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Adamello Ski - 02.04.2013

"Adamello Ski" ist die Marketingbezeichnung für den Skigebietezusammenschluss der Gebiete Passo Tonale und Ponte di Legno. Es lässt sich in drei Teile gliedern:
- Bereich nördlich des Tonalepass
- Bereich südlich des Tonalepass mit dem Presenagletscher
- Ponte di Legno/Temu

Der Pistenplan veranschaulicht dies:

Link zum Pistenplan

Beim Bereich nördlich des Tonalepass sind eigentlich nur die Hänge ganz außen im Osten und im Westen interessanter. Dazwischen sind viele parallele Sesselbahnen unterschiedlicher Länge (von kurz bis mittellang), die für einen einigermaßen geübten Skifahrer nur Durchgangsstation sind. Die Pisten sind in diesem Bereich leicht bis maximal mittelschwer. Besonders die Außenrumabfahrt im Westen von der Bergstation der 4KSB Bleis (14) zur Talstation der 4SB Nigritella (13) ist aber schon lohnenswert.

Südlich des Passes führt die ZUB Paradiso 700 Höhenmeter hinauf. Die zugehörigen Piste ist deutlich anspruchsvoller als die Pisten auf der anderen Seite des Passes. Weiter geht es mit einer sehr flachen DSB zur Talstation der beiden parallelen Gletscherlifte, die auf knapp über 3000 Meter führen und leider nicht ganz den Bergkamm erreichen.

Im Bereich Ponte di Legno/Temu befinden sich das Skigebiet fast komplett im Waldbereich. Alle Hänge dort sind mehr oder weniger Nordhänge. Die Abfahrten sind dort alle mittelschwer bis schwer, aber nicht extrem schwer. Es gibt dort 8 Sessellifte und 1 Tellerlift. Von den Sesselliften sind nur 3 kuppelbar, die fixen Bahnen haben aber alle relativ steile Trassen, so dass ich deren langsame Geschwindigkeit nicht allzu störend empfunden habe. Mit Ausnahme der neuen DSB Sozzine, die nur für die Verbindung gebraucht wird, besitzen alle Lifte dort mindestens eine interessante Abfahrt.

Insgesamt sind es vom höchsten Punkt zum niedrigsten Punkt des Skigebietes beachtliche 1900 Höhenmeter, die jedoch nicht am Stück befahren werden können. Von Gletscherhängen bis zu einem größeren Bereich mit Waldabfahrten ist dadurch alles vertreten. Man kann deshalb sehr flexibel auf Wetter- und sich ändernde Schneebedingungen reagieren.

Meinen Skitag begann ich ganz im Osten des Passes, führt zunächst den Bereich südlich des Passes und wechselte im Verlauf des Vormittags auf die andere Seite, um zum Gletscher hochzufahren. Die Gletscherpiste fuhr ich 4 mal hintereinande. Anschließend fuhr ich Richtung Ponte di Legno hinunter und verbrachte von späten Vormittag bis 1 Stunde vor Liftschluss den größten Teil des Tages in Teilgebiet Ponte di Legno/Temu, bevor es zurück zum Pass und dort weiter zum Ausgangspunkt ging.

gefallen:
- Sehr abwechslungsreiches Skigebiet
- Herrlicher Pulverschnee am Gletscher
- Herrlicher Firn auf schönen Pisten im Teilgebiet Ponte di Legno/Temu
- Panorama
- wenig Leute im Skigebiet und somit viel Platz auf den Pisten und keine Wartezeiten an den Liften

nicht gefallen:
- Langweiliger Skigebietsteil nördlich des Passes
- Leider habe nicht den Kamm oberhalb der Gletscherlifte erreicht.

Die unter "nicht gefallen" erwähnten Punkte ändern aber nichts daran, dass es ein grandioser Skitag war, der für mich das Highlight der Saison war.


Bilder:


Piste an der 4KSB Tonale Occidentale (25) im Osten des Tonalegebiets. Im Hintergrund die Cima Presanella (3556m), der höchste Berg der Adamellogruppe.
Die nicht allzu langen Pisten hier und an der danebenliegenden 4KSB Contrabbandieri (26) eignen sich gut zum einfahren in der Früh, wenn man aus dem Val di Sole kommt und an der langen, aber flachen 4KSB Valbiolo (24) ins Skigebiet einsteigt.



In der 4KSB Contrabbandieri (26)



Piste an der 4KSB Contrabbandieri (26)



in der 4KSB Alpe Alta (22)



Panorama Richtung Südwesten



Punta di Castellagio und Pisgana-Gletscher



Zoom auf den Pisgana-Gletscher



Blick auf das Hoteldorf am Pass. Der Bildausschnitt zeigt den angesprochenen langweiligeren Teil des Gebietes



Jetzt wird es skifahrerisch wieder interessanter. Das Bild zeigt die Piste 22 an der 4KSB Bleis (14)



Blick auf die ZUB Paradiso. Der Gletscherbereich ist verdeckt.



Leichter Zoom auf die dazugehörige schwarze Abfahrt.



An der Bergstation der ZUB angekommen erblickt man erstmals den Gletscherhang. Vorher muss man aber noch die lange, flache DSB (28) weiterfahren.



Blick auf die Gletscherpiste von der Bergstation der DSB. Eigentlich wollte von der Bergsation des Schlepplifts auf den Sattel links oberhalb der Bergstation hinaufsteigen. Dort müsste der Blick nach Süden auf den riesigen Mandrongletscher (gehört zusammen mit Pasterze, Gepatschferner und Fornigletscher zu den 4 größten Ostalpengletschern) möglich sein. Leider war in dem tiefen Schnee, bei dem man bei fast jedem Schritt bis zur Hüfte einsank, das Vorankommen extrem mühsam, so dass ich das Vorhaben abgebrochen habe. Bei anderen Schneebedingungen da oben sollte man aber leicht da hinauf kommen.



Blick von oben auf die Gletscherlifte und zugehörigen Pisten sowie auf die Verbindungs-DSB.



Panorama nach Norden. Die Berge gehören zur Ortlergruppe. Höchste Gipfel im Bild sind die Punta San Matteo (3678m) links im Bild und der Monte Vioz (3645m) knapp rechts der Bildmitte.



Zoom auf den Punta San Matteo



Zoom auf den Monte Vioz


Zoomt man noch stärker auf den Monte Vioz, dann ...

... erkennt man rechts unterhalb des Gipfels die Vioz-Hütte sowie links unterhalb der Bildmitte einen Kran. Dieser Kran befindet sich neben der Bergstation des Funifor 3000 im Skigebiet Pejo.



Eine herrliche Abfahrt liegt vor mir. Die Gletscherabfahrt bin ich 4 mal hintereinander gefahren.



Letzter Blick auf die Gletscherpiste. Diese ist für eine Gletscherpiste relativ steil.



Bergstation der ZUB Paradiso (27)



Auf der schwarzen Abfahrt hinunter Richtung Pass zurück.



Blick auf die 4KSB Bleis (14). Der markante Gipfel im Hintergrund ist der Corno dei Tre Signori (3360m), der sich in der Nähe des Gaviapasses befindet.



Zoom auf die 4KSB Bleis (14), Piste Nr. 22 und den Corno dei Tre Signori



100 Höhenmeter über dem Pass biege ich links ab Richtung Ponte di Legno. Das Bild entstand kurz nach der Abzweigung.

Fortsetzung mit Bildern aus dem Teilgebiet Ponte di Legno/Temu folgt ...
 
und weiter gehts:


2SB Corno d'Aola (7) und Cima Salimmo (3104m)



in der 2SB Corno d'Aola (7)



Blick aus der 2SB Corno d'Aola auf den Kurvenschlepplift Angelo (8)



Talstation und unterer Teil der Schlepplifttrasse



oberer flacher Teil der Schleppliftrasse



Blick vom Schlepplift Richtung Cima Salimmo



oberer Teil der Piste am Schlepplift. Im Hintergrund das Tal, das zum Gavia-Pass führt.



Blick auf Berge der südlichen Ortlergruppe. Höchster Gipfel ist die Punta San Matteo



unterer steilerer Pistenabschnitt



Bergstation der 2SB



Blick auf Ponte di Legno



Talstation der 4KSB Valbione (6)



Piste an der 2SB Cssola (5)



Herrlicher Firn auf den Pisten



Piste in der Nähe der Bergstation der 2SB Casola



in der Nähe der Talstationen der beiden 4SB Doss Delle Pertiche (4) und Santa Giulia (3)



4SB Santa Giulia



Talstationen der beiden 4SB



4SB Santa Giulia



Bergstation der 4SB Doss Delle Pertiche



Blick von der 4SB Santa Giulia zur 4SB Doss Delle Pertiche



Abfahrt (7) zwischen den beiden 4SB



Traumfirn



oberer Bereich der 4SB Santa Giulia



Bergstation der 4KSB La Croce (2)



in der 4KSB La Croce



schwarze Talabfahrt (1) mit Blick auf Temu



Temu



In der 4KSB Roccolo Ventura (1) mit dem unteren Teil der Talabfahrt



Hier unten war die Piste logischerweise etwas weicher, aber noch nicht unangenehm sulzig.


Am späten Nachmittag ging es zurück zum Tonalepass



wieder in der 4KSB Bleis (14)



in der Nähe der Bergstation der 4KSB Serodine (16)



Blick auf die ZUB Paradiso und die Punta di Castellaccio
 
Danke für den schönen Bericht aus einem meiner Lieblingsskigebiete.
In diesem Frühjahr liegt gerade auf der Passhöhe noch enorm viel Schnee
sogar auf den eher südseitigen Hängen, oder?

Ist in Ponte di Legno und Temu eigentlich jemals richtig was los? Bei meinen
Besuchen war es dort immer total leer. Kann sich doch kaum lohnen dort.
 
Wie es in Ponte di Legno zur Hauptsaison ist, weiß ich nicht. Ich hatte dort mehr oder weniger mein Privatskigebiet. Eigentlich war nur auf den Südhängen nördlich des Passes etwas mehr los. Am Pass hat es überall noch viel Schnee.
 
Sehr schön. Auch für Nichtkenner läßt sich das Gebiet durch den Bericht gut nachvollziehen. :top:
Die Abfahrt vom Gletscher runter zum Pass stell ich mir genial vor. Auch sonst macht das Gebiet durch die Ausdehnung über die verschiedenen Berge einen sehr abwechslungsreichen Endruck.
 
Klasse Bilder, der Firn macht einen ganz wuschig. :D

War jetzt 1x über Silvester (wenig Schnee) und 1x Ende Februar (viel Schnee) da und komme auf jeden Fall wieder. Schöne Carving-Autobahnen an der Tonale-Südseite, ein knackiger Gletscher mit verlängerter 1800hm-Talabfahrt und dann die klassisch-italienischen Waldschneisen um PdL und Temu herum - das hat mir viel Spaß gemacht. Einzig das Gasthaus oben am Gletscher werde ich nie mehr betreten, nachdem ich dort mal gut eine Stunde unter den wilden Tiraden ebenfalls wartender Italiener auf mein Sandwich gewartet habe. 8O :ja:
 
So, seit drei Tagen hab ich einen neuen leistungsstarken PC und kann mir nun auch solche Berichte mit Genuss anschauen - Deiner war nun der Erste ;-)!

Wie von den Anderen schon erwähnt, wieder einmal super nachzuvollziehen, wo was liegt und wie es wo aussieht! Täusche ich mich oder ähnelt der "langweiligere" Teil Livigno sehr (kenne ich auch nur von Bildern)?

Dein Bericht macht schon Appetit, da mal hinzufahren, aber bei uns ist immer das Problem: Ist es sehr "italienisch", d. h. kommt mein Mann auch ohne italienisch klar, gibt es nette Hütten à la Südtirol etc.?
 
Der Vergleich mit Livigno passt nicht wirklich. In Livigno geht es auf beiden Seiten 1000 Höhenmeter hinauf und es sind die Hänge in Talnähe, vielleicht bis auf den Bereich an der unteren Sektion der 8EUB Tagliede, steiler. Am Tonale ist die Passhöhe bei 1900 Metern und es geht auf den nördlich gelegenen Hängen nicht höher als 2500 Metern.

Mit der Verständigung hatte ich kein größeres Problem, obwohl ich außer ein paar Brocken Englisch nur Deutsch spreche.

Bei den Hütten kann man Glück oder Pech haben. An diesem Skitag war ich auf einer guten Hütte in Ponte di Legno. In Madonna di Campiglio habe ich aber auch zwei schlechte Hütten erlebt.
 
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