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Atomausstieg

Pilatus schrieb:
Tschernobyl wurde ja noch jahrelang weiterbetrieben.

Mal sehen wie das in Fukoshima in 5 Jahren aussieht. Denke dann kann man die Langzeitfolgen so Handgelenk mal Phi abschätzen.

Soviel ich gelesen habe, fehlten in Fukoshima so Umwandler, die H2, welches bei einem Unfall entsteht, in H2O zurückverwandeln. Diese fehlen überigens auch in vielen AKW in den USA. In Deutschland und der CH sind alle AKW damit ausgerüstet. Diese Explosionen wären hier also zumindest sanfter ausgefallen, die Gebäude nie so stark geschädigt worden.[/qoute]
Und schon geht's wieder los, genau wie nach Tschernobyl. Bei uns hätte das ja garnicht passieren können weil wir ja eh viel besser sind und wir haben ja auch ... Hast du denn garnichts gelernt? Dann passiert bei uns eben etwas anderes, in Fukushima ist ja auch nicht das selbe passiert wie in der Ukraine.


Pilatus schrieb:
Was aber schon beunruhigt ist, dass scheinbar gewisse Sicherheitsrelevante Technologien nicht in allen Ländern Vorschrift sind.

Trotzdem, einmal mehr. Die Länder, in denen wohl am Wenigsten mit einem Unfall zu rechnen ist, verfallen einem Aktionismus.
Die Länder in denen man am wenigsten mit Unfällen rechnen muss machen sich einfach die meisten Gedanken über die Probleme und die logische Konsequenz ist dann eben der Ausstieg.
Pilatus schrieb:
Die Menschheit hat so viele ungelöste Probleme, dass sie sich nicht zusätzlich so Zeug aufbürden sollte.
Da stimm ich dir mal ausnahmsweise zu. Die Menschheit hat so viele Probleme, dass man sich nicht zusätzlich noch die AKWs aufbürden sollte.

Pilatus schrieb:
AKW liefern in erster Linie mal relativ sauberen und günstigen Strom. Wir sollten also lieber erst von den fossilen Brennstoffen und dann vom Atomstrom wegkommen.
Glaubst du auch noch an den Weinachtsmann? Wo ist das denn sauber wenn da hochgiftiger und radioaktiver Müll anfällt? Und schau dir mal die Uranminen an, dagegen sind chinesische Kohleminen ja das richtige Paradies.

Aber lass dir doch einen Lobbyisten Job von der Atomindustrie geben, deren Reden hast du ja schon ganz gut drauf.
 
Ach, das Lobby geblaber hängt mir zum Hals raus. Als ob es keine Solarlobby gäbe... :lol:
 
Und wieder kommen wir zum gleichen Punkt:

Die Welt hat größere Probleme als ein explodierendes Atomkraftwerk oder strahlenden Müll ...
Solange verrückte Diktatoren ihr eigenes Volk schlachten dürfen, solange eine kommunistische Elite das größte Volk der Welt unterdrücken darf, solange radikale Muslime und Christen Menschen abschlachten können und die einzige Reaktion darauf ein panisches Geschrei nach mehr Sicherheit ist, solange man auf der einen Seite Mitleid heucheln und auf der anderen Seite arme Länder künstlich von sich abhängig machen darf, solange ein aufgeklärter westlicher Staat droht im Überwachungsstaat zu versinken, seine Jugend zu vernachlässigen und seine Grundsätze mit Füßen tritt um vor einer verlogenen machtgeilen Transferunion zu katzbuckeln - solange ist es für mich das allergeringste Problem dass ich mit ISAR 2 eines der am stärksten ausgelasteten Atomkraftwerke der Welt praktisch im Vorgarten stehen habe.

PS: Richtig Pilatus - Willst du mir erzählen, dass die völlig übertriebenen Einspeisevergütungen für eine Technologie die im Endeffekt dadurch, dass sie ganze Landstriche verunstaltet (genauso wie OnshoreWindparks ... Offshore lass ich mir die ja noch eingehen) mehr Schaden als nutzen bringt kein Ergebnis perfekter Lobbyistenarbeit sind Seilbahnjunkie?
 
Naja, der Argumentation, dass sich Atomkraft durch Unrecht in der Welt an anderer Stelle legitimiert, kann ich nicht folgen.
Nichts Problematisches legitimiert sich dadurch, dass es irgendwo noch etwas Schlimmeres oder problematischeres gibt.
 
3303 schrieb:
Naja, der Argumentation, dass sich Atomkraft durch Unrecht in der Welt an anderer Stelle legitimiert, kann ich nicht folgen.
Nichts Problematisches legitimiert sich dadurch, dass es irgendwo noch etwas Schlimmeres oder problematischeres gibt.

Hab ich nicht gesagt - Ich hab nur gesagt, dass man sich erstmal den wahren Problemen der Welt mit ganzer Kraft widmen sollte statt hier irgendwelche halbgaren Lösungen für alles im Hinterstübchen auszukungeln ;)
 
Soll ich euch mal erzählen worin die Legitimation der Atomkraft steckt? Die Industrie (nicht nur in Deutschland) wollte keine Atomkraft weil sie viel zu teuer und gefährlich war. Aber die Amies mussten das Image der Atomkraft verändern nachdem sie als bisher einzige Nation Atombomben eingesetzt hatten und das auch bei der eigenen Bevölkerung nicht gut ankam. Das stammt übrigens nicht von mir, sondern von Dr Peter Becker, dem wohl führenden Anwalt im Energierecht in Deutschland, den ich vor ein paar Wochen treffen durfte.

Natürlich gibt's auch eine Solarlobby, es gibt für fast alles eine Lobby. Es gibt sogar Lobbyorganisationen für Weisenkinder. Die Frage ist nur wie mächtig welche Lobby ist. Das EEG stammt von der Rot-Grünen Bundesregierung die damit die energiewende anschieben wollte. Der Staat hat schon immer Technologien subventioniert die er voranbringen wollte. Nur manche Wirtschaftszweige vergessen das gerne, selbst wenn sie aktuell noch subventioniert werden.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Chense schrieb:
Ich bin gerne bereit mir nen Castor in den Garten stellen zu lassen, wenn all die netten Leute die unbedingt erneuerbare haben wollen sich auch Windräder in den Garten stellen ;-)
Da bin ich sofort dabei, ich stell mir ein kleines windrad in den Garten und pack mir noch Photovoltaik aufs Dach, dazu noch einen kleinen Pumpspeicher. Du lässt dir dafür einen kleinen Castor in den Garten stellen. Der große Unterschied zwischen uns wäre jetzt, dass ich das wirklich machen würde, du aber sicher nicht.

Sorry das ich erst jetzt was dazu schreibe, war aber im Urlaub.

Soll sich das mit der eigen Energieproduktion rechnen? Ich weis ja nicht was für ein Windrad du dir in den Garten stellen willst. Bestimmt kein 100-200m hohes?! Bei einem 30m hohen Windrad lohnt es sich nicht wirklich, da zahlt man nur drauf.
Klar beim Reaktor wird man wahrscheinlich auch nur draufzahlen.

Seilbahnjunie's Idee ist super. Jedes Haus wird mit sowas ausgerüstet. Jeder kann sich dann selbst die größe der Anlage aussuchen, je nach eigen Verbrauch oder Platz auf dem Grundstück.
 
Es geht nicht darum, ob sich das lohnt, sondern ob ich die Technologie, bzw. deren Folgen auch in meinem Garten akzeptieren würde. Und auf einen Pumpspeicher im Garten hätte ich tatsächlich Lust, aber leider ist das viel zu teuer.
 
Solange dieser private Spass mit den Photovoltaikanlagen nicht durch den kleinen Mieter quersubventioniert wird, kann sich jeder in den Garten stellen was er will. Die Einspeisevergütungen dafür sind meiner Meinung nach aber immer noch viel zu hoch.
 
Es geht ja nicht nur darum, ob es sich momentan wirtschaftlich um die lukrativste Lösung handelt, sondern auch um dezentrale Energieerzeugung und eine Vision davon, wie sich die Gesellschaft langfristig mit Energie versorgen will. Dezentrale Energieversorgung ist beispielsweise wesentlich weniger Störanfällig als Großkraftwerke. Ein weiterer Vorteil ist, dass man dadurch bzw. durch solche Energiegewinnung unabhängiger von Lieferungen aus dem Ausland (zB Kohle, Uran, Gas), also auch unabhängiger von politischen Krisen etc. wird. Bzw. sind wir derzeit absolut vom Ausland abhängig, was kein politisches Ziel sein kann. Ferner wird Forschung und Entwicklung forciert und somit die Wirtschaft gefördert. Wir erlegen den kommenden Genberationen gerade einen riesigen Schuldenberg auf. Vielleicht sollte man dann versuchen, denen dann wenigstens einen möglichst kleinen Atommüllberg zu hinterlassen.
Großkraftwerke liegen ja eher im wirtschaftlichen Interesse der Konzerne, da sich damit wesentlich mehr Gewinn erzielen lässt.
Es kommt da ganz auf den Betrachtungswinkel an.

Was ich übrigens bemerkenswert finde ist, dass hier im Forum technishcher Fortschritt und Entwicklung tendenziell oft befürwortet wird. Bei der Energieerzeugung gibt es aber auffällig viele, sehr konservative Meinungsäußerungen.
 
3303 schrieb:
Es geht ja nicht nur darum, ob es sich momentan wirtschaftlich um die lukrativste Lösung handelt, sondern auch um dezentrale Energieerzeugung und eine Vision davon, wie sich die Gesellschaft langfristig mit Energie versorgen will.

Völlig d'accord! Das ist eine positive Erscheinung die ich nicht leugnen möchte. Wenn sich jemand durch eine Solaranlage unabhängig machen möchte sollte er das tun. Wir machen uns aber auch mit anderen regenerativen Energieträgern (wenn nicht unbedingt von den Stromkonzernen, aber zumindest vom Ausland) unabhängig, die gleichzeitig jedoch wesentlich effizienter sind. Z.B. Windkraftanlagen. Man sieht doch gerade an den europäischen Nachbarn dass das Geld nicht auf den Bäumen wächst.
 
Das Problem ist eben, dass ander Energiträger (vor allem die Atomkraft) auch nicht das kosten was sie eigentlich kosten müssten. Wenn man dann die Einspeisevergütungen damit vergleicht erscheinen die ziemlich hoch. Schön wäre mal zu sehen was die Stromproduktion mit verschiedenen Methoden wirklich kostet.
 
Das Problem ist eben, dass ander Energiträger (vor allem die Atomkraft) auch nicht das kosten was sie eigentlich kosten müssten.

Das ist ein sehr theoretisches Argument, auf diesem Niveau müssten wir mindestens die hälfte der Weltbevölkerung sofort exektieren, weil wir sonst gar nicht überleben könnten. Die komplette Weltwirtschaft ist auf die Ausbeutung des Planeten ausgelegt, es gibt praktisch nichts, was nicht gigantische (theoretische) Folgekosten mit sich ziehen würde. Sogar Windrädchen und Solarzellen.
 
Super Einstellung, also nur weiter so.
Aber mal ernsthaft. Selbst wenn dirdie Zerstörungen und Ausbeutungen anderer Länder egal sind, dann subventionierst du trotzdem z.B. die Atomenergie mit deinen Steuergeldern. Wie will der Kunde da vergleichen was teurer ist?
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Super Einstellung, also nur weiter so.
Aber mal ernsthaft. Selbst wenn dirdie Zerstörungen und Ausbeutungen anderer Länder egal sind, dann subventionierst du trotzdem z.B. die Atomenergie mit deinen Steuergeldern. Wie will der Kunde da vergleichen was teurer ist?

Wenn du ehrlich bist wären 99% der Kunden doch sowieso unfähig das zu vergleichen selbst wenns möglich wäre ... Generation BILD ist das Stichwort ;-)
 
Da muss ich dir jetzt leider Recht geben, das ist ein großes Problem unserer heutigen Gesellschaft.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Super Einstellung, also nur weiter so.
Aber mal ernsthaft. Selbst wenn dirdie Zerstörungen und Ausbeutungen anderer Länder egal sind, dann subventionierst du trotzdem z.B. die Atomenergie mit deinen Steuergeldern. Wie will der Kunde da vergleichen was teurer ist?

Das ist doch keine Einstellung, das ist eine nüchterne Betrachtungsweise. Es gibt kein gut oder schlecht. Natürlich finde ich das auch nicht gut. Aber es ist nun mal fakt. Und wenn der Mensch irgendwie (mittelfristig, ewig ist sowieso nichts) überleben will, muss er nachhaltiger Wirtschaften. Ob das gelingt, da habe ich meine grossen Zweifel. Könnte mir durchaus vorstellen dass mit dem Ende der Bodenschätze auch die Zivilisation den Bach runter geht. Aber versuchen muss man es zumindest. Will man nun aber die Menschheit irgendwie durchbringen, muss man knallhart rational urteilen, eine Luxuslösung wird nie, nie, niemals umsetzbar sein.
Die Weltwirtschaft ist extrem abhänig von fossilen Brennstoffen - die Abhänigkeit der Konjunktur vom Oelpreis beängstigend. Zudem ist gerade Erdöl Ausgangsstoff für unzählige Produkte, ohne die unser Alltag gar nicht mehr denkbar. Es zu verbrennen ist eigentlich Verrat an der Menscheit.
Die fossile Energie lässt sich wohl weitgehend durch Strom ersetzen - und hier sind wir beim springenden Punkt:
Will man man die menschliche Zivilisation mittelfristig durchbringen, ist es dumm zum heutigen Stand der Technik auf Atomenergie zu verzichten. Sie ermöglich jenen Wohlstand zu halten bzw. erarbeiten, welcher dazu investiert werden kann, erst die fossilen Brennstoffe und dann von mir aus irgendwann mal die Atomenergie zu ersetzten. Von mir aus auch dank Subventionen.

Wie will der Kunde da vergleichen was teurer ist?

Streich mal die Subventionen für die erneuerbaren, man würde es ziemlich schnell merken. Keine Ahnung wie stark in der CH der Atomstrom tatsächlich subventioniert ist, wirkliche Subventionen die nicht nur theoretischer Natur sind, gibt es aber m.E. kaum. Ich bin nicht unbedingt gegen die Subvention von erneuerbaren Energien - schliesslich müssen die eines Tages unseren Energiebedarf decken. Eine private Firma wird kaum interesse haben, in ein "mehrere Generationen Projekt" zu investieren, da ist vmtl. der Staat gefragt (wie er das auch beim Atomstrom etc. gemacht hat).
Aber die Zeit ist noch nicht reif für das was Deutschland jetzt macht, richtig lächerlich ist es zudem, weil man die Atommeiler nicht mal durch erneuerbare ersetzen will, sondern durch fossile Brennstoffe.

Zudem steigt die Weltbevölkerung immer mehr an, immer mehr müssen sich immer weniger Ressourcen teilen. Die Zeit für Luxuslösungen ist schon lange vorbei.
 
So ein Blödsinn, die erneuerbaren Energien können spielend unsere Energieversorgung sicherstellen. Auserdem sind wir damit komplett unabhängig von Resourcen was die Energieversorgung angeht und wir werden uns dann aus den Kämpfen um die letzten Resourcen raushalten könen. Was soll denn daran bitte schlecht sein?
 
Bevor hier gleich etwas als Blödsinn abgetan wird:
So wie ich Pilatus verstanden habe, will er darauf hinaus, dass diese Resourcen auch für andere wichtige Güter, die nicht die Energieversorgung betreffen, benötigt werden. Stichworte wären da Öl/Plastik, Kunststoffe oder verschiedene Metalle die in allerlei Technik eine wesentliche Rolle spielen. Ich würde daher nicht leichtfertig ausschließen wollen, dass es trotz autarker Energieversorgung nicht zu Resourcenkonflikten kommen könnte.
 
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