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Bergführer nach Nothilfe bewusstlos geschlagen

skifam

Olymp (2917m)
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12. Dez. 2014
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541
Hat da keiner ein Foto gemacht? Der klettersteig ist doch bei schönem Wetter derart überlaufen, dass bei derlei viel zeigen das ein Wunder wäre, wenn da kein Foto existieren würde. Dass man am Seil angekarabinert nicht viel helfen kann, verständlich. Und dass die Polizei an keinem Wegeausgang im Tal erfolgreich war, wundert mich auch. Gibt ja nur 3 unten. Und unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen, dass sie über die brunnsteinspitze nach scharnitz abgestiegen sind
 
Das ist schon der Hammer.
Sehr verwunderlich auch, dass keiner der fünfköpfigen Gruppe des Bergführers eingegriffen hat oder Fotos dieser Personen gemacht hat. Selbst von Hinten dürfte das besser als nichts sein.

Aber man steckt ja nicht drin - war nicht dabei. Vielleicht waren alle so geschockt, gar nicht auf die Idee zu kommen...
 
Ich darf gar nicht schreiben, was man eigentlich in so einem Fall machen will.
Was da wohl in der Leere eines solchen Schädels vor sich geht...glaubt der, der Bergführer will ihm die Frau ausspannen oder was?
Dass da keiner ein Bild machen konnte glaube ich sogar - vermutlich haben sich die Gruppenmitglieder um den Bergführer gekümmert.
 
Extra zum Prügeln aus Osteuropa angereist...
 
Der Mittenwalder Klettersteig ist doch kinderleicht. Ich bin da noch nie mit einem Klettersteigset rüber gegangen. Normale Bergschuhe sind völlig ausreichend.

Für die ganze Tour, also Mittenwald Bf - Mittenwalder Hütte - Westliche Karwendelspitze - Brunnsteinspitze - Brunnsteinhütte - Mittenwald Bf rechne ich immer mit ca. 9 Stunden. Dieses Jahr schenke ich mir die Tour allerdings wegen SEV Garmisch-Partenkirchen - Mittenwald zumal wegen mehrerer LAs auf der KBS 960 der SEV in Garmisch-Partenkirchen regelmäßig verpasst wird.

Richtig ist aber, dass die Karwendelbahn auch Leute auf 2244 m Höhe zum Mittenwalder Klettersteig transportiert, die konditionell dort nichts verloren haben.

Wenn die Frau in Panik war und geschrien hat, dann hat sie dort nichts verloren - so einfach ist das.

Der Begleiter der Frau scheint mir auch aus anderer Sicht ein Idiot zu sein. Anstatt bei seiner Begleitung, die offenbar völlig überfordert war, zu bleiben, jagt er dem Bergführer 30 Minuten nach, nur um ihm ein paar zu klatschen.

____________

Auch wenn ich großer Seilbahnanhänger bin und auch für den Ausbau des sanften Tourismus bin, wozu auch das Begehen eines Klettersteigs gehört, muss ich dennoch einräumen, dass die Seilbahnen den einen oder anderen Idioten auch in die Berge bringen. Ohne die Karwendelbahn wären die Leute mit Sicherheit nicht auf dem Klettersteig gewesen, zumal Untrainierte durchaus 4 Stunden brauchen, um erst einmal von Mittenwald zur Bergstation der Karwendelbahn zu kommen.
 
ThomasK schrieb:
...dass die Seilbahnen den einen oder anderen Idioten auch in die Berge bringen.

Wahrscheinlich ebenso viele Unfähige transportieren E-Bikes an Orte, die sie per Muskelkraft nicht erreicht hätten und zu denen sie auch besser nie gekommen wären.
 
judyclt schrieb:
ThomasK schrieb:
...dass die Seilbahnen den einen oder anderen Idioten auch in die Berge bringen.

Wahrscheinlich ebenso viele Unfähige transportieren E-Bikes an Orte, die sie per Muskelkraft nicht erreicht hätten und zu denen sie auch besser nie gekommen wären.

das hab ich heute morgen live erlebt, ein paar Sauerländer mit ihren >20 kg E-Fullies, die auf einem einfachen Trail (ich war mit dem Hardtail auf dem Weg zur Arbeit) im Weg standen und sich ueber die Schwierigkeitsskala hier in Freiburg beschwerten...
 
Brutale Höhenweg-Attacke: Mediziner soll Vernehmungsfähigkeit des Angeklagten klären

Er führte Wanderer durch die Alpen, liebte die Berge – bis ein brutaler Angriff im August 2023 auf dem Mittenwalder Höhenweg alles veränderte. Im Prozess sitzt der Bergführer seinem mutmaßlichen Angreifer gegenüber. Doch der Prozess stockt, da der Angeklagte scheinbar noch nicht vernehmungsfähig ist.

https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/mittenwald-ort29073/angeklagten-klaeren-brutale-hoehenweg-attacke-mediziner-soll-vernehmungsfaehigkeit-des-93772985.html
 
srj schrieb:
Ich darf gar nicht schreiben, was man eigentlich in so einem Fall machen will.
Was da wohl in der Leere eines solchen Schädels vor sich geht...glaubt der, der Bergführer will ihm die Frau ausspannen oder was?
Dass da keiner ein Bild machen konnte glaube ich sogar - vermutlich haben sich die Gruppenmitglieder um den Bergführer gekümmert.

Ich frag mich ja, ob das Ausklinken des Angreifers als Notwehr zählen würde 🫣🤔...
 
Habe jetzt erst den Artikel der Verhandlung gesehen. Also da gibt sich doch ein ganz anderes Bild: Der Bergführer hat sich wohl ungebeten in die Angelegenheit der Frau eingemischt, die ist Hysterisch geworden und hat dann maßlos übertrieben und schlussendlich ist der Mann dann durchgedreht.

Rechtfertigung gibt es natürlich keine aber evtl. hätte sich der Bergführer denken können, dass es nicht die beste Idee ist, ohne vorherige Zustimmung / Absprache fremden Frauen zu nahe zu kommen, selbst wenn es gut gemeint ist.
 
mark13 schrieb:
Habe jetzt erst den Artikel der Verhandlung gesehen. Also da gibt sich doch ein ganz anderes Bild: Der Bergführer hat sich wohl ungebeten in die Angelegenheit der Frau eingemischt, die ist Hysterisch geworden und hat dann maßlos übertrieben und schlussendlich ist der Mann dann durchgedreht.
Rechtfertigung gibt es natürlich keine aber evtl. hätte sich der Bergführer denken können, dass es nicht die beste Idee ist, ohne vorherige Zustimmung / Absprache fremden Frauen zu nahe zu kommen, selbst wenn es gut gemeint ist.
Die dann womöglich noch abstürzt weil wie im Beitrag ungesichert und der Bergführer sich dann noch wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten muss weil er ja auch die Kompetenz hatte zu wissen was zur Sicherheit zu tun ist.
Naja... ich weiß nicht.
Der Angeklagte hatte jederzeit das Recht ihn verbal zu beschuldigen und die auch polizeilich anzuzeigen damit ein Gericht das entscheidet.
Selbstjustiz mit Gewalt ist für mich indiskutabel und ich würde hier auch soweit gehen, das eine Vernehmungsfähigkeit dann auch keine Rolle spielt, denn damit gibt man den Tätern noch möglichkeiten sich mit möglicherweise miesen Tricks aus der Affäre zu ziehen und das Opfer muss darunter nochmals leiden. Eine Depression lässt sich medikamentös auch im Strafvollzug behandeln.
 
mark13 schrieb:
Habe jetzt erst den Artikel der Verhandlung gesehen. Also da gibt sich doch ein ganz anderes Bild: Der Bergführer hat sich wohl ungebeten in die Angelegenheit der Frau eingemischt, die ist Hysterisch geworden und hat dann maßlos übertrieben und schlussendlich ist der Mann dann durchgedreht.

Rechtfertigung gibt es natürlich keine aber evtl. hätte sich der Bergführer denken können, dass es nicht die beste Idee ist, ohne vorherige Zustimmung / Absprache fremden Frauen zu nahe zu kommen, selbst wenn es gut gemeint ist.

Vollkommen richtig. Und ich möchte hinzufügen: Jedem, der bereit war, über eine so schier unglaubliche Meldung mal ein bisschen selber nachzudenken, war schnell klar, dass es dazu noch eine ganz andere Erzählung geben würde. Und die sieht, wie man dem Prozessbericht entnehmen darf, wohl so aus: Die beiden Gruppen sind sich, den KS in entgegengesetzten Richtungen begehend, an einer steilen Rinne begegnet. Wobei der angeklagte Ehemann wie auch der Sohn diese auch schon passiert hatten. Die Frau folgte mit etwas Abstand nach. Die beiden, also der Bergführer und die Frau trafen offensichtlich relativ zeitgleich (wer war wirklich zuerst?) an den jeweiligen Einstiegen dieser Problemstelle ein. Daraufhin hat der BF die Frau aufgefordert unten zu warten. Eingebautes Bergführervorrecht? Das hat die Frau entweder nicht verstanden oder ignoriert, jedenfalls nicht gemacht. Gut möglich, dass sie sich auch als zuerst dort wähnte oder tatsächlich auch war und sich gerade zur Begehung angeschickt hatte, als der BF Vorrang für sich und seine Gruppe reklamiert hatte. Es mag auch eine Rolle gespielt haben, dass ihr Begleiter schon voraus waren. Ganz sicher war es ein Fehler ihres Mannes, nicht oben gewartet zu haben. In dem Fall wäre die Sache nämlich klar gewesen und der BF und seine Gruppe hätten das Nachsehen gehabt.
Nun zum Ereignishergang: Sehr wenig glaubhaft erscheint mir auf Grundlage der Fakten die Samaritererzählung des Bergführers. Die Frau war offensichtlich nicht so unsicher, dass sie sich eingehängt hätte. Außerdem hat sie nachher genug gekonnt, dass sie erstens den Bergführer und seine Gruppe hat mit einholen und zweitens dann den KS weiter hat absolvieren können, bevor die Polizei dort war. Vielmehr sieht es so aus, als hätte es dem BF nicht geschmeckt, dass sie sich seiner Aufforderung widersetzt hat. Und ferner so, dass sie gegen ihren Willen von ihm in der Mitte der Rinne angepinnt worden ist, damit der BF seine Gruppe an ihr vorbeischleusen konnte. Und ganz ehrlich: Das geht auch überhaupt nicht! Und zwar beides nicht: Erstens erzwingt man keine Begegnungen in Schlüsselstellen. Auch nicht, wenn man sich im Vorrang wähnt. Sehr gut möglich auch, dass er zuerst an seinem Standplatz war, sie angewiesen hat zu warten, bis seine Gruppe beisammen war, die Frau darauf aber keinen Bock hatte und von unten eingestiegen ist. Woraufhin er verärgert war, vielleicht auch weil sie da nicht hochgeschossen kam wie Ueli Steck, und er mit seiner Gruppe von oben ebenfalls eingestiegen ist. Gerade als Bergführer sollte man da drüberstehen. Sicherheit geht immer vor! Und zweitens macht man sich nicht ungefragt und gegen den Willen des Gegenübers an dessen Sicherungsgeräten zu schaffen. Egal ob man Bergführer ist oder Träger des Piolet d'Or. Das scheidet einfach völlig aus. Wenn man gerne in den Bergen eine geballert bekommen möchte, ist das allerdings der kürzeste Weg.

Davon unbenommen ist Gewalt natürlich kein legitimes Mittel der Auseinandersetzung, die Tat somit zu verurteilen und die persönlichen Folgen sind überaus tragisch.
 
Endmoräne schrieb:
Davon unbenommen ist Gewalt natürlich kein legitimes Mittel der Auseinandersetzung

Und damit ist für mich alles gesagt. Wird höchstens noch davon getoppt, jetzt angeblich nicht dafür geradestehen zu können.

Klar, die Aussagen von allen Beteiligten unterscheiden sich bestimmt und es ist richtig, dass ein Gericht das verhandelt.
 
judyclt schrieb:
Endmoräne schrieb:
Davon unbenommen ist Gewalt natürlich kein legitimes Mittel der Auseinandersetzung

Und damit ist für mich alles gesagt.

Nein. Denn die Moral von der Geschicht' ist, dass man nicht alles gleich glauben soll, was in der Zeitung steht. Vor allem nicht in so schlechten. Zur Erinnerung: Die Einstiegsschlagzeile lautete: "Bergführer hilft Frau und wird bewusstlos geschlagen."

Das wurde leichtfertig geglaubt und hat hier eine Empörungskaskade ausgelöst.
 
Do schaut's aus.
Von mir aus kann die neue Überschrift demnächst "Bergführer ärgert Frau und wird nach 30minütiger Verfolgung durch ihren Ehemann bewusstlos geschlagen"
heißen. Macht das Verhalten des Schlägers für mich keinen Deut besser. Aber das jetzige Schwanz einziehen sagt schon alles...
 
Endmoräne schrieb:
mark13 schrieb:
Habe jetzt erst den Artikel der Verhandlung gesehen. Also da gibt sich doch ein ganz anderes Bild: Der Bergführer hat sich wohl ungebeten in die Angelegenheit der Frau eingemischt, die ist Hysterisch geworden und hat dann maßlos übertrieben und schlussendlich ist der Mann dann durchgedreht.

Rechtfertigung gibt es natürlich keine aber evtl. hätte sich der Bergführer denken können, dass es nicht die beste Idee ist, ohne vorherige Zustimmung / Absprache fremden Frauen zu nahe zu kommen, selbst wenn es gut gemeint ist.

Vollkommen richtig. Und ich möchte hinzufügen: Jedem, der bereit war, über eine so schier unglaubliche Meldung mal ein bisschen selber nachzudenken, war schnell klar, dass es dazu noch eine ganz andere Erzählung geben würde. Und die sieht, wie man dem Prozessbericht entnehmen darf, wohl so aus: Die beiden Gruppen sind sich, den KS in entgegengesetzten Richtungen begehend, an einer steilen Rinne begegnet. Wobei der angeklagte Ehemann wie auch der Sohn diese auch schon passiert hatten. Die Frau folgte mit etwas Abstand nach. Die beiden, also der Bergführer und die Frau trafen offensichtlich relativ zeitgleich (wer war wirklich zuerst?) an den jeweiligen Einstiegen dieser Problemstelle ein. Daraufhin hat der BF die Frau aufgefordert unten zu warten. Eingebautes Bergführervorrecht? Das hat die Frau entweder nicht verstanden oder ignoriert, jedenfalls nicht gemacht. Gut möglich, dass sie sich auch als zuerst dort wähnte oder tatsächlich auch war und sich gerade zur Begehung angeschickt hatte, als der BF Vorrang für sich und seine Gruppe reklamiert hatte. Es mag auch eine Rolle gespielt haben, dass ihr Begleiter schon voraus waren. Ganz sicher war es ein Fehler ihres Mannes, nicht oben gewartet zu haben. In dem Fall wäre die Sache nämlich klar gewesen und der BF und seine Gruppe hätten das Nachsehen gehabt.
Nun zum Ereignishergang: Sehr wenig glaubhaft erscheint mir auf Grundlage der Fakten die Samaritererzählung des Bergführers. Die Frau war offensichtlich nicht so unsicher, dass sie sich eingehängt hätte. Außerdem hat sie nachher genug gekonnt, dass sie erstens den Bergführer und seine Gruppe hat mit einholen und zweitens dann den KS weiter hat absolvieren können, bevor die Polizei dort war. Vielmehr sieht es so aus, als hätte es dem BF nicht geschmeckt, dass sie sich seiner Aufforderung widersetzt hat. Und ferner so, dass sie gegen ihren Willen von ihm in der Mitte der Rinne angepinnt worden ist, damit der BF seine Gruppe an ihr vorbeischleusen konnte. Und ganz ehrlich: Das geht auch überhaupt nicht! Und zwar beides nicht: Erstens erzwingt man keine Begegnungen in Schlüsselstellen. Auch nicht, wenn man sich im Vorrang wähnt. Sehr gut möglich auch, dass er zuerst an seinem Standplatz war, sie angewiesen hat zu warten, bis seine Gruppe beisammen war, die Frau darauf aber keinen Bock hatte und von unten eingestiegen ist. Woraufhin er verärgert war, vielleicht auch weil sie da nicht hochgeschossen kam wie Ueli Steck, und er mit seiner Gruppe von oben ebenfalls eingestiegen ist. Gerade als Bergführer sollte man da drüberstehen. Sicherheit geht immer vor! Und zweitens macht man sich nicht ungefragt und gegen den Willen des Gegenübers an dessen Sicherungsgeräten zu schaffen. Egal ob man Bergführer ist oder Träger des Piolet d'Or. Das scheidet einfach völlig aus. Wenn man gerne in den Bergen eine geballert bekommen möchte, ist das allerdings der kürzeste Weg.

Davon unbenommen ist Gewalt natürlich kein legitimes Mittel der Auseinandersetzung, die Tat somit zu verurteilen und die persönlichen Folgen sind überaus tragisch.

Spielt halt alles keine Rolle.
 
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