Heimatschutz will Seilbahnen retten
Bern - Der Schweizer Heimatschutz will sich für den Erhalt historischer Seilbahnen engagieren. Dies ist ein eigentlicher Kurswechsel, denn in früheren Jahren hatte die Stiftung den Bau einzelner dieser Seilbahnen bekämpft.
bsk / Quelle: sda / Freitag, 23. Dezember 2005 / 16:32 h
«Heute sind die Bahnen gebaut und die Standpunkte haben sich geändert», sagte Philipp Maurer, Generalsekretär des Schweizer Heimatschutzes, zu einem in der Walliser Tageszeitung «Le Nouvelliste» erschienenen Artikel. Die Situation sei vergleichbar mit jener beim Bau der grossen Hotels anfangs des 20. Jahrhunderts. Damals habe sich der Heimatschutz gegen deren Erstellung gewehrt und heute seien einige dieser Hotels als ausserordentliche Bauwerke anerkannt.
Alte werden durch neue ersetzt
Der Heimatschutz macht geltend, dass regelmässig ältere Seilbahnen durch neue ersetzt würden. Auch stünden immer wieder Schliessungen und Stilllegungen zur Diskussion, weil Konzessionen ausliefen oder die Bahnen zu wenig ausgelastet seien. Dadurch drohten bedeutende historische Seilbahnen verloren zu gehen. Die Fahrt mit einem nostalgischen Sessellift sei aber ein ähnlich emotionales Erlebnis wie die Reise in einer alten Dampflok oder ein Flug mit einer Ju 52.
Die Bahnen müssten im Originalzustand bewahrt werden. /
Deshalb fordert der Heimatschutz für dieses «wertvolle Kulturgut» die gleiche Sensibilität wie für Raddampfer, historische Zugkompositionen oder Flugzeuge.
Drei Massnahmen
Dieses Ziel will der Heimatschutz mit drei Massnahmen erreichen. Zum einen soll ein gesamtschweizerisches Inventar der historischen Seilbahnen erstellt werden. Weiter fordert er, dass einzelne herausragende Seilbahnen möglichst rasch zu benennen seien. Diese müssten im Originalzustand bewahrt werden. Schliesslich sollen für die Betriebsbewilligungen von historischen Seilbahnen Sonderregelungen mit speziellen Erleichterungen vereinbart werden. In der Regel gelten Betriebsbewilligungen für Seilbahnen während 20 Jahren. Sie können verlängert werden, wenn die Seilbahn nach aktuellem Stand der Technik betriebssicher ist.