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20 Jahre Trögelbahnunglück

Drahtseil

Rigi-Kulm (1797m)
Heute vor genau 20 jahren (29.01.1992) entgleiste das Förderseil der Trögelbahn und mehrere 4er Sessel stürtzen ab. Dabei wurden 4 Touristen getötet und dutzende verletzt, zum Teil schwer. Laut den Bergbahnen war eine Seilrolle der Einfahrstützen abgesprungen.

Weiß jemand genaueres, was passiert ist?
 
Soweit ich jetzt nichts falsch im Kopf habe:

Die Bordscheibe der einlaufseitigem Rolle hatte einen Matriealfehler und brach. In Folge rutschte das Seil von der Rollenbatterie.
Deswegen müssen heute die ein und auslaufseitgige Rolle geprüfte Borddscheiben haben.
 
Aber wie kann wegen einer gebrochenen Bordscheibe das Seil entgleisen? Die anderen halten es doch noch auf bzw. in der Spur?
 
Soweit ich weiss, lief das Seil zur Zeit des Unglücks nicht ganz in der Spur. Durch die gebrochene Bordscheibe ist es dann ganz aus der Rolle gefallen.
Auch ohne diese Tatsache wäre die Sache mit einer gebrochenen Bordscheibe wohl nicht gut ausgegangen. Man muss schließlich bedenken, dass die Rollengummis durch die Bordscheiben sehr stark zusammengepresst werden. Verabschiedet sich die Bordscheibe, könnte es also durchaus passieren, dass sich das Rollengummi auch gleich verabschiedet.
Wen der Aufbau so einer Rolle interessiert, kann ich nur die Videodokus (Rollengummimontage) auf seilbahntechnik.net mit ex-User seilbahner ans Herz legen.
 
Ach so, vielen Dank dafür. Und wenn zu dem Zeitpunkt noch ne Klemme kommt, die sich verkeilt ist das Unglück perfekt :naja:
 
Der Vorfall ist im Buch vom Artur Doppelmayr erklärt unter Punkt:
4.12 Seilentgleisung –Bordscheibenbruch


Ich fasse mal zusammen was dort steht:
- Es passierte an einer 8er-Tragrollenbatterie die an einer 16m Stütze befestigt war.
- Die Seilentgleisung erfolgte an der einlaufseitigen Seilrolle der Tragrollenbatterie nach Bruch der äußeren Bordscheibe.
- Förderseil wurde vom ersten Seilfänger vorerst aufgefangen.
- Der Bruchstabschalter stoppte die Anlage
- Anschließend entgleiste das Förderseil am bergseitigen Seilfänger, wodurch es zum Absturz des Förderseiles und der besetzten Sessel kam
- Die Sessel schlugen NICHT auf dem Boden auf, aber durch Massenträgheitskräfte wurden die Leute aus den Sessel geschleudert.


Ursache war das die Spur nicht stimmte und die Klemmen gegen die Bordscheibe kamen.
Diese war durch einen Qualitätsmangel "Lunker" schon vorgeschwächt.
 
Aber wenn der Bruchstabschalter die Anlage stoppt und das Seil schon im Seilfangschuh liegt, wie kann es dann nochmals entgleisen?
 
Zitat aus dem Buch "Denkanstösse zur Funktionserfüllung von Einseilbahnumlaufbahnen":
Weshalb es zu dem folgenschweren Seilabsturz trotz vorhandener Seilfangschuhe kam, ist nicht geklärt. Jedenfalls ermöglichte die vorhandene konstruktionsbedingte Drehsteifigkeit der Stütze ein Ausweichen der Rollenbatterie quer zur Seilachse. Ob es durch Frequenzüberlagerungen zu Torsionsschwingungen der 16 m hohen Stütze kam, oder ob sich durch den Schlag des entgleisten Förderseiles die Stütze und somit die Rollenbatterien verdrehten, sei dahingestellt.
 
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