snowflat
Teammitglied
Zum 20jährigem ist dieser Artikel in der Skipresse (13.01.06) erschienen. Meine Frage nun: Hat jemand von Euch Bilder vom Bau vor 20 Jahren? Ich bin zwar der Meinung in Serfaus schon flüchtig welche gesehen zu haben, bin mir aber nicht mehr sicher wo das war ... Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Bilder hat ist wohl schwindend gering, aber ein Versuch der Frage ists wert ...
Quelle: Skipresse
Alles Gute kommt von unten - 20 Jahre Serfauser Dorf-U-Bahn
Die Serfauser Dorf-U-Bahn feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. “Bauarbeiten unter erschwerten Bedingungen” hieß es für die “Arge Serfaus” in den Jahren 1984 und 1985 beim Bau der zweiten U-Bahn Österreichs. Neben der Millionenmetropole Wien wollte auch das kleine Feriendorf Serfaus, 1.427 Meter über dem Tiroler Inntal gelegen, ein öffentliches Verkehrsmittel unter Tage.
Doch die Fertigstellung lief nicht immer problemlos ab: So schaufelte Bauer Lechleitner wie gewohnt den Mist aus seinem Kuhstall; direkt in den sauber betonierten U-Bahn-Tunnel hinein. Im Eifer des Gefechts hatte er vergessen, dass seine Düngerstätte ausgehoben wurde. Anderntags mussten die Baumaßnahmen einen Nachmittag lang ruhen, da Lechleitners kalbende Kuh allergisch auf den Bohrlärm reagierte. Ihre Drillinge kamen erst zur Welt, als alle Maschinen still standen…
Die Anekdoten über den U-Bahnbau werden sich Ende des Jahres wieder häufen: Die Serfauser Dorf-U-Bahn wird zwanzig Jahre alt. Das heute rund tausend Seelen zählende Dorf Serfaus auf dem Sonnenplateau weihte mit einer Jungfernfahrt am 14. Dezember 1985 die zweite U-Bahn in ganz Österreich ein. Bis heute gibt es keine andere Stadt außer Wien, die sich ein öffentliches Verkehrsmittel unter Tage leistet.
Für Serfaus war die Dorfbahn allerdings eine Notwendigkeit. Anfang der 80er Jahre lag die Ferienregion umgeben von der Schweizer Samnaungruppe und den Ötztaler Alpen bei den Wintersportlern so hoch im Kurs, dass die dörfliche Infrastruktur die Urlaubsmassen nicht mehr tragen konnte. Serfaus drohte am örtlichen Ferien-Verkehr zu ersticken. “Die einzige Lösung schien, die Autos gar nicht mehr ins Dorf hineinzulassen. Wir bauten eine Dorfschranke, davor einen riesigen Parkplatz, der für die Tagesgäste gedacht war. Busse brachten die Skifahrer dann zur Talstation und somit direkt auf die Skihänge”, erinnert sich Siegmund Tschuggmall, ehemaliger Tourismusdirektor. Doch bereits nach kurzer Zeit war auch dieser Plan nicht mehr ausreichend. Der Verkehrslärm, die Umweltbelastung und auch die Unfallgefahr nahmen so sehr zu, dass sich die Serfauser nach einem umweltfreundlicherem Verkehrsystem umsehen mussten: Eine Luftkissenbahn, die es bereits am Flughafen in Atlanta/USA gab, wurde ins Auge gefasst.
Heute ist die Dorfbahn aus dem idyllischen Serfaus nicht mehr wegzudenken. Die Luftkissenbahn hat die Entwicklung des Örtchens mit der frischen und prickelnden Champagnerluft in den vergangenen 20 Jahren vielmehr entscheidend geprägt. “Unsere Ferienregion bewegt sich heute auf einem Niveau, das im Alpenraum seinesgleichen sucht. Man kann durchaus sagen, dass sich Serfaus erst mit der U-Bahn auf Familien- und Wellnessurlaub spezialisieren konnte.” Mit dem Betrieb der Serfauser Dorf-U-Bahn konnte der Ort im Winter fast verkehrsfrei gemacht werden, die lokalen Umweltbelastungen gingen zurück, das Dorfbild blieb wegen der unterirdischen Führung des Verkehrsmittels erhalten und die Unfallgefahr sowie die Abhängigkeit von Witterungseinflüssen sank so gut wie auf null.
“Wir befördern heute in zwei Waggons bis zu 2.000 Personen pro Stunde. Es gibt vier Stationen, die vom Parkplatz vor der Dorfschranke bis zur Talstation der Seilbahn Komperdell verteilt sind. So können Tagesgäste und auch die Urlauber in Serfaus, bequem und ohne langes Gehen zur Liftstation gebracht werden”, sagt Siegmund Tschuggmall. Soweit die technischen Daten der Serfauser Dorfbahn. Die ideellen sind schwer zu beschreiben. Dass die Lechleitners die Luftkissenbahn heute ebenso gerne benutzen wie die Urlaubsgäste, spricht indes eindeutig für die wohl einzige Dorf-U-Bahn der Welt.
Quelle: Skipresse
Die Bahn hat auch mich schon zig male bequem vom einen Ende Serfaus' zum anderen Ende transportiert.
