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Auto ...

DJDan schrieb:
Gesamtheitlich betrachtet wird wahrscheinlich die aktuelle Strategie ohne klassische Verbrennungsmotoren nicht in allen Bereichen zum Erfolg führen.
Allerdings haben die E-Fuels auch das Problem, dass an verkehrsreichen Stellen eine weiterhin hohe Luftschadstoffbelastung herrschen würde.

Ich glaube, das stellst du dir etwas zu einfach vor. So viele Länder gibt es da nicht und die entsprechenden Anlagen musst du auch erstmal bauen. Ich glaube, es gibt kein Land, dass momentan für diesen Fall PV- oder WE-Anlagen mit etlichen GW Leistung an Überkapazität stehen hat. Und dann braucht man ja auch noch entsprechende Industrieanlagen und idealerweise will man in einem Land mit halbwegs stabilen politischen Verhältnissen investieren, wo einem nicht Terroristen die Anlagen streitig machen oder Raketen drauf schießen. Bis man das alles aufgebaut hat, dürften zumindest im Kfz-Bereich 1-2 Fahrzeuggenerationen (derzeit ca. 9,8 J.*) ins Land gehen.

Den ersten beiden Sätzen stimme ich voll und ganz zu. Eine Nutzung von EFuels in der Masse und grade auch in stark belasteten Bereichen innerstädtisch soll auch nie das Ziel sein und würde auch wenig Sinn machen. Insbesondere über die nächsten 15 Jahre hinaus gesehen.Innerstädtisch macht das Auto allgemein aber zumindest an vielen Stellen so oder so nur wenig Sinn. Es geht primär um Sektoren wie die Landwirtschaft, den Schwerlastverkehr und dann eben Nischen, wie Oldtimer oder vielleicht mal jemand der halt wirklich mal nen Anhänger ziehen muss und dann entsprechend sinnvoller ein solches Auto kauft.
Nicht zu vergessen natürlich auch der Flugverkehr, dem eigentlich keine Alternative zu Treibstoffen mit hoher Energiedichte bleibt.

Insgesamt bieten EFuels aber selbst lokal bereits Vorteile. Efuels sind im Gegensatz zu Sprit aus Erdöl rein, sprich ohne Verunreinigungen. Wird ein Verbrenner mit EFuels betrieben, erhöht sich seine Lebensdauer und er stößt weniger Stickoxide, Feinstaub und Ruß aus. Das wäre für die Städte auch schonmal was.

Dass es einfach wäre will ich garnicht behaupten, aber der Aufbau einer Ladeinfrastruktur oder dergleichen ist auch nicht einfach. :mrgreen:
Momentan gibt es solche Überkapazitäten wohl wirklich in keinem Land. Was aber im Raum steht ist die Tatsache, dass sich Länder mit einer hohen Einwohnerdichte, einer starken Bebauung oder einer geografisch bedingten Benachteiligung mit einer 100% Versorgung aus erneuerbaren Energien in allen Bereichen schwer tun werden. Dagegen gibt es andere Regionen auf der Welt, die rein geografisch und infrastruktuell gesehen deutlich mehr Potenzial bieten, aber kaum Einwohner haben, die diese Energie vor Ort verwerten könnten.

Jetzt geh ich mal wieder in den Bereich der Vermutungen, aber ich denke nunmal, dass es z.B. mehr Sinn macht große Solarkraftwerke nahe des Äquators zu bauen, anstatt in Deutschland oder noch weiter nördlich Solaranlagen auf freien Flächen zu errichten. Von Dächern oder bereits versiegelter Fläche natürlich abgesehen, hier macht es überall Sinn. Ebenso bieten Lagen wie z.B. die Atacama Wüste sehr viel Potenzial für viel Wind und Solarenergie. Strom lässt sich hier viel billiger und insgesamt umweltfreundlicher produzieren, weil eine gleichwertige Anlage in Deutschland eben viel mehr Fläche verbrauchen würde.
Ich weiß jetzt nicht, ob es einfach so möglich wäre, ein riesiges Stromkabel durch den ganzen Ozean zu legen und Europa mit Strom aus Südamerika oder Afrika zu versorgen. Was aber sehr wohl möglich wäre, ist eine Raffinerie für EFuels vor Ort, die den Treibstoff mit Tankern nach Europa liefert. Die gesamte Transportkette ließe sich ja umweltfreundlich gestalten und einiges der benötigten Infrastruktur besteht ja quasi schon.
Aber wie du schon sagst, ist vielleicht auch zu sehr geträumt, weil so viele Faktoren alles noch erschweren und an vieles denkt man auf den ersten Blick gar nicht.

Offensichtlich stellt sich hier am Ende die Frage, lässt sich Strom tatsächlich überall vor Ort so effizient und logisch erzeugen und verbrauchen, dass das der beste Weg in allen Belangen ist, oder macht es mehr Sinn, 4 mal so viel Strom zu Erzeugen um einen teil davon in EFuels umzuwandeln, die dafür transportier, speicher und lagerbar sind. Ich denke einfach es wird die Mischung sein, weil es klar Bereiche gibt, in denen es viel effizientere Wege als EFuels gibt, aber auch Bereiche wo Tonnen schwere Akkus einfach nicht funktionieren.
 
DJDan schrieb:
Kurios ist eine Aussage bzgl. Lkw:
Jeder Lkw, der auf die Straße kommt, bleibt da 30 Jahre!
Demgegenüber nennt Statista 8,2 Jahre als Durchschnittsalter: https://www.google.com/search?q=lkw+alter+deutschland
Wie passt das zusammen?
Gar nicht, die 30 Jahre sind definitiv Unsinn. Die Afa für LKWs beträgt üblicherweise 7-8 Jahre, ab dann werden sie betriebswirtschaftlich unrentabel.

Als jemand der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, find ich eine Diskussion darüber ob E-Traktoren möglich/sinnvoll sind übrigens echt herzig.
Erst den Weltfrieden das ist einfacher, dann die E-Traktoren.
 
judyclt schrieb:
weedy schrieb:
Die Vorstellung des umgebauten Treckers ist doch nur eine augenzwinkernde Inspiration.
In welche Richtung soll das inspirierend wirken?

Kompliment, das ist ja mal ne richtig gute Frage.. /s

Julian96 schrieb:
ich (...) komme aber vom Hof.

Julian96 schrieb:
Ein altes Auto auf Elektro umgebaut und das Getriebe ist drin geblieben. Sowas wäre ein Traum für mich. Rein logisch und physikalisch betrachtet absoluter Unfug, aber es ist einfach ein Stück Unvernunft und Gaudi.

w.
 
Werna76 schrieb:
Gar nicht, die 30 Jahre sind definitiv Unsinn. Die Afa für LKWs beträgt üblicherweise 7-8 Jahre, ab dann werden sie betriebswirtschaftlich unrentabel.
30 Jahre sind definitiv Unsinn. Von 30 Jahren redet man bei Schienenfahrzeugen oder Flugzeugen.

Als jemand der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, find ich eine Diskussion darüber ob E-Traktoren möglich/sinnvoll sind übrigens echt herzig.
Erst den Weltfrieden das ist einfacher, dann die E-Traktoren.
Natürlich :lol:
Eigentlich kann man sich die Überlegung aktuell echt sparen. Trotzdem ist es etwas, das uns irgendwann zwangsläufig einholen wird.
Die Kraftstoffverbräuche in der Landwirtschaft sind wirklich nicht unerheblich, wir haben nen für heutige Verhältnisse winzigen Hof und 1000l Diesel sind schnell weg.

Man kann an dieser Stelle die Diskussion noch viel weiter spinnen. Glyphosat und generell viele Herbizide sollen weg (in meinen Augen auch zurecht, wenns tatsächlich so schädlich sein soll...bei uns wurde das Zeug seit über 10 Jahren nicht mehr eingesetzt). Die einzige Möglichkeit zur Unkrautbekämpfung ist daher mechanisches Vorgehen und Bodenbearbeitung und dafür wird mehr Sprit verbraucht werden. An dieser Stelle hör ich aber mal auf mit OT :lol:
 
DJDan schrieb:
Kurios ist eine Aussage bzgl. Lkw:
Jeder Lkw, der auf die Straße kommt, bleibt da 30 Jahre!
Demgegenüber nennt Statista 8,2 Jahre als Durchschnittsalter: https://www.google.com/search?q=lkw+alter+deutschland
Wie passt das zusammen?
1. Bei gleichbleibendem Bestand wäre bei einem Durchschnitt (!) das Maximalalter bei ca. 16. Da der Bestand aber zwischenzeitlich zugenommen hat, ist der Durchschnitt überproportional von den neueren Fahrzeugen geprägt, die ihn nach unten drücken.
2. Dort steht nicht, daß sie so lange in D zugelassen sind, sondern daß sie so lange auf der Straße sind (wo auch immer; ich nehme mal an, daß bei Einbeziehung des mittleren Ostens und Nordafrikas die Gesamtlaufzeit der ursprünglich in D oder Westeuropa zugelassenen LKW eher noch höher ist. Auch dort tragen sie zur Umweltbelastung bei).

Werna76 schrieb:
Die Afa für LKWs beträgt üblicherweise 7-8 Jahre, ab dann werden sie betriebswirtschaftlich unrentabel.
Das ist zu kurz gesprungen. Nichts ist billiger als eine abgeschriebene Anlage - die kostet nämlich nur noch den laufenden Unterhalt. Um die Abschreibung einer neuen Anlage steuerlich nutzen zu können, muß ich die entsprechenden Beträge erst einmal verdienen.
 
Werna76 schrieb:
Erst den Weltfrieden das ist einfacher, dann die E-Traktoren.

bischn platt, nech?!

Ich glaube, Du unterschätzt die Dynamik disruptiver Technologien. Die Vergangenheit zeigt, das kann sehr schnell gehen.

Ohne die Absicht, aber auf die Gefahr in das hofbiografische Hechelhechel einzusteigen: Meine Schwester führt einen Bauernhof mit zertifizierter biologischer Viehwirtschaft im Pfaffenwinkel. Kein Ackerbau, kein Milchvieh, die Galloways bleiben solange es schneefrei ist auf den Wiesen, sind auch im Winter stets im Freien und es fällt vergleichsweise wenig Mist an. Esel und Ziegen noch, Pipifax..

Sie hat vor zwei Jahren ihren großen Traktor ver- und einen Hoflader gekauft und fährt damit wun-der-bar.. Um mal 5 Kubik Wasser auf ne Wiese zu fahren genügt ein alter International und den Rest erledigt der Genannte. Zum Heu machen gibt’s Besuch, für’s Holz sowieso, aber das hat sie auch vorher schon so gehandhabt. Die Leistung und Kapazität des nachfolgend Genannten würden ihrem Anforderungsprofil vollkommen genügen.

https://www.schaeffer-lader.de/de/lader/landwirtschaft/hoflader/23e/

Ich käme aber nicht im Traum drauf, das Teil ihr oder sonst jemandem aufschwatzen zu wollen. Das muss man objektiv und ehrlich mit sich selbst ausmachen. Der e-Schaeffer soll schweineteuer sein und hat natürlich keinen 600-l Dieseltank. Dafür einen Lithiumeisenphosphatakku (LFP), langlebig und belastbar, allerdings müsste der nach einer Frostnacht neben der Scheune erstmal auftauen. Das ist in der Region ein NoNo. Ich kann also völlig verstehen, wenn E-Nutzfahrzeuge am Hof nicht jedermanns Sache sind, aber die Vehemenz mit der es hier - die Arme verschränkt, die Mundwinkel herabgezogen - immer nur IsNichGehtNichGibsNich schallt finde ich spontan witzig, dann traurig und insgesamt ernüchternd.

Aber E-Fuels aus Peru nach Europa tankern ist dann voll knorke.. jedes Kilo Sprit für ein Antriebssystem mit grottenschlechter Effizienz nicht nur über den Atlantik schippern, sondern vorher noch durch den Panama-Kanal? Oder vielleicht ne Pipeline entlang des Amazonas? Und dann entstehen diese wundervollen (neuen) Abhängigkeiten und wem man da so die die Hand schütteln darf.. oder muss. Ich dachte, genau das gelte es zu überwinden. Und den energieverlustreich produzierten, superflüchtigen und als Gefahrgut mit 800 bar Druck in Hightechcompound-Gasflaschen (oder -tanks?!) um die halbe Welt gekarrten Wasserstoff würde ich auch eher zur Herstellung von Zement verwenden (extrem hohe Herstellungstemperatur, 9% der globalen CO2 Emissionen), als ihn aussterbenden Petrolheads zum Verblasen zu spendieren.

Die mittelfristige Herausforderung ist die Entwicklung und Bereitstellung nachhaltiger, zuverlässiger, kapazitätsstarker Stromspeicher. Was mir an Windparks und Solarfeldern so gefällt, ist die Rückbaubarkeit. So einen Stausee baut man fast für die Ewigkeit mit allen, dann fast ewigen Implikationen. Photovoltaikpanele und Windräder stellt man hin, die machen 20 Jahre ihren Job inklusive zig-facher energetischer Amortisation, und wenn man sie nicht mehr braucht, dann baut man sie einfach wieder ab und in ein, zwei Jahren ist sprichwörtlich Gras drübergewachsen. Unsere AKWs, KKWs, der fürchterliche Tagebau, die langfristig ungeklärte Atommülllagerung etc. sind da schon eine ganz andere Liga. Den Ansatz von Energy Vault halte ich daher für eines der spannendsten Konzepte:

„Energy Vault is the creator of gravity and kinetic energy based, long-duration energy storage solutions that are transforming the world’s approach to delivering reliable and sustainable electricity“

https://energyvault.com

Das Thema hat einen eigenen Strang verdient und ist hier nicht so gut aufgehoben, also damit mein Post nicht komplett OT bleibt: Besitzt hier eigentlich jemand einen GTV Bertone 8) ?

Schönen Sonntag,
w.
 
weedy schrieb:
Aber E-Fuels aus Peru nach Europa tankern ist dann voll knorke.. jedes Kilo Sprit für ein Antriebssystem mit grottenschlechter Effizienz nicht nur über den Atlantik schippern, sondern vorher noch durch den Panama-Kanal? Oder vielleicht ne Pipeline entlang des Amazonas? Und dann entstehen diese wundervollen (neuen) Abhängigkeiten und wem man da so die die Hand schütteln darf.. oder muss. Ich dachte, genau das gelte es zu überwinden. Und den energieverlustreich produzierten, superflüchtigen und als Gefahrgut mit 800 bar Druck in Hightechcompound-Gasflaschen (oder -tanks?!) um die halbe Welt gekarrten Wasserstoff würde ich auch eher zur Herstellung von Zement verwenden (extrem hohe Herstellungstemperatur, 9% der globalen CO2 Emissionen), als ihn aussterbenden Petrolheads zum Verblasen zu spendieren.
Hast du dich mit dem Thema schonmal ernsthaft beschäftigt? Die Idee mit dem in Tankern transportierten Sprit kommt nicht von mir, die kommt von denen die in der Energie und Autobranche drin sind.
Hier geht es nicht um Wirkungsgrad vs Wirkungsgrad, hier geht es um Wirkungsgrad vs. Alternativlosigkeit.
Wie willst du denn Strom und Energie in großem Stil speichern, wenn nicht in Sprit, Wasserstoff oder Stauseen wo möglich?
Akkus sind weit davon entfernt solche Kapazitäten zu besitzen, dass Sie ernsthaft das Stromnetz stützen können. Selbst große Solarspeicher im Haus speichern nur wenige Kilowattstunden und sind ja schon fast nicht zu bezahlen.
Wie willst du denn das Energie Defizit in bevölkerungsreichen Ländern und den Überschuss in bevölkerungsarmen Ländern ausgleichen, wenn nicht durch Entweder riesige globale Vernetzung oder eben Speicherung+Transport?
Der Strom vom Hausdach reicht für einen Haushalt mit Auto locker aus, nicht aber im Fall eines Mehrfamilienhauses und schon gar nicht im Fall der Industrie.

Und Petrolheads und aussterben :lol: Warst du schonmal auf einer Oldtimermesse oder so?
Die Begeisterung für Klassikcars und dergleichen wächst seit Jahren enorm.

Die mittelfristige Herausforderung ist die Entwicklung und Bereitstellung nachhaltiger, zuverlässiger, kapazitätsstarker Stromspeicher. Was mir an Windparks und Solarfeldern so gefällt, ist die Rückbaubarkeit. So einen Stausee baut man fast für die Ewigkeit mit allen, dann fast ewigen Implikationen. Photovoltaikpanele und Windräder stellt man hin, die machen 20 Jahre ihren Job inklusive zig-facher energetischer Amortisation, und wenn man sie nicht mehr braucht, dann baut man sie einfach wieder ab und in ein, zwei Jahren ist sprichwörtlich Gras drübergewachsen.

Naja, das kann man so sehen muss man aber nicht. Wenn etwas nachhaltig ist, dann wohl ein Stausee mit Wasserkraftwerk. Der Eingriff in die Umwelt ist zunächst mal enorm, aber innerhalb eines Jahrzehnts etabliert sich in einem solchen See ein komplett neues, eigenes Ökosystem. Dazu hat ein Wasserkraftwerk ohne Probleme eine Bestandszeit von einem Jahrhundert, mit Pflege und Wartung besteht es für die Ewigkeit.
Natürlich amortisieren sich auch Solar und Wind locker, aber grade die Windkraftanlage hat doch die schlechteste Umweltbilanz, da die verwendeten Faserverbundkunststoffe nach wie vor ein riesen Thema beim Recycling sind. Ich stelle mir hinsichtlich der Rückbaubarkeit eher die Frage, warum sollte man das wollen? In meinen Augen ist ein einmaliger Eingriff in die Natur, der dann aber in seinem Ist Zustand bleibt besser als ein ständiges Umreissen, wenn die Natur sich vielleicht daran gewöhnt hat. Dass der weltweite Enrgiebedarf sinkt ist wohl nicht zu erwarten.
 
Den Einleitungssatz darfst Du Dir gerne auf’s Klopapier drucken.

Deine Referenz sind also Jene „die in der Energie und Autobranche drin (sic!) sind“. Also die Player, deren Geschäftsmodel mit dem Wachstum von dezentralen Energieversorgungssystemen oder elektrischen Antriebskonzepten schwer in Schieflage geraten wird. Souveräne Auswahl, Respekt! Aber vielleicht meinst Du mit drin ja eher die rektal drin verankerten, z.B. die Herren Scheuer, BMV und seine Vorgänger, nur so als Beispiel, gibt ja noch n paar mehr*.

Es geht praktisch immer und überall um den Wirkungsgrad. Deine Behauptung ist schlicht ignorant. Wenn Dir jemand vorschlüge, 70-80% Deines Monatswechsels zu verbrennen, würdest Du ihn für verrückt erklären, bist ja nicht doof, ne?

Und was Du, Julian, 25 J., Keyboardwarrier und Highscorejäger mit rekordverdächtigen Recherche-Skills und visionärem Weitblick als alternativlos in den Stein meißelst ist für Andere zum einen eine Sackgasse (Fool-Cell!), dann aber spannende und auf der Metaebene existentielle Herausforderung für wirklich neu gedachte Lösungen. Ein Beispiel hab ich genannt (und damit ist nicht der Umbautrekker gemeint).

o&o

w.

* noch n paar mehr..
https://energiewende.eu/wp-content/uploads/2021/01/Verbindungen.svg
 
weedy schrieb:
Deine Referenz sind also Jene „die in der Energie und Autobranche drin sind.
Ich meine mit drin, einfach die, die von der Branche Ahnung haben. Das kann jeder Elektrotechniker, Chemiker oder wer auch immer mehr Ahnung von Strom, Akkus und synthese Reaktionen hat als ich.

Also die Player, deren Geschäftsmodel mit dem Wachstum von dezentralen Energieversorgungssystemen oder elektrischen Antriebskonzepten schwer in Schieflage geraten wird.
Da machst du dir die Welt auch zu einfach. Jeder Konzern geht grundsätzlich mal danach, wo er das größte finanzielle Potenzial sieht und dabei werden nicht immer offensichtliche Entscheidungen getroffen. Warum investiert Shell z.B. massiv in den Ausbau von Akkus und Ladesäulen, obwohl sie dann doch eigentlich vermeintlich eher bei den Efuels zu finden sein müssten? Shell investiert also bereits heute in eine Technologie, mit der sich der Konzern vermeintlich erstmal den größten eigenen Markt untergräbt. Da wird sich schon einer was bei denken. Ich steck da nicht weit genug drin, um solche Systeme und Entscheidungen fundiert zu hinterfragen.

Es geht praktisch immer und überall um den Wirkungsgrad. Deine Behauptung ist schlicht ignorant. Wenn Dir jemand vorschlüge, 70-80% Deines Monatswechsels zu verbrennen, würdest Du ihn für verrückt erklären, bist ja nicht doof, ne?
Ich sags mal so, wenn ich kurz vor dem Erfrieren bin und keine andere Option habe als 70% meines Gehalts in Form von Scheinen zu verbrennen um mir so zumindest bis Rettung kommt ein warmes Feuerchen zu machen, klingt das nach nem guten Deal angesichts der Alternativlosigkeit. Projeziert nochmal auf den Traktor, LKW etc...ist der Akku nicht möglich, ich bin aber weiter auf den LKW, Traktor etc. angewiesen und es gibt nur eine Möglichkeit zur Lösung des Problems nehm ich auch 10% Wirkungsgrad gerne an.


Und was Du, Julian, 25 J., Keyboardwarrier und Highscorejäger mit rekordverdächtigen Recherche-Skills und visionärem Weitblick als alternativlos in den Stein meißelst ist für Andere zum einen eine Sackgasse (Fool-Cell!), dann aber spannende und auf der Metaebene existentielle Herausforderung für wirklich neu gedachte Lösungen. Ein Beispiel hab ich genannt (und damit ist nicht der Umbautrekker gemeint).
Ich betone nochmal gerne, das ganze kann vom Tisch sein, wenn die "Wunderbatterie" kommt. Für mich ist die aber bisher nicht in Sicht, nichtmal in der Feststoffbatterie und ich sehe keine Alternative um sinnvoll große Mengen Energie zu Speichern und Flugzeuge weiterhin wirtschaftlich und physikalisch möglich abheben zu lassen. Nach heutigem Stand der Technik gibt es keine Alternative zu Flüssigkeiten mit hoher Energiedichte für Sektoren, die es erfordern größte Energiemengen im kleinsten System über lange Zeit zu speichern.

Über Politiker will ich echt nicht diskutieren. Dass die egal an welchem Ende und egal in welcher Partei oft nicht fähig sind steht außer Frage. :lol:
 
Julian96 schrieb:
Über Politiker will ich echt nicht diskutieren. Dass die egal an welchem Ende und egal in welcher Partei oft nicht fähig sind steht außer Frage. :lol:
Warum verallgemeinerst du eigentlich immer alles? :wink:

Wenn ich mit ansehe wie sich LED Lampen mittlerweile nach dem Verbot von Glühlampen entwickelt haben (bsp. Filament)
und welchen Aufschrei es damals gegeben hat, daß es niemals einen gleichwertigen Ersatz geben wird, bin ich gegen etwas mehr politischen Druck auf die Fahrzeugindustrie nicht abgeneigt.
 
Julian96 schrieb:
Ein ernsthafter Elektrogroßtraktor ist sowas hier, der hängt aber am Kabel und nicht am Akku:
https://www.topagrar.com/technik/ne...r-400-ps-starken-elektrotraktor-10135969.html

Ein Versuch eines Elektro-Großtraktors gab es vor über 4 Jahren mal von John Deere in Zusammenarbeit mit der TU Karlsruhe. Wenig überraschend hat man damals schon nichts zur "Reichweite" genannt und in den letzten Jahren auch nie mehr was von diesem Konzept gehört.
https://www.ingenieur.de/technik/fa...e-traktor-elektrifiziert-john-deere-ackerbau/

Denke, kabelgebundene Fahrzeuge sind der einzige mögliche Weg für die Landwirtschaft Richtung Elektroantrieb. Meines Wissens betreibt John Deere das wirklich ernsthaft, wie du schreibst. Daher gehe ich davon aus, dass auch andere große Herstelle in die Richtung entwickeln. Mit einem verhältnismäßig kleinen Akku kann man auf die Felder rausfahren. Dort ist dann eine stationäre Stromversorgung und den Acker kann man dann Spur für Spur am Kabel abfahren. Da wird man in relativ naher Zeit auch keinen Fahrer mehr brauchen, die Tätigkeit ist dermaßen gleichförmig, das kann auch ein Computer.

Julian96 schrieb:
Hier kommt entweder mal noch der Wunderakku, oder EFuels sind die einzige Option.

Hier hoffe ich ja immer noch auf den Durchbruch der Redox-Flow-Batterie (https://de.wikipedia.org/wiki/Redox-Flow-Batterie) als Wunderakku. Dann kann man einen Akku einfach "auftanken", d.h. verbrauchtes Elektrolyt wird abgepumpt und geladenes nachgefüllt. Das Aufladen der Flüssigkeit erfolgt an der Tankstelle. In jeder Schule lernt man im Chemieunterricht die Funktion von Batterien mit einem Aufbau mit zwei Flüssigkeiten, daher ist das eigentlich das naheliegendste. Im Moment ist aber die Energiedichte noch zu gering, um Redox-Flow-Batterien in der Praxis einzusetzen.
 
Bei Redox-Batterien ist nun zumindest um des (teure) Vanadium herumzukommen:
https://www.wiwo.de/technologie/green/batterie-aus-kunststoff-jenaer-forscher-entwickeln-guenstigen-redox-flow-speicher/13553062.html

Scheint es immerhin schon in größerer Kapazität als stationäres System zu geben:
https://jenabatteries.de/technologie#c129

Anonsten war ja Ammoniak schon erwähnt, ähnliche Druckbedingungen wie im LPG-Bereich. Energetisch damit vorteilhafter als Wasserstoff lagerbar, soll auch günstiger synthetisierbar sein. Das Hochbeschwören der Gesundheitsgefahr durch austretendes Ammoniak ist im Grunde Unfug, denn bereits kleinste Leckagen sind riechbar und damit würde wohl niemand rumfahren. Kat im Abgasstrang braucht es damit natürlich weiterhin.

Wasserstoff gäbe es alternativ noch als LOHC, so zumindest wesentlich handhabbarer als in reiner Form. Großtechnisch übrigens schon in der Anwendung.

Akkutechnik wird in bestimmten Bereichen seine Berechtigung haben (oder zunehmend bekommen), innerstädtisch wg nix Abgas dort halt sehr vorteilhaft.

Vlt denkt man auch mal über Wechselakku und/oder Wechselantriebsmodule nach. Für große Strecken z.B. kleine dieselgeneratorische Wechselmodule (statt ständig idiotisch große Akkus mitzuschleppen), nur müsste da was standartisiert werden und die Designer hätten nicht mehr völlig freie Hand. Nur solang in D die Autos unbedingt schneller als 130 fahren (können) müssen, geht das nicht mit Wechselmodulen.

Die Bio-fuels darf man schon hinterfragen, wenn man betrachtet wo da welches Land verbraucht wird. Ferner darf nicht vergessen werden, dass beim Anbau Methan anfällt.

Hauptproblem ist mal weider die Suche nach der EINEN Lösung. Zum einen wirds die nicht geben, zum anderen machts Sinn, konkurrierende System im Feld ihre Stärken und Schwächen aufzeigen zu lassen. Woraus sich auch für verschiedene Anwendungsbereiche unterschiedlich sinnvolle Techniken/Antriebssysteme herauskristalliisieren könnten.
 
Vielleicht sollten wir ein eigenes Topic für E-Autos machen um hier weiterhin über "richtige" Autos diskutieren zu können?

Also sowas hier, soundmäßig :wink:
ab 06:55
 
NordseeMatze schrieb:
Nur solang in D die Autos unbedingt schneller als 130 fahren (können) müssen, geht das nicht mit Wechselmodulen.

Was hat das mit dem Tempolimit zu tun?
 
judyclt schrieb:
NordseeMatze schrieb:
Nur solang in D die Autos unbedingt schneller als 130 fahren (können) müssen, geht das nicht mit Wechselmodulen.

Was hat das mit dem Tempolimit zu tun?

Frage ich mich auch. Ich finde die Diskussion ums Tempolimit grade im Hinblick auf E Autos hinfällig. Zum einen fahren viele "normale" Elektroautos eh nicht so schnell. Zum anderen wenn die Energie umweltfreundlich ist, ist auch der Verbrauch wesentlich entspannter zu sehen.
Wer schneller fährt, damit mehr verbraucht zahlt ja auch selbst dafür und muss ebenfalls mit der kürzeren Reichweite leben können. Das hat dann jeder selbst in der Hand.

Und hinsichtlich der Sicherheit sind Autobahnen eh die sichersten Straßen überhaupt, man sollte statt wahlloser Tempolimits lieber mal in Erwägung ziehen die vielen vorhandenen deutlich mehr und strenger zu kontrollieren. Ich kenn quasi keinen einzigen stationären Blitzer außerhalb von Ortschaften und kam in meinem ganzen Leben erst in eine Verkehrskontrolle, meine Mutter musste 20 Jahre lang nie ihren Führerschein zeigen, das kann eigentlich nicht sein. Plump gesagt Tempolimit hin oder her, wenn ich will kann ich bei uns trotzdem rasen, da liegt eher das Problem.
 
Ich finde schon, dass es hier einen Zusammenhang gibt.
Es ist schon jetzt schwer ein Auto zu verkaufen, dass nur auf eine Geschwindigkeit bis 130km ausgelegt ist.
Selbst Kleinwagen erreichen in der kleinsten Motorisierung meist deutlich mehr und im Mittelklassebereich geht es eher an 180-200.
Zudem ist die verkaufstärkste Variante meist nicht die kleinste Motorisierung.
Warum ist das so?
Ich denke solange man viellerorts schneller als bsp. 130 fahren kann wird die emotionale Kaufentscheidung davon beeinflusst, dass ein Auto dies auch können muss um in unseren Wettbewerbsgesellschafft nicht auf die hinteren Plätze zu fallen. Das setzten die Hersteller um und sind dann auch gezwungen diese Geschwindigkeiten sicher und angenehm zu machen, was durch Leichtbau schnlecht erreichbar ist, ergo auch die klassischen Autos immer schwerer geworden sind.
Klar sieht man auch in Ländern mit Tempolimit die PS-Boliden u.a als Statussysmbol und eine Statistik von Druchschnittsleitung und Tempolimit je Land habe ich auch nicht finden können.
Wer schneller fährt, damit mehr verbraucht zahlt ja auch selbst dafür und muss ebenfalls mit der kürzeren Reichweite leben können.
Und da viele dies nicht akzeptieren ist der Trend bei E-Auto zur Zeit der, immer größere Akkus zu verbauen und immer mehr Gewicht bewegen zu müssen.
 
Das Tempolimit dürfte so gut wie keine Auswirkungen auf die gewählte Motorisierung haben. Die Kosten sind ausschlaggebend. Aus meiner Sicht kann man das zB in den USA, der CH etc. beobachten.
 
valdebagnes schrieb:
Klar sieht man auch in Ländern mit Tempolimit die PS-Boliden u.a als Statussysmbol und eine Statistik von Druchschnittsleitung und Tempolimit je Land habe ich auch nicht finden können.

Nimm's mir nicht übel, aber wäre das dein Einleitungs- statt Schlusssatz gewesen, hättest du dir den Rest des Beitrags sparen können ;).

Massive Auswirkungen auf den Neuwagenmarkt hätte ein Ende der Firmenwagen. Aber das wird sich in D kein Politiker trauen.
 
Julian96 schrieb:
starli schrieb:
Wie schauts mit Gas aus? z.B. mit Methan aus Gülle oder so?! Oder Raps anbauen und Rapsöl in den Tank schütten .. Ooooder ein kleiner Atomreaktor. Wie in U-Booten. :)

An sich wäre sowas natürlich naheliegend, aber ich hab ehrlich gesagt noch nie davon gehört.
Zufälligerweise bin ich einen Tag später auf einen TV-Bericht zur Methanol-Brennstoffzelle auf Youtube gestolpert. Hätte wohl einige Vorteile zur Wasserstoff-Brennstoffzelle.
 
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