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Atomausstieg

stimmt ja, will ich auch gar nicht widersprechen und das mit dem Öl war nicht umsonst in Anführungszeichen gesetzt. Mir geht es nur um den Müll, den wir bereits haben. Und wenn sowas noch hunderttausende Jahr braucht, bis es zerfällt, würde ich es am ehesten in etwas einlagern, was 2 Mrd. Jahre sich nicht verändert hat.
 
Diese ganze "Endlager" geschichte ist IMHO total naiv und kurzsichtig. Es kann zwar sein das man das zeug irgendwo die nächsten xxx Jahre verstecken kann, aber das ist doch nur so als ob ich eine Plastiktüte ins meer werfe und hoffe sie nie wieder zu sehen.

Viel sinnvoller sind doch begrenzete Lager von maximal 200 Jahren. Wer weis was in 200 Jahren denn ist, vielleicht brauchen wir das Zeug noch mal für igendwas (weil man doch noch irgendwas draus gewinnen kann), oder man hat was erfunden um das ganze zu recyceln, oder man schießt es auf irgendeinen Planeten oder was auch immer. Und wer das jetzt als Hirngespinst abtut soll einfach mal denken was im Jahre 1812 (vor 200 Jahren) war: Damals ist Napoleon mit Pferden gegen Russland gezogen; und schaut euch mal um was jetzt so alles möglich ist.
 
Ich hab irgendwo noch ein P.M. Magazin von 1982 oder so rumliegen, wo die Möglichkeit erörtert wird, Atommüll-Container mit Space Shuttles oder Railguns zu entsorgen, indem man sie gen Sonne schleudert.
 
Foto-Irrer schrieb:
Ich hab irgendwo noch ein P.M. Magazin von 1982 oder so rumliegen, wo die Möglichkeit erörtert wird, Atommüll-Container mit Space Shuttles oder Railguns zu entsorgen, indem man sie gen Sonne schleudert.

Noch krassere Zukunftsutopien während der gleichen Periode fanden sich in der Zeitschrift "Hobby". Was es da alles gab für die Zukunft, die ja bekanntermassen im Jahr 2000 begonnen haben muss... :-)

Wie Bäckerbursch schreibt, kann man den Atommüll mit weniger Hysterie vernünftig für einen begrenzten Zeitraum in Hallen lagern. Vorteil wäre, dass man erstens die Bausubstanz stets genau untersuchen kann (was im Bergwerk nicht möglich ist), und bei Mängeln ggf. umlagern; was bei ordentlichen Betonbauten erst nach vielen hundert Jahren eintreten dürfte. Bergwerke hingegen unterliegen der Mechanik und der Druckverformungen des Felsens und der Grundwasserströme, und sind einmal abgesoffen oder eingestürzt kaum mehr zu befahren.

Allerdings: In der Vergangenheit ist in etwa alle 25 Jahre ein AKW so richtig hops gegangen. Bleibt es bei der Rate, wäre früher oder später auch Zentraleuropa dran. Ist halt so wie bei den olympischen Spielen, die werden mal da mal dort ausgetragen. :-)
 
Gerade kam in der ARD ein interessanter Bericht zur "Asse" und wie "sicher" der Atommüll da unten noch ist... Dies ist der Politik offenbar auch bekannt, aber keiner spricht es natürlich an. So kann man das Problem dann auch "lösen"... :roll:
 
Wie könnten sie, unsere aktuelle Bundeskanzlerin hat als Umweltministerin die Asse per Dekret als sicher deklariert, obwohl die Untersuchungen zu einem anderen Ergebniss kamen.
 
Und wenn das Problem gelöst ist (falls es gelöst wird), kann man wieder ausgiebig diskutieren, wie günstig Atomstrom ist.
 
Stimme voll mit Kris überein.

Lagerung in Hallen ist zwar nur zeitlich begrenzt möglich,aber:

-Man kommt einfacher an das Zeug wieder hin
-Halle nicht der Bewegung des Bergs ausgesetzt
-Lässt sich viel leichter Überwachen
-Mängel können schnell beseitigt werden
-Schnelle Umlagerung möglich

Eine solide Stahlbetonhalle mit einer inneren hermetischen Abriegelung ist daher mindestens genauso sicher wie ein Bergwerk,einziger Nachteil ist das die Halle im Falle eines Krieges schnell zerstört ist.
 
nicht vergessen, auch die Franzosen dürfen mitstimmen und dort hat sich der Protest nach Fokushima auf ein paar Hansel beschränkt.
Bei 15ct/KWh in Fr. siegt nunmal auch der Geldbeutel der Verbracher über das Gefahrenpotential
 
Man könnte sich jedoch fragen, warum das Thema Kernkraftsubventionierung auftaucht - wo man damit doch so billig Strom produzieren kann?
Vielleicht ist diese Technologie ja doch nicht so rentabel, wie die Befürworter oft behaupten?
 
3303 schrieb:
Man könnte sich jedoch fragen, warum das Thema Kernkraftsubventionierung auftaucht - wo man damit doch so billig Strom produzieren kann?
Vielleicht ist diese Technologie ja doch nicht so rentabel, wie die Befürworter oft behaupten?

Im Moment gibt es eben sehr günstige Alternativen. In USA dank Shale-Gas sind die Preise bei 1 (einem !!!!) Cent pro kwh bei Grossverbrauchern .
Da wird jedes AKW unrentabel.
Ausserdem nutzen die aktuellen AKWs die unglaubliche Energiedichte des Kernbrennstoffes nur unzureichend aus.
Hier ganz gut beschrieben:

http://www.science-skeptical.de/energieerzeugung/der-dual-fluid-reaktor-ein-neues-konzept-fur-einen-kernreaktor/0010073/
 
Ja, aber in Europa ist jeder Hansel gegen Cracking und Co. Die meisten Leute glauben anscheinend wirklich, Strom komme aus der Steckdose.

Die EU-Initiative fällt nicht nur in Frankreich auf fruchtbaren Boden, auch im Osten wollen einige Staaten die Kernkraft auf- oder ausbauen. Die sind nicht alle so grün indoktriniert wie die Deutschen. :twisted: Denen geht es darum, eine möglichst unabhängige und günstige Energieversorgung zu sichern, den teuren Irrsinn der überstürzten Energiewende können sich solche vergleichsweise arme Staaten auch kaum leisten.
 
thun schrieb:
den teuren Irrsinn der überstürzten Energiewende können sich solche vergleichsweise arme Staaten auch kaum leisten.
Genau, und wenn es mal wieder einen (Super) GAU gibt, zahlt eh wieder Deutschland die Zeche, sonst würden die armen EU-Länder im Osten ja zugrunde gehen.

Subventionieren im AKW-Bereich kann man m.E. die Forschung nach Müllaufbereitung/lagerung oder meinetwegen noch Prozessverbesserung (wobei, lohnt sich das noch? Ist das noch rechtzeitig einsetzbar, gibt es dann noch spaltbares Material?), aber Bau und Betrieb?? Eher sollte man von AKW-Betreibern einen Betrag verlangen, der in einen Fond für Aufwendungen für eventuelle Unfälle und Mülllagerung angespart wird...
 
thun schrieb:
Ja, aber in Europa ist jeder Hansel gegen Cracking und Co. Die meisten Leute glauben anscheinend wirklich, Strom komme aus der Steckdose.
Die allermeisten Leute denken doch eher rational über das Thema Fracking ....
Nur wir Deutschen drehen mal wieder am Rad, German Angst eben.

@starli - auch die Kerntechnik macht Riesenfortschritte. Einfach mal informieren, siehe oben meinen Link.

GAUs können mit moderner Technik ausgeschlossen werden.
Fukushima war kein GAU trotz wirklicher technologischer Probleme und Fehler.

Siehe auch Dual Fluid-Reaktor, der den jetzigen Atom"müll" verbrennt.
 
Da es keine GAUs mehr gibt, reicht mir schon ein nichtGAU wie in Fukushima...
 
Rüganer schrieb:
Die allermeisten Leute denken doch eher rational über das Thema Fracking ....
Nur wir Deutschen drehen mal wieder am Rad, German Angst eben.

...

Bisher war ich dem Thema Fracking auch eher "rational" gegenüber eingestellt, aber als ich letzte Woche die Doku "Gasland" gesehen habe, musste ich doch etwas schlucken. Diese (meines Erachtens sehenswerte) Doku hatte nichts mit "ängstlichen Deutschen" zu tun, sondern schilderte die massiven Probleme in den Abbaugebieten in den USA. Ob es wirklich sinnvoll ist, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben? Also da bin ich dann doch eher froh, wenn man sichin D viel mehr Gedanken macht als anderswo und lebe lieber mit dem Titel "German Angst".
 
Rüganer schrieb:
Ausserdem nutzen die aktuellen AKWs die unglaubliche Energiedichte des Kernbrennstoffes nur unzureichend aus.
Hier ganz gut beschrieben:

http://www.science-skeptical.de/energieerzeugung/der-dual-fluid-reaktor-ein-neues-konzept-fur-einen-kernreaktor/0010073/
Wenn das so genial ist, warum wird das dann nicht bereits umgesetzt?
Einen Text ins Internet stellen geht schnell. Das kann man mit PV und Supraleitern auch ganz schnell.
Bevor das nicht umgesetzt wird, glaube ich nichts davon.

@Fracking: Nur weil andere Völker das machen, müssen wir das noch lange nicht übernehmen.
Außerdem sind die Europa und besonders Deutschland die Voraussetzungen überhaupt nicht mit dem insgesamt viel dünner besiedelten (US-)Amerika vergleichbar.

@German Angst?
Viele Andere Völker haben wohl eher Angst vor der Umstrukturierung ihrer Energieversorgung.
 
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