intermezzo
Eiger (3970m)
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Heute im Schweizer Blätterwald erschienen: Bericht über Airolo resp. ueber die restlichen Tessiner Skigebiete...
Seilbahn trotz genügend Schnee geschlossen
Gute Schneeverhältnisse derzeit in der Südschweiz. Doch Wintersportler im Tessin müssen ausgerechnet auf die wichtige Skianlage in Airolo verzichten. Die Skirennfahrerin Lara Gut hat in Airolo ihre ersten Versuche auf Ski gemacht. Ihre bekannten Vorgängerinnen Doris de Agostini und Michela Figini trainierten hier. Doch in diesem Winter bietet Airolo ein trauriges Bild. Die gesamte Anlage Pesciüm steht still. Dabei versinkt bereits die Kabine an der Talstation der Seilbahn, nur wenige Meter vom Südportal des Gotthard-Strassentunnels entfernt, im Schnee. «Wir arbeiten daran, dass wir in der Saison 2010/2011 wieder eröffnen können», heisst es auf einem Schild an der Autobahnausfahrt.
Die Situation ist grotesk. Denn Airolo-Pesciüm war im September des vorletzten Jahres von der Bündner Beratungsfirma Grischconsulta in einer vom Staatsrat kommissionierten Expertise als einzige Wintersportdestination im Tessin mit positiven Zukunftsaussichten bewertet worden. Einzig in Airolo seien allenfalls Zuschüsse der öffentlichen Hand gerechtfertigt, denn das Gebiet biete eine gewisse Schneesicherheit und sei durch die A2 verkehrstechnisch gut angebunden, hiess es damals. So liesse sich die nötige kritische Masse an Benutzern erreichen. Der Betrieb aller anderen Wintersportanlagen im Tessin lohne sich weder wirtschaftlich noch ökologisch.
Doch Studien sind das eine. Die politische Realität das andere. Ein gutes Jahr nach dem Grischconsulta-Verdikt ist Airolo geschlossen und alle anderen Anlagen sind in Betrieb: Bosco Gurin, Carì in der Leventina, Nara im Bleniotal, Campo Blenio und sogar Cardada, das längst totgesagte Mini-Skigebiet ob Locarno.
Noch im November war man in Airolo hoffnungsvoll gewesen, weil die Gemeinde zusammen mit Quinto und der Hilfe von Lugano die konkursite Seilbahn Pesciüm mitsamt drei Skiliften und Immobilien für 70 000 Franken ersteigert hatte. Ein Schnäppchenpreis. Der Wert des Inventars wurde auf 7,7 Millionen Franken geschätzt.
Doch die Freude kam zu früh. Seilbahnkönig und CVP-Grossrat Giovanni Frapolli focht die Versteigerung wegen vermeintlicher Irregularitäten vor dem Verwaltungsgericht an. Zudem gehört ihm noch ein Teil der Infrastruktur wie eine Seilbahn oder Pistenraupen für einen Gesamtwert von angeblich drei Millionen Franken.
Der juristische Streit ist nicht beendet. Es kann sein, dass die Versteigerung wiederholt werden muss. Die Bahnen stehen jedenfalls still. Airolos Gemeindepräsident Franco Pedrini bedauert den Zustand: «Es wäre für uns ein perfekter Winter gewesen.» Beizen, Hotels und Läden bemerken das Ausbleiben der Skitouristen. Nur der kleine Lift Lüina im Talgrund ist in Funktion. «So retten wir, was zu retten ist», sagt Pedrini.
Besser gelaufen ist es für Carì. Auch in der kleinen Wintersportdestination ob Faido drohten die Lifte wegen Rechtsstreitigkeiten stillzustehen. Doch Giovanni Frapolli zog einen angekündigten Rekurs zurück. In der mittleren Leventina haben sich die Gemeinden zusammengetan, um das Skigebiet zu betreiben. Allerdings ist fraglich, ob sie in den kommenden Jahren genügend finanzielle Mittel für den Betrieb haben und ohne Subventionen des Kantons auskommen.
Denn der Kanton Tessin ist nicht mehr gewillt, die Wintersportanlagen zu subventionieren. Hat sich doch gezeigt, dass die Skigebiete trotz Erneuerung der Anlagen und Investitionen in Millionenhöhe nicht auf einen grünen Zweig kommen. Einzig für technische Unterhaltsarbeiten sprach das Parlament in Bellinzona im November nochmals Gelder.
Die Abkehr von der früheren Subventionspolitik erzürnt aber die Gemeinden und Politiker der Bergtäler. Sie machen geltend, dass die Skistationen eine der wenigen Aktivitäten und Einnahmequellen dieser abgelegenen Gegenden im Winter sind.
Seilbahn trotz genügend Schnee geschlossen
Gute Schneeverhältnisse derzeit in der Südschweiz. Doch Wintersportler im Tessin müssen ausgerechnet auf die wichtige Skianlage in Airolo verzichten. Die Skirennfahrerin Lara Gut hat in Airolo ihre ersten Versuche auf Ski gemacht. Ihre bekannten Vorgängerinnen Doris de Agostini und Michela Figini trainierten hier. Doch in diesem Winter bietet Airolo ein trauriges Bild. Die gesamte Anlage Pesciüm steht still. Dabei versinkt bereits die Kabine an der Talstation der Seilbahn, nur wenige Meter vom Südportal des Gotthard-Strassentunnels entfernt, im Schnee. «Wir arbeiten daran, dass wir in der Saison 2010/2011 wieder eröffnen können», heisst es auf einem Schild an der Autobahnausfahrt.
Die Situation ist grotesk. Denn Airolo-Pesciüm war im September des vorletzten Jahres von der Bündner Beratungsfirma Grischconsulta in einer vom Staatsrat kommissionierten Expertise als einzige Wintersportdestination im Tessin mit positiven Zukunftsaussichten bewertet worden. Einzig in Airolo seien allenfalls Zuschüsse der öffentlichen Hand gerechtfertigt, denn das Gebiet biete eine gewisse Schneesicherheit und sei durch die A2 verkehrstechnisch gut angebunden, hiess es damals. So liesse sich die nötige kritische Masse an Benutzern erreichen. Der Betrieb aller anderen Wintersportanlagen im Tessin lohne sich weder wirtschaftlich noch ökologisch.
Doch Studien sind das eine. Die politische Realität das andere. Ein gutes Jahr nach dem Grischconsulta-Verdikt ist Airolo geschlossen und alle anderen Anlagen sind in Betrieb: Bosco Gurin, Carì in der Leventina, Nara im Bleniotal, Campo Blenio und sogar Cardada, das längst totgesagte Mini-Skigebiet ob Locarno.
Noch im November war man in Airolo hoffnungsvoll gewesen, weil die Gemeinde zusammen mit Quinto und der Hilfe von Lugano die konkursite Seilbahn Pesciüm mitsamt drei Skiliften und Immobilien für 70 000 Franken ersteigert hatte. Ein Schnäppchenpreis. Der Wert des Inventars wurde auf 7,7 Millionen Franken geschätzt.
Doch die Freude kam zu früh. Seilbahnkönig und CVP-Grossrat Giovanni Frapolli focht die Versteigerung wegen vermeintlicher Irregularitäten vor dem Verwaltungsgericht an. Zudem gehört ihm noch ein Teil der Infrastruktur wie eine Seilbahn oder Pistenraupen für einen Gesamtwert von angeblich drei Millionen Franken.
Der juristische Streit ist nicht beendet. Es kann sein, dass die Versteigerung wiederholt werden muss. Die Bahnen stehen jedenfalls still. Airolos Gemeindepräsident Franco Pedrini bedauert den Zustand: «Es wäre für uns ein perfekter Winter gewesen.» Beizen, Hotels und Läden bemerken das Ausbleiben der Skitouristen. Nur der kleine Lift Lüina im Talgrund ist in Funktion. «So retten wir, was zu retten ist», sagt Pedrini.
Besser gelaufen ist es für Carì. Auch in der kleinen Wintersportdestination ob Faido drohten die Lifte wegen Rechtsstreitigkeiten stillzustehen. Doch Giovanni Frapolli zog einen angekündigten Rekurs zurück. In der mittleren Leventina haben sich die Gemeinden zusammengetan, um das Skigebiet zu betreiben. Allerdings ist fraglich, ob sie in den kommenden Jahren genügend finanzielle Mittel für den Betrieb haben und ohne Subventionen des Kantons auskommen.
Denn der Kanton Tessin ist nicht mehr gewillt, die Wintersportanlagen zu subventionieren. Hat sich doch gezeigt, dass die Skigebiete trotz Erneuerung der Anlagen und Investitionen in Millionenhöhe nicht auf einen grünen Zweig kommen. Einzig für technische Unterhaltsarbeiten sprach das Parlament in Bellinzona im November nochmals Gelder.
Die Abkehr von der früheren Subventionspolitik erzürnt aber die Gemeinden und Politiker der Bergtäler. Sie machen geltend, dass die Skistationen eine der wenigen Aktivitäten und Einnahmequellen dieser abgelegenen Gegenden im Winter sind.