Zunächst einmal möchte ich mich bei euch für die Eröffnung dieses Threads bedanken - wie so mancher vermutlich mitbekommen hat, habe ich in den letzten 2-3 Jahren schon ab und an mal meine Besorgnis bezüglich der langsamen, aber stetigen Veränderungen im Alpinforum geäußert - und ich zähle mich hier durchaus auch zu den alten Hasen...
Vorab möchte ich noch sagen, dass ich es sehr positiv finde, wenn ihr in diese Diskussionen auch User einbindet. Aufgrund der Komplexität so mancher Themen (die nicht einfach nur mit 1-2 Beiträgen hierzu abgetan sind), würde ich aber anregen (je nachdem, wie ernst ihr das tatsächlich meint), hierzu eine kleine Strategiegruppe o.ä. zu bilden, in der diese Themen dann wirklich auch be- bzw. ausgearbeitet werden. Das kann auf Mod-Ebene sein, ist aber aus meiner Sicht nicht zwingend bzw. habe ich momentan nicht das Gefühl, dass es aktuell genügend Mods gibt, die wirklich Interesse an der Weiterentwicklung des Alpinforums haben.
Grundsätzlich ist der Erfolg des Alpinforums - historisch gesehen - aus meiner Sicht ganz erheblich auf den Idealismus von vielleicht 2-3 Dutzend Usern zurückzuführen, die das Forum wirklich stunden-, ja tagelang mit Inhalten bereichert haben, an die man über andere Wege schlichtweg nicht gekommen ist. Das Alpinforum hat meiner Ansicht nach immer maßgeblich von Insiderwissen und Locals gelebt - gespickt mit Urlaubsgästen, etlichen Skiverrückten und Technikspezialisten war das (und ist zum Teil auch heute immer noch) eine hochinteressante Mischung. Dieser Mehrwert ist aus meiner Sicht zu einem erheblichen Teil verloren gegangen und - ohne jetzt neue User abwerten zu wollen - konnte durch eine quantitativ wesentlich höhere Useranzahl praktisch nicht kompensiert werden. Natürlich sind die "alten Hasen" im Laufe der Zeit auch älter geworden, Lebensschwerpunkte und Zeitbudgets haben sich (auch bei mir) verändert und teilweise ist wohl auch das Interesse verloren gegangen. Ich kenne aber auch einige, in der Vergangenheit sehr wertvolle, User auch persönlich, und weiß, dass es nicht alleine daran liegt. Vorschlag hierzu: Auswahl von 20 mittlerweile inaktiven Usern und proaktive Kontaktaufnahme seitens des Mod-Teams, was sich ändern müsste, um diese wieder zur Mitarbeit zu bewegen. Ich bin mir sicher, dass so mancher tatsächlich bereit wäre, wieder einzusteigen. Ich denke zu den meisten Usern gibt es irgendwelche persönliche Kontakte von Usern, die auch heute noch aktiv sind.
Spezifisch für den SSSC-Raum kann ich sagen, dass - ganz allgemein betrachtet - die Qualität, aber auch die Quantität des Contents deutlich abgenommen hat. Für überdokumentiert halte ich die Gegend jedoch keinesfalls - jeder Skitag ist doch irgendwie anders, und insofern zählt das für mich nicht wirklich als Argument. Man sollte sich hingegen ehrlich eingestehen, warum man - spezifisch für diese Region - User wie max, treff2000, schafi, Dachstein, Alpi, br403, Huppi verloren hat. Diese Liste lässt sich auch für andere Regionen fortsetzen, wo die Beiträge von vadret, Xtream, skikoenig, Emilius3557, gerrit, flo,... aus meiner Sicht doch fehlen.
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist meinerseits auch die - gefühlte - mittlerweile nicht mehr vorhandene Moderation. Weniger, weil die Diskussion so aus dem Ruder laufen würde, sondern schlichtweg, um die Qualität der Beiträge zu überwachen und unter Kontrolle zu halten. So mancher neuer User mit vielen Beiträgen wäre früher wohl gesperrt worden, weil die Themen in wiederholtem Maße nichts mit der eigentlichen Thematik zu tun hatten bzw. die Beiträge nachweislich auf Nichtwissen beruhen. Die anderen Themen (Weiterentwicklung der Foren-Struktur, Umstellung Skitags-Counter, keine Disziplin mehr in der Gestaltung von Berichts-Titeln, regelmäßig gehacktes AlpinWiki,...) wurden teilweise schon genannt.
Inwiefern man mit dem Forum tatsächlich Richtung Social Media gehen möchte, ist aus meiner Sicht eine wesentliche Grundsatzentscheidung. Ich habe mit dem Thema Social-Media-Politik eines Unternehmens auch immer wieder zu tun - die Frage, welche Inhalte man als Organisation (egal ob kommerziell oder nicht kommerziell orientiert) auf Social Media-Plattformen teilt, ist hochkritisch und gehört jedenfalls mit Bedacht entschieden. Persönlich würde ich vorschlagen, eine eigene Facebook-Präsenz aufzubauen, deren Hauptzweck ausschließlich die Verlinkung hochwertiger Skiberichte ist. Damit könnte man neue Userschichten erschließen und so auch wesentlich mehr Page-Impressions (und in Folge auch User-Zahlen) generieren.
Darüberhinaus ist auch zu überlegen, wie man mit Instagram bzw. Hashtags arbeiten könnte - hierzu kenne ich die Möglichkeiten der Foren-Software leider nicht.
Parallel dazu würde ich aber auch überlegen, inwiefern man seitens des Alpinforum-Managements bzw. Mod-Teams auch proaktiv die Kontakte zu Skigebieten bzw. Skiverbünden pflegen könnte. Grundsatz des Alpinforums war immer eine unabhängige, objektive und teils auch kritische Berichterstattung - aber das schließlich aus meiner Sicht nicht grundsätzlich aus, dass man z.B. auf das Management von Ski Amadé, derTirol Snow Card oder derSalzburg Super Ski Card zugehen und überlegen könnte, ob diese Skiverbünde nicht z.B. einen Wettbewerb unterstützen würden, indem die besten 5 Berichte aus der jeweiligen Region mit Tageskarten, der beste Bericht vielleicht sogar mit Saisonkarten, belohnt werden würden. Das würde die Motivation für die Erstellung von Berichten ganz wesentlich erhöhen, ohne hierfür die Objektivität grundsätzlich aufgeben zu müssen.
Die Frage ist letzten Endes auch, wie innovativ man - abseits von allen technischen und organisatorischen Themen - auch in kommerziellen bzw. positionierungstechnischen Fragestellungen sein möchte. Ich bin jedenfalls zu 100% davon überzeugt, dass ein Forum nach wie vor eine Zukunft bzw. Berechtigung hat, wenn es um tiefgehende, differenzierte Fragestellungen geht. Sich alleine auf die 100%-ige Unabhängigkeit zu verlassen, ist aus meiner Sicht aber schon ein Punkt, über den man durchaus auch diskutieren sollte - irgendetwas muss man den Berichtsautoren auch bieten, um sie zur Erstellung von Content zu motivieren.
Wie man unschwer erkennen kann, liegt mir die Zukunft des Alpinforums durchaus am Herzen. Insofern kann ich nur anbieten, meinen Beitrag (auch auf strategischer bzw. ggf. auch moderationstechnischer Ebene) zu leisten, um das Forum "fit for future" zu machen - sofern man tatsächlich ernsthaft überlegt, größere Fragestellungen anzupacken.