Etwas verspätet will ich noch meinen Senf zur Situation unserer Alpinen abgeben. Zwischen den Herren und Damen hat sich teammäßig eine große Kluft aufgetan. Vor 8 bis 10 Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, dass unsere Herren mal viel besser dastehen würden, verrückt.
Herren-Speed: Hoffentlich wird Thomas wieder zur Verfügung stehen (wobei man aber nicht gleich zu viel von ihm erwarten sollte) und Jocher den nächsten Entwicklungsschritt machen, drauf hat er es. Ob von Baumann, Sander, Ferstl, Schwaiger noch was kommen wird, werden wir sehen. Jedenfalls die Hinterherfahrerei mit 2 Sek. und mehr, kann man vergessen. Ich sage mal, die nächste Saison ist die Bewährungsprobe für sie. Wobei Schwaiger immerhin auf den schwierigen Strecken brauchbar ist (Beaver Creek, Bormio, Kitz mit Abstrichen), aber was will man mit einem Gleiter wie Baumann anfangen, der auf den Gleitstücken nicht mehr schnell ist. Wobei ich den Verdacht habe, dass auch das Material eine Rolle spielt und sie da ins Hintertreffen geraten sind. Könnte eine Baustelle sein.
Herren-SL: Linus ist eine Bank, aber er sollte an seiner Schwäche bei weichen Pistenverhältnissen arbeiten. Die Konkurrenz ist mörderisch, vielleicht so breit wie kaum zuvor. Ob Holzmann zurückkommt und wie, ist abzuwarten, aber richtig den Durchbruch hat er nicht geschafft. Bei Tremmel, Himmelsbach, Ketterer frage ich mich, ob es noch was mit ihnen wird. Ein-/zweimal in den Punkten pro Saison ist zu wenig. Bei den Jungen tut sich zum Glück was. Sehr gut fand ich, Gratz im Team-Event zu bringen (statt die anderen) und bei der JWM war Witte Dritter und zwei weitere in den Top 20. Vielleicht sollte man eher auf die Jungen setzen.
Herren-RS: Schmid ist ein Top-15-Mann und hat m.E. Luft nach oben. Bei Luitz muss man abwarten, ob er wieder gesund wird und es ist eh das Problem bei ihm, dass er kaum zwei/drei Saisonen gesund übersteht. Bei Rauchfuß gab's wenigstens eine Verbesserung (dreimal in den Punkten), aber ein Nachwuchsmann ist er nicht. In Kranjska Gora fuhren Gratz und Grammel dreimal in die Punkte, was auf dem schwierigen Hang beachtlich ist. Grammel war einmal sogar unterwegs zu einer überragenden Bestzeit, bis er es im Zielhang vermasselte. Also da kommt was nach.
Bei den Damen kann man sich Teambewertungen sparen und es reicht aus, drei Fahrerinnen zu nennen: Dürr, Weidle, Aicher. Dahinter gibt es so gut wie nichts mehr. Beim den Weggang von Graller könnte das eine Rolle gespielt haben. Vielleicht hat er das Handtuch geworfen oder man traut ihm nicht zu, da noch was bewirken zu können. So wie jetzt könnte man eigentlich das Damenteam abschaffen, den Betreuerstab eindampfen und sich auf Einzelförderung konzentrieren. Wäre effektiver und wohl auch billiger. Mit Emma Aicher hat man eines der großen Nachwuchstalente, vielleicht zusammen mit Egger und Ljutic das größte. Seit ihrer großartigen Vorstellung bei der JWM, wo sie 2. in SL und RS wurde und ganz überraschend auch 2. in der Abfahrt sowie 4. im SG, ist ihr auch als Allrounderin einiges zuzutrauen.