Ein deutscher Urlauber (34) ist von einem Sessellift im Norden Montenegros 70 Meter in die Tiefe gestürzt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Seine Ehefrau (30) wurde eingeklemmt. Mindestens drei Menschen mussten stundenlang auf dem angehaltenen Lift ausharren.
Aus bisher ungeklärten Gründen dürften zwei Doppelsessel des Lifts ineinander gerutscht sein
don pipone hat geschrieben: 21.12.2025 - 18:24
70 Meter aus dem Lift gestürzt? Was ist den das für ein Wahnsinnslift - vor allem als Zweiersessel?
Es gibt dort offenbar nur zwei fixgeklemmte Zweiersessel, nach Fotos zu urteilen ganz normale Anlagen. Keine scheint 70m Bodenabstand zu haben.
Ich nehme eher an, dass es nach dem Sturz aus dem Sessel im Gelände weiter nach unten ging und die Gesamtabsturzlänge gemeint ist.
Ich bin beide Sektionen des 2er-Sessels dort im Juni 2024 gefahren - und mich wohl mehr in Gefahr befunden, als gedacht. Die untere Sektion hat einen (weitgehend) sehr flachen Verlauf und einen geringen Bodenabstand. Die obere Sektion hingegen ist ausgesprochen steil und verläuft sowohl über mehrere Absätze, als auch durch eine Rinne. Das sind sicher keine 70 Meter Bodenabstand, aber 70 Höhenmeter Fallhöhe kommen in dem Gelände sehr schnell zusammen. Ich bin mir relativ sicher, dass der Unfall auf der oberen Sektion passiert sein muss.
Hier ein Bild aus der ersten Sektion. Sehr flacher Verlauf über Wiesen und Wälder. Dahinter sieht man, wie schroff das Gelände in der zweiten Sektion wird, wobei der dort zu sehende Gipfel nicht der Savin Kuk ist. Dieser befindet sich weiter rechts. Die zweite Sektion zweigt also nach rechts ab.:
Auf diesem Bild - aufgenommen an der Bergstation der zweiten Sektion - sieht man ganz links im Bild noch zwei Stützen der oberen Sektion. Direkt nach der Bergstation geht es durch die besagte Rinne brutal steil und mit durchaus beträchtlichem Bodenabstand gen Tal. Ich habe kein Bild aus einem Sessel der oberen Sektion - war mir zu gefährlich, weil man an dieses Handy nie wieder gekommen wäre.
Der Ausblick am Gipfel ist gewaltig... sollte wohl dennoch zukünftig zu Fuß erarbeitet werden:
Edit: Auf Google Maps gibt es sogar Street-View-Bilder der kompletten oberen und unteren Sektion. Hier hatte wohl jemand mehr Mut als ich. Die Steilheit kommt nur minder zur Geltung, aber man bekommt einen Eindruck von der Steilheit der Rinne und dem schroffen Gelände der oberen Sektion.
Bei dem tödlich verunglückten Skifahrer handelt es sich um den ehemaligen Fußballprofi Sebastian Hertner, der unter anderem bei 1860 München und Erzgebirge Aue gespielt hat.
R.I.P.