Wobei sich sich die Frage stellt: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit sich eine "gute Buckelpiste" ausbildet?
Zunächst wäre das (nichmal so subjektive) Adjektiv "gute" (Buckelpiste) zu betrachten. Gütekriterien sind m.E.:
1.)
Homogenität des Buckelmusters als wichtigstes Kriterium. Heisst, dass die Buckel möglichst in einem Raster entstehen, durch welches man "Zöpfeln" kann. Normal gefahren werden Buckel weder entlang der Senken (man wird zu schnell), noch direkt über den Hocker (Kostet nur Kraft, Freesytler machen das), sondern ein Mittelding aus beiden, je nach individueller Neigung bzw. Fähigkeit.
Bei steilen Piste ist das kontinuierliche Verzögern bei jedem Buckel wohl die Schwierigkeit Nr.1. Abbremsen kann man entweder durch reinpowern in die Hocke am Buckelanfang (freestyler...), oder aber durch "Einschneiden" beim Einfahren um den Höcker und folgendem "Abkratzen" sofoert nach der Drehung, wo der Buckel steil wird. Skispitzen gut nach unten, nicht abheben...
2.)
Rundung der Buckel: In steilen Abfahrten soll die talwärtsgewandte Buckelseite nicht wie abgehackt daherkommen. Da kann man nicht mehr drehend reinschneiden. Kostet nur Kraft, geht nicht wirklich.
3.)
Härte: Insbes. in Sonnenhängen sind Buckelpisten am Vormittag oft ein No-Go. Das weiss man und fährt erst wenn es weicher wird. (Heute freilich völlig inakzeptabel, das Wirtschaftsgut liegt ja hierbei Stunden unnütz brach). Ideal sind Buckelpisten für mich nachdem es richtig viel geschneit hat und viele gute Skifahrer unterwegs sind.
4.)
Schneeart: Buckelpisten gibt es nur auf Naturschnee, ein weiteres KO für Buckelpisten. Auf Kunstschnee bilden sich prinzipiell keine Buckel. Allenfalls Zuckeranhäufungen zwischen Glatteisplatten. Ausnahme im Frühjahr bei Sulz- wobei die nicht so weil optimal sind.
Insbesondere für 1. und 2. ist es wichtig, dass Skifahrer mit ähnlicher Könnenstufe fahren. Anfänger queren zick-zack von einer Seite zur anderen womit die verbleibenden Buckel talseits abgeheckt werden. Meist kaum mehr fahrbar. Insbesonere aber sind Snowboarder nach Neuschnee das Problem, da deren Fahrweise mit grossen Radien entstehende Schneehaufen ruinieren.
Eine fantastische Buckelpiste, und für mich Masstab der Dinge, auch um mein Können objektiv zu testen, war die Buckelpiste orographisch rechts am Trais Fluors Lift in Celerina. Das Ding was absolut homogen gemustert, gut steil und lang. Das zeigte mir gut, wie schlecht ich war, deprimierend

. Aber nur so kommt man ja weiter
Aber es gibt auch einfache, lang gezogene, niedrige Buckel auf blauen Abfahrten, es muss also nicht immer eine Kraftbolzerei sein. Ich liebe diese Abfahrten! Entlang dieser schönen Buckel kann man kraftlos spielen. Kraftlos ist das drehen, musikalisch der Run insgesamt. Die Geschwindigkeit ist zur Carvingautobahn vergleichsweise niedrig, womit das Erlebnis insgesamt umso länger andauert. Solche Pisten gibt es nicht mehr, Ausnahmen meist dieser halbe Tag nach Schneefällen, bevor gewalzt wird. Blaue Pisten sind halt jene, auf denen sich die meisten Skifahrermassen am besten verteilen lassen auf planem Kunstschnee.
In heutiger Zeit, in der alle Pistentypologien - von Babypiste bis steiler Rinne- dem Massenskifahrer geöffnet werden, haben es Buckelpisten schwer sich überhaupt gut ausbilden zu können.
Was meinr ihr?
