Es gibt auch das Phänomen, dass Ziele angesteuert werden, die besonders markiert sind - weil sie den Blick der Person auf sich ziehen, die interne Peilung somit an zu diesem Ziel gerichtet hist. "Nie das Hinderniss anstarren" heisst es bei allen schnellen Renn/Flugsportarten...
Blinkt die Grube grell oder zieht sonstwie die Aufmerksamkeit an sich, so bekommt diese im Unterbewusstsein Vorrang vor einem etwaigen dunkleren Gondeleinstieg bzw. der sicheren Perronkante, den einzig sinnvollen Zielen für den Sehapparat.
Bei der Gondelgrube kommt noch hinzu vielleicht, dass diese unser Triangulationsvermögen (stereoskopisches Sehen, Kopfbewegungen) besonders beansprucht, da diese tiefer als die Perronebene ist, auf der sich die Person befindet.
Sind diese eher fernen Ebenen in der Gondelgrube noch zusätzlich farblich hervorgehobene Blickfänger ("hell in ansonsten eher dunkler Umgebung"), werden diese im Triangulationsverständnis zur ständigen Gleichgewichtsfindung übermäßig bevorzugt. Das Vermögen zur Gleichgewichtsfindung wird damit ungünstig beeinflusst.
Steht jemand an der Kante der hellen oder beleuchteten Grube, erhält diese Person für ihr Gleichgewichtssinn "ungünstige" Messgrößen. Noch dazu schieben sich stets Kabinen durch den Sehraum, mit spiegelnden Plaxiglascheiben, auf Kurventrajektorien usw.
Damit kann ich mir schon vorstellen, dass hier zusammen mit weiteren Einflussfaktoren (Müdigkeit, Reizüberflutung, schiebende Menschen, Lärm usw.), der Gleichgewichtssinn kurz durcheinander kommt. Und somit hin und wieder ein jemand im Unterbewusstsein den Raum falsch triangulierend in die Grube fällt.
Somit würde ich als Gegenrezept:
* Die Gondelgrube eher dunkel lassen, keinesfalls mit Signalfarben oder gar Beleuchtung ausstatten. Da gibts nichts fürs Auge.
* Stattdessen entlang der Perronkante für Licht und Kontrast sorgen, zb. mit LED Leisten. Als explizite Botschaft "hier bin ich noch sicher, das ist noch meins, aber Achtung, nicht weiter". Und als implizite Botschaft für sinnvolle Möglichkeiten zur Triangulation bzw. stereoskopischem Sehen für eine solidere Gleichgewichtsfindung.
* Auch sollte die Perronkante selbst hell sein, indem zB. in die schwarzen Gummimatten entlang der Kante ein etwa 20cm breiter Streifen mit diesen gelben Stöpseln als "Ende der Sicheren Zone" signalisiert wird. Vielleicht mit LEDs drinnen, sofern es das gibt.
* Hell sollte auch der Trittbereich im Einstieg der Gondel sein, weil dorthin soll ja der Sinnesapparat hintriangulieren, und nicht in tiefe Löcher. Zb. Perronkante helles Gelb, Trittbereich Gondel helles Grün!
Beobachtet das mal, bei neuen U-Bahnhöfen und -Zügen wird das in etwa so gehandhabt. Die Problemstellung ist dort ja eine ähnlihche...