Skilift Bärüti, Gommiswald, CH

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sänger
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Skilift Bärüti, Gommiswald, CH

Beitrag von sänger »

Jetzt fehlt nur noch der Schnee
Nach der gestrigen Kontrolle steht fest, dass der Bärüti-Lift auf dem Rämel wieder betriebsbereit ist
Die Sanierungsarbeiten am Skilift wurden von den Seilbahnexperten eingehend überprüft. Ramona Kriese
Die Sanierungsarbeiten am Skilift wurden von den Seilbahnexperten eingehend überprüft. Ramona Kriese
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Skilift Bärüti auf dem Rämel wurde gestern dessen Funktionsfähigkeit geprüft. Nach gut zwei Stunden Kontrolle stand fest, dass nur noch einige kleine Mängel behoben werden müssen.

Der Skilift Bärüti sei nach den aktuellsten Vorschriften saniert worden und somit - was die Sicherheitsvorkehrungen betreffe - auf dem neuesten Stand, hiess es gestern während der Überprüfung der Anlage. Vor Ort waren Experten des Interkantonalen Konkordats für Seilbahnen und Skilifte (IKSS). Ihr Urteil über den in den letzten Wochen sanierten Skilift fiel grösstenteils positiv aus.
Das Zugseil, sozusagen das «Herz des Skiliftes», ist in den letzten Wochen durch ein neues ersetzt worden. Zudem wurde eine neue Sicherheitsvorkehrung getroffen. Mit einem Schaltungssystem wird der Lift sofort gestoppt, falls ein Skifahrer nicht richtig abbügelt. «Diese mechanisch-elektrische Sicherung tritt vor allem dann in Kraft, wenn der Skilift für einen Moment nicht durch eine Aufsichtsperson überwacht wird», erklärte der Seilbahnexperte Peter Steinmann vom IKSS. Sie sei insofern auch notwendig, da der Lift einen kurzen Abbügelplatz aufweise.
Wegen Sicherheitsmängeln war den Besitzern der Rämel-Skilifte im vergangenen Februar die Betriebsbewilligung entzogen worden. Walter Truninger, Verwaltungsrat des Familienunternehmens Rämel Sessel- und Skilift AG, sowie Geschäftsführer Andreas Härz setzten in den vergangenen Monaten allerdings alle Hebel in Bewegung, damit der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.

Ernstfall nachgestellt

Unter ständigem Kontakt mit der Talstation wurde der Bügellift gestern in Betrieb gesetzt. Als Erstes prüften die Experten die neue Sicherung am Ende des Liftes. Dazu schlugen sie mit einem Stock an das Sicherungssystem, wie es im Ernstfall auch durch einen ausschwenkenden Bügel geschehen könnte. Die Schaltung der Sicherung erfolgte reibungslos und hatte den erwünschten Stopp des Liftes zur Folge. Anschliessend wurde kontrolliert, ob der Lift auch anhalten würde, wenn sich ein Skifahrer mit dem Bügel verhakt und am Boden nachgeschleift wird. Hier kamen die Kontrolleure zum Schluss, dass noch eine zusätzliche Überfahrsicherung installiert werden muss. «Dies muss aber nicht mehr kontrolliert werden», erklärten die Experten. «Wenn wir einen solchen Auftrag geben, gehen wir davon aus, dass er auch sachgemäss ausgeführt wird», hiess es.
«Die meisten Unfälle geschehen nicht durch eine Fehlfunktion des Liftes, sondern durch unvorsichtiges Verhalten der Skifahrer», erklärte Peter Steinmann. Obwohl auf einer Warntafel das Slalomfahren auf dem Lift ausdrücklich verboten wird, gäbe es immer wieder Personen, die diese Regel missachten und damit sich und andere gefährden würden.
Bei der weiteren Besichtigung des Liftes fielen an den Masten befestigte Polster auf, welche bei einem Zusammenprall gefährliche Verletzungen vermeiden sollen. «Es ist nicht Vorschrift, an jedem Masten einen solchen Schutz anzubringen», erklärte Stefan Halbheer, eidgenössisch diplomierter Seilbahnfachmann. Dies könne der Besitzer entscheiden.

Steigung stärker als erlaubt

Jedoch sei die Gefahr schwierig abzuschätzen und hänge unter anderem von den Pistenverhältnissen ab. Steinmann erfasste während der Kontrolle mittels eines Messgerätes die Steigung am Steilhang des Liftes. Statt den erlaubten 60 Prozent wies die Stelle einen Wert zwischen 74 und 80 Prozent auf. «Auch in einem solchen Fall liegt die Verantwortung beim Besitzer», sagte er. In dieser Situation müsste er beispielsweise die betreffende Liftstrecke mit Salz bestreuen, um die Rutschgefahr zu verkleinern. Bei kritischen Wetterverhältnissen sollte ausserdem nur jeder dritte Bügel besetzt werden. Nebst der fehlenden Überfahrsicherung konnten die Experten kleinere Mängel wie einen nicht korrekt zugedeckten Schacht oder Markierungspfosten aus Eisen ausfindig machen. «Diese sollten wegen der Verletzungsgefahr aus Holz sein», sagte Halbheer.
Im Grossen und Ganzen seien die Sanierungsarbeiten jedoch korrekt ausgeführt worden. Auch der anwesende Walter Peyer vom kantonalen Amt für Raumentwicklung gab seine Zustimmung. «Sollte am Wochenende Schnee fallen», meinte er schmunzelnd, «so besteht für Schneesportbegeisterte bereits die Möglichkeit, ihrem Hobby auf dem Rämel nachzugehen.»
Quelle: Linth Zeitung Autor: Ramona Kriese
Linth Zeitung
Ort: 8737 Gommiswald
Datum: 14.12.2004
Rubrik: Diverses

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