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6er Sesselbahn am Scheibelberg

Talabfahrer

Rigi-Kulm (1797m)
Als letzte Station meines Besichtigungsmarathons von Seilbahnneubauten hab ich am 16. Dezember 2012 die neue Scheibelbergbahn angesteuert.
Die hat den Vorteil, dass es dort einen freundlichen Fachmann und zugleich mit allen Wassern gewaschenen Betriebspraktiker gibt, von dem man eine Menge über Seilbahntechnik lernen kann. Geht natürlich nur, wenn wenig los und eine Zweitbesetzung für die Station vorhanden ist.
Also gleich vorab: Ein ganz großes Dankeschön :dankeschoen: an unseren "seilbahner". :zustimm:
Bitte um Nachsicht, wenn im Beitrag noch Fehler drin sind oder ich nicht die zutreffenden Fachbegriffe verwendet habe; ggf. bessere ich noch nach, wenn was nicht stimmt.
Die Ankündigung und einige technische Daten der Bahn findet man hier.

Wenn man vom Steinplattenbereich über die Scheibelbergpiste, die ich in Verbindung mit der Piste zum Z-Kurvenschlepper für eine der schönsten Pisten zum entspannten Genuss-Carven halte, runterkommt, findet man die Station trotz der großen Halle für die Sesselgaragierung erfreulich unauffällig in einer Mulde am Waldrand platziert. Östlich leicht oberhalb liegt die versetzte Ausstiegsstelle des umgebauten Z-Kurven-SL.
Und um allen Fragen zuvorzukommen: Ja, die Zwirbelkurve ist noch vorhanden.
Lage_Tal_ZKurvenSL.jpg

Zufahrt zur Station:
Zufahrt.jpg

Im folgenden Bild sieht man in der oberen Verkleidung die Fahrwege zum Beschicken und Leerfahren:
Einstieg.jpg

Unterer Teil der Strecke:
Talstrecke.jpg

Eine Übersicht zeigt das folgende Video:

Blaue Minuten in den Sesseln:
Sessel.jpg

Zum leidigen Thema "verkrüppelte" Fußrasten: Besonders bequem sind die bekanntlich nicht; insbesondere muss jemand mit breiteren Ski die Knie eng beieiander halten, sonst rutscht der Ski über den Aussenrand der schmalen "Stützflügel" ab. Boarder haben wohl noch größere Probleme. Wir sollten aber das Thema in diesem Beitrag bitte nicht weiter auswalzen.
Fussrasten_1.jpg

Fussrasten_2.jpg

Bergstation:
Ausstieg.jpg

Berg_Einfahrt.jpg

Stuetze_Berg.jpg

Da oben gibt es noch ein paar Reste, aber auch schon eine Neu-Nutzung:
SL_Reste.jpg

Zurück an der Talstation findet man den Anlagenbediener zeitgemäß vor einem Bildschirm sitzen. Die Software zur Steuerung und Überwachung der Anlage schaut für mich sehr ausgereift und informativ aus, wie man das an diesem Beispiel sehen kann:
Bildschirm.jpg

Erster Besichtigungspunkt, der Schleifenbahnhof:
Bahnhof_1.jpg

Wartungsplatz:
Wartungsplatz.jpg

Vorrichtung für Rollenmontage:
Einpressvorrichtung.jpg

Wartungsstand mit Klemme des Wartungskorbs:
Wartungsstand_Klemme.jpg

Förderer im Bahnhof:
Bahnhof_Foerderer_1.jpg

Ein- und Ausfahrt des Bahnhofs:
Bahnhof_Einfahrt.jpg

Dieser Standort bietet eine etwas ungewöhnliche Perspektive:
Ausfahrtstuetze.jpg

Im Oberstock der Station kommt man, wenn man entgegen der Förderrichtung geht, als erstes an der Einkuppelstelle vorbei; inzwischen im Vergleich zu älteren Leitneranlagen unglaublich leise:

Vorbei am Hydraulikteil der Bremse:
Bremse_1.jpg

Das Herzstück der Anlage, der Motor des Direktantriebs:
Motor_1.jpg

Motor_2.jpg

Motor_3.jpg

An dieser Messeinrichtung hängt die Motorsteuerung; nach meinem Verständnis ist das ein redundant ausgeführter Winkelcodierer, aus dessen Messwerten letzlich die Steuersignale für die Stromumrichter abgeleitet werden.
Winkelcodierer.jpg

Für alle die es genau wissen wollen:
Typenschild.jpg

Neben dem Direktantrieb befindet sich der Hydromotor des Notantriebs:
Hydromotor_Notantrieb.jpg

Im hinteren Eck eine der Weichen zum Bahnhof:
Weiche.jpg

Für die Elektriker: Steuerschrank der Sitzheizung, die in 3 (oder 4?) Abschnitten des Stationumlaufs erfolgt. Auch für die gibt es ein ziemlich aufwändiges Steuerprogramm.
Sitzheizung_Steuerung.jpg

Regelstrecke für den Sesselabstand:
Regelstrecke.jpg

In bewegten Bildern:

Hydraulik der Bremse und Motor des Notantriebs:
Bremse_Notmotor.jpg

Steuerung der Bremse:
Bremse_Steuerung.jpg


Dieselmotor des Notantriebs:
Notmotor_1.jpg

Notmotor_2.jpg

Spannweganzeige mit Endanschlagsschaltern:
Spannweganzeige.jpg

Hydraulik der Abspannung:
Abspannung_Hydraulik.jpg

Abspannung:
Abspannung.jpg

Spannhydraulik.jpg

Spannzylinder:
Spannzylinder.jpg

Gesamte Einfahrtsseite:
Einfahrtsseite.jpg

Kuppelstelle bei Einfahrt:
Einfahrt_Kuppelstelle.jpg


Zum Schluss noch der Keller der Station:
Seilreserve zum Einspleißen bei Schäden am Seil; Seil kommt übrigens von Fatzer.
Seilreserve.jpg

Trafostation:
Trafostation.jpg

Viel Platz für mehrere Pistenfahrzeuge
Keller.jpg


Beim Runterfahren an der Bergstation nach Waidring sah man, dass weiter südlich wohl Traumwetter gewesen wäre, z.B. am Kitzsteinhorn. Aber dann hätte es diesen Bericht nicht gegeben. :biggrin:
Talblick_Abend.jpg
 
Sehr interessant. Danke!

Was mich mal interessieren würde:
Wie lang ist der Weg bzw. der Spielraum der Abspannung, also zwischen Leerbetrieb und voller Auslastung und in welchem Verhältnis steht dieser Weg zur Länge einer Bahn? Je länger eine Bahn, umso größer der Spielraum der durch die Abspannung ausgeglichen werden muß?
 
kaldini schrieb:
Wurde die Bahn nun mit einer Fernsteuerung versehen?
Ja, es gibt eine Fernsteuerung. Das Bedienteil hing aber an seiner Ladestation im Steuerschrank des Leitstands, wodurch es deaktiviert wird. Die wesentlichen Schaltvorgänge, die ich während meines Aufenthalts beobachtet habe, waren das Blockieren und Freigeben der Zutrittsschranke (z.B. wenn ein vorausfahrendes Skizwergerl schon vor seinen Begleitern an der Schranke steht), sowie die manuelle Bedienung des Hubpodests. Das sollte zwar theoretisch per Laser-Abstandsmessung der Körpergröße auf jeder einzelnen Spur des Förderbandes automatisch funktionieren, aber derzeit ist da noch öfters das bekannt beherzte Eingreifen der Bedienungsmannschaft erforderlich.

Es gibt auch ein schönes gelbes Fernsteuerkästchen für die Garagierung, die nach Aussage unseres Gewährsmannes eine eigene Wissenschaft ist, für die er sich einen nicht ganz kurzen Ablaufplan geschrieben hat. Ist anscheinend "High Tech" und geht auch flott, aber falsch machen darf man dabei nichts, sonst klemmts im wahrsten Sinn des Wortes.
 
Am 3.1.2013 hab ich eine bestimmte Gelegenheit genützt, mal die Tauglichkeit der Scheibelbergsessel als Liegesofa zu testen. Fazit: Besser als gedacht, denn bei den Leitnersesseln sind die Sitztrennstege nur im vorderen Bereich vorhanden. Beim Konkurrenzmodell von DM reichen die Stege bis nach hinten, z.B. an der Kettingbahn auf der Schmitten oder an der Reiterkogel-Ost in Saalbach. Um den gewünschten Zweck zu erreichen, nämlich die Leute dazu zu bringen, den "Stiel" der Krüppelfußrasten zwischen die Haxen zu nehmen, ist die DM-Lösung besser, denn bei den Leitnersesseln gibt es immer noch Leute, die sich auf den Steg setzen.
Scheibelbergliege.jpg
Liegeprobe an der Bergstation

Noch was; in einem anderen Beitrag wurde gefragt, wie die Erkennung erfolgt, dass jemand vor den Zutrittsschranken steht. Antwort: Lichtschranke, wie üblich.
Einstieg.jpg
Einstieg Gesamtansicht
Lichtschranke_l.jpg
Lichtschrankengehäuse links
Lichtschranke_r.jpg
Lichtschrankengehäuse rechts
 
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