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Benelux-Urlaub August 2010

Vor dem Urlaub hätte ich kaum gedacht, dass ich genug Material für einen Bericht fürs Alpinforum sammeln würde. Schließlich war Städte-Tourismus angesagt. Meine Frau und ich wollten Amsterdam, Den Haag, Rotterdam, Brüssel, Brügge, Gent, Leuven, Maastricht, Luxemburg und vieles mehr kennen lernen.

In den ersten beiden Wochen war abgesehen von einer Modellseilbahn in Brüssel nichts lifttechnisches zu vermelden.
In der letzten Woche gab es aber um so mehr Seilbahnerlebnisse.

Am Sonntag, dem 15. August besuchten wir den Ort Ronquieres in Belgien. Dort fahren im nahen Zentrumskanal die Schiffe zwischen Brüssel und Charleroi. Bereits im 19. Jhdt wurde der Kanal errichtet, allerdings mit 55 Schleusen auf nur 60 Kilometer. Zwischen 1947 und 1968 wurde der Kanal modernisiert. Jetzt hat er nur mehr 10 Schleusen und als Herzstück die „schiefe Ebene von Ronquieres“. Das ist nichts anderes als ein Schrägaufzug, der Schiffe transportiert. Genauer gesagt handelt es sich um zwei voneinander unabhängige parallele Aufzüge. Streckenlänge 1432m – Höhenunterschied 68m. Die Seilbahnwagen (Tröge) fahren auf 59 Achsen, sind 91m lang, 12m breit, haben eine Wassertiefe von 3,7m und ein Maximalgewicht von 5700t. Die Gegengewichte wiegen 5200t. Trog und Gegengewicht sind mit 8 Seilen verbunden. Ob jetzt im Trog vollbeladene Frachter transportiert werden, oder ob er ohne Schiff fährt macht keinen großen Gewichtsunterschied, da ein Schiff beim Einfahren in den Trog die entsprechende Wassermenge verdrängt.
Am Sonntag werden Ausflugsfahrten über die schiefe Ebene angeboten, was ich mir nicht entgehen ließ.

Heute zeige ich Euch noch ein paar Fotos davon.
In den nächsten Tagen folgen Bilder von Coo (Freizeitpark mit Sessellift, sowie Sommerrodelbahn mit Schlepplift) und Dinant (Pendelbahn zur Citadelle und Reste des Vorgängerliftes)
 

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Wahnsinn. Vielen Dank für diese Horizonterweiterung. Da wird ja ein komplettes olympisches Schwimmbecken den Berg hochgezogen. Das ist wirklich kurios.
 
Mt. Cervino schrieb:
Wie lange dauert die Fahrt mit dem Aufzug?
Laut Reiseführer ca. 90 Minuten, in unserem Fall ca. 100 Minuten vom Befahren des Aufzugs bis zum Verlassen des Aufzugs.
Außerdem möchte ich vor allem den technisch Interessierten unter euch 2 weitere Fotos nicht vorenthalten:
 

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Danke Schatz, für die Antwort und Ergänzung meines Berichtes.
Zur Info für alle Leser: Dolomitenfan ist meine Frau, und wir haben die Beneluxreise natürlich gemeinsam gemacht.

Doch nun zu den nächsten Seilbahnerlebnissen in unserem Urlaub:

Am 16. August haben Wir einen Ausflug nach Landgraaf in die Schihalle gemacht, von dort gibt es einen Schneebericht unter http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=56&t=36207

Am 17. August besuchten wir den Ort Dinant. Über dem Ort befindet sich eine Festung, die „Citadelle von Dinant“. Erreichbar ist sie vom Ort aus mit einer Pendelbahn, deren es in Belgien meines Wissens nach nur zwei gibt. (Die zweite führt in Huy zur dortigen Festung). Wenn wir Modell-Pendelbahnen dazuzählen, dann habe ich in Brüssel auch noch eine entdeckt. Dort steht nämlich im Mini-Europe, das ist ein Park mit Modellen von EU-Bauwerken, ein Modell der Citadelle von Dinant samt Seilbahn.

Leider habe ich kaum technische Details zur Bahn gefunden. Ich habe aber Folgendes: Die Modernisierung der Bahn war 1997. Die Kabinen fassen je 17 Personen und sind von Gangloff (CH). Beim Blick durchs Fenster in den Maschinenraum konnte ich feststellen, dass der Antrieb von Pohlig ist.

Weiters hat meine Frau recherchiert, dass die Citadelle seit 1956 mit einer Vorgängerbahn auf dieser Trasse erschlossen war. Außerdem haben wir in ca 300m Entfernung einen ehemaligen Sessellift vom Ort zum Tour Montfort gefunden, eine zusätzliche Aufstiegsmöglichkeit auf den Citadellenberg. Von allem möchte ich Euch Fotos nicht vorenthalten.
 

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lift-master schrieb:
coole fotos, hast du auch welche von der bergstation der sesselliftruine?
Leider Nein. Als wir am Citadellenberg oben waren wußten wir noch nichts von der benachbarten Liftruine. Selbst wenn wir es gewußt hätten, wären wir kaum hingekommen. Zur Citadellenbesichtigung kann man zwei Eingänge wählen. Entweder im Ort bei der Seilbahn (der von uns gewählte Weg), oder man fährt mit dem Auto um den Berg herum und auf der anderen Seite hinauf und wählt dort den Eingang. Hätte ich also von der Citadelle zum Montfort-Turm wollen, hätte ich das Gelände verlassen müssen und dann erneut Eintritt zahlen müssen, um wieder ins Tal zu kommen.
 
Ich möchte an dieser Stelle gerne noch eines meiner Fotos anschließen, nämlich den Blick in den Technikraum der Seilbahn zur Citadelle:
 

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Weiter gehts:

Städte, Schlösser, Festungen, ….der 19. August sollte eigentlich ganz der Natur und den Aussichtshügeln in den Ardennen gehören. So folgten wir zunächst einem Tipp in unserem Reiseführer ins Ourthetal.
Der erste Aussichtspunkt auf Fluss und Stausee nördlich von Nisramont war die erste Enttäuschung. Ein verwittertes Fernrohr im hohen Strauchwerk zeugt davon, dass das vor vielen Jahren wohl wirklich ein interessanter Platz gewesen sein muss.
Der zweite Aussichtspunkt war die zweite Enttäuschung. Wir fuhren ein paar Kilometer weiter zum Belvedere de six Ourthe, von wo aus man sechs Schleifen, die sich die Ourthe durchs Tal schlängelt sehen sollte. Zu diesem Zweck hätten wir den Aussichtsturm besteigen müssen, der leider genauso geschlossen war, wie das dazugehörige Gasthaus. Die dortigen Nachbarn teilten uns mit, dass der Eigentümer voriges Jahr in Konkurs gegangen ist.

Also haben wir im Reiseführer geblättert und nach anderen Ardennen-Aussichtspunkten gesucht. So ging die Fahrt weiter ins naheliegende Ambleve-Tal. Bei Coo beschrieb die Ambleve bis ins 18. Jahrhundert einen großen Bogen, dessen Arme sich beinahe berührten. Die Mönche von Stavelot durchstachen die Engstelle und es entstanden zwei Wasserfälle, die noch heute interessant anzusehen sind. Weiters konnten wir dem Reiseführer entnehmen, dass dort eine Sesselbahn zu einem Aussichtspunkt führt.

Dort angekommen konnten wir zunächst den netten Wasserfall bestaunen, leider war es aber nicht möglich, nur Berg- und Talfahrt für den Sessellift zu erwerben. Der Lift war nämlich Teil eines Vergnügungsparks mit Achterbahn, Sommerrodelbahn, Safaritram, Krakenkarusell, Minigolf, Tierpark, …. So erwarben meine Frau und ich gemeinsam eine Punktekarte, die wir zunächst für den Lift nutzten, die Restpunkte verbrauchte ich dann bei der Achterbahn und der Krake. Bei der Sommerrodelbahn war mir die Wartezeit zu groß. Außerdem ist dann sicher ein übervorsichtiger Bremser vor mir, der den Betrieb aufhält. Das war diesmal nichts für mich.

Auch für den Sessellift mussten wir uns 30 Minuten anstellen. Der Lift fuhr extrem langsam, was einen Fahrbetriebsmittelabstand von gestoppten 27 Sekunden ergab. Das Personal behandelte alle Fahrgäste beim Einstieg so, als ob das deren erste Sesselliftfahrt wäre.—Wahrscheinlich traf das abseits der Alpen sogar zu. Weiters faszinierte uns, dass die zahlreichen Personen den Lift wirklich nur des Liftes wegen benutzten. Kaum an der Bergstation angekommen marschierten alle zügig um die Umlenkscheibe herum, um wieder zurück zur Talfahrt in den Vergnügungspark zu kommen. Meiner Frau und mir war das recht, gehörte uns der lohnende Aussichtsturm neben der Bergstation doch dadurch fast alleine.

Das geplante „Natur-Erlebnis“ hat durch den Vergnügungspark zwar gelitten, aber als „Alpin-Forumler“ freute ich mich über den Sessellift.

Es folgen die Bilder für Euch:
 

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sind ja sehr interessante liftanlagen, der umgebaute schlepplift könnte ein LST fabrikat sein, aber der sesselift ist für mich nicht zu identifizieren.
 
Beim Durchsehen meiner Bilder habe ich noch 3 von Sessellift in Coo gefunden, die eine nette Ergänzung darstellen:
 

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Krupp hat meines Wissens nach nie Seilbahnen gebaut. Könnte natürlich als Unterlieferant zum Zug gekommen sein.
 
Interessant, was da alles an Liften und Seilbahnen rumsteht...

Bei der Sommerrodelbahn war mir die Wartezeit zu groß. Außerdem ist dann sicher ein übervorsichtiger Bremser vor mir, der den Betrieb aufhält.
Wieso müssen auf Sommerrodelbahnen eigentlich immer alle so schnell wie möglich runter wollen? Check ich nicht. Beim Skifahren geht's mir doch auch um's Erlebnis, und nicht darum, möglichst schnell unten zu sein. Wieso soll ich dann nicht auch mit der Sommerrodelbahn so fahren dürfen, wie es mir am angenehmsten ist? Geht leider nur 2 Kurven, dann stehen schon wieder die Schnellfahrer hinten, würden mich am liebsten überholen, und ich werde gezwungen, über meine Verhältnisse und mit Angstschweiss da runter zu düsen, während es trotzdem hinten immer mehr werden....

(Ich sollte wohl nur dann die Sommerrodelbahn nutzen, wenn nix los ist..)
 
starli2 schrieb:
Wieso soll ich dann nicht auch mit der Sommerrodelbahn so fahren dürfen, wie es mir am angenehmsten ist? Geht leider nur 2 Kurven, dann stehen schon wieder die Schnellfahrer hinten, würden mich am liebsten überholen, und ich werde gezwungen, über meine Verhältnisse und mit Angstschweiss da runter zu düsen, während es trotzdem hinten immer mehr werden....

(Ich sollte wohl nur dann die Sommerrodelbahn nutzen, wenn nix los ist..)
Genau deswegen nutz ich sie lieber auch wenn nichts los ist. Ich möchte doch nicht, dass Dir der Angstschweiss auf der Stirn steht, wenn ich Dich eingeholt habe. :wink: Dann haben wir beide nichts davon.
Ist aber eine interessante Grundsatzfrage, die Du stellst, denn beim Schifahren bin ich auch meist gemütlich unterwegs und erfreue mich an der Umgebung. Für mich ist Schifahren eben mehr, als nur hinunterfahren, im Gegensatz zum Sommerrodeln, dem ich außer den Fliegkräften in den Kurven sonst wenig abgewinnen kann.
 
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