Als neuer Mac-User (bin ja vor ca. 2 Monaten auf einen MacMini "geswitched") find ich das natürlich blöd:
- Programmierung von Treiber und neuer Software für die PPC-Plattform wird sicher bald eingestellt werden bzw. ein Hersteller, der überlegt, ob er jetzt noch sein Programm auf Mac portiert, wird das sicher sein lassen
- in 2 Jahren bin ich dann wieder bei 0. Ein Umstieg auf eine neue Plattform heißt ja auch, daß man sich sämtliche Programme neu suchen muß. Und unter Windows hab ich durchaus einige Programme laufen, die schon 5-8 Jahre alt sind. Selbst im Büro arbeiten wir fast ausschließlich mit Office 97 -weils funktioniert, weil die neuen Versionen für uns keine merklichen Verbesserungen bringen, etc..
- wer kauft dann jetzt noch einen neuen Mac? Umsteigewillige Windows-User werden in den nächsten 12 Monaten sicher nicht switchen.
- Wenn in 12 Monaten der erste intel-mac rauskommt, gibts ja dafür sicher auch nur eine sehr geringe Treiberunterstützung. Wer sagt, daß die Firmen, die jetzt mit Not und Mühe sich durchgerungen haben, einen Mac-Treiber zu machen, Bock haben, in Zukunft 2 Mac-OSse zu unterstützen?
- Warum Intel? In letzter Zeit ist AMD doch viel Innovativer (siehe 64bit, weniger Hitzeprobleme, ...)?!
- Kann mich nicht erinnern, dezidiert gelesen zu haben, daß Apple dann eine x86-CPU einsetzt (64bit vermutlich?)? Intel hat ja auch andere CPus ?
- Daß die verwendete CPU keinen Einfluß hat auf den Verbreitungsgrad des OS sieht man ja z.B. an Linux oder den vielen anderen Unix-Basierten Betriebssystemen für x86 (BeOS, QNX und was es sonst noch alles gibt und gab)
- Mac OS wird deshalb sicher nicht auf jeden x-beliebigen x86-PC zu installieren sein. Sonst würde Apple ja keine Hardware mehr verkaufen

Außerdem gibts ja bereits fürs MacOS-feeling auch eine opensource-"Kopie" für x86. (OpenDarwin, hab mich noch nicht näher damit beschäftigt, wird wohl auch ein Windowmanager für Linux sein?)
Aber:
- Windows-Emulator wird auf dem x86-Mac sicher viel schneller laufen
- Termin dürfte genial sein, weil Release vermutlich noch vor Longhorn. Das Mac OS hat jetzt schon viel, was in Longhorn kommen soll, aber noch weit von der Fertigstellung entfernt ist.
Noch ein paar allgemeine Comments von mir zum MacOS:
- Umfangreiche Softwareausstattung "ab Werk" (und die miteinkalkuliert ist er sicher günstiger als ein Windows-PC. Sogar einen C-Compiler mit GUI-Builder gibts ja gratis dazu.... Was kostet nochmal VisualStudio?

Sogar Spiele und eine 1-Monatige Demo von MS Office gabs dazu

)
- trotzdem braucht man ein paar freeware und sonstige Progrämmchen, damit man sinnvoll mit Leben kann
- Hardwareunterstützung: Entweder es funktioniert total easy oder man kanns gleich lassen

Bsp. Bluetooth: Handy problemlos gefunden, Synchronisation mit Kalender- und Adressbuch ohne Probleme. Boah, was hatte ich da unter WinME noch gekämpft!!!
- Für ONU (Ottonormaluser) ist das Unix im Hintergrund so gut versteckt, daß er absolut nichts davon mitkriegt. Selbst der Folder der einzelnen Programme bleibt hinter dem Applikations-Icon versteckt (!).
- Daher m.E. definitiv das benutzerfreundlichste Unix "wo gibt". Für absolute Computer-Neulinge, v.a. gesetzteren Alters, würd ich auf jeden Fall MacOS vorschlagen.
- Für "Bastler" bietet das Unix im Hintergrund sicher eine schier unüberschauliche Möglichkeit zum finetunen und ändern.
- Tolle integration der "virtuellen Volumes" bis ins OS. (CD- oder Festplattenimage auf der HD werden einfach mit doppelklick gemountet, können über GUI-Systemtools erstellt werden, usw.)
- Nette grafische und sinnvolle Effekte vom OS (z.B. zum Programmswitchen kann man sich bequem alle offenen Fenster in einer Miniaturansicht ansehen), ...
- Nervige Angewohnheit vom "Finder" (=Explorer), die Verzeichnisse und die Dateien zu mischen. Hat wer eine Ahnung, wie ich den Finder dazu bring, daß die Verzeichnisse "wie in JEDEM anderen OS auch" am Anfang stehen?
- Auch ungewohnt/nervig find ich die Markierungsfunktion (shift-pfeiltasten erweitern IMMER den Auswahlbereich nach unten und oben. Unter Windows wird der Auswahlbereich verkleinert, wenn man die andere Taste drückt...) Auch die Shortcuts hinsichtlich Anfang/Ende einer Zeile / eines Texts und das zu markieren sind anders bzw. nicht vorhanden - jedenfalls auch etwas, woran ich mich noch nicht gewöhnt hab

Erschwerden kommt hinzu, daß das nicht durchgängig ist und sich unterscheidet, je nachdem ob man z.B. eine native MacOSX-Anwendung verwendet oder eine Unix-Portierte hat..)
- Aufgrund des Unixbackgrounds werden viele Linux-Anwendungen relativ schnell portiert.
- D.h. die Software- und Treiberverfügbarkeit ist definitiv besser als unter Linux. Und läuft m.E. auch stabiler und schneller als Linux (meine letzter Linux-Test ist schon wieder 2 Jahre her, aber ich hatte immer irgendwelche Probleme damit. Linux ist mir am liebsten auf der Befehlszeile oder via web-fernwartung

).
- Bei großen Bilderverzeichnissen schließt sich der Finder ab&zu und startet sich wieder neu. Hat aber aufs OS keine weiteren Einflüsse. (Wenn einem bei Windows der Explorer mal abstürzt, ist meist noch mehr im Argen und man kann gleich mal einen Neustart einplanen)
- Bisher ist mir der Mac 2x eingefroren und 1x "Sie müssen den PC neu starten" (nie gesehen bisher)
- Die DHCP-Zuordnung von Chello macht bei mir irgendwie Probleme.. zum Glück ändert sich meine IP nur ca. 1x pro Jahr
- Abgewöhnen sollte man sich, USB-Drives einfach auszusöpseln ohne sie vorher "abzumelden". Könnte passieren, daß man das danach nicht mehr angemeldet bekommt, ohne sich vorher abzumelden/neuzustarten. Aber das Problem gibts in Windows auch mal, da kanns dann passieren, daß man einen anderen Laufwerksbuchstaben bekommt....
- Unverschämt: Neue OSX-Version "Tiger" kostet 140,- Euro oder so in der Gegend, es gibt keine Update-Version. Werd ich mir sicher nicht kaufen ...
- OS X komplett inkl. Software, Developer-Tools und Classic-Umgebung schluckt schon 'mal 10-15 GB Festplattenkapazität (!)...
.. soweit mal einige meiner Eindrücke. Natürlich gibts noch mehr, was mir an Mac OS gefällt, und auch noch einiges, was mir hier und da nicht paßt. Aber im Großen und Ganzen bereue ich den Schritt nicht, und mein XP-Notebook steht ja auch noch daneben. Praktischerweise hat mein 19" TFT von Samsung einen analogen und einen digitalen Eingang, und der MacMini hängt am Digitalen und das Notebook am Analogen ...
Wenn jetzt der Umstieg von Apple auf Intel nicht angekündigt wäre, würde ich den MacMini also jedem empfehlen!