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Amoklauf bei Stuttgart

sorry, aber wer behauptet das solche Taten mit Gewaltspielen nichts zu tun haben wird sicher umdenken müssen. Gezielte Kopfschüsse lernt man bestimmt nicht im Schützenverein oder beim Biathlon schauen. Was der gemacht hat war brutaltes Abschlachten und rumballern
genau so wie es in solchen Spielen vorkommt.
Das es natürlich noch andere Probleme in der Familie hatte kann sollte auch klar sein.
Ein "ordentlich behütetes Kind" wird sowas sicher nicht tun. Und eine "Schießbahn" im Keller hat auch nicht jeder. Der Vater wird sich wohl auch in irgend einer Form verantworten müssen.

Ich werde in jedem Fall alles tun meinem Sohn solche Spiele nicht zugänglich zu machen!

Es soll erste Infos zur Tat geben: (im Mittelteil)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612826,00.html
 
mic schrieb:
sorry, aber wer behauptet das solche Taten mit Gewaltspielen nichts zu tun haben wird sicher umdenken müssen. Gezielte Kopfschüsse lernt man bestimmt nicht im Schützenverein oder beim Biathlon schauen. Was der gemacht hat war brutaltes Abschlachten und rumballern genau so wie es in solchen Spielen vorkommt.

Und wenn man sie verbietet, dann holt sich derjenige die Anregungen woanders her - sage nur Fernsehen (Rambo, Stirb langsam - wenn auch sehr unrealistisch). Und die Spiele, die bereits verkauft sind, kann man wohl auch nicht so leicht einziehen...

mic schrieb:
Ich werde in jedem Fall alles tun meinem Sohn solche Spiele nicht zugänglich zu machen!

Sehr löblich! Ich hatte auch nie mit echten Waffen zu tun und das wird auch so bleiben. Und durch die Tatsache, dass ich mir erst mit 19 Jahren einen Rechner gekauft habe und im Elternhaus kein PC vorhanden war, hatte ich nicht mal die Gelegenheit, mich mit solchen Spielen zu beschäftigen.

MFG Dachstein
 
Naja, ist jemand labil, können Gewaltspiele schon einiges anrichten. Da geb ich den Experten recht. Aber ein halbwegs gesunder Mensch kommt nach ein paar Stunden Counter-Strike nicht auf die Idee Amok zu laufen...
Weiters sind wir von so viel Gewalt umgeben(schaut nur mal auf Youtube bzgl. Irak nach), dass das bischen Conterstrike wahrscheinlich nur noch ein Tropfen in nem übervollen Fass ist.

@ Kind davor schützen: Mein kleiner Neffe konnte mit 4 bereits den Computer anschalten, und ein Spiel starten. (allerdings ein altersgerechtes)
Und auch wennst noch so aufpassts, dann wird halt bei nem Freund gezockt.
Man sollte halt wissen, was die Kinder so treiben. Aber wenn man sein Kind höchsten Abends zwischen 20 und 21 Uhr sieht, weil man sonst nur am Arbeiten ist, dann darfs einen nicht wundern, wenn man nichts vom Kind mitbekommt.
Womit wir wieder bei meine Punkt "Gesellschaft-Arbeit-Politik" wären, an dem sich die nächste Zeit wohl nichts ändern wird.

@ Waffen: Ich hab bei der Bundeswehr für mein Leben genug geballert. Ich mag sogar nichtmal Silvesterknaller. Aber auf jugendliche üben Waffen wohl einen unheimlichen Reiz aus.

@ Verbote: In Zeiten von Downloads per Internet ists doch kein Problem an illegale Software zu kommen. War früher auch schon so: Wer hatte als jugendlicher PC-User nicht Wolfenstein? (jetzt kommen sicher wieder zig Meldungen "Ich hatte das nicht" :twisted: )
 
mic schrieb:
Ich werde in jedem Fall alles tun meinem Sohn solche Spiele nicht zugänglich zu machen!
schwerer fehler, du glaubst doch nicht wirklich, daß dein sohn nicht an spiele heran kommt,
die du ihm verboten hast. dein sohn wird diese spiele dann im geheimen spielen und du hast keine
möglichkeit mit ihm darüber vernüftig zu reden, weil er hinter deinem rücken spielen wird, wenn
er es will. mir selbst gefallen zu realistische egoshooter auch nicht, ich hab aber früher auch spiele wie quake,
ut oder tribes gespielt. imho kann man aber mit dem verbot solcher spiele mit sicherheit keinen einzigen amoklauf
verhindern. weil nicht das computerspiel macht diese menschen zum killer,
sonder sein lebensumstände und sein gesamte umfeld. klar daß menschen die dann so drauf sind,
sich auch solche computerspiele aussuchen wenn sie computer spielen.

so und wenn hier noch einmal einer behauptet, daß "killerspiele" einem zum amokläufer machen, dann
lauf ich hier aber amok ;-) blöd nur, daß ich als bekennender egoshooter spieler,
keine verwandten oder bekannten oder freunde habe, von denen ich mir die nötigen waffen
besorgen könnte und mit einem selbst gespitzten bleistift,
mach ich's dann doch lieber nicht, weil da kann ich vielleicht einmal gerade einen verletzten
bevor ich a gscheite watschen bekomme und mir eine illegale waffe zu besorgen davor hab ich bissl schiss.
und selbst mit schußwaffe würd ich mir bissl schwer tun, weil ich sowas bis jetzt vielleicht 2 mal am jahrmarkt
in der hand hatte (zivildiener). na ja ich glaub ich lass es lieber belieben.

ihr seht mein problem ??? ;-)

imho kann man so einen amoklauf nicht verhindern aber mit einem waffenverbot, vielleicht erschweren.
 
Derzeit ist gerade eine Pressekonferenz auf N-TV zu sehen.
 
Ich bin auch der Meinung, dass ein strengeres Waffengesetz nichts bringen würde. Wer eine waffe braucht wird sie sich besorgen (auch wenn er evtl. das hohe Risiko eingehen muss, die Waffe einem Polizisten zu entreißen). Es hat sich ja inzwischen auch schon rausgestellt, dass der Täter psychisch nicht so ganz auf dem Damm war (Depressionen).
Und was diese "blutrünstigen Computerspiele" angeht kann ich nur sagne, dass meine Eltern auch versucht haben, mich von so einem "Müll" fernzuhalten. Jetzt habe ich mir legal ein Counterstrike besorgt und das macht mich noch lange nicht zu einem potentiellen Amokläufer (an alle, die die Schuld noch in diesen Spielen suchen :wink: ). Jedoch finde ich es schon etwas übertireben, wenn schon 10 Jährige mit solchen Spielen anfangen...
 
Ich glaube jemand, der im Schützenverein ist, kann eher gezielte Kopfschüsse hinbekommen als ein Counterstrike-Spieler. Zielen und Abdrücken mit einer realen Waffe ist etwas ganz anderes als ein Klick mit der Maus!!! Eine Zielscheibe im Schützenverein, wo man mit einem Auge zugedrückt über Kimme und Korn schießt, ist hingegen eher mit einem Kopf zu vergleichen.
Jeder Counterstrike-Anfänger wird nämlich als erstes mitbekommen, dass dieses Spiel nur beherrschbar ist mit einer guten Hand-Augen-Koordination und schnellen Reflexen. Im Schützenverein ist man ruhig und konzentriert und nimmt langsam das Ziel ins Visier. Der Junge hier ist nicht ballernd durch die Gegend gelaufen wie in einem Computerspiel sondern langsam und gezielt.

Ich kann dem Vater eines zu gute halten und eines muss ich ihm übel nehmen. Für mich ist es, entgegen gesetzlicher Rechtsprechung, ok bzw. verständlich, wenn der Vater eine Schusswaffe im Haus aufbewahrt, die für Familienmitglieder zugänglich ist. Sei es dass die Eltern weg sind oder irgendwelche andere Szenarien... es kann immer sein, dass man eine Waffe braucht (Einbruch, Überfall etc.).
Nur warum um Himmels willen lag UNABGESCHLOSSEN so viel Munition rum??? ok, mit einer Beretta mit 15 Schuss kann man einen Amoklauf begehen, aber hätte zum Selbstschutz nicht eine geladene Waffe im Schlafzimmer der Eltern mit vielleicht 4-5 Kugeln ausgereicht???

Die Frage, wie unsere Schulen sicherer zu machen sind, finde ich wieder typisch. Ein Amokläufer kann nunmal genauso gut in ein Kaufhaus oder sonstwohin laufen. Bevor man nicht ein utopisches allgegenwärtiges Sicherheitssystem a la Nacktscanner am Flughafen einrichtet, kann sowas immer wieder passieren.

/edit: Ach ja, es ist viel leichter heutzutage an Waffen zu kommen als früher, wenn ich überlege, an was man alles hier in Hamburg rankommen kann... übrigens sind solche Sachen nicht in den Händen von irgendwelchen Händlern, Drogendealern oder Zuhältern sondern bei privaten Sammlern
 
Das Problem ist es wird alles auf das Computerspiel geschoben und auf die Psyche.
Das es mehrere Faktoren gibt zählt nicht mehr.

Und die Berichte die da zitiert werden über "Killerspiele" stimmen so auch nicht.
Das ist alles eine Hetzkampange wie im tiefsten Mittelalter. Was man nicht kennt muss halt mit dem Teufel im Bunde stehen.

Jetzt heißt es wieder er soll "Counter Strike" gespielt haben, das böse böse Spiel.
Aber keiner weiß worum es in dem Spiel überhaupt geht.

Habe noch nie gesehen das jemand in dem Spiel ein Auto mit Personen entführt geschweige den ALLEINE alles umbringt was sich einem in den Weg stellt.
Das mit der Autoentführung, Und Mafiamethoden wäre eher aus GTA.

Counter Strike ist ein Teamspiel. (So wie Räuber und Gendarm :-) )
Die einen sind die Terroristen und die anderen die Polizei.
Entweder muss man die Geiseln retten, Bomben entschärfen, Terroristen ausschalten.
Terror machts anderst rum :-)

Warum redet keiner von richtigen Spielen wo es in Einzelkämpfermanie zur Sache geht:
Doom, Heretic, Quake, Unreal Tournament, Blood, Duke Nukem 3D, etc.

^^ Solche Spiele sind natürlich NOCH nicht für klein Mic geeignet und für andere Kinder auch nicht. Man kann auch nicht grundsätzlich sagen das Spiel/der Film ist ab 12, 16, 18.
Es kommt halt auch auf die geistige Reife an.
Aber das so etwas nicht gespielt wird liegt im Verantwortungsbereich der Eltern.

Man könnte es auch anderstrum sehen: Durch Egoshooter kann man Aggresionen auch abbauen. Anstatt jemanden die Fresse auf der Straße einzuschlagen lasse ich es lieber an "Pixeln" im PC aus.

Auch ist der Verkauf solcher Spiele ziemlich lasch, genauso wie Alkohol. Da müsste man ansetzen.


Und bei den Schützenvereinen auch. Den da wird das Schießen gelernt nicht am PC.
Auch wenn ich da nur auf ne Papierscheibe schieße lerne ich dort den Umgang mit der Waffe.

Und wenn alle Waffen und Munition bei den Eltern verschlossen gewesen wären, hätte man das Unglück vielleicht verhindern/verzögern können.

Und wie sieht das überhaupt mit den Spielzeugwaffen aus? Jeder von uns hat doch bestimmt damals eine Wasserpistole gehabt oder solche die Knallen. Wird man dadurch nicht auch schon "gewalttätig" erzogen?

Oder durch Tom und Jerry die sich auf brutalste Weise Jagen.



Ich habe fertig
und Spiele jetzt Tactical Ops. :biggrin:
 
Arlberg-Irrer schrieb:
Der Junge hier ist nicht ballernd durch die Gegend gelaufen wie in einem Computerspiel sondern langsam und gezielt.

Also der hat mehr als 100 Kugeln verschossen, und das ist eindeutig kein langsames Schießen.
 
Guter Einwand...vorallem dürfte den meisten der Computer-Schiessern beim ersten Schuss die Waffe durch den Rückstoss aus der Hand gerissen werden, oder er verletzt sich selber am Schlitten.
Wenn man das erste Mal mit ner Pistole geschossen hat, merkt man ziemlich schnell, dass die Coolen Posen in den Filmen gar nicht funktionieren, und z.T. zur Selbstverletzung führen...
 
Und genau das ist der Punkt. Hätte er das nicht schon x mal geübt hätte er sich das Ding beim ersten Schuss in die Fresse gehauen und gut wär's gewesen. Nur mit Übung kann man sowas machen.
Und Arlberg-Irrer, du hast nicht zufällig mal längere Zeit in den USA gelebt? Das ist genau die EInstellung vieler Amerikaner, jeder braucht eine Waffe um sich verteidigen zu können. Und da die das auch alle praktizieren leben sie im sichersten Land der Welt in dem nur böse Einbrecher erschossen werden.
Und das Argument, jeder kommt an eine Waffe wenn er will lasse ich auch nicht gelten. Keiner der Amokläufer in Deutschland ist mit ener Kartoffelkanone auf seine Opfer losgegangen, die hatten entweder selbst legal Waffen oder haben die von ihren Eltern genommen.
Ich bleibe dabei, Schützenvereine gehören verboten, weil sie keinen Nutzen haben (wie z.B. die Jagdt, obwohl ich davon auch nicht viel halte), aber von ihnen eine reale physische Gefahr ausgeht.
 
Hallo Seilbahnjunkie
Wenn ich deine Argumentation so lese müsste auch das Skifahren verboten werden da es keinen Nutzen hat.
Bei der örtlichen Schützenwoche kommt man ganz einfach an mehrere 100 Schuss Munition ohne irgendwelche nachfragen.
Auch lenrt man nicht am PC den Umgang mit einer Richtigen Waffe.
Meiner Meinung nach muss jemand der soetwas macht irgendeinen Knacks haben. So einer würde das auch machen wenn er sowas wie "Killerspiele" und Actionfilme gar nicht kennen würde.

Gruß Andreas
 
@Ram: das hast du schön formuliert :) .
@Seilbahnjunkie: Schützenvereine gehören halt zu den Freizeitaktivitäten. Du kannst jemandem nicht seine Freude an seinem Hobby verbieten. Manche Leute gehen eben in der Freizeit reiten, andere spielen Golf und wieder andere gehen halt in den Schützenverein. Und was das Beschaffen der Waffen angeht, glaube ich wie geschrieben schon, dass es auch mit totalem Waffenverbot in Deutschland immer noch Leute geben wird, die an Waffen rankommen. Dazu kann ich mal das Beispiel Rauchen einbringen: Rauchen ist erst ab 16 oder 18 erlaubt, es gibt trotzdem 12- Jährige, die mit Glimmstängeln in der Hand rumlaufen. Für die wäre das Rauchen auch verboten...
So ein Verbot würde nur den Schwarzmarkt ankurbeln und die Leute würden trotzdem noch an ihre Waffen kommen, wenn sie die richtige Personen kennen. Wenn man sich etwass in den Kopf setzt, dann will man es doch auch auf alle Fälle durchziehen (vorallem wenn man etwas krank ist).
 
Ich finde Ego-Shooter auch ziemlich geschmacklos und spiele sie nicht. Trotzdem, diese Spiele sind für mich nicht der Auslöser für einen Amoklauf, eher ein Symptom. Denn die Anlagen sind schon früher vorhanden. Mit dieser Argumentation könnte man auch Rennspiele verbieten, damit dadurch niemand zum Raser wird!

Viel besser finde ich da den Ansatz, bei der Bedeutung des Wortes Amok den Hebel anzulegen. Das Wort kommt aus dem Malaiischen und bedeutet in blinder Wut angreifen (Quelle wikipedia). In den Tätern kocht eine unbändige Wut. Sie können nicht damit umgehen und irgendwann entlädt sie sich auf tragische Art. Die Gesellschaft, wir alle sind also gefordert! Erkennen wir die Zeichen und handeln! Zeigen wir den jungen Leuten, dass sie in unserer Mitte willkommen sind und das sie wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sind!
 
Habe zwei Gedanken dazu, der zweite eher eine Frage.

Ich halte die Erreichbarkeit von Schußwaffen bzw. die Nichterreichbarkeit für extrem bedeutend.
Das zeigen Vergleichszahlen von Schußwaffenopfern div. Länder.

Ich kann mir auf Anhieb nicht erklären warum diese Amokläufe erst in jüngster Vergangenheit begangen wurden. Das Phänomen der Brutalisierung ist mir überhaupt unbegreiflich.
 
Ich halte die Erreichbarkeit von Schußwaffen bzw. die Nichterreichbarkeit für extrem bedeutend.
Das zeigen Vergleichszahlen von Schußwaffenopfern div. Länder.

Ja, vor allem der direkte Vergleich USA vs. Kanada ist beeindruckend, da beide Länder doch ansonsten sich kulturell relativ ähnlich sind. Andererseits zeigt die ununterbrochene Reihe von "shot-outs" hier im Lower Mainland seit Jahresbeginn, dass auch Waffen verfügbar sind, wenn sie denn jemand unbedingt haben und benutzen möchte.

Ich kann mir auf Anhieb nicht erklären warum diese Amokläufe erst in jüngster Vergangenheit begangen wurden

Ich habe natürlich auch keine Antwort, aber vielleicht gibt es einen gewissen Nachahmereffekt, das Massaker von Littleton 1998 in Colorado scheint da eine Art Ur-Erlebnis für diese "Klientel" gewesen zu sein. Die Mörder von damals werden laut Medienberichten in einschlägigen Internetcommunities verherrlicht und als Helden dargestellt, ebenso wie der Mörder von Erfurt und jetzt der Täter in Schwaben. Anscheinend zeigen diese "Vorbilder", dass solche Untaten logistisch möglich sind und durchgeführt werden können, was womöglich die Schwelle so etwas zu "unternehmen" senken könnte.
 
Jetz muß ich da auch nochmal was sagen, die Dikussion geht jetz hauptsächlich nur noch um Computerspiele und Waffen, aber die Ursache meiner Meinung nach liegt an dem, daß dieser Typ irgendwie von der Gesellschaft ausgegerenzt wurde, man hatte ihn gemobbt und ignoriert. Sogar von seitens der Lehrer. Das iss jetz die Frage, wie sollte man solche Menchen behandeln, die irgendwie anders sind als die anderen.
Mich erinnert das an meinen damals Besten Freund, der kam vom Gymnasium in die Hauptschule zurück weil er durch Krankheit irgendwie das ganze nicht geschafft hat. Er sprach nicht bayrisch weil seine Eltern aus Hamburg kamen, war ziemlich groß -- und hieß mit dem Nachnamen Mücke. Der wurde von den anderen fertig gemacht -- und ich war auch kein Freund von den anderen, die warn irgendwie recht blöd und primitiv. Schigfahrn iss auch keiner von denen.
Jedenfalls hab ich mich mit dem ``Neuen`` angefreundet, wir haben festgestellt daß wir beide total auf Musik abfahrn, und er wohnte gegenüber der US Kaserne, war ziemlich amerikanisch eingestellt, fuhr total chaotisch mit Jeans und US Gamaschen Schi ... i sag euch was , das war die vollste Gaudi.

Warum sag i euch das ? -- es iss ein Gesellschaftsproblem, manche finden es geil wenn ma Menschen fertig macht, und wundern sich, wenn so ein Typ mal ausflippt, und sowas tragisches wie in Winnenden dann das Ende iss.

ich war in einem großen Kaufhaus beschäftigt, in der -- damals hieß es Bürotechnikabteilung, dann gabs die ersten Computer.
da warn ein paar teils auch komische Typen, teils mit Behinderung, die intressierten sich für Computer, aber meine Kollegen nahmen die einfach nicht für ernst. Nee die lachten drüber -- solche Leut kamen immer gleich zu mir, da wurden sie wie ganz normale Menschen behandelt.
Es gibt Leut die sind anders, brauchen vielleicht nen Freund oder Kumpel der sich ihnen animmt, oder einfach nur jemand zum reden. Und vielleicht blühn sie dann auf, und ändern sich zum positiven.

Ich zu meinen Teil kann nur sagen, bin froh daß zu meiner Jugendzeit keine solche PC Spiele gab, ich war viel in den Bergen, war im Sportverein - sowas wie Fitnessstudio nur daß ma da gemeinsam Sport trieb, danach oft auf ein Bier in den Biergarten -- da kommt ma irgendwie gar net auf solche negative Gedanken. Internet gabs natürlich auch noch lange nicht, auch keine Mountainbikes... dafür Rennräder. hab mir eins gekauft und war nur am fahrn.

Noch eins zwegs Schule, ich hatte das Glück und bin in eine andere Klasse gekommen, da warn plötzlich ganz andere Mitschüler, solche die auch nachmittags gemeinsam was unternahmen. Und welche die charakterlich irgendwie ganz anders entwickelt warn, und nicht andere fertig machten.

Beim Bund wars auch so, ich kam immer zu den falschen Leuten, aber ich hab mich nie unterkrigen lassen, immer Menschen gesucht die meist auch a weng älter und vernünftiger warn, mit denen klappte es Super. Manchmal blüht man da richtig auf und kommt auf andere,Neue Gedanken.
 
Fab schrieb:
Ich kann mir auf Anhieb nicht erklären warum diese Amokläufe erst in jüngster Vergangenheit begangen wurden. Das Phänomen der Brutalisierung ist mir überhaupt unbegreiflich.

mir fallen da zwei dinge ein, die vielleicht damit zu tun haben könnten.
zum einen, bilden die medien mit ihrer rundum berichterstattung solcher tragödien, eine ideale plattform
für diese leute, die endlich einmal richtig wahrgenommen werden wollen.

zum zweiten, muß der täter der sich dadurch zur schau stellen will, eine vorangegangene tragödie
in den schatten stellen, um für eben diese medien interessant zu sein und das geht zb. sehr gut über gesteigerte brutalität.

aber jetzt die schuld nur auf die medien zu schieben wäre genau so falsch wie es bis jetzt immer mit den
"killerspielen" getan wurde, denn unsere gesellschaft hat anscheinend genau die medien, die sie verdient.
 
Wie ich oben schon geschrieben habe, halte ich die Gesellschaft mit dem extrem gestiegenen Leistungsdruck als Auslöser für die allgemeine Gewalt. Gleichzeitig kommen nur noch Sieger weiter, normale Leute werden abgeschoben, oder fallen gelassen. Und sobald ein Sieger kaputt ist (Burn-Out, Depressionen) wird er fallen gelassen und ersetzt...

Gleichzeitig wird durch die Medien Gewalt vorgelebt, die Lösung aller Probleme ist Gewalt, Jugendliche sind alles Versager und können nix, Staatsschulden kriegens auch noch ordentlich aufgehalst, die neueste Mode müssens tragen, damits ned Out sind etc.....und jetzt überlegt euch mal, wie die Jugend das auf Dauer aushalten soll, ohne nen Knacks zu kriegen.

Wenn ich sehe, was meine Nichte in der Volksschule bereits für einen Druck hat, incl. Hausaufgaben bis Nachts, Englisch Lernen, Nachhilfe, obwohl sie sehr intelligent ist. Dazu Familiäre Probleme. Familie wohnt in Nürnberg, Vater muss in München Arbeiten(!!!!!), dazu ist die Firma quasi Pleite (HRE), nen gescheiten Job in der Region findet er aber nicht für 3 Kinder und Frau. -> der Vater ist fast nur am WE bei der Familie....

Ja ists da denn ein Wunder, dass unsere Jugend entweder Versager, Harz 4 Empfänger oder Leistungsträger werden, bis se mit 30 ihren ersten Zusammenbruch haben?

Mich nicht, und deswegen kann ich die Kerle in gewissem Masse verstehen...

Aber die Politik und die Wirtschaft wollten das so, und da wir als deutsches Volk zu Faul und zu Fett geworden sind, um uns mal gegen Dinge zu wehren, (FRIEDLICH!! Demonstrationen oder dgl!!!) gehts wohl auch so weiter. (Vergleicht nur mal Frankreich oder Italien, wo ständig Generalstreiks gegen unpopuläre Entscheidungen sind)
Nur verlassen mittlerweile die guten Leute, die dieses Missverhältnis nichtmehr ertragen scharenweise das Land. So eben auch ich und ich muss sagen, verglichen mit meinen Bekannten lebt und arbeitet es sich hier wesentlich angenehmer als in Deutschland...

Dass der Vater wie gesagt zu seinen mittlerweile nur noch 15 Waffen 4600 Schuss Munition hatte, zeigt mir aber auch, dass dieser Mann ein grösseres Problem haben muss, und wohl eine Mitschuld an der Tat hat.
 
4600 Schuss? Was will man damit???

Meine Meinung oben wurde vielleicht falsch verstanden. Ich kann jemanden verstehen, der selber Waffen hat, dass er zum Eigenschutz eine geladen zuhause unter der Decke hat, man kann ja nie wissen. Was in den USA abgeht, heisse ich nicht gut, ich bin auch für ein hartes Waffengesetz. Sieht man ja auch, wieviele Leute da sich gegenseitig erschiessen und wieviel hier.

Man sollte von Counterstrike wirklich weg kommen, es wurde ja auch nochmal dargestellt, man lernt nunmal im Schützenverein "indirekt" gezielte Kopfschüsse, während die Kopfschüsse bei Counterstrike etwas vollkommen anderes sind!
Die ganze Vorgehensweise eines Amoklaufes kann man dann eher bei Spielen wie GTA trainieren. Ich selber kenne und mag GTA-Spiele, auch wenn man zumeist die normalen Gangster-Aufträge verrichtet, ist es quasi ein Amoklauf, wenn man zwischendurch vor der Polizei wegrennt, Wagen kidnappt und wahllos um sich schiesst. Sollte es jetzt in den nächsten Tagen rauskommen und auch an die Presse dringen und diese das entsprechend als Aufreisser benutzen, dass er GTA gespielt hat, kann ich mir vorstellen, wie auf dieses Spiel eine Hetzjagd losgeht. Denn GTA ist eine viel bessere Anleitung für genau das, was dieser Junge getan hat. Bei Counterstrike gibts keine Autos, mit denen man flüchten kann und keine Menschen, die schreiend weglaufen, bei GTA hingegen schon. Bei GTA kommt es nicht auf das Zielen (das hat er im Schützenverein gelernt) an sondern eher das strategische Vorgehen und schnelle Reagieren, wenn auf einmal Gegner (sei es jetzt Kriminelle oder Polizisten) auftauchen. Das ist im realen Leben natürlich wieder was ganz anderes, nur irgendwie ist es ja auch schon ne heftige Sache zu hören, dass er zwei Polizisten schwer verletzt hat auf dem Gelände des Autohauses (ich nehme mir jetzt mal folgende Aussage raus: Polizei und Tim K. waren gleichermaßen im Schießen geübt, aber Tim K. konnte mit dieser Konfrontation aufgrund des Spielens von GTA o.ä. Gangsterspielen besser mit dieser Konfrontation umgehen).

Ach ja übrigens nochmal wegen oben zu meiner Aussage, dass der Junge nicht wahllos rumballerte sondern gezielt vorging. 100 Schuss sind m.E. wenig für einen Amoklauf von mehreren Stunden! Das Magazin hat 15 Schuss, er ist mehrmals von der Polizei gestellt worden, d.h. in wenigen Minuten hatte er bestimmt fast die Hälfte der Munition verschossen. 6-7 Magazine hat er also verschossen. Ich will mir jetzt gar nicht genau ausmalen, wo er die wie verschossen hat, aber 6-7 Magazine sind für so viele Orte und so eine lange Zeit wenig!
 
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