Tiroler tageszeitung vermeldet:
Tiroler Skigebiete nicht familienfreundlich
Für Tiroler Familien ist Skifahren ein teures Vergnügen. Bis 114 € können die Tickets kosten.
Gerhild Niedoba
Für einen Skitag auf einer Tiroler Piste muss eine durchschnittliche Familie ordentlich in die Tasche greifen. Die NEUE verglich stichprobenartig die Preise für eine Familie mit zwei Kindern in acht großen Tiroler Skigebieten.
Die Preisspanne ist gewaltig. Von den Groß-Skigebieten kommt bei dem Vergleich ein Skitag in Ischgl mit 114 Euro am teuersten. Der Tarif gilt nur für Einheimische, eine Gast-Familie muss gar 123 € hinblättern.
Darin noch nicht eingerechnet ist die Hin- und Rückfahrt sowie ein Imbiss auf der Hütte oder ein Aprés-Ski-Einkehrschwung. Es wird zwar eine Familienpauschale angeboten, doch greift diese in unserem Beispiel nicht. Denn hier fährt erst das dritte Kind (unter 16 Jahren) gratis. Den verbilligten sechs-Tages-Pass (552 € für alle Vier, pro Kind und Tag 17,25 €)) können nur Gäste beanspruchen. Einheimische müssen dafür täglich eine Karte lösen. Der Preis lässt sich nur schwer mit langen Pisten rechtfertigen. Denn mit seinen 200 Pistenkilometern liegt das Ischgler Skigebiet der Silvretta Bergbahnen AG im Vergleich nur im Mittelfeld.
Am billigsten fährt die Familie im Skiverbund Fiss-Serfaus-Ladis, denn hier zahlt schon das zweite Kind nichts. Ein Skitag kostet der einheimischen Familie in der Hauptsaison 64,50 €, sechs Tage kosten 301 €.
Auch die Stubaier Gletscherbahnen kommen den Familien entgegen. Ihr Angebot: Kinder unter zehn Jahre zahlen nichts. In unserem Beispiel würde der Familie - je nach Alter der Kinder - ein Skitag entweder 86,30 oder 103,60 € kosten. Eine Ermäßigung für Einheimische gibt es nicht, sagt Marketing-Leiterin Caroline Suitner.
Keinen Familientarif bieten die Gebiete Wilder Kaiser-Brixental (Unterland), der Verbund der Arlberger Bergbahnen (u.a. St. Christoph/St. Anton, Stuben und Zürs) der Skiverbund Ski- und Gletscherwelt Zillertal 3000 und die Bergbahn AG Kitzbühel, die die Skigebiete Passthurn mit Kirchberg vereint. Die Ötztaler Gletscherbahnen in Sölden begründen ihre Absage an den Familientarif mit der angestiegenen Zahl von so genannten Patchwork-Familien, wie es ein Angestellter formuliert.
2004-12-10 07:07:33