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Denkmalschutzwürdige Schweizer Bergbahnen

Ich glaube, das Argument, die Unterhaltungskosten seien zu hoch, kann man getrost widerlegen.
Als Beispiel der Müller-Skilift Herti auf der Stockhütte, ob Emmetten.
Laut Aussagen des Personals (!) ist das der zuverlässigste Lift im ganzen Skigebiet. Er lauft zuverlässig bereits seit Jahrzehnten. Erneuerungen sind kaum notwendig, da dies noch als echte Handarbeit gebaut wurde.
Die heutigen Lifte haben eine viel kürzere Lebensdauer, und da es gibt immer wieder auch Probleme, oft wegen der zu modernen Elektronik.
 
Ich glaub ein SL ist ein schlechtes Beispiel, da wie du selber sagst an einem SL nicht viel Technik ist und Elektronik bei den alten! Nur denk mal an Sesselbahnen oder EUb´s?! DA hast du die ganze Elektronik auch und da sind die Unterhaltungskosten dann schon deutlich höher!
 
Ich weiß nicht was ihr alle mit den Feuerwachen habt. In Reutlingen hat man der Feuerwehr nen großzügigen Neubau mit allen Rafinessen spendiert - allerdings an anderer Stelle. Das alte Feuerwehrhaus wird jetzt nur noch in kleinerem Umfang genutzt, wofür es vollkommen ausreicht.
Fragt mich jetzt bitte nicht ob das Ding denkmalgeschützt war, aber warum soll das woanders nicht genauso funktionieren? Sagt ja keiner daß man wegen dem Denkmalschutz generell keine neue Feuerwache bauen darf, nur halt nicht unbedingt die alte dafür abreissen.

Genauso ist es bei den Bergbahnen. Es sagt ja kein Mensch (also ich jedenfalls nicht) daß man generell keine neuen, modernen Seilbahnen bauen darf. Es soll nur die eine oder andere Bahn erhalten bleiben, weil sie auf irgend eine Weise einzigartig ist. Beispiel Gumenbahn: Sämtliche Ersatzplanungen laufen auf einer anderen Trasse. Da stört es doch überhaupt nicht wenn die alte Bahn stehen bleibt, zumal sie eine der letzten ihrer Art ist.

Wenn ich die Beiträge hier so lese, habe ich mal wieder den Eindruck daß viele nur simpel schwarz/weiß denken. Die radikalen Denkmalschützer vs. die radikalen Modernisierer, immer schön pauschalisiert. Es gibt aber auch ein paar Grautöne dazwischen, von Farbe will ich gar nicht reden ;-)
 
Die Talstation vom Schl. Stöfeli auf Itlios wär so n Beispiel , was ich nie abreißén würde-- oder die- zwar in Österreich, Stationen vom alten Steinbergkogel, das wär echt jammerschade.
Ansonsten stimm ich voll zu, die alten Stationen von Zahnrad und Standseilbahnen sind in der Schweiz mit die liebevollsten Gebäude - bestes Beispiel, Pilatusbahn, Brienzer Rothorn, SSB auf das Stanser Horn sowas muß umbedingt erhalten bleiben.

iss zwar auch in Austria, aber die Hahnenkamm Stationen in Kitz, sind noch Original erhalten-- trotz neuester Technik; sowas iss echt vorbildlich;

und was Städte betrifft, da gibts in Bayern noch welche mit teils für LKW zu niedrigen Einfahrtstoren-- das stimmt schon, das sieht sehr schön aus, aber für die Speditionen iss das n Riesen Aufwand-- mein Kollege mußte n speziellen LKW kaufen, der unter 3.5 m hoch iss- da er sonst net die Tour fahrn kann ; sowas iss natürlich Schwachsinn, weil er andrerseits wieder net Sachen reinbringt, die über 2 m hoch sind...
 
@k2k das mit der Feuerwache bei uns war nur nen Beispiel für total schwachsinnigen Denkmalschutz, das heisst ja nicht, dass alle Städte so borniert sind und das so dermassen übertreiben.
Zur Info nebenbei, da ich glaube du hast das falsch verstanden. Für einen Neubau ist aneblichh kein Geld da aber für Extraanfertigungen der Fahrzeuge, damit sie in das sowieso unpraktische Gebäude passen ist Geld da!? AUsserdem sind die Fahrzeuge damit auch teilweise nicht so gut nutzbar wie die Normalversionen.

Aber es geht hier ned um die Feuerwachen sondern das diente nur als Beispiel wie bekloppt Denkmalschutz oft praktiziert wird.
 
Denkmalschutz für gebäude finde ich eigentlich gut. Wie hier schon genannt wurde, sind "alte" Gebäude oft gut für dem Tourismus. Für Seilbahnen gilt halt: wenn die kapazität nicht reicht, abreissen und neubauen. Oder wenn die genehmigung abgelaufen ist, muss da halt auch eine neue Bahn gebaut worden. Und dann nicht so ein scheiss wie, die Bahn darf man nicht abreissen, das ist alte Habegger technik aus 19xx, die steht unter Denkmalschutz. Und dann steht da so ein Seilbahn komplet nutzlos.
 
Für Seilbahnen gilt halt: wenn die kapazität nicht reicht, abreissen und neubauen.

Nur blöd, dass es auch alte Bahnen gibt, wo nicht die Kapazität sondern die gesetzlichen Vorschriften den Grund für das Aus sind.

( Ich spreche nicht von den Anlagen, die in einem lausigen Zustand sind, weil sie schlecht gewartet worden sind. Es gibt auch Anlagen, da haben die Verantwortlichen viel Geld, Zeit und Liebe investiert um ihre Bahn zu pflegen. Aber wegen irgend einem blöden Paragraph, der die Sicherheit der Seilbahnen um 0.0000001 % erhöht darf die Bahn nicht mehr fahren. )
 
Oscar schrieb:
Aber es geht hier ned um die Feuerwachen sondern das diente nur als Beispiel wie bekloppt Denkmalschutz oft praktiziert wird.

Schon verstanden. Aber ich habe das Gefühl, daß hier von einigen Beispielen schwachsinnigen Denkmalschutzes an Gebäuden verallgemeinert werden soll, insbesondere als Gegenargument gegen "Lift-Denkmalschutz". Und das verstehe ich nicht, denn es gibt durchaus Möglichkeiten, Modernisierung und Erhaltung der Technik unter einen Hut zu bringen (das meinte ich oben mit den Grautönen). Zumal in vielen Fällen nur ein paar komische Gesetze einen Neubau verlangen, an Stellen wo bisher noch kein Mensch nach mehr Förderleistung oder Komfort geschrien hat.
In allen ernstzunehmenden Skigebieten ist die erhaltenswerte Technik aus den 30ern bis 60ern längst ersetzt, oft sogar schon zum zweiten oder dritten Mal.Insofern ist es doch völlig sinnlos, einen "Denkmalschutz für Lifte" als "Modernisierungsverhinderungseinrichtung" zu sehen. Die paar wirklich alten Lifte die sich gehalten haben sind meistens an Orten, wo die Kapazität nur eine untergeordnete Rolle spielt und die vielfach für den Wintertourismus eher unbedeutend sind. Wer braucht z.B. am Oeschinensee in Kandersteg eine 8EUB? Und wer braucht das Ding mit den bunten Kabinen am Sattel/Hochstuckli? Die Gumenbahn in Braunwald soll sowieso auf einer anderen Trasse neu gebaut werden, wen stört es da wenn die alte Bahn geschützt wird und noch ein wenig unter Sonderbedingungen laufen darf?
 
Das is ja genau das was ich meine, wenn das vorhandene, alte bzw historische, den vorliegenden Anforderungen entspricht ists doch völlig ok wenns stehen bleibt. Kein Problem solange es rentabel (vor allem Wartungsaufwand, Wirkungsgrad) ist ,Kapazitätsmässig passt und dem Einsatzzweck gewachsen ist (inkl Sicherheit).
Nur wenn das nicht mehr erfüllt ist dann muss was anderes her!
Daher halte ich nichts von so Schutzmassnahmen wie denkmalschutz, denn das ist wieder eine starre Regel.
Es sollte mehr über den Verstand gereglet werden was sinnvoll ersetzt wird und was nur verändert wird oder gar in der Ursprungsform bleibt.

Vielleicht ists so klarer
 
Oscar schrieb:
Es sollte mehr über den Verstand gereglet werden was sinnvoll ersetzt wird und was nur verändert wird oder gar in der Ursprungsform bleibt.

Absolute Zustimmung. Das Seilbahngesetz - egal welches nun genau - das den Ersatz vorschriebt ist auch eine solche starre Regel. Also entweder flexibilisieren, oder, da das eh nicht passieren wird, eine andere starre Regel (Denkmalschutz) dagegen setzen? ;-)
 
Ich bin der Meinung, dass ein solcher Denkmalschutz bei Bergbahnen, in einem gewissen Maße, die Souveränität der Betreiber einschränkt. Da bin ich ganz bei Oscar. Man muss abwägen zwischen Sinn und Nutzen.
Ein Betreiber dem es eh schlecht geht, weil er über Jahre in keine neue Bahn investieren konnte, würde sich sicherlich freuen wenn er eines Tages das Geld zusammenbekommt o. eine solch große Last eines Seilbahnneubaus auf sich nimmt, ihm dann aber der Denkmalschutz einen Strich durch die Rechnung macht und ihn damit vollends zurückwirft. Solch ein Denkmalschutz richtet sich im Endeffekt gegen den Betreiber, da ihm ein Stück seiner betrieblichen Freiheit genommen wird. Ich wäre nicht unbedingt glücklich über solch eine Denkmalschutzauflage. :? Ich finde, man sollte solche Sachen mit dem Betreiber der Bahn persönlich regeln und ihm nicht ein solch starres (Wie Oscar es ausgedrückt hat) Gesetz aufdrücken. Erstmal sollte man versuchen zu kooperieren oder eine Lösung zu finden, mit der sich beide Parteien einverstanden erklären.
 
Wir sind wieder einmal im Spannungsraum zwischen Kultur und Kapitalismus. Würde man der Argumentation folgen, dass die unternehmerische Freiheit über alles steht, dann stände wohl schon bald nichts historisches mehr herum.
 
Das würde passieren wenn man dem Denkmalschutz überhaupt keine Berechtigung mehr zusprechen würde. Aber so ein erzwungener Denkmalschutz (Ich sage ja nicht, dass man sich nicht privat mit dem Verein einigen kann, so dass es noch finanziell zu bewältigen ist) ist doch auch eine Art Ungleichbehandlung. Also in Deutschland sorgt alles was nur nach ungleicher Behandlung riecht, schon zu nem riesen Aufschrei.
 
Man müsste halt überlegen, ob es möglich ist, eine Paralellanlage zu bauen statt die alte Abzureissen.
 
Gemäss Schweiz aktuell will sich der Heimatschutz für den Erhalt der Weissenstein-KSB einsetzen.
 
Eine Parallelanlage im Falle Weissenstein wäre realistisch. Denn sehr wahrscheinlich wird aus finanziellen Gründen auf den Einbau einer Mittelstation verzichtet, ergo wäre die Linienführung direkt.
Dazu müsste man aber eine neue Schneise in den Wald schlagen und normalerweise muss man dann als Kompensation die alte wieder aufforsten. Heimatschutz vs. Naturschutz 8) .
Meiner Ansicht nach würde es aber auch genügen, nur die zweite Sektion der VR101 zu erhalten, damit hätte man das Problem umschifft. Da sie ohnehin nur Museumsbahn ist, erfüllt sie so ihren Zweck auch.
 
TPD schrieb:
Nur blöd, dass es auch alte Bahnen gibt, wo nicht die Kapazität sondern die gesetzlichen Vorschriften den Grund für das Aus sind.

( Ich spreche nicht von den Anlagen, die in einem lausigen Zustand sind, weil sie schlecht gewartet worden sind. Es gibt auch Anlagen, da haben die Verantwortlichen viel Geld, Zeit und Liebe investiert um ihre Bahn zu pflegen. Aber wegen irgend einem blöden Paragraph, der die Sicherheit der Seilbahnen um 0.0000001 % erhöht darf die Bahn nicht mehr fahren. )
Es gibt bei historisch wertvollen Seilbahnanlagen in D genug Ausnahmeregelungen.
Was die Sicherheit betrifft - daran kann man natürlich nicht sparen. Es gibt aber genug ältere Seilbahnanlagen, die auf den neuesten Sicherheitsstandard gebracht wurden, ohne das historische Ambiente zu zerstören - da braucht man nichts abreissen (in D z.B. Stuttgart, 2. Sektion Heidelberg, SSB und BSB DD).
Ok, all das kostet viel Geld und all diese Anlagen hängen an großen ÖPNV-Unternehmen dran. Die Frage ist, ob sich ein privater Betreiber das auch leisten kann.
Pendolino
 
KnM schrieb:
Eine Parallelanlage im Falle Weissenstein wäre realistisch. Denn sehr wahrscheinlich wird aus finanziellen Gründen auf den Einbau einer Mittelstation verzichtet, ergo wäre die Linienführung direkt.
Dazu müsste man aber eine neue Schneise in den Wald schlagen und normalerweise muss man dann als Kompensation die alte wieder aufforsten. Heimatschutz vs. Naturschutz 8) .
Meiner Ansicht nach würde es aber auch genügen, nur die zweite Sektion der VR101 zu erhalten, damit hätte man das Problem umschifft. Da sie ohnehin nur Museumsbahn ist, erfüllt sie so ihren Zweck auch.

Naja. Aber in so einem speziellen Fall würde dies sicher bewilligt werden?!
 
Naja, mag sein, dass das bewilligt würde. Man sollte aber auch daran denken, dass ja (siehe Gumenbahn) das BAV den Begriff 'Museumsbahn' nicht kennt. Da hat man also bereits einen Spezialfall. Und grundsätzlich ist es einfacher, wenn man nur einen bewilligt werden muss als deren zwei. :)

Ich könnte jedenfalls damit leben, wenn nur die zweite Sektion betriebstauglich bliebe, besser eine als gar keine.
 
Dann macht es aber keinen Sinn speziell diese Bahn zu erhalten. Dann ist die Gummenbahn grad so gut. Nur die Mittelstation hebt sie von der in Kandersteg und am Gummen ab.
 
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