Quelle: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?Lindsey Vonn steckte nach ihrem schweren Sturz in der olympischen Abfahrt in Cortina d’Ampezzo am 8. Februar noch in ihren Skiern fest – und genau dieses Bild sorgt nun für zusätzlichen Druck bei einem alten Schwachpunkt im Sport: der Bindung. Laut Beteiligten ist es unmöglich mit Sicherheit zu sagen, ob Vonn weniger schwer verletzt gewesen wäre, wenn sich ihre Skier gelöst hätten. Doch ihr komplizierter Schienbeinbruch, der bereits mehrere Operationen erforderte, legt erneut den Finger in die Wunde: Bindungssysteme sind technisch gesehen immer noch recht „klassisch“.
Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
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Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Re: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
Naja was soll man sagen...Bei diesem Extremsport muss immer mit schweren Verletzungen gerechnet werden. Wird sich prinzipbedingt kaum vermeiden lassen. Verliert man einen Ski wegen Falschauslösung bricht man sich die Knochen, löst er sich beim einem Sturz nicht bricht man sich auch die Knochen.
Genieße den Winter solange es ihn noch gibt
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Jan Tenner
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Re: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
Da gab es meines Wissens nach schon vielversprechende Ansätze. Allerdings ist das wohl so ziemlich an Bode Miller gescheitert. Also nicht an ihm als Person sondern als Beispiel, dass solche Daten wie oben angesprochen gar nicht so einfach zu erheben sind. Ich weiß nicht mehr, wer es war von der FIS hatte mal von einem Projekt berichtet, nachdem Parameter festgelegt wurden, anhand derer eine smarte Bindung "erkennen" sollte, ob ein Sturzszenario vorliegt, also Körperlage, Schneekontakt, "Ski höher als Kopf" usw. Aber egal, wie man die Parameter auch festgelegt hat, man hätte bei Videoanalysen von Bode Millers Fahrten mindestens 20 solcher vermeintlicher "Stürze" gehabt - bei denen Miller aber einfach weiter gefahren ist und teils sogar gewonnen hat.„Smart Bindings“: Bindungen, die nicht nur auf mechanische Kraft reagieren, sondern auch auf Daten (Rotationen, Körperhaltung, Kontrollverlust).
Generell müsste man sich im Klaren darüber sein, dass man damit sowieso nur einen Teil der schweren Verletzungen verhindern könnte. Das Material und die Abstimmung sind mittlerweile so extrem, dass in vielen Fällen schon der erste Impuls verheerend ist, also z.B. sofort der Verschneider direkt für den Kreuzbandriss sorgt (so wie bei Marco Schwarz letztes Jahr?). Sowas dürfte aber unmöglich von einem smarten System zu antizipieren sein.
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chatmonster
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Re: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
Es hat sich doch auch vor einigen Jahren mal einer mitten in der Fahrt, ohne Sturz, den Knöchel gebrochen, oder?
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Re: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
Das Skifahren mit Risiko verbunden ist, ist unstrittig. Aber das Beispiel Formel 1 zeigt auch, wenn man etwas verändern kann, dann sollte man es umsetzen. Die schweren Unfälle bei Topathleten ist dauerhaft kein Werbemittel.
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Re: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
Max Franz hat sich 2019 einen Fersenbeinbruch in Kitzbühel geholt. Das ganze ohne Sturz.chatmonster hat geschrieben: 26.02.2026 - 16:28 Es hat sich doch auch vor einigen Jahren mal einer mitten in der Fahrt, ohne Sturz, den Knöchel gebrochen, oder?
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Re: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
Vorab sollte erst einmal geklärt werden, auf welchen Wert die Bindung eingestellt war. Bei diesem Sturz hätten beide Ski beim ersten Bodenkontakt wegfliegen müssen. Die Norm endet irgendwo bei Z10. Damit können Profis natürlich nichts anfangen. Aber möglicherweise war bei Lindsey die Bindung zu stark zugeknallt.
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Re: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
„Smart Bindings“: Bindungen, die nicht nur auf mechanische Belastungen reagieren, sondern zusätzlich datenbasiert (z. B. Rotationen, Körperhaltung, Kontrollverlust) auslösen.
Ich bin zudem der Meinung, dass es an der Zeit ist, smarte Bindungen nicht nur prototypisch zu entwickeln, sondern parallel einen Normungs- und Zertifizierungsprozess (inkl. Konformitätsbewertung) anzustoßen. Nur so kann es gelingen, diese neuen Sicherheitsmerkmale einem breiten Kreis von Wintersportlerinnen und Wintersportlern zugänglich zu machen. Denn erst durch gesetzlich verankerte Mindestanforderungen an die Sicherheit lassen sich Unfallzahlen signifikant senken. Erst kürzlich veröffentlichte das Kuratorium für Verkehrssicherheit erschreckend hohe Unfallzahlen im Skisport für 2025.
Als Vorbild könnten die im Straßenverkehr erfolgreich eingeführten Fahrerassistenzsysteme dienen, die heute bei Neuwagen von Kundinnen und Kunden selbstverständlich nachgefragt werden. Auch im Skisport könnte der Gesetzgeber smarte Bindungen vorschreiben und so deren Marktdurchdringung fördern. Prüf- und Zertifizierungsstellen befinden sich bereits in Verhandlungen mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, um im kommenden EU-Ministerrat in Zypern auf eine entsprechende EU-Richtlinie hinzuarbeiten.
Der Leitgedanke für das Vorantreiben technologischer Entwicklungen smarter Bindungssysteme im Skisport könnte analog zum Straßenverkehr formuliert werden: Die Kommission arbeitet aktiv auf „Null Verkehrstote“ im Jahr 2030 hin. Damit haben sich für die Automobilindustrie neue Entwicklungsspielräume eröffnet, die zu einer breiten Nachfrage nach sicherheitssteigernden Assistenzsystemen bis hinein in die Kleinwagenklasse geführt haben.
„Im Skibindungswesen bahnt sich eine ähnliche Erfolgsgeschichte an wie in der Automobilwirtschaft“, bestätigt auch Andreas Winkelhuber vom Fachverband des Deutschen Versicherungswesens. Dem stimmt auch Norbert Kowschowsky von Bosch Integrated Systems zu: „… denn auch wir treten für die Sicherheit der Skifahrerinnen und Skifahrer ein, wie unsere Neuentwicklung ‚Secubind‘ zeigt.“ Secubind entstand im Rahmen des Horizon-Projekts „New Ski“ und wurde durch EU-Fördermittel unterstützt.
Herr Schwab vom ADAC mahnt hingegen, dass Kundinnen und Kunden aufgrund der Systemkomplexität ausgereifter Sicherheitssysteme neue Prüfangebote nachfragen werden: „Wir arbeiten an neuen Prüfmethoden; diese müssen dann jede Skisaison erfolgreich durchlaufen werden. Wenn wir das schaffen, wird dies bereits zum Wohle der Skisportlerinnen und Skisportler Eingang in die kommende EU-Richtlinie finden.“
„In einer Übergangsphase müssten wir auch über erhöhte Versicherungsbeiträge nachdenken“, so Michael Dorfhuber vom Versicherungsverband, „als Einführungsanreiz; denn erst wenn das System flächendeckend bei allen Skifahrerinnen und Skifahrern eingeführt ist, kann es seine volle sicherheitliche Wirksamkeit entfalten.“
dpa
Ich bin zudem der Meinung, dass es an der Zeit ist, smarte Bindungen nicht nur prototypisch zu entwickeln, sondern parallel einen Normungs- und Zertifizierungsprozess (inkl. Konformitätsbewertung) anzustoßen. Nur so kann es gelingen, diese neuen Sicherheitsmerkmale einem breiten Kreis von Wintersportlerinnen und Wintersportlern zugänglich zu machen. Denn erst durch gesetzlich verankerte Mindestanforderungen an die Sicherheit lassen sich Unfallzahlen signifikant senken. Erst kürzlich veröffentlichte das Kuratorium für Verkehrssicherheit erschreckend hohe Unfallzahlen im Skisport für 2025.
Als Vorbild könnten die im Straßenverkehr erfolgreich eingeführten Fahrerassistenzsysteme dienen, die heute bei Neuwagen von Kundinnen und Kunden selbstverständlich nachgefragt werden. Auch im Skisport könnte der Gesetzgeber smarte Bindungen vorschreiben und so deren Marktdurchdringung fördern. Prüf- und Zertifizierungsstellen befinden sich bereits in Verhandlungen mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, um im kommenden EU-Ministerrat in Zypern auf eine entsprechende EU-Richtlinie hinzuarbeiten.
Der Leitgedanke für das Vorantreiben technologischer Entwicklungen smarter Bindungssysteme im Skisport könnte analog zum Straßenverkehr formuliert werden: Die Kommission arbeitet aktiv auf „Null Verkehrstote“ im Jahr 2030 hin. Damit haben sich für die Automobilindustrie neue Entwicklungsspielräume eröffnet, die zu einer breiten Nachfrage nach sicherheitssteigernden Assistenzsystemen bis hinein in die Kleinwagenklasse geführt haben.
„Im Skibindungswesen bahnt sich eine ähnliche Erfolgsgeschichte an wie in der Automobilwirtschaft“, bestätigt auch Andreas Winkelhuber vom Fachverband des Deutschen Versicherungswesens. Dem stimmt auch Norbert Kowschowsky von Bosch Integrated Systems zu: „… denn auch wir treten für die Sicherheit der Skifahrerinnen und Skifahrer ein, wie unsere Neuentwicklung ‚Secubind‘ zeigt.“ Secubind entstand im Rahmen des Horizon-Projekts „New Ski“ und wurde durch EU-Fördermittel unterstützt.
Herr Schwab vom ADAC mahnt hingegen, dass Kundinnen und Kunden aufgrund der Systemkomplexität ausgereifter Sicherheitssysteme neue Prüfangebote nachfragen werden: „Wir arbeiten an neuen Prüfmethoden; diese müssen dann jede Skisaison erfolgreich durchlaufen werden. Wenn wir das schaffen, wird dies bereits zum Wohle der Skisportlerinnen und Skisportler Eingang in die kommende EU-Richtlinie finden.“
„In einer Übergangsphase müssten wir auch über erhöhte Versicherungsbeiträge nachdenken“, so Michael Dorfhuber vom Versicherungsverband, „als Einführungsanreiz; denn erst wenn das System flächendeckend bei allen Skifahrerinnen und Skifahrern eingeführt ist, kann es seine volle sicherheitliche Wirksamkeit entfalten.“
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>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
... und in vielen Fällen durch Fehlleistungen glänzen oder einfach nur nerven und deshalb für viele Leute die Abschaltmöglichkeit das wichtigste Feature ist (man lese mal nur regelmäßig Testberichte z.B. in der FAZ)Kris hat geschrieben: 27.02.2026 - 18:51...Als Vorbild könnten die im Straßenverkehr erfolgreich eingeführten Fahrerassistenzsysteme dienen, die heute bei Neuwagen von Kundinnen und Kunden selbstverständlich nachgefragt werden....
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Re: Sturz von Lindsey Vonn eröffnet Debatte: Ist es Zeit für die „smarte“ Skibindung?
Wieso endet die Norm bei Z10? Meine Bindungen (Marker Jester) gehen alle bis Z16. Und ich stell sie auf 13 oder 14. Im Shop machen sie es immer auf 10 oder 11.NeusserGletscher hat geschrieben: 27.02.2026 - 08:13 Vorab sollte erst einmal geklärt werden, auf welchen Wert die Bindung eingestellt war. Bei diesem Sturz hätten beide Ski beim ersten Bodenkontakt wegfliegen müssen. Die Norm endet irgendwo bei Z10. Damit können Profis natürlich nichts anfangen. Aber möglicherweise war bei Lindsey die Bindung zu stark zugeknallt.