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17.3.2014 Avers-Juf „Abgelegen“

17.3.2014 Avers-Juf „Abgelegen“
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Es gibt Skigebiete, Da führ der Gipfellift auf 2000m wo sich die Bergstation befindet und es gibt Gebiete da befindet sich die Talstation bei 2000m. Meist sind diese Ort aber irgendwo als Retortenstationen in die Steinwüste gestellt.

Avers ist hier ganz anders. Zusammen mit Juf bildet sie das höchstgelegenste ganzjährig bewohnte Dorf der Schweiz. Im äussersten Zipfel des Kanton Graubünden, Eingeklemmt zwischen dem Piz Platta Massiv dem Tscheischhorn und Italien liegt zuhinterst im 25km langen Tal des Averserrhein die Ortschaft Avers mit dem Weiler Juppa.

Seit 1968 gibt es hier hinten in der abgelegenen Wildnis Skisport. Der Skilift Tscheischhorn ist ein Dorflift, mit dem Unterschied, dass er da startet wo bei der Grashügelfraktion der Gipfellift endet. Auch sonst ist die Anlage alles andere als der übliche Bürgermeisterlift. Satte 550 Höhenmeter macht die Anlage auf 1500m Strecke. Die Mechanik lieferte 1968 Wartmann Brugg. Konstrukteur war Karl Brändle Meilen (1920-2014)
Die Trasse ist durchwegs steil, die Diretissima dazu ebenfalls. Auch nach 14 Uhr waren erst 5 Spuren in der frisch präparierten Piste. Oben Bickelhart gefrohren, unten schön angefirnt.

1991 wurde das Angebot durch eine Zweite Anlage am Gegenhang erweitert. Die neue Anlage hört auf den Namen „Cavetta“ und ist ein rund 570m langer Garaventa Langbügler. Er erschliesst etwas flachere Pisten. Die Verbindung erfolgt über einen Ponylift der zugleich als Übungslift dient.

Die grosse Anlage Tscheischhorn wurde 1995 von Garaventa saniert, neben einer neuen Umlenkstation wurden auch die Stützen 1, 3-6 und 11 ersetzt 1 und 10 sind neu). Alt blieb lediglich der Antrieb in der Talstation und 4 Stützen.

Fazit: Für einen halben Tag aif menschenleeren Hänegn austoben Super!

Anlagen:

BSL Juppa Tscheischhorn


BSL Beralga-Cavetta


Album: http://www.stahlseil.ch/gallery/main.php?g2_itemId=407556

Pistenplan: http://www.graubuenden.ch/typo3temp/pics/pistenplan-avers_cc461f34bb.jpg
 
Schöner Bericht; ist eigentlich ein "Geheimtipp" !Klein - aber fein . Mir gefällt`s dort auch; kenne es aber nur im Herbst.-
Es gibt in der Schweiz einige schöne Ecken, die noch nicht so überlaufen (und auch nicht so teuer) sind; aber die meisten hier sind ja (glücklicherweise?) total auf Österreich "abgefahren".
 
Jetzt ist es kein Geheimtipp mehr, aber dafür gut dokumentiert (gibt aber schon einen Bericht im AF glaube ich).

Wollte ich unbedingt diese Saison hin, aber es hat einfach nie richtig gepasst. Nächsten Winter dann...

@ATV: wie finanzieren sich solche abgelegenen Einzellifte eigentlich?
 
" Jetzt ist es kein Geheimtipp mehr,...."

Ich glaube kaum , daß jetzt eine Völkerwanderung nach Avers einsetzt; für die meisten ist das Skigebiet zu klein und - vor allem zu wenig "Remmi-Demmi".
Aber vielleicht ist es für einige Familien oder eher Ruhesuchende eine Option.
 
münchner schrieb:
@ATV: wie finanzieren sich solche abgelegenen Einzellifte eigentlich?
Naja all zu viel kostst so ein Schlepper ja nicht, weder an Unterhalt noch das Personal. In den Ferien sind die Lift relativ gut besucht. Vor allem der Cavettalift mit seinem kleinen Bistro.
 
Die Gemeinde Avers bekommt gut Wasserzins vom Kraftwerksbetreiber des Val di Lei. Geldsorgen haben die keine, ganz im Gegenteil! Umso bewundernswerter ist, dass sie sich im Zeitgeist der 1970er/80er Jahren nicht grosses in ihr Tal reingeklotzt haben...

Die zwei Lifte damit ein paar Gesichter von auswärts kommen. Das scheint alles zu sein was die Landwirtschaftlich geprägte Talschaft für gut erachtete.
In die Sterne sind die Begehrlichkeiten offenbar nicht gestiegen.
Finde ich gut.
 
Kris schrieb:
Die zwei Lifte damit ein paar Gesichter von auswärts kommen. Das scheint alles zu sein was die Landwirtschaftlich geprägte Talschaft für gut erachtete.
In die Sterne sind die Begehrlichkeiten offenbar nicht gestiegen.
Finde ich gut.
Doch immerhin hat man 1991 noch in einen zweiten Skilift investiert. Der PB400W sah mir auch Neuer aus.

@Münchner:
Personalkosten: 50000.-
Papier, Versicherung: 10000.-
Energierkosten: 5000.-
Pistenmaschine: 8000.-
Unterhalt: 5000
Abschreibungen: 5000.-

Meine Schätzung nach ca 80000 bis 100000.- Aufwand.

Mit einer Sesselbahn währe das Ganze mehr als Doppelt so hoch. Allein der technische Leiter welcher als Jahresstelle benötigt würde liegt bei 80000 Franken.
 
ATV schrieb:
Kris schrieb:
Die zwei Lifte damit ein paar Gesichter von auswärts kommen. Das scheint alles zu sein was die Landwirtschaftlich geprägte Talschaft für gut erachtete.
In die Sterne sind die Begehrlichkeiten offenbar nicht gestiegen.
Finde ich gut.
Doch immerhin hat man 1991 noch in einen zweiten Skilift investiert. Der PB400W sah mir auch Neuer aus.
Schrieb ich doch :-)

Immerhin hätte man mit dem kraftwerklichen Geldsegen das Tal kreditgehebelt '' "entwickeln" " können, erst recht nachdem die N2 nach Thusis in den 1970ern(?) den autofahrerisch kuschelweichen Fernanschluss in den Norden brachte.
Für Lifte, Thermalbäder, Hotelkomplexe, Ferienhauslandschaften und was sonst noch so alles In war in den 1970-1980ern, es wäre sich einiges ausgegangen.
Der Ort sähe jetzt vielleicht so aus wie San Bernadino, welches ja ein tatsächlich gewordenes N2-Baby^b^b^Kadaver ist für den Sottoceneri.

Mit dem Ausbau der engen Strasse im Tal selbst hingegen hat man sich ja viel Zeit gelassen, offenbar wurde das jetzt abschnittsweise "nachgeholt".
Bergcharaktere sind eigen...manchmal ist das gut so.
 
Naja das ist immer eine Frage, wer diese Geldtöpfe besitzt und die Hand darauf hält und wer mit wem vernetzt ist um daraus wieder Geld zu holen. Die Besten in diesem Fach sind sicher die Bauern.

San Bernardino und das ganze Misox ist für seinen touristischen Niedergang komplett selber verantwortlich obwohl man gerne auf die Bündner Verwaltung auf der anderen Seite des Passes verweist.
 
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