Bzgl. erforderlichen Antriebsleistung muss man sowohl Betriebszustand (anfahren, anhalten, beschleunigen, elektrisch bremsen, einziehen/ausfahren, Fahrt mit konstanter Geschwindigkeit,....) wie auch Bahnspezifische Daten berücksichtigen.
Bei Pendelbahnen können Drehmomente an der Motorwelle bei Stützenüberfahrten beinahe schlagartig variieren. Bei Umlaufbahen ändert der Seilzug wenig abrupt (ausser ggf. bei extremen dynamische Belastungen, sprich abnormale Schwingungen à la Granby Ranch).
Bzgl. thermischer Belastbarkeit, ist der FU meist heilker als der Motor, da die Zeitkonstante der Leistungselektronik (IGBT Packs) wesentlich geringer ist als die eines Motors und aus Kostengründen weisen FU nur eine relativ geringe Stromreserve auf (Stromrichter waren konservativer dimensioniert bzgl. kurzzeitger Überlastbarkeit und Thyristoren waren auch robuster, nur war da das Problem eines möglichen Kippen bei Netzausfall während regenerativem Betrieb und zudem sind DC Motoren leider nicht wartungsfrei).
Für kurzzeitige Überbelastungen des Motors ist demnach meist die Leistungeselektronik und nicht der Motor massgebend (Halbleiter werden schneller zu heiss als die Motorwicklungen).
Antriebsberechnugnen kann man mehr oder weniger kompliziert anstellen. Bei Seilbahnen können z.T. relativ einfache Berechnungen recht gut mit detailierteren Berechnungen übereinstimmen und zudem hat man bei den AC-Motoren onehin eine relative grobe Abstufung der vorhandenen Leistungen. D.h. z.B. wenn 460 kW inkl. Reserve benötigt werden, wird ein 500 kW IEC Motor gem Katalog ausgwählt (bei grossen Leistungen werden insbes. ausserhalb der Schweiz z.T. nicht normierte durchzugbelüftete Asynchronmotoren eingesetzt, von aussen sehen die ähnlich wie DC Motoren aus).
Letzendlich spielen zudem die Leistungsreserve für den Motor und die Leistungselektronik eine Rolle punkto Zuverlässigkeit (was wiederum die Kosten beeinflusst).
(Beispiel war ohne Korrekturen für Umgebungs- und Aufstellunghöhe.)
Beispiel aus einem französichen Schulexamen::
http://mecabts.pagesperso-orange.fr/SET2003.pdf
Edit:
Aus der Spitzen- oder Anfahrleistung, die oft für Pendel- sowie Standseilbahnen angegeben werden kann man keine Schlussfolgerung bzw. S1 (Nennleistung gem. IEC Normen bei Dauerbetrieb bei 40 °C und max. 1000 über Meer) und demzufolge der effektiven Motorenauswahl treffen.
Auch die von den Seilbahnherstellern angegebenen Dauerleistungen entsprechen nicht unbedingt deren der IEC Normen.