entwicklung im Moment noch eher zurückhaltend, können dem Projekt aber, sollte es tatsächlich umgesetzt werden, grundsätzlich nur Positives abgewinnen. Dass eine zweite Seilbahn auf den Hohen Kasten von der Rhein-taler Seite her auch eine Möglichkeit wäre, für mehr Touristen zu sorgen, halten Fachleute hingegen bestenfalls für sehr unwahrscheinlich.

Bewilligung wäre schwierig
Ueli Strauss vom St.Galler Amt für Raumentwicklung schliesst eine zweite Seilbahn auf den Hohen Kasten nicht von vornherein aus. Allerdings handle es sich beim Gebiet um den Hohen Kasten immerhin um eine Landschaft von nationaler Bedeutung. Es müsste also ein sehr überzeugendes betriebswirtschaftliches Konzept vorliegen, das eine solche Bahn rechtfertigen würde. «Zudem kann ich mir persönlich nicht vorstellen, dass eine zweite Bahn überhaupt rentieren würde», so Strauss. Und mehr Infrastrukturen aufzubauen, zum Beispiel eine Sommer-Rodelbahn, um mehr Touristen anzuziehen, komme wegen des Landschaftsschutzes nicht in Frage. «Insgesamt wäre der Bau einer zwei- ten Seilbahn mit sehr vielen Fragezeichen behaftet», sagt Ueli Strauss weiter.

Zu teuer und unrentabel
Emil Koller, der Verwaltungsratspräsident der Luftseilbahn Brülisau-Hoher Kasten AG, meint zu der zweiten Luftseilbahn: «Wenn schon bei einem Zehn-Millionen-Projekt wie dem Drehrestaurant von Grössenwahnsinn gesprochen wird, was wä- re dann der Bau einer zweiten Seilbahn?» Ein solches Projekt kommt für ihn nicht in Frage. Laut Eva Schellenberg wurde in der Regionalplanungsgruppe Werdenberg noch nicht besonders intensiv über das Drehrestaurant diskutiert, dazu sei das Projekt noch nicht weit genug fortgeschritten. Sie persönlich steht dem Drehrestaurant-Konzept, besonders dem Zeitplan und den Kostenüberlegungen, sehr skeptisch gegenüber. Auch eine zweite Bahn würde sie zwar für touristisch wertvoll halten, aber eben für kaum realisier- bar.

Eine Überlegung wert
Zumindest eine Überlegung wert wäre eine zweite Seilbahn für Brigitte Schneider: «Sie würde zu einer hohen Attraktivitätssteigerung der Region führen.» Solche Überlegungen anzustellen wäre in ihren Augen Aufgabe der Regionalplanungsgruppe. Ernst Metzler von der Interkantonalen Regionalplanungsgruppe Rheintal will hier aber nicht selbst aktiv werden. Die Initiative müsse aus der Standortgemeinde kommen. Für den Stadtpräsidenten von Altstätten, Josef Signer, wiederum ist eine zweite Bahn kein Thema. Auch er glaubt nicht, dass das Potenzial vorhanden ist, um zwei Luftseilbahnen auszulas- ten. Ob das Drehrestaurant nun ein Luftschloss ist oder nicht, die zweite Luftseilbahn auf den Hohen Kasten scheint auf jeden Fall eines zu sein. Immerhin wird laut Brigitte Schneider auch das Dreh- restaurant einen positiven touris- tischen Einfluss auf die Region entfalten, schliesslich sei die Talstation der Luftseilbahn auch aus dem Werdenberg und Rheintal gut erreichbar.

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Andreas Wick
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Beitrag von Andreas Wick »

Also wenn die da ein Drehrestaurant bauen, kann man nur hoffen dass es nicht so endet wie das am Crap Sogn Gion!!! Wenn du mich fragst läuft auf den Hohen Kasten gar nix!!! Höchstens an ganz schönen Tagen gibt es ein paar Deutsche Turisten die da herumkraxeln....Aber das Restaurant läuft überhaupt nicht! Die sind doch grössenwahnsinnig! Wenn sie auf den Säntis ein Drehrestaurant gebaut hätten, hätte ich es verstanden... Aber auf den Hoher kasten? Da läuft einfach nix... Wenn alle Berggasthäuser in der Umgebung voll sind von Gästen, ist der Kasten leer....
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Chasseral
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Beitrag von Chasseral »

Ich habe bis jetzt noch nicht mal die derzeitige Bahn zum Hohen Kasten voll gesehen!!
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Jay
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Beitrag von Jay »

tagblatt.ch meldet:
Bahn und Drehlokal - nur zusammen rentierts
Mitglieder des Grossen Rates erhielten zusätzliche Informationen über das geplante Drehrestaurant auf dem Hohen Kasten
Alpstein. Ein Drehrestaurant auf dem Hohen Kasten kann nicht rentieren. Dank dieses Angebots können aber die Frequenzen der Kastenbahn um 30 % gesteigert werden. Aus dieser Gesamtsicht geht die Rechnung deshalb trotzdem auf, findet Verwaltungsratspräsident Emil Koller.

Toni Dörig

Zu den stark emotional gefärbten Themen an der kommenden Grossratsitzung am Montag, 14. Februar, im Rathaus Appenzell gehört mit Sicherheit das beantragte Darlehen an die Luftseilbahn Brülisau-Hoher Kasten AG zwecks Erstellung eines Drehrestaurants auf dem Berggipfel mit herrlicher Aussicht. In der ersten Lesung entschieden sich die Ratsmitglieder statt für einen à-fonds-perdu-Betrag in der Höhe von 500 000 Franken für ein zinsloses Darlehen von einer Million, und zwar mit klar festgelegten Auflagen. Dieses Darlehen müsste der Landsgemeinde zur Genehmigung vorgelegt werden. So weit ist dieses Traktandum bekannt. Zusätzlich haben die Ratsmitglieder aber noch weitergehende Informationen über das Projekt gewünscht. Diese hat nun Verwaltungsratspräsident Emil Koller nachgeliefert.

Projekt zurückgegeben
Ursprünglich sollte das Baugesuch bereits am vergangenen 3. Dezember eingereicht werden. Leider aber wurden von den Planern, wie Emil Koller schreibt, verschiedene Vorgaben der Luftseilbahn nicht erfüllt. Das Projekt wurde deshalb zur Überarbeitung zurückgegeben. Nun wird das revidierte Projekt am 31. Januar vorgestellt, am 1. Februar entscheidet der Verwaltungsrat über das weitere Vorgehen und den neuen Terminplan.

Höchstbelastung 4,5 Mio. Fr.
Erst gegen Ende Januar werden auch die Kostenberechnungen für den Drehmechanismus vorliegen. Wenn dies der Fall ist, kann eine Kostenberechnung für das gesamte Drehrestaurant mit einer Abweichung von höchstens +/-15 % vorgelegt werden. Diese wird dann der Appenzeller Kantonalbank zur Überprüfung übergeben. Gleichzeitig wird das Finanzierungsgesuch gestellt. Somit kann davon ausgegangen werden, dass den Mitgliedern des Grossen Rates die wichtigsten finanziellen Kennzahlen bis zur zweiten Lesung des Darlehensgesuches vorliegen. Bisher sprach man einfach davon, dass die Baukosten irgendwo bei rund 10 Mio. Franken liegen, wobei die Belastung sicher 4,5 Millionen Franken (bestehend aus 3,5 Millionen Franken Hypotheken, 1 Million Franken zinsloses Darlehen) nicht übersteigen darf. Das heisst: Der Rest muss im Wesentlichen über eine Aktienkapitalerhöhung finanziert werden.

Mehr Bahnpassagiere
Ganz offen schreibt Emil Koller in den Unterlagen an den Grossen Rat: Der Betrieb des Drehrestaurants kann nicht rentieren. Und ergänzt: Dies wurde von der Kastenbahn auch nie anders dargestellt. Dass trotzdem am Projekt festgehalten wird, liegt an den Auswirkungen des Drehrestaurants auf die Bahn. Heute ist die Situation so, dass der Betrieb der Kastenbahn auf Dauer finanziell alles andere als gesichert ist, wenn alles bleibt, wie es ist. Allein bis ins Jahr 2009 - dann steht eine Konzessionserneuerung an - müssen 1,475 Mio. Franken investiert werden. (Dazu gehört allerdings kein neues Seil, wie gerüchteweise erzählt wird. Der Ersatz des Seiles ist erst für 2016/17 geplant.) Der Nutzen des Drehrestaurant besteht vor allem darin, dass dadurch die Frequenz der Kastenbahn um sicher 30 Prozent gesteigert wird. Diese Zahl liegt sogar unter den Erfahrungszahlen bei anderen Betrieben, die über eine Bergbahn und ein Drehrestaurant verfügen.

Win-Win-Situation
Wenn dieser Wert erreicht wird, geht die Rechnung mit dem unrentablen Drehrestaurant auf, findet Emil Koller. Dann würde nämlich der Cash-flow der Bahn von heute 200 000 Franken auf 400 000 oder sogar 500 000 Franken steigen. Und dann wäre die Bahn in der Lage, die 4,5 Mio. Franken Fremdkapital für das Drehrestauant zu refinanzieren. Es gelte also, das Gesamtangebot Hoher Kasten, bestehend aus Bahntransport und Restauration, zu beurteilen. Und die lautet, fast schon paradox formuliert: Tun sich ein unrentables Drehrestaurant und ein mit finanziellen Problemen kämpfendes Bahnunternehmen zusammen, so rentieren sie gemeinsam - und zwar, weil die Attraktion Drehrestaurant der Bahn zusätzliche Kunden bringt (und umgekehrt die Bahn für den Aussichtspunkt Drehrestaurant ebenfalls unverzichtbar ist): eine klassische Win-Win-Situation.

Stimmberechtigte entscheiden
Aus dem Gesagten ergibt sich (unter anderem), dass es sehr wichtig ist, die Belastung durch Fremdkapital wirklich nicht über 4,5 Millionen Franken ansteigen zu lassen, ganz egal, was das Drehrestaurant am Schluss auch kostet. Nicht zuletzt aufgrund eines Risikos, das einfach besteht, begrüsst Emil Koller die Tatsa-che, dass ein zinsloses Darlehen von einer Million Franken vor die Landsgemeinde muss. Damit entscheiden letztlich die Stimmberechtigten, was mit der Kastenbahn in Zukunft geschehen wird. Stimmen sie dem Darlehen zu, ist die Realisierung des Drehrestaurants wenigstens einmal auf gutem Weg. Wird es abgelehnt, so ist vermutlich das ganze Projekt gestorben. Und das würde bedeuten, dass andere Ideen notwendig würden, wenn man die Konzession der Kastenbahn im Jahr 2009 tatsächlich erneuern will. Dieses negative Szenario einer Aufhebung der Kastenbahn erwähnt Emil Koller in seinen Ausführungen allerdings nicht. Dazu ist er vermutlich zu sehr Optimist. Umgekehrt könnten Naturfreunde durchaus argumentieren: Der Alpstein wird nicht schöner durch eine Menschenlawine. Vielleicht tut ihm etwas mehr Schonung gut.
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