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Begrabene Projekte

@Emilius3557: vielen Dank für die Links, ich werde das ganze mal bei Gelegenheit gründlich durchlesen (dabei werde ich den Gedanken nicht los dass wir eine Bahn zum Triglav schon längst hätten, würde die K.u.K. Monarchie noch mindestens 10 weitere Jahre überleben ... IMO trotz allen Fehlern das beste politische System das wir in unseren Breitengraden seit dem Zerfall des römischen Imperiums hatten :( ).
Zur Kartenskizze von 1966 noch eine Verständnisfrage: der geplante Gletscher-Schlepplift ist hier aber nicht eingezeichnet, oder? Der Triglav-Gletscher befindet sich der nordwestlich der Kredarica, in dem Bereich "Zeleni sneg"?
Genau, auf keiner der Skizzen ist der Gletscherschlepplift eingezeichnet, warum auch immer. Und ja, der ehemalige Gletscher liegt im Bereich wo 'Zeleni Sneg' steht. BTW, der Name ('Zeleni Sneg' = grüner Schnee) lässt schliessen dass der 'Gletscher' bereits anno dazumal alles andere als weiss gewesen ist ... Das ganze 'Gletscherskigebiet' wäre noch am ehesten mit dem Zugspitzplatt vergleichbar, bis Ende der 80er wäre dort IMO ein Sommerbetrieb noch denkbar, heute gibts unter dem Triglav nur noch kleine (und immer kleiner werdende) Firnfelder.

Haben denn diese Erschließungspläne des Triglavs deiner Meinung nach dazu beigetragen, dass man das gesamte Gebiet dann 1981 zum Nationalpark erklärt wurde?
Hmm, das könnte mal wieder ne längere Antwort werden :wink: . Der Hauptgrund war eher historisch - politisch: in den späten 60ern / frühen 70ern war die Parteispitze in Slowenien (und noch stärker in Kroatien, vgl. z. B. https://de.wikipedia.org/wiki/Kroatischer_Frühling) eher liberal gestellt, man wollte eine gewisse Autonomie von Belgrad erzielen und dabei hat man viel auf den Tourismus gesetzt. Es tut mir heute noch leid dass diese Strömung nur ein paar Jahre lang dauerte: damals wurde in SLO mit dem Autobahnbau begonnen (und zwar in der Richtung Maribor - Ljubljana - Koper, nicht in der 'jugoslawischen' Achse Karawanken - Ljubljana - Zagreb) und viele touristische Projekte geplant, einige davon auch umgesetzt (Portorož) oder wenigstens tlw. umgesetzt (Kanin). Klar, die damals Regierenden waren keine Demokraten, aber wenigstens 'aufgeklärte Absolutisten', würden die noch 10 Jahre an der Macht bleiben würde vieles in Slowenien anders aussehen, weil Wiederstand gegen offizielle Projekte war damals - auch unter den 'liberalen' Kommunisten - ja undenkbar. Leider wurden die liberalen Kommunisten in den 70ern durch Hardliner ersetzt, die haben dann wieder dem Ausbau der schweren Industrie etc. den Vorrang gegeben (berühmte Rede eines Hardliners aus den 70ern: 'es gab reaktionäre Elemente, die aus unserem stolzen Proletarier einen Hoteldiener und aus unseren stolzen Arbeiterin ein Zimmermädchen machen wollten' :nein:). Was danach passierte: der Ausbau von Kanin wurde, nachdem maximal 20% des ursprünglich geplanten umgesetzt wurde, gestoppt (Folge: das Skigebiet ist bis heute im aktuellen Zustand nicht überlebensfähig), die Autobahnen blieben 20 Jahre lang unvollendet bzw. in nicht miteinander verbundenen Teilstücken eröffnet und wurden erst im selbstständigen SLO fertig, und damit keiner wieder auf den Gedanken kommen würde am Triglav, Komna oder Krn - auch dort waren Skigebite ernsthaft projektiert - irgendwelche Lifte zu bauen (und damit aus unserem stolzen Proletarier einen Hoteldiener und aus unseren stolzen Arbeiterin ein Zimmermädchen machen) wurde 1981 der Triglav - Nationalpark erkälrt. Da stand kein Umweltgedanken dahinter, sondern Politik pur. Kein Wunder dass z. B. in Bohinj der Nationalpark niemals richtig akzeptiert wurde, sondern als etwas von aussen dirigirtes empfunden wird ...
 
Hehe, nett hier. Hab ich auch was beizutragen:

Kitzbühel, jeweils 70er/80er:
Verbindung Kitzbüheler Horn - Bichlalm
Verbindung Kitzbüheler Horn - St.Johann
Verbindung Kitzbühel - Westendorf.

Gut, die letzte gibt's zwar heute - aber ganz so, wie man sich das vorgestellt hat damals dann doch nicht.
Bichlalm hat als "Skigebiet" ja dann zugesperrt, auch wenns jetzt wieder einen Lift gibt dort. Aber die damaligen Planungen kann man sicherlich begraben.
St.Johann: Nun, das geistert immer noch irgendwo rum. Aber ob das noch jemals kommt? Nach so vielen Jahren...Damals scheiterte es zum einen am Geld (Kitzbühel wollte da quasi nix zahlen), zum anderen daran (Achtung - kurios), dass die Kitzbüheler keine Bergstation höher als Ihre eigene am Kitzbüheler Horn akzeptieren wollten. Das hat die veranschlagten Kosten aber extrem in die Höhe getrieben.

Nun ja. Mal sehen, was noch kommt.


Jan
 
Das sogennannte "Croix du Sud" darf hier aucxh nicht fehlen. Das sollte der Zusammenschluss von Valloire/Valmenier, Valfrejus und Bardonechia werden.
 
Ich hätte mal (wieder) eine Bitte an den hier versammelten Sachverstand: Ich erstelle gerade einer Liste der in den Bayerischen Alpen gescheiterten Berg-/Seilbahn-/Skilift-/Erschließungsprojekte. Dabei geht es weniger (aber auch!) um einzelne Ergänzungslifte, die in heute bestehenden oder inzwischen geschlossenen Skigebieten nicht (mehr) errichtet wurden, sondern eher um komplette Berge/Massive, für die eine Erschließung zwar angedacht/projektiert wurde, die aber aus verschiedensten Gründen dann nicht realisiert werden konnte (keine Genehmigung, Mangel finanzieller Mittel, Umorientierungen, Planänderungen etc.).

Ich habe mal einen Aufschlag erstellt, bitte einfach ergänzen/kommentieren/kritisieren/streichen, im Idealfall mit der Angabe von Quellen und Details, v.a. Gründe fürs Nicht-Realisieren.

Von Ost nach West:

Watzmann inkl. Watzmannkar
Sonntagshorn (vmtl. von der österreichischen Südseite aus)
Inzeller Kienberg
Hochgern
Predigtstuhl, 1494 m (östlich der Hochries, westlich des Sachranger Tals, südwestlich von Aschau)
Geigelstein (mit Gipfel)
Brünnstein
Rotwand
Aiplspitze
Stolzenberg
Hirschberg
Alpspitze (Garmisch-P.)
Wetterwandweck (Verbindung aus Ehrwald)
Riedberger Horn
 
Ergänzende Info zur Erschließung der Hochries bzw. des Predigtstuhls vom Samerberg aus hier. Grund fürs Scheitern: Gelände für Talabfahrt viel zu steil, mangelnde Schneesicherheit im untersten Bereich, später Finanzprobleme. Es gibt sogar einen Pistenplan für das Projekt, den ich vor vielen Jahren wohl aus dem Berann-Archiv heruntergeladen habe, dort aber heute nicht mehr finde:

hochries_pistenplan_berann.jpg
 
Tolle, extrem ausführliche Dokumentesammlung, die du da verlinkt hast, Harzwinter :ja:

Auf den verschiedenen Pistenplänen fehlen die 1 bis 2 SL, die es dort mal gegeben hat (lsap-Tour vovo). Waren die nie an das Hochries-Gebiet angebunden oder wurden sie privat/eigenständig betrieben?
 
ad sonntagshorn:

so viel ich weiß wurde die idee 2013 geboren (wiederaufgenommen?)
vom unkener bürgermeister, nachdem mal wieder die verbindung zur winkelmoosalm gescheitert war.
ob das jetzt ernsthaft geplant wurde, oder nur als trotzreaktion zu werten ist, weiß ich leider nicht.
gerüchteweise war auch redbull chef mateschitz bereit über 2 unkener unternehmer (kieswerk, kinderhotel) zu investieren.
aus bayern gab es dazu bedenken bezüglich trinkwassergefährdung.

ein artikel dazu aus 2013 http://salzburg.orf.at/news/stories/2572035/
 
Vielen Dank für Eure bisherigen Beiträge und Fundstücke!
 
Emilius3557 schrieb:
Watzmann inkl. Watzmannkar
Hochgern
Geigelstein (mit Gipfel)
Watzmannkar habe ich nur irgendwo mal von gelesen, weiß aber nicht wo.
Hochgern liegt zwar bei mir ganz in der Nähe, hab ich aber noch nie etwas davon gehört.
Geigelstein:
Bestand: DSB [vmtl mittlerweile leider wiedermal LSAP]
ehemals: 2SL Wuhrsteinalmlift und Seillift Steinrückenlift (ging von der DSB-Bergstation zum Start der Talabfahrt hoch.
Mir bekannte Projekte: Erschließung von Sachrang aus via Priener Hütte; Gescheitert am Widerstand der Kampenwandbahn (Konkurrenzdenken) und Käferl Schneid [quelle. Walter Pause]
 
ein eigentlich schon begrabenes Projekt wurde jetzt wieder aus der Mottenkiste geholt. Das Croix du Sud in den Savoyer Alpen. Es soll wohl zumindest teilweise noch gebaut werden. Zumindest der zusammenschluss von Valfrejus und Valmenier und der Talzugang aus Orelle
 
Danke für die Info! Könntest Du bitte die entsprechende Quelle (wahrscheinlich RM.net?) bitte dazu verlinken? Danke vorab!
 
Servus. Ja war bei remontees mecaniques net. Hab mir grad nen Wolf gesucht aber leider auf der Homepage nicht mehr gefunden :naja: :tutmirleid:

Die Anbindung von Orelle soll wohl mit einer Gondel erfolgen neben der bestehenden Gondel mit Bergstation im Bereich Gros Crey
Und über die neugebaute TSD6 Sandoniere soll es Richtung Valfrejus gehen.
 
Da gab es ein Projekt in Bad Vöslau / Niederösterreich.
Da sollte vor knapp 50 Jahren auf der Kuhhaide oberhalb von Gainfarn ein Lift errichtet werden. Die Trasse war schon planiert, dann ist man draufgekommen, dass das vielleicht auf 250 hm und südostseitig gelegen eine suboptimale Idee ist.
Die Trasse und die Schneise sah man ewig lang, mittlerweile hat die Natur das Terrain zurückerobert.
 
Nach einer Stippvisite des Winters leiden Bayerns Skigebiete unter Schneemangel. Bergsteigerdörfer wie Schleching haben sich vor Jahren gegen Liftanlagen und für nachhaltigen Tourismus entschieden. Haben sie alles richtig gemacht?

Bei 1:22 wird kurz eine Karte mit der geplanten Skischaukel am Geigelstein gezeigt:
 
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