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Angst beim Skifahren

Hi svenfeld,
du langweilst uns nicht mit deinem Problem. Jeder musste mal anfangen - ich auch :roll:
Skifahren soll ja Spaß machen!
Was du schreibst klingt für mich sehr stark danach, dass an der Technik noch gefeilt werden muss und vermutlich auch an der Körperhaltung wie meine Vorredner schon geschrieben haben.
Neben der Körperhaltung (keine Rückenlage, nicht zum Berg lehnen) ist es sehr hilfreich folgenden Tipp zu beherzigen: Je steiler das Gelände ist und je weicher der Schnee wird, desto tiefer muss man beim Schwung runter in die Hocke gehen, um den bestmöglichen Gripp und Stabilität zu erreichen und die Geschwindigkeit kontrollieren zu können. Es gibt da verschiedene Techniken, um das zu üben.
Bei extrem steilen Gelände gehe ich selber sogar einen Tick in die Vorlage und mache einen Katzenbuckel, um die Schultern nach vorne zu bringen und meinen Schwerpunkt nach vorne zu verlagern, damit ich einen starken Druck auf die Schaufel bringe. Dann kann ich die Ski besser über harte Pisten auf der Kante führen und Buckel mit aufgehäuften lockeren Schnee macht mir dann nichts aus. In Verbindung mit einer sehr tiefen Fahrposition und etwas breiteren Skistellung kostet das natürich sehr viel Kraft, aber man kommt so sehr gut kontrolliert in der Falllinie runter und es schaut auch noch gut aus... :biggrin:
 
Ich persönlich würde sagen, dass man sich selbst nicht soviel Druck machen soll.

Ich würde mich als mittelguten Skifahrer einschätzen (fahre seit 6Jahren Ski-bin erst seit 6Jahren in Innsbrck wohnend), der auf blauen Piste keine (Carven und mittlere Geschwindigkeiten gehen okay), und bei roten Pisten auch selten Probleme hat (ausgenommen stark verbuckelte/vereiste Zustände).
Offpist geht auch schon (meist im pistennahen Bereich) ganz gut.

Bewusst gehe ich manchmal alleine skifahren, ohne Druck einer Gruppe oder Mitfahrer. E
Immerwieder probiere ich dann verschiedene Fahrtechniken. Sodass eine Abfahrt, die im Schuss in wenigen Minuten gemacht werden kann, schonmal eine xy-Zeit in Anspruch nimmt. Die Zeit nehm ich mir. :mrgreen:

Bei schwierigen Bedinungen, zb einer verbuckelten Piste mit eisigen Flächen (letzens erst in der Axamer Lizum gegen 16Uhr) warte ich oberhalb des entsprechenden Stelle, schaue mir die Fahrweise der anderen Fahrer an, warte eventuell schneller fahrende Leute ab/größere Gruppen.
Danach suche mir mit mäßiger Geschwindigkeit eine Linie und fahre diese ab. Im Zweifel halte ich nochmals an, merke mir knifflige Stellen (für die nächste Abfahrt) und fahre dann weiter, ohne Sturz und mit einem immernoch angenehmen Fahrgefühl. Ich sage mir einfach "schei** drauf ob andere schneller sind, besser dabei aussehen, oder in Hermann Maier-Manier den Hang eini-heizn" ... denn am Ende gibt es keine Award, für den der optisch am "geilsten" den Hang runterkam.
>>> Genau dies ist manchmal auch die Sache, die einem beim Fahren in einer Gruppe meist selbst Druck macht, Thema "Gruppenzwang" !

Gern fahre ich dann genau dort wieder, suche mir die gleiche Linie und merke "hee es geht ein Tick besser als vorher, passt super".
Und schon ist das Erfolgserlebnis da.
So geht man sicher besser vor, als sich mit Zwang den Hang herunter zu quälen.

Das Meinerseits, Grüße aus der frühsommerlichen Alpenhaupstadt Innsbruck.
 
svenfeld schrieb:
Ich denke, dass die Angst davon kommt, dass ich Angst habe, die Kontrolle zu verlieren. Im flachen bzw. auf den blauen Pisten fühle ich mich sicher und fahre recht zügig, ohne das ich den Kopf einschalten muss. Wird das Gelände steiler, wird es irgendwie zur Kopfsache. So nach dem Motto: "unmöglich, das kann ich nicht, das trau ich mir nicht, viel zu steil, zu schnell, das kann ich nicht kontrollieren" (und wenn man die Hose voll hat, dann hat man da m.E. auch nichts zu suchen, um nicht auch zur Gefahr anderer zu werden, wenn man da rumrutscht).
Diese Aussage trifft auch mein Problem recht exakt, wobei ich ein wenig in eine andere Richtung tendiere. Denn, wenn eine Piste gut präpariert und griffig ist, darf sie gerne auch steil (schwarz) sein, aber wehe die Bedingungen werden unwirtlicher - da schaltet sich bei mir der Kopf ein und nichts geht mehr. Ich weiß, dass ich die Technik und das Können habe, bin aber völlig blockiert.
Akuell kämpfe ich gerade mir den Vorjahrssulzbuckeln, bei meinen letzten beiden Schitagen hats immer wieder auf roten Pisten den Punkt gegeben, wo es nicht mehr so weiterging, wie ich es gerne hätte. Bei mir happerts derzeit definitiv daran, dass ich mich von der schlechten Optik der Pisten einschüchtern lasse und dann so richtig blöd rumrutschen muss, bis ich dann wieder an Sicherheit gewinne.
Hinterherfahren ist grundsätzliche ein nette Sache, hilft mir allerdings nichts mehr, wenn ich schon mal im steileren Gelände zu stehen gekommen bin und glaube nicht mehr weiterzukommen.
Das Einzige das mich derzeit weiterzubringen scheint, ist dass ich mich immer wieder mit für mich schwierigen und unangenehmen Schisituationen konfrontiere, um so mehr an Sicherheit zu gewinnen.
svenfeld schrieb:
Aber nun gut. Ich will euch mit meiner Anfängerangstscheisse auch nicht zu doll langweilen.
Ich finds toll, dass du das Thema angesprochen hast. Ich dachte immer ich wäre alleine damit, dass ich immer wieder mal Angst bekomme beim Schifahren und dann nicht mehr weiterkomme. Durch deinen Beitrag habe ich festgestellt, dass es auch anderen so geht wie mir - so habe ich wieder wesentlich mehr Biss bekommen an meinen Problemen zu arbeiten.
Danke an alle Mitschreibenden für ihr Vorschläge und Erfahrungen.
 
So der nächste Winter steht an und erst mal danke an alle, die mir versucht haben zu helfen.

Ich habe soeben eine Woche Flachau im Januar gebucht und ich werde die Vielzahl von Tips und Hinweisen mal versuchen zu beherzigen.

Danke und ich wünsche allen einen tollen Skiwinter.
 
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