chianti schrieb:
na dann bin ich ja mal auf deine Chips&Bier- bzw. Kaffee&Kuchen-Bilanz gespannt ...
Hier ist sie, ganz sportlich:
Unter dem Strich war einiges an Licht, aber auch viel Schatten, eine nicht schlechte Saison mit dem Höhepunkt der 4 WM-Medaillen, darunter das Gold von Maria, aber andererseits eine Menge gesundheitl. Probleme und, besonders ärgerlich, die vielen Ausfälle in technischen Rennen, oft in aussichtsreicher Position. Wenn sich das so fortsetzt, werden die Alpinen in der Publikumsgunst wieder sinken.
Die HERREN legten mit 3 Siegen und 9 Podiums eine Saison hin, die seit 80/81 nur zweimal übertroffen wurde (85/86, 86/87). Auf die Technik bezogen, es waren ja alles SL/RS-Podiums, ist es sogar das beste Ergebnis seitdem. In 89/90 gab es 3 Siege und 6 Podiums durch Bittner.
Sonnyboy und „ewiges Talent“
Felix Neureuther schaffte endlich seinen Durchbruch zur Führungsfigur. Im SL fuhr er so konstant gut wie noch nie und war der einzige ernsthafte Herausforderer von Hirscher. Bei der WM machte er die lang ersehnte Medaille. Geradezu sensationell war sein Aufstieg im RS. In Val d’Isere noch mit einer Startnr. jenseits der 30, arbeitete er sich ständig nach vorne und redete zuletzt um’s Podium mit, selbst ein Sieg war möglich. Die Saison schloss er in der ersten Startgruppe ab.
Dopfer hatte eine schwierige Saison, nicht untypisch für die zweite nach dem Aufstieg. Es war auch einiges an Rennpech dabei. Immerhin schafft er sein bestes Ergebnis bisher mit Platz 2 in Adelboden und landete am Ende in der ersten Startgruppe im SL. Hervorzuheben sind auch seine starken Leistungen in beiden Teamwettbewerben.
Überhaupt war es im RS eine WC-Saison, wie vielleicht noch nie für den DSV. Auch
Luitz begann stark und in Val d’Isere dann der Hammer mit seiner Sensationsfahrt im 2. Lauf auf Platz 2. Dazu noch Felix auf 4, man traute seinen Augen kaum. In Adelboden standen Dopfi und Felix gemeinsam auf dem Podium. Wer vor zwei Jahren solche Ergebnisse prophezeit hätte, den hätte man für verrückt erklärt. In Garmisch lag sogar noch Größeres in der Luft, Platz 1 und 3 nach dem 1. Lauf für beide. Dummerweise ging dann der 2. Lauf in die Hose.
Im Speed leider nichts Neues, der Verletzungsteufel hat den DSV weiterhin im Griff. Dabei fing es mit dem 5. Platz von
Stechert in Lake Louise vielversprechend an. In Beaver Creek war er sogar auf Podestkurs, aber dann kam es, wie es kommen musste .... Man fragt sich, ob er jemals so stabil gesund wird, dass er sein beachtliches Potenzial ausschöpfen kann.
Keppes kam durch seine gesundheitl. Problem nie so richtig in Schwung. Positiv war die Entwicklung von
Ferstl, der sich gut von seiner Verletzung in Beaver Creek erholte und in Garmisch auf einen sehr beachtlichen 9. Platz fuhr. Nachdem sich im Nachwuchs einiges tut und es Andi Strodls Knie besser geht, gibt es zumindest Hoffnung für die Zukunft.
Mit den DAMEN geht es seit dem Höhepunkt in 10/11 mit 9 Siegen und 24 Podiums bergab, auf jetzt nur noch 4 Siege und 11 Podiums, also weniger als die Hälfte. Schlechter war es das letzte mal 07/08. Für
Maria war das in ihrer Rückkehrsaison 06/07 der Fall. Die 2 WM-Einzelmedaillen (zu der im Team hat sie nicht viel beigetragen, z.B. Niederlage gegen Mielzynski) kompensieren das m.E. nur zum Teil, auch wegen ihres fatalen Ausscheidens im SL, eine Medaille in Sicht. Überhaupt leitstete sie sich in ihrer einstigen Paradedisziplin eine kaum zu fassende Ausfallserie, inkl. der Kombi in Meribel 5 SLs hintereinander. Im Speed lief es erst mit der WM besser. Unter dem Strich bleibt aber ein weiterer Niedergang. Sie muss unbedingt körperlich zulegen, will sie nochmals zur einstigen Größe aufsteigen. Davon gesprochen hat sie ja und Einsicht ist der erste Schritt zu Besserung.
Auch
Vicky hat sich verschlechtert. Sie ist leider die erste Verliererin der Materialreform im RS. Immerhin konnte sie sich im SG stabilisieren, dafür in der Abfahrt ein Minus. Positiv ist, dass sie ihr Spektrum mit Kombi, also auch SL, erweitern will. Um wieder an die Spitze im RS kommen zu können, muss sie ihren Stil umstellen, hin zu einer runderen, flüssigeren Fahrweise. Und sie sollte für den Speed über einen Materialwechsel nachdenken.
Der einzige Lichtblick in der Saison war
Veronique Hronek. War sie zunächst noch oft als Crashpilotin unterwegs, wurde sie ab der WM stabiler (dort sogar auf Medaillenkurs im SG) und erzielte ihre besten Karriereplatzierungen in SG, RS und Kombi. Überraschend stark präsentierte sie sich im SL. Im Teamwettbewerb von Lenzerheide schlug sie fast sensationell Kirchgasser und Holmner.
Der Rest des Damen-Teams war schwach bis miserabel. Von der einstigen Stärke im SL ist kaum mehr was übriggeblieben. Da ist grundsätzlich was faul beim DSV. So gut wie alle sind abgesackt und nicht mehr WC-fähig. Man hat wohl die Entwicklung verschlafen, auch im RS.
Lena Dürr hatte zunächst ein paar ordentliche Rennen, aber nach St. Moritz und der anschließenden Grippe war der Ofen für den Rest des Winters aus. Ausnahme waren die Parallelrennen, wobei sie in Moskau völlig überraschend ihren ersten WC-Sieg schaffte. Ansonsten fuhr sie kraft- und saftlos hinterher. In körperlicher Hinsicht muss bei ihr dringend was passieren. Die Saison von
Geigi war zuletzt nur noch katastrophal, folgerichtig der Absturz auf WCSL Platz 23. Ihre andauernden Probleme mit der Patellasehne können der Grund dafür sein. Hoffentlich wird das wieder besser bei ihr.