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Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Ich war über Sylvester eine Woche in Adelboden. Dort waren 99% der Touristen-PKW aus dem Berner Oberland (also vermutlich fast alle Touristen ausser uns). Anstehen gab es fast nicht (trotz Weihnachtsferien). Das lag vermutlich auch am EUR / CHF Kurs. Die Leute dort waren stets auffällig höflich, hilfsbereit und zurückhaltend zueinander - auch zu uns, solange wir nicht als Ausländer erkennbar waren. Haben wir jedoch gesprochen (Deutsch, leichte hessische Färbung) oder waren wir am Auto (Deutsches Kennzeichen), so traf uns eine mir bisher unbekannte Abneigung. Im Supermarkt wurden wir an der freien Kasse abgewiesen, die Schweizer hinter und drangenommen, beim Schneeschaufeln um den zur Wohnung gehörigen Parkplatz freizuschaufeln wurden wir beschimpft, wir bräuchten zu lange und würden den Verkehr behindern (von den einheimischen Nachbarn, die zu Fuß waren - es waren dabei aber keinerlei fahrende Autos zu sehen). Es gäbe noch viele weitere Beispiele. Kurzum: Deutsche sind als Touristen in Adelboden nicht willkommen. Meine Frau war zum ersten Mal in der Schweiz und will nie wieder in die Schweiz. Ich bin bisher gerne in der Schweiz Ski gefahren - auch in Adelboden und habe so etwas noch nicht erlebt. Ist es anderswo in der Schweiz auch so?

Nebenbei: Das Skigebiet (Hahnenmoos / Sillerenbühel / Chuenisbärgli) ist nach wie vor großartig und sehr zu empfehlen. Und an Tagen mit zu viel Trubel lohnt ein Ausflug auf die Elsigenalp mit ihrem kleinen aber feinen Skigebiet.
 
doc schrieb:
... solange wir nicht als Ausländer erkennbar waren. Haben wir jedoch gesprochen (Deutsch, leichte hessische Färbung) oder waren wir am Auto (Deutsches Kennzeichen), so traf uns eine mir bisher unbekannte Abneigung. Im Supermarkt wurden wir an der freien Kasse abgewiesen, die Schweizer hinter und drangenommen, beim Schneeschaufeln um den zur Wohnung gehörigen Parkplatz freizuschaufeln wurden wir beschimpft, wir bräuchten zu lange und würden den Verkehr behindern (von den einheimischen Nachbarn, die zu Fuß waren - es waren dabei aber keinerlei fahrende Autos zu sehen). Es gäbe noch viele weitere Beispiele. Kurzum: Deutsche sind als Touristen in Adelboden nicht willkommen. .
Das finde ich jetzt etwas merkwürdig und kann das so auch nicht bestätigen.
Grundsätzlich müssten doch eigentlich die ausländischen Touristen, die bereit sind, die aufgrund des Wechselkurses hohen Kosten in der Schweiz zu tragen, bei der derzeitigen Buchungslage besonders willkommen sein?
 
Komisch, ich bin eigentlich recht oft in der Schweiz, nicht nur zum Schifahren. Aber so was ist mir noch nie passiert.
 
Ich bin immer ein absoluter Schweizfan gewesen, gerade was das Skifahren angeht. Aber ich habe den Eindruck, dass man inzwischen dort als Ausländer - unabhängig vom Wechselkurs und der Jahresvignette - nicht gern gesehen und abgezockt wird.

Auf der Rückfahrt aus Italien (hin ging es über den Brenner) sind wir vor ein paar Wochen über den San Bernardino gekommen:

Es beginnt mit dem unfreundlichen Schweizer Zöllner am Grenzübergang in Chiasso: desinteressierter Blick ins Nirgendwo, wird man langsamer, geht die Hand runter, wird man wieder flotter, geht sie wieder hoch, man weiß nicht woran man ist. Dann entscheidet er sich: anhalten - und macht mich in unmöglicher Weise an: "So heißt Stop!, auch in Deutschland." So begrüßt man keine Gäste.

Ärgerlich finde ich auch die (nicht nur) in der Schweiz überall "angebotene" Direct Currency Conversion (DCC). Der Kunde kann bei Einsatz seiner Zahlungskarte entscheiden, ob der Betrag von der Schweizer Bank bzw. dem Schweizer Händler zu seinem Wechselkurs umgerechnet wird (Zahlung in Fremdwährung), oder ob er in CHF zahlt und den - zugegebenermaßen ungewissen und vielleicht noch schwankenden - Wechselkurs seiner Heimatbank bevorzugt. Dabei wird - so mein Eindruck - der Tourist aber regelrecht abgezockt. Hier https://www.gastroprofessional.ch/dbFile/116659/Umgang_Fremdwährungen_D.pdf wird es so dargestellt, als sei das ganze für beide Seiten vorteilhaft. Zum einen scheint es aber so zu sein, dass der "günstige tagesaktuelle gemittelte Umrechnungskurs" oft doch nicht so günstig ist (z.B. http://nachstettin.com/tourismus/to...r-em-kostenfallen-beim-bezahlen-in-polen.html), zum anderen kommt auch noch eine Gebühr von mind. 3 % ("Markup") oben drauf, die sich Händler und Kreditkartendienstleister teilen (Nachtigall, ick hör dir trappsen...)! Mein subjektiver Eindruck vom Wechselkurs war jedenfalls: unverschämt.

Noch unverschämter war allerdings der Umrechnungskurs, den die Raststätte Via Mala in Thusis für die Tankfüllungs-Zahlung in Euro ansetzt: nah an 1 zu 1. Gut, dass es einen Geldautomaten dort gibt - wo einen natürlich irgendeine Steuerflucht-Bank wieder mit DCC (s.o.) über's Ohr hauen will. LKW zahlen auf der Raststätte übrigens 35 SFR/Nacht für's Parken, darin ist die Toilette für 1 SFr (pro Sitzung, Flatrate gibt es nicht) natürlich nicht enthalten.

Völlig subjektiv, meinetwegen auch überzogen, aber so reagieren andere Menschen (=Touristen) auch, und fahren das nächste Mal eben durch/nach Österreich
Mein Appetit auf Schweiz ist gerade mal begrenzt... wie gesagt, dabei bin ich Schweiz-Fan und habe auch dort eine Zeitlang studiert.

Björn
 
Ich weis nicht was ihr habt. Aber wenn ich so an meine bisherigen Reisen als Tourist zurück denke, wurde ich immer noch in Deutschland am schlechtesten behandelt. Das gröbste war in Frankfurt am Flughafen. Kamen gerade aus dem Urlaub zurück und wollten für 5 Leute was an einem Bäckerstand kaufen. So unfreundlich wurde ich noch nie bedient wie dort. Ud das zum Eingangstor zu Deutschland. Das ist nicht gerade gut. In der Schweiz habe ich bisher keine negativen Erfahrungen gemacht, egal ob beim Skifahren oder auf einer party wo man uns offenkundigst als deutsche wahrgenommen hat. Oder als ich beim Skifahren mit einer deutschen Rabattkarte einen Rabatt auf den eh schon reduzierten Skipass wollte und auch freundlich bekam.
 
Ich kenne die Schweiz zwar nur vom durchfahren, allerdings hab ich selbst auch den Eindruck das ich in Deutschland (meistens) am meisten abgezockt werde - grad beim Urlaub mit Hund. Hier an der Nordsee gibts dann schön Backfisch aus der Tiefkühltrue, Hotels mit 70er Jahre ambiente und ausstattung und überall wird einem das Geld aus der Tasche gezogen - wenn man sich nicht auskennt. Das ist zwar überall so, aber nicht so offensichtlich.
 
Seit vielen Jahren Gast in der Schweiz kann ich sagen, dass man mir stets höflich, meist auch freundlich entgegengekommen ist.
Die Mentalität in der Deutsch-Schweiz ist halt etwas anders als z. B. in Bayern o. Österreich, um zwei beliebte Urlaubsregionen zu nennen.
 
Naja, oft liegt es auch an der direkten Art der Deutschen Touristen, wobei man selbstverstendlich nicht alle in die gleiche Pfanne werfen sollte, da es überall die "schwarzen Peter" gibt.
Beispiel 1, in der Bäckerei:
Deutscher Tourist: "Ich krieg ein Weissbrot!!"
Schweizer, italienischer Tourist: "Guten Tag, ich hätte gerne ein Weissbrot bitte"

Die Verabschiedung:
Deutscher Tourist "Tschüss!!!"
Schweizer, Italiener: "Auf Wiedersehen, schönen Tag"

Wie gesagt, das ist eine sehr direkte, aber oft überhaupt nicht "bös" gemeinte Art. Die meisten Schweizer wissen es und wissen damit umzugehen dass wenn beim Brot kaufen die Befehlsform "ich krieg!!!" fällt und bei der Verabschiedung geduzt wird es ganz normal ist und den Tourist auch normal bedient. Aber es gibt dann wieder andere die reagieren empfindlicher und fauchen entsprechend zurück. Quasi in der Art "Geh doch wo anderst hin um deinen Brot zu kriegen und dutzen kannst Du deine Mutter…"
:-) Andere Länder-andere Sitten :-)
 
Wenn es auf das Theme kommt sag ich meist diese Antwort: Wenn ich mich hier zum Gast genau gleich verhalte, wie es im Zillertal der Fall ist und wie es dort auch von den Gästen vom Personal erwartet wird, hab ich innerhalb der ersten Arbeitsstunde die allergrössten Probleme. Die Erwartungshaltung und die Reaktionen der Gäste sind halt schon eine ganz anders. Was im Zillertal als locker und frisch angesehen wird, wäre hier im Wallis unfreundlich und frech.
 
albe schrieb:
haengt nach meinen Beobachtungen stark von der Gegend ab ... und im Berner Oberland ist man froh wenn man zurueckgegruesst wird.

Nenene, das liegt schlicht und ergreifend an der Zeitspanne -> Gruss erhalten -> Nachdenken -> zurückgrüssen, bei den Bernern bist halt im Normalfall schon 100m weiter bis sie zurückgrüßen, dass sieht dann so aus würden sie nicht grüssen :lach:

@Zöllner
Da muss ich leider zustimmen, wobei wer in D ab und zu mal mit dem Zoll zu tun hat, wird schnell merken dass es wohl an dem Berufsstand (wenn man rumsitzen und bewegen in Zeitlupe Beruf nennen kann) im Allgemeinen liegen muss. Ausserdem haben besonders die schweizer Zöllner am Schengenabkommen hart zu knabbern, also Egotechnisch. Seither sind sie nämlich noch unfreundlicher.

Aber wie schon gesagt, im grossen und ganzen kann ich nicht klagen, Handlampen gibts überall ;)
 
@Zoll: Da gibt es zurzeit aber auch das Problem mit dem Geld, was angeblich besonders von IT massiv in die CH geschafft werden soll.
Insofern scheintes da beim Zoll derzeit recht "interessant" zu sein, da man offensichtlich auch erkannt zu haben scheint, dass es doch sinnvoller ist, sich auf das Arbeiten mit versteuerten, offiziellen Geldern zu konzentrieren.

Momentan wird in diesem Zusammenhang in der Schweiz allerdings von manchen Deutschland (zB hier exemplarisch Herr Steinbrück) als eine Art "Störenfried" (uA auch wegen Doppelbesteuerungsabkommen etc.) angesehen. Das ist einfach so.
Falls sowas dann in Einzelfällen auf beliebige Touristen (die damit überhaupt nichts zu tun haben) reflektiert werden sollte, wäre das natürlich eher ungeschickt.
 
Vadret schrieb:
Naja, oft liegt es auch an der direkten Art der Deutschen Touristen, wobei man selbstverstendlich nicht alle in die gleiche Pfanne werfen sollte, da es überall die "schwarzen Peter" gibt.
Beispiel 1, in der Bäckerei:
Deutscher Tourist: "Ich krieg ein Weissbrot!!"
Schweizer, italienischer Tourist: "Guten Tag, ich hätte gerne ein Weissbrot bitte"

Die Verabschiedung:
Deutscher Tourist "Tschüss!!!"
Schweizer, Italiener: "Auf Wiedersehen, schönen Tag"

Wie gesagt, das ist eine sehr direkte, aber oft überhaupt nicht "bös" gemeinte Art. Die meisten Schweizer wissen es und wissen damit umzugehen dass wenn beim Brot kaufen die Befehlsform "ich krieg!!!" fällt und bei der Verabschiedung geduzt wird es ganz normal ist und den Tourist auch normal bedient. Aber es gibt dann wieder andere die reagieren empfindlicher und fauchen entsprechend zurück. Quasi in der Art "Geh doch wo anderst hin um deinen Brot zu kriegen und dutzen kannst Du deine Mutter…"
:-) Andere Länder-andere Sitten :-)

Damit haben aber nicht nur Schweizer ihre Probleme. Auch bei uns hier im südlichen Zipfel von D empfindet man die Art der Mittel-/Norddeutschen oftmals etwas Gewöhnungsbedürftig. Obwohls ja meistens nicht böse gemeint ist.
 
LKW zahlen auf der Raststätte übrigens 35 SFR/Nacht für's Parken, darin ist die Toilette für 1 SFr (pro Sitzung, Flatrate gibt es nicht) natürlich nicht enthalten.
Ist ja wohl kein Geheimnis, dass die Schweiz kein Interessen am Transitverkehr auf der Strasse hat.
Somit werden da ein bisschen Äpfel mit Birnen verglichen, wenn man sich als Tourist über die Parkgebühren der LKW's beschwert.

@Zoll: Da gibt es zurzeit aber auch das Problem mit dem Geld, was angeblich besonders von IT massiv in die CH geschafft werden soll.
Insofern scheintes da beim Zoll derzeit recht "interessant" zu sein, da man offensichtlich auch erkannt zu haben scheint, dass es doch sinnvoller ist, sich auf das Arbeiten mit versteuerten, offiziellen Geldern zu konzentrieren.

Denke da werden die deutschen oder italiensichen Zöllner deutlich grössere Probleme bereiten. :lol:
Aber wo gibt es schon freundliche Zöllner ?
 
In Österreich hab ich auch schon oft sehr unfreundliche Zöllner erlebt. Gerade zu Zeiten als noch mehr kontrolliert wurde an den Übergängen zur Schweiz.
"Wir sind EU-Außengrenze", da ist die Hendlbrust gleich noch ein Stück weiter geschwollen.
Btw. kann man überall ein Haar in der Suppe finden und so manches Thema im Zusammenhang mit dem schweizer Tourismus passt langsam in die Kategorie Haarspalterei. Man schaut jetzt aufgrund der gestiegenen Kosten für uns Euromanen vielleicht noch penibler darauf, nur übertreiben braucht man es nicht. Außerdem bedienen wir hier schon mehrere Threads zu dem Thema. Ich glaube es wird Zeit, dass bald wieder Schnee fällt :wink:
 
Hallo,
TPD schrieb:
Aber wo gibt es schon freundliche Zöllner ?
z.B. in München am Flughafen - die rechnen Dir Deine Einkaufsliste bei einem Rückflug aus den USA geduldig so hin, daß der geringste Steuerbetrag rauskommt (natürlich nicht, wenn Du besch... wolltest - da haben sie wirklich keinen Grund zur Freundlichkeit).
 
Denke da werden die deutschen oder italiensichen Zöllner deutlich grössere Probleme bereiten. :lol:
Da täuschst du dich aber gewaltig.
Meine Aussage bezog sich auf die Ein- bzw. Ausfuhr von Devisen.
Und da ist das Risiko grösser, dass man beim deutschen oder italienischen Zoll hängen bleibt.

Aber es ist klar die Schweizer verstehen überhaupt keinen Spass, wenn man beim Import von Waren die Zollfreigrenze überschreitet.
 
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