Kleine Bestandsaufnahme vom ÖSV, bissl durcheinander, betrifft mehrere Themen:
Der ÖSV wird dieses Jahr den Nationencup wieder gewinnen, das liegt aber weniger an den Top-Einzelergebnissen (Österreich 6 Siege, Norwegen 15), sondern vor allem im Damenbereich daran, dass alles reingeworfen wird was irgendwie einen brauchbaren Schwung fahren kann. In jedem Rennen wird das vollen Startkontingent ausgenutzt.
Im Gesamtweltcup liegt die beste ÖSV Dame auf Rang 10, danach Platz 14 und 15. Damit gewinnt man normalerweise keinen Nationencup.
Allerdings weiter hinten gehts los, Platz 40-60 liegen 9 ÖSV Damen. Insgesamt haben diese 9 rund 1400 Punkte gesammelt. Falls den Film "Moneyball" jemand kennt... es erinnert irgendwie daran. Man erzeugt mit Masse Klasse.
Die Mädels haben sich scheinbar damit abgefunden und können ein entspanntes Sportlerleben führen. Plätze zwischen 15-25 werden als ausreichend gesehen, kaum jemand schimpft mit ihnen und so lebt es sich entspannt dahin. Vom Trainingsaufwand behaupte ich mal, dass ein Hobby-Landesligaspieler auf einen ähnlichen Trainings-Zeitaufwand kommt, allerdings natürlich neben dem Brot-Beruf.
Der kürzlich zurückgetretene Damen-Cheftrainer hat als Begründung für seinen Rücktritt angegeben:
"Ich möchte einfach mit Athleten arbeiten, die motiviert sind und was erreichen wollen."
Tja.
Und Motivation im Damenbereich ist im ÖSV leider ein komplettes Fremdwort geworden.
Als im Sommer Fr. Stadlober Präsidentin wurde und der Damen C-Kader fast 3 Wochen nach Südamerika fliegen durfte zum Trainieren, hab ich mir gedacht na serwas, ab jetzt werden die Damen noch mehr verwöhnt als unter Schröcksi.
Aber da lag ich daneben. Fr. Stadlober hat einige der Privilegien wieder abgeschafft, was unter Schröcksi natürlich unmöglich gewesen wäre, er wäre sofort wieder als Sexist oder noch Schlimmeres abgestempelt worden. Von daher bin ich als ÖSV-Mitglied dankbar dafür eine Frau als Präsidentin zu haben, dieser kann man ja schwer Sexismus gegenüber dem Damen-Nationalkader vorwerfen
Kleines Beispiel: Unter Schröcksi mussten die Damen nur in der Hotellobby im Rennanzug erscheinen, alles andere wurde ihnen abgenommen. Ab Lake Louise war es jetzt aber so, dass jeweils 4 Mädels einen Mietwagen bekommen haben und sich selbst darum kümmern mussten wer fährt und auch die eigenen Schuhe und Besichtigungsski mitnehmen.
Kein großes Thema könnte man meinen...
Weit gefehlt... es gab Riesendrama, Trainingslehrgänge wurden gestrichen, Onlinetelefonate mit Fr. Kronberger warumwiesoweshalb. Fr. Venier wurde einmal sogar aus dem Kader gestrichen ob ihrer ganz persönlichen Sicht der Welt.
Fr. Stadlober ist aber standhaft geblieben. Ich vermute allerdings, dass jetzt doch ein eher einfühlsamerer Trainer kommen wird als Mitter, vermutlich ist die Kritik dass er mit den Mädels wie mit Männern geredet hat doch berechtigt.
Zurück zum Thema Motivation...
Vor einigen Wochen war zum Thema Materialabstimmung in einer TV-Diskussionsrunde geladen. Teilnehmerin ua Fr. Kirchgasser.
Auf die Frage wieviel Zeit denn die Kirchi so für Materialtesten und Feinabstimmung verwendet hat in ihrer Karriere, kommt die Antwort... ich hab mich in den letzten 3 Jahren meiner Karriere überhaupt nicht ums Material gekümmert, ich bin mit dem Ski gefahren den mir mein Servicemann hingelegt hat.
Nach einem kurzen Schweigemoment (vielleicht ist ihr selbst bewusst geworden was sie da gerade von sich gegeben hat)... das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich hatte einfach keine Zeit dazu.
Aha.
Bleibt die Frage was Fr. Kirchgasser mit ihrem 24 Stunden Tag gemacht hat, wenn sie 3 Jahre lang das eigene Material ignoriert hat. (Die Frechheit muss man auch einmal besitzen zu einer Diskussionsrunde im TV zu gehen und dann nichts dazu beizutragen).
Nachdem der Moderator etwas verwundert nachgefragt hat, kommt dann Folgendes: Mein Servicemann hat die anderen Servicemänner gefragt was bei den Sommertests bei den anderen Damen am Besten funktioniert hat und daran haben wir uns gehalten
Und das von der Dame, die nach Fenninger/Veith immer die besten Werbeverträge hatte.
Mir war bekannt, dass sie im letzten Jahr ihrer Karriere eigentlich gar nicht mehr trainiert hat und nur ihren Milka-Vertrag zu Ende gefahren ist, aber dass ihr schon 3 Jahre lang alles wurscht war, fand ich dann doch etwas viel.
Sehe mich durch die angeführten Beispiele von Mitter und Kirchgasser aber in meiner Meinung zu den ÖSV-Damen bestätigt. Eine eigentlich talentierte Hobbytruppe ohne jegliche Ambitionen. Shiffrin, Vlhova, Goggia werden als unschlagbar angesehen, also wozu sich anstrengen.
Andere Infos:
Im Pinzgau hat sich Kristoffersen sehr beliebt gemacht. Er hat die Anfrage der Mittelschule Saalfelden tatsächlich angenommen und ist bei den Schulmeisterschaften in voller Rennmontur als Vorläufer gefahren. Die Fotos von den strahlenden Sprösslingen und Eltern machen die Whatsapp-Runde.
Es wird aufgefallen sein das Filip Zubcic, dieses Jahr nicht diese Resultate erzielen kann wie letztes Jahr.
Einfache Erklärung: Nach seinem Sieg in Bansko sind alle auf den längeren Riesenslalomski gewechselt, so wie er das davor bereits längere Zeit gemacht hat. Vorteil dahin.