Alpi
Nebelhorn (2224m)
Aus für "Kärntner Skipass"
Den Kärntner Skipass wird es in Zukunft nicht mehr geben. Die Gesellschaft wird aufgelöst, weil man sich nicht über die Abrechnungsmodalitäten einigen konnte.
Neue Karte: "Ski Hit"
Nach der Abspaltung von acht Skigebieten in Oberkärnten und Osttirol war es zu Streitigkeiten innerhalb der Dachgesellschaft gekommen, da diese Einzelkarten anbieten wollten.
In Zukunft wird es eine neue Karte unter dem Namen "Ski Hit" geben. Sie wird von den Mitgliedern Gerlitzen, Großglockner Bergbahnen, Ankogel, Mölltaler Gletscher, Lienzer Bergbahnen, Silian und Matrei in Osttirol angeboten. Die "Top-Ski Vertiebs- und Marketing GmbH" wurde am Donnerstagabend neu gegründet.
Nur Verkauf des Top-Ski-Passes gestattet
Die Dachgesellschaft hat aber nur den Verkauf des Top-Ski-Passes gestattet, sagt Hans Hopfgartner, Geschäftsführer der Gerlitzen-Kanzelbahn-Touristik:
"In Kärnten müsste man sämtliche Skigebiete mit dem Auto abklappern, was natürlich völlig am Kundenwunsch vorbeigeht. Der Kunde muss letztlich einen höheren Preis zahlen, denn es war nicht möglich, Eigenkarten auszugeben. Nachdem ich für die Kartenprodukte verantwortlich bin, habe ich ein kartellrechtliches Gutachten erstellen lassen. Es muss möglich sein, flexible Mehrtageskarten pro Skigebiet und auf saisonale Schwankungen abgestimmt auszugeben."
Vorwurf nur zum Teil möglich
Den Vorwurf von Unflexibilität und der Unrentabiltät für den Schifahrer weist Wolfgang Löscher, Marketingleiter der Dachgesellschaft zurück:
"Dieser Vorwurf kann nur zum Teil vorgebracht werden, da insgesamt 36 Skigebiete Verbundkarten aufgelegt haben, von denen 25 selbst Mehrtagesprodukte aufgelegt haben."
Neu: "Top-Ski GmbH"
Löscher zu dem Ziel der "Top-Ski GmbH" ist, doch noch einen Kärntner Skipass aufzulegen:
"Wir haben für kommenden Mittwoch eine weitere Sitzung einberufen. Bis dahin besteht die Möglichkeit, Verhandlungen mit den Partnern durchzuführen. Wir hoffen, dass es zu einer Einigung kommt und für den Gast nach wie vor die Verbundprodukte aufgelegt werden."
Folgen für Kärntner Wintertourismus
Sollte keine Lösung gefunden werden, hätte die schwerwiegende Folgen für den Kärntner Wintertourimus, sagt Werner Bilgam, Chef der Kärnten Werbung. Es seien bereits Buchungen wegen des Top-Ski-Passes erfolgt.
Pfeifenberger: "Da spiele ich nicht mit"
Kärntner Tourismusreferent LHStv. Karl Pfeifenberger (FPÖ) drohte am Freitag, sämtliche Förderungen für die Seilbahngesellschaften einzustellen. Er kündigte an, am kommenden Mittwoch an der Sitzung der Liftbetreiber teilzunehmen. Pfeifenberger:
"Gibt es keine Einigung und keinen Top-Skipass mehr, dann werde ich die Seilbahnbetreiber trockenlegen, dann gibt es keine Förderungsgelder mehr."
Pfeifenberger beschuldigt "Skikaiser" Pucher
Pfeifenberger beschuldigte weiters den "Skikaiser" der Skiregion Nassfeld, Arnold Pucher, zuletzt auch Geschäftsführer der Kärntner Skipass Vertriebs- und Marketing GmbH, für die Differenzen zwischen den Regionen verantwortlich zu sein. Er zeigte sich verärgert, dass man Pucher und das Nassfeld seitens der öffentlichen Hand in den vergangenen Jahren mit fast elf Millionen Euro unterstützt worden sei:
"Pucher baut die Talbahn mit unserer Unterstützung und richtet uns jetzt aus, dass er uns nicht mehr braucht, das akzeptiere ich nicht", so Pfeifenberger.
Man habe viel Geld in die Infrastruktur und auch in die Bewerbung des Skipasses gesteckt, daher müsse es zu einer Einigung kommen
von orf.at