Skilift Sägenhof (Schwarzwald) am 22.11.2025 | Vollkommen unbekannt - überraschend abwechslungsreich

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Hörni
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Skilift Sägenhof (Schwarzwald) am 22.11.2025 | Vollkommen unbekannt - überraschend abwechslungsreich

Beitrag von Hörni »

Anreise:
• Rund 1 Stunde ab Überlingen
• Entspannte Fahrt, die letzten Kilometer auf ruhiger Landstraße

Wetter:
• Den ganzen Tag –2 °C
• Strahlender Sonnenschein, völlig windstill

Schnee & Pisten:
• Höhe: 950 bis 1090 m ü.NN.
• Pulvriger Naturschnee, ca. 20 cm
• Schnelle Zerfahrung aufgrund fehlender Unterlage
• Dennoch insgesamt gut zu fahren

Geöffnete Anlagen:
• Skilift Sägenhof (2-SL, Doppelmayr, 600m lang, 140 hm, Baujahr 1980)
• Hauptabfahrt + „hintenrum“-Variante + mehrere Ziehwege


Bericht:
Nachdem sich im Laufe der Woche abzeichnete, dass erste Skilifte rund um den Bodensee öffnen würden, fiel mein Blick im entsprechenden Alpinforum-Thread zum allerersten Mal auf den Namen „Skilift Sägenhof“. Eine kurze Recherche später stellte ich fest, dass das Gebiet nur knapp über eine Stunde von mir entfernt liegt – und dass es dort angeblich eine ganz interessante Abfahrt geben soll. Da zudem perfektes Winterwetter angekündigt war, entschied ich mich kurzerhand zu einem spontanen Besuch.

Die Anfahrt gestaltete sich völlig entspannt. Ohne jeglichen Trubel tauchte plötzlich, etwas abseits des Ortes, auf der linken Straßenseite der urige Lift auf. Direkt daneben befindet sich ein kompakter Parkplatz. Schon beim Aussteigen war klar: Hier fährt die lokale Bevölkerung. Der örtliche Skiclub war mit einigen Kindern und Jugendlichen vertreten, ansonsten waren nur wenige weitere Gäste vor Ort. Mein Auto war eines von gerade einmal drei mit auswärtigem Kennzeichen.

Aufgrund der dünnen Schneedecke war mir bewusst, dass die Piste schnell zerfahren sein würde – und genau so war es auch. Dennoch ließ sich der pulvrige Schnee gut fahren. Der Lift selbst wirkt herrlich traditionell und hat genau diesen urigen Charme, der kleine Schwarzwaldhänge so sympathisch macht.

Die Hauptabfahrt überraschte mich positiv:
• deutlich anspruchsvoller als erwartet
• durchgehend gutes Gefälle
• zwei querende Wege, die den Verlauf auflockern

Zu meiner Überraschung war auch die hintenrum verlaufende Alternativabfahrt geöffnet. Sie liegt auf der anderen Seite des Liftes, hinter einem schmalen Waldstück. Dazu kommen zwei Ziehwege, die die beiden Hänge miteinander verbinden und dem Gelände ein erstaunlich abwechslungsreiches Layout geben. Auch am linken Pistenrand gab es immer wieder kleine Möglichkeiten, ein paar Schwünge im Tiefschnee zu setzen.

Trotz der überschaubaren Größe fühlte sich der Besuch dadurch deutlich vielseitiger an, als ich es einem einzelnen Schlepplift zugetraut hätte. Die zwei Stunden, die ich dort verbrachte, vergingen überraschend schnell.

Wartezeiten gab es praktisch keine. Gegen Mittag leerte sich die Piste sogar noch weiter – um etwa 12 Uhr waren zeitweise nur noch sehr wenige Personen am Lift. Die Atmosphäre war dementsprechend ruhig, familiär und gemütlich. Der Lift wird offensichtlich mit viel Engagement betrieben und hat einen sympathischen, fast schon nostalgischen Charakter.


Fazit:
Der Skilift Sägenhof ist sicherlich kein großes oder bekanntes Skigebiet – aber genau das macht ihn so charmant. Die Kombination aus
• überraschend abwechslungsreicher Streckenführung,
• schönem Gefälle,
• urigem Lift,
• null Andrang
• und traumhaftem Sonnenschein

machte diesen spontanen Besuch zu einem richtig schönen, entspannten Saisonstart.

Wer kleine, authentische Lifte mag und Abwechslung im Kleinen zu schätzen weiß, sollte sich den Sägenhof definitiv einmal merken.


Bilder:
Erster Blick auf den Hang
Erster Blick auf den Hang
Mit Zoom wird das Gefälle deutlich sichtbar
Mit Zoom wird das Gefälle deutlich sichtbar
An der Talstation
An der Talstation
Retro-Ticket
Retro-Ticket
Die Lifttrasse verläuft teilweise durch den Wald
Die Lifttrasse verläuft teilweise durch den Wald
Weiter oben
Weiter oben
Blick von oben auf den Haupthang
Blick von oben auf den Haupthang
Einstieg in die "Hintenrum"-Abfahrt
Einstieg in die "Hintenrum"-Abfahrt
Mittlerer Teil der "Hintenrum"-Abfahrt
Mittlerer Teil der "Hintenrum"-Abfahrt
Blick von der "Hintenrum"-Abfahrt ins Tal. Rechts quert ein präparierter Ziehweg.
Blick von der "Hintenrum"-Abfahrt ins Tal. Rechts quert ein präparierter Ziehweg.
Ziehweg Richtung Haupthang, der Weg kreuzt die Lifttrasse
Ziehweg Richtung Haupthang, der Weg kreuzt die Lifttrasse
Unterer Teil der "Hintenrum"-Abfahrt, die Piste läuft unten links flach aus zur Talstation hin
Unterer Teil der "Hintenrum"-Abfahrt, die Piste läuft unten links flach aus zur Talstation hin
Lifthäuschen
Lifthäuschen
Pure Schwarzwald-Idylle
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Talstation von oben
Talstation von oben
Ausstiegsbereich
Ausstiegsbereich
"Hintenrum"-Abfahrt in der Mittagssonne. Hier wird das Gefälle auch nochmal sichtbar.
"Hintenrum"-Abfahrt in der Mittagssonne. Hier wird das Gefälle auch nochmal sichtbar.
Letzter Blick auf den Hang
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Re: Skilift Sägenhof (Schwarzwald) am 22.11.2025 | Vollkommen unbekannt - überraschend abwechslungsreich

Beitrag von hegauner »

Danke für den Bericht.

Hätte ich dieses Wochenende nicht Hundesitting, wäre ich auch unterwegs im Schwarzwald.

Da war ich mal im letzten Jahrhundert.
Meine Eltern haben mich da mal abgesetzt während Sie nordisch unterwegs waren. Ein wirklich schöner Hang.

Ein geplanter Besuch vor zwei Jahren ist dann wegen kritischer Schneehöhe gescheitert und ich bin nach Waldau weiter.
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Re: Skilift Sägenhof (Schwarzwald) am 22.11.2025 | Vollkommen unbekannt - überraschend abwechslungsreich

Beitrag von Jay »

Wie toll so ein Bericht! Danke
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Re: Skilift Sägenhof (Schwarzwald) am 22.11.2025 | Vollkommen unbekannt - überraschend abwechslungsreich

Beitrag von vovo »

Das sieht total urig aus und für ein paar Stunden ist das genaus das Richtige! Das weckt Appetit fürs Einzelliftefahren, das seinen ganz besonderen Reiz hat. Leider sterben sie Jahr für Jahr mehr aus, aber noch gibt es sie. Dann hoffe ich mal auf einen guten Winter.
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Re: Skilift Sägenhof (Schwarzwald) am 22.11.2025 | Vollkommen unbekannt - überraschend abwechslungsreich

Beitrag von Oliverei »

Hier werden auch Olympia-Medaillenbesitzer gezüchtet.
Daniela Maier ist im lokalen Skiclub. Leider gab es in der Vergangenheit Pech beim WC ausrichten (schneemangel) so dass es schnell Richtung Feldberg ging mit dem Rennen.

Der Hang hat einen guten sportlichen Charakter und wer es ruhiger mag der fährt eben noch 500m weiter zur kalten Herberge.

Früher absolut schneesicher dank der Nordausrichtung und -Gefälle.
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