Ischgl 19.12.2025, nach > 25 Jahren wieder einmal

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powdertiger
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Ischgl 19.12.2025, nach > 25 Jahren wieder einmal

Beitrag von powdertiger »

19.12.2025 war mein zweiter Besuch in Ischgl, der erste liegt 25 - 30 Jahre zurück. Ich war also neugierig und etwas gespannt wie mir das Gebiet gefallen würde, und wie die Bedingungen im Vergleich zu Kappl und See sein würden, wo ich davor 4 Tage Ski gefahren war.

Einstieg war an der Pardatschgratbahn, Zugang über Prennertunnel. Großstädtisches Ambiente, erinnerte mich an U-Bahn-Stationen. Offensichtlich der Nachfrage angepasste Dimensionierung der Infrastruktur. Skipasskauf superschnell, Wartezeiten minimal. Die Abläufe passten.
Ich konnte mich gleich in eine Gondel quetschen und sofort hochfahren. Oben am Pardatschgrat moderne, große Gebäude mit architektonischem Akzent. Nicht 08 15 sondern Ischgl. Aber deshalb war ich nicht gekommen sondern zum Skifahren. Also los.

Start mit der 7 ins Velill, dort war ich beim Erstbesuch sicher nicht. Sehr schattig am Morgen, einige Leute unterwegs aber nicht einschränkend. Schnee soweit ok, die Piste eher von der reizarmen Sorte. Also mit dem Sessel F1 wieder hoch und zur schwarzen 4. Es waren durchaus einige Leute unterwegs, die alle mit Gefälle und Härte der Piste umgehen konnten. Mal ist die Piste flacher, mal steiler, eher von der schmalen Sorte, mit Richtungswechseln, hat Spaß gemacht. Also bin ich über die 4a, 7a und 1a und ohne andere Skifahrer bis zur Pardatschgratbahn-Talstation zurückgefahren, die Pisten waren recht hart aber noch griffig und sehr schattig. In Summe 1200 HM abwechslungsreiche Piste. Ein guter Start.
Nach dem Schatten sollte es in die Sonne gehen, also über Idalp und Viderjoch zur Alp Trida. Welch Kontrast zu vorher! Flache Pisten, viele Leute, aufpassen nach allen Richtungen nötig, quasi dichter Berufsverkehr auf den Pisten, mit minimalem Platz zum Skifahren auf der Alp Trida, noch schien die Sonne. Hoch mit der Visnitzbahn, als Abfahrt war nur die 66 offen. Ok, dann eben diese Piste runter. Leider einige Steine und recht glatt. Grivala geschlossen, Talabfahrt ebenso, also mit M2 Mullerbahn hoch und über die 67 zur Alp Trida zurück. Dort weiterhin sehr viel Betrieb, Konzentration erforderlich, es geht eng zu.
Nächstes Ziel Greitspitze über Viderjochbahn 1. Die Wolken gewinnen die Überhand, die Kontraste werden schlechter. Schade. Aus angekündigten möglichen Schichtwolken wurde eine dichte Wolkenschicht. Auf der Greitspitze erstmal Orientierung gewinnen. Schwarze 72 offen stand geschrieben, nur wo? Ich fahre Richtung 14 los und schaue nach rechts, da ist nichts, außer etwas das aussieht wie eine Grobpräparierung in der Landschaft. Dafür aber Steine auf der Piste. Also über die 72a und 64 zurück zur Greitspitzbahn, unten raus zieht es sich. Na ja.

Nächster Versuch von der Greitspitze, Ziel Höllboden. Schwarze 14c offen, also los. Sehr glatt die Piste, zusammen mit Kanten im 6. Tag erfordert das eine sehr aktive Fahrweise. Bisher mit Abstand die glatteste Piste der Woche, schon am Vormittag, und ohne Massenandrang, Steine liegen auch rum. Der Höllboden macht seinem Namen alle Ehre, es geht eng zu, von allen Seiten kommen Skifahrer und Boarder.

Also rauf auf den Palinkopf und zweimal links und einmal rechts von der Palinkopfbahn wieder zurück zu dieser Bahn. Piste gut, Platz genug, daher die Wiederholungen. Steine aber auch hier auf der unteren Querfahrt (32?) zur Bahn. Nächste Abfahrt vom Palinkopf über die schwarzen 33 und 34 zur Paznauner Thaya, oben an der Querung wieder Steine und Leute. Minesweeper für Skifahrer? Nach der Querung war die Abfahrt zwar hart und glatt aber doch noch griffig und so fuhr ich die Höllspitzbahn wieder hoch und rechter Hand nochmal runter, Piste 35. Auch ganz nett. Nächstes Ziel erneut Palinkopf, von der Höllspitzbahnbergstation über die 32 zur Palinkopfbahn. Wieder Steine auf der Piste. Vom Palinkopf sollte es zur Gampenbahn gehen, Piste 40. Sie schlängelt sich zunächst in Serpentinen den Palinkopf hinunter, Steine zuhauf, bis Handgröße, auch andere Skifahrer. Man braucht volle Konzentration um Steinen und anderen Wintersportlern möglichst auszuweichen. Ao ist also „Relax. If you can“ zu verstehen. Die 40 ist eigentlich eine schöne Piste, lang und abwechsungsreich, aber auch im weiteren Verlauf mit Steinen versetzt. Also anderer Weg zur Gampenbahn, via 33 und 38. Leider war die 38 gesperrt und so wurde die 34 nochmal befahren und es ergab eine weitere Fahrt mit Höllspitzbahn und Palinkopfbahn.

Nächstes Ziel Samnaun. Von der Bergstation der Palinkopfbahn über die steinige 40 zur 80. Am Anfang der 80 viele Steine und auch im restlichen Verlauf immer wieder mal, Ausweichen gelingt nicht immer. Dazu sehr hart bis eisig obwohl eher flach. Der Eindruck eines Qualitätsunterschieds bei Beschneiung und Präparierung im Vergleich zu Ischgl drängt sich auf. Immerhin erreiche ich Samnaun ohne allzu viel Schieben und Fahre mit der doppelstöckigen Pendelbahn auf den Alptrider Sattel. Ziemlich schneearm kommt mir Samnaun vor. Ich fahre zur Alp Trida, die jetzt viel leerer als am Morgen ist und wieder via N4 und O1 zur Greitspitze.

Da die 13 gesperrt ist nehme ich die 14 und dann die linke 12 zum Höllboden. Die Piste ist leer, der Zustand dürfte die Ursache gewesen sein: sehr glatt und hart, bäh. Der Tag neigt sich dem Ende zu, was geht noch, was fehlt? Die 14b ist noch offen! Also mit der Lange Wandbahn zur Greitspitze und dann zur 14b. Sehr hart und glatt, am Rand aber mit genügend abgeschabtem Schneegries. Mit Kurzschwungtechnik ging es dort erstaunlich gut.

Mit der C1 zur Idalpe und kurz vor 4 Uhr in die B8 Gratbahn auf den Pardatschgrat. Via Pisten 5, 1 und 1a geht es zurück zur Pardatschgrat-Talstation. Im Vergleich zu 12 oder 14b haben sich die Pisten recht gut gehalten, ich hatte Schlechteres befürchtet. Es war auch nicht übermäßig voll und die meisten Skifahrer kamen mit den Verhältnissen ganz gut zurecht.

Fazit:
- in Anbetracht der äußeren Umstände war sehr viel geöffnet und es gab ein Winterfeeling, da die Berge (gerade so) weiß waren
- außer einer Liftfahrt mit Fahne keine offensichtlich alkoholisierten Fahrer bemerkt, nach den Berichten hier eine positive Überraschung
- nicht unüblich viele überforderte Skifahrer getroffen, die Pisten wurden nach Können treffend ausgewählt
- viele Steine auf den Pisten
- Pisten hart und schnell glatt, deutlich härter als Kappl und See, ob das nur an der höheren Frequentierung liegt?
- viele Pisten und Lifte auf engem Raum, kein Gefühl der Weitläufigkeit
- vergleichsweise wenige lange Abfahrten
- Samnaun fällt gegenüber Ischgl in allen Bereichen ab
- der zentrale Bereich Alp Trida - Idalp ist schon in der Vorsaison sehr voll, mit flachen Pisten
- für mich spielen die großen französischen Stationen in einer anderen Liga in Bezug auf Pisten- und Variantenangebot, räumlicher Ausdehnung, Panorama. Ischgl setzt mit moderneren komfortableren Liften und Stationsgebäuden dagegen.

Am 20.12. bin ich wieder in Kappl gefahren und habe Schnee und Platz genossen. Zum Glück fahren die meisten nach Ischgl und sind zufrieden.

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Re: Ischgl 19.12.2025, nach > 25 Jahren wieder einmal

Beitrag von Pistenfahrer »

Das die Piste 72 geschlossen ist musste ich am Sonntag auch feststellen. Eigentlich mag ich die Piste sehr gern aber es fehlt wahrscheinlich noch Schnee.
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