Seilbahnjunkie schrieb:
Die 4 Eiskanäle machen sich aber auch bezahlt.
Sicher nicht im wirschaftl. Sinn, durch Förderung von Tourismus oder Absatz von Wintersportausrüstung. So rechtfertigt die ÖSV-Spitze die hohen Ausgaben für die Alpin-Abteilung. Es kann nur um Medaillen gehen, aber welchen Wert haben die in solchen Mini-Mini-Disziplinen für die sich kaum jemand interessiert (selbst bei uns gibt es ein nennenswertes Interesse nur bei OL) und die in max. 3 Ländern ernsthafter betrieben werden, mit vielleicht 20 - 30 Vollprofis weltweit? Wenn man da viel Geld reinsteckt, kommt man leicht zu Erfolgen. Wo ist man bereit zig Millionen in die Bob-Entwicklung zu stecken? Nirgendwo anders, als bei uns. Klar hat sich die FES den Sochi-Flop geleistet, aber das war nur ein Ausreißer nach unten, standardmäßig fährt man der Konkurrenz mit überlegenem Material davon.
Ich denke mir immer, wenn man davon 1 - 2 Mio. für die Alpinen abzweigen würde, könnten die sich z.B. gute Überseetrainingslager für den Speed-Bereich leisten. Diese Trainingslager sind wichtig, auch für den Nachwuchs. Bisher waren es für den DSV gerade mal 3 - 4 "Hanseln" ggüb. z.B. 30 vom ÖSV oder, wie man hörte, ca. 100 (!) vom italienischen Verband. Da kann man eine ganze Truppe von Nachwuchsläufern rüberschicken, undenkbar für unsere Alpinen. Jetzt hat man im DSV wenigstens 100.000 € locker gemacht, um eine gewisse Kaderstärke zu erreichen, sonst wäre Berthold vielleicht gar nicht gekommen. Sein Auftrag ist ja, den Speed voranzubringen.
Aber im Rodeln gibt es, vor allem bei den Frauen, eine so krasse Dominanz der Deutschen, dass man im Prinzip jede Sekunde damit rechnen muss, dass es aus dem olympischen Programm fliegt. Mir ist keine olympische (Winter-)Sportart bekannt die von einem Land so konstant dominiert wird.
So ist es. Anstatt die Zulässigkeit von Rodeln in Frage zu stellen, hat man das Programm erweitert und so für eine weitere Dauer-Goldmedaille gesorgt, dank der starken deutschen Lobby im IOC, schließlich ist jetzt auch der IOC-Präsident Deutscher. Und damit Rodeln nicht so einseitig aussieht, bezahlt der DSB Exoten die Teilnahme an Rennen und gibt ihnen Renngeräte (nicht die neuesten natürlich). Ist wirklich so, im WDR kam mal ein Bericht darüber.
Dass die Deutschen mehr für den Alpinsport ausgeben müssen als so manch anderes Land liegt aber sicher auch an unseren begrenzten Trainingsmöglichkeiten.
Für die Kader sollten eigentl. kaum höhere Kosten entstehen, auch wenn man auf dem Gletscher trainieren muss. Hintertux, Sölden oder Pitztal sind von Oberbayern aus gut zu erreichen, geht in einer Tagesfahrt. Für Manche vom ÖSV wird's nicht viel kürzer sein. Anders ist es im Schülerbereich. Da ist es besser, wenn ortsnah trainiert werden kann. Der DSV ist da im Nachteil.
Sobald es über den Kinderbereich raus geht bleibt eben nur der relativ geringe Alpenanteil, der Arber und der Feldberg (bzw. Fahl). Der Rest ist wohl nicht so wahnsinnig tolles Trainingsgelände.
Man muss zwischen Technik und Speed unterscheiden. Im Speed ist es schwierig, aber nicht nur bei uns, selbst der ÖSV klagt darüber, dass man keine permanente Trainingsstrecke im Land hat (die Amis haben eine in Colorado). SL und RS kann man auch in Mittgebirgsregionen trainieren. Etwa Oberwiesenthal hat am Fichtelberg sogar eine kleine Skischaukel. Das Problem in den NBL ist aber, dass es keine Leistungsstrukturen für Alpin gibt. Dort ist kein Know-How dafür. Sie konzentrieren sich immer noch auf die gleichen Disziplinen, wie zu DDR-Zeiten. Nach der Wende haben sie einfach so weitergemacht. Inzwischen hat der DSV einen Alpin-Trainer nach Oberwiesenthal geschickt, um eine Nachwuchsgruppe auf die Beine zu stellen. Mal schauen, ob dabei was herauskommt.
Ein Bekannter von mir ist früher jedes zweite Wochenende im Herbst mit dem Landeskader BaWü nach Kaprun gefahren, sowas geht einfach ins Geld.
Gehen tut es schon, wie Seizinger und Sander zeigen. Man muss halt umziehen, was aber schon wegen des Skigymnasiums erforderlich ist. Das ist ja unabdingbar für eine Karriere. Sauteuer ist eine Ausbildung zum Skirennfahrer sowieso und für eine normale Familie kaum zu bezahlen.