NIC schrieb:
... aktuell hat Österreich keinen wirklichen Siegfahrer in der Abfahrt.
Naja, die Jungen Franz, Mayer, Striedinger etc. werden schon noch Erfolge einfahren und die Alten Kröll, Streitberger, Reichelt auch, aber einer von Schlage Walchhofer, Eberharter, Maier, Strobl oder Trinkl ist nicht dabei. Solche Ausnahmekönner bringt selbst der ÖSV nicht ständig hervor. Mir fällt auch auf, dass die jungen Fahrer nicht gerade Brocken sind, was auf manchen Strecken von Nachteil ist.
Inzwischen wurden Einzelheiten zum sensationellen Comeback von Stefan Luitz, nur 8 Monate nach dem Kreuzbandriss, bekannt. Bisher war so was nicht möglich, in der Regel dauerte es 6 Monate bis zum Trainingsbeginn auf Rennschiern, weitere Monate bis zum alten sportlichen Niveau und dann noch die mentalen Hürden, bei Skirennen besonders hoch. Luitz war bereits in Sölden voll da. Er fährt ohne Zurückhaltung und sogar stabiler wie vorher. 3 Rennen hintereinander auf Topniveau, ohne einen größeren Fehler, hatte er noch nicht geschafft.
Der DSV hat hier tatsächlich eine Innovation zustande gebracht und verantwortlich dafür ist Charly Waibel, Cheftrainer der Alpin-Herren und Sportwissenschaftler. Auf Basis neuer Therapieansätze begann man schon 3 bis 4 Monate (!) nach der Verletzung mit Aufbautraining im Schnee, natürlich zunächst mit leichtem Skifahren, fast wie in der Skischule. Zusätzlich wurde ein neue, von Waibel entwickelte Knieschiene eingesetzt, die das Knie stabilisiert und gegen Kreuzbandriss schützt. Durch die Schiene fühlte sich Stefan von Anfang an sicher und trägt sie heute an beiden Knien.
Natürlich hat beim Comeback auch sein überragendes Talent eine wichtige Rolle gespielt. Der andere mit der gleichen Verletzung, Andreas Sander, fährt hinterher, aber das tun deutsche Abfahrer generell …
jonsson schrieb:
Kritik an den fehlenden Abfahrtstrainingsmöglichkeiten für den ÖSV:
http://sport.orf.at/stories/2198078/
Grundsätzlich hat Schröcksi schon recht. Mich wundert, dass Österreich als Alpin-Nation Nr. 1 kein Speed-Trainingszentrum hat. Der US-Verband hat in Copper Mountain ein solches Zentrum. Es steht anderen Nationen zu Verfügung und die nutzen das auch, allerdings begrenzen die Amerikaner die Kontingente.
Wie machen das den die anderen Nationen wie Deutschland, Norwegen etv. ?
Für die Ski-WM in Garmisch wurde eine 2. Kandahar-Strecke gebaut, die als Trainingsstrecke genutzt werden kann. Allerdings gab’s Streit mit der Zugspitzgesellschaft, die das Skigebiet betreibt, wegen der Präparierung der Strecke. Eine rennmäßige Präparierung ist teuer und die Strecke kann nicht für den Publikumsskilauf genutzt werden. Wie der momentane Stand ist, weiß ich nicht, aber ich vermute, dass da nix mit Training war, betrachtet man sich den Leistungsstand der DSV-Abfahrer

Vielleicht kann ab Ende Januar trainiert werden, nach den Kandahar-Rennen. Für OL ist das aber zu spät.