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Bergwanderer scheuen Eigenverantwortung | quer vom BR

Drahtseil

Rigi-Kulm (1797m)
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17. Apr. 2011
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Wo soll das hinführen? Da kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln...

 
Wenn man überlegt, wie die Lifte und Pisten heute teils abgesichert werden, kommt die Entwicklung bei den Berghütten eigentlich fast schon spät....
Vermutlich wäre es sinnvoll, den Hütten die Möglichkeit zu geben, bei der Anmeldung einen Haftungsausschluss zu erwirken. Leider geht das ja in D meines Wissens nicht so einfach.
Das Ganze scheint jedenfalls nicht aufzuhalten zu sein.
 
8O
Danke für das interessante Video. Das ist alles sehr traurig und ist nur ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Wenn ich das Wort "Vollkasko-Mentalität" schon höre, kommt mir die Galle hoch. Alles Ursprüngliche, also das was man eigentlich in den Bergen erwartet, wird einem damit genommen und im Endeffekt werden wir vor lauter Gefahrenschildern die wahren Gefahren nicht mehr erkennen. Die Menschheit verblödet und braucht dringend einen Restart-Button !
 
Wegen einzelner Idioten müssen alle anderen büßen, das kanns nicht sein.
Könnte man nicht auch mal ein Richter verklagen der so ein Urteil fällt? Wegen Anstiftung zur Volksverblödung? :wink:
 
Werna76 schrieb:
Wegen einzelner Idioten müssen alle anderen büßen, das kanns nicht sein.
Könnte man nicht auch mal ein Richter verklagen der so ein Urteil fällt? Wegen Anstiftung zur Volksverblödung? :wink:
Aber dafür fehlt offensichtlich die Grundlage. Der Richter kann ja nur aufgrund der Rechtslage entscheiden.
Verantwortlich ist wohl eher die Legislative. Wenn die Vorschriften novelliert werden und es heißt, dass man die Sicherheit verbessert, kommt das ja meist recht gut an.
Man müsste eher Vorschriften lockern und/oder das Haftungsrecht ändern, um diese Ansprüche erst gar nicht entstehen zu lassen. Dafür gibt es aber offenbar keinen politischen Konsens.
Wie gesagt denke ich, dass die Entwicklung kaum aufzuhalten sein wird.
 
Ich frage mich, wie sicher eine Hütte sein muss, damit auch bei geschlossenen Augen und 2 Promille Alkohol nichts passieren kann. Da wird ja jede Treppe schnell zur Todesfalle..

Die Idee des Wirtes fände ich aber nicht schlecht, dass man den Alkoholausschank zeitlich oder noch besser mit einer Art Kundenkarte einschränkt. Der (ungebremste) Alkoholismus hat in der Bergwelt mMn sowieso nichts zu suchen.


3303 schrieb:
Vermutlich wäre es sinnvoll, den Hütten die Möglichkeit zu geben, bei der Anmeldung einen Haftungsausschluss zu erwirken. Leider geht das ja in D meines Wissens nicht so einfach.
Das Ganze scheint jedenfalls nicht aufzuhalten zu sein.
Ganz unmöglich ist es nicht, denn zB am Dammkar in Mittenwald muss man auch einen Haftungsausschluss oder dergleichen unterschreiben, bevor man die Skiroute fährt.
 
GIFWilli59 schrieb:
Ganz unmöglich ist es nicht, denn zB am Dammkar in Mittenwald muss man auch einen Haftungsausschluss oder dergleichen unterschreiben, bevor man die Skiroute fährt.
Echt jetzt? 8O
....skurril.... zum Glück gab es solche Absurditäten damals, als wir die Abfahrt gefahren sind, nicht. Oder ist das wegen der Lawinengefahr?
 
Traurig. Der Bericht zeigt aber deutlich wie viele heute denken.

Für Sicherheit muss immer wer anderes sorgen. Wenn dan nwas passiert verklage ich den.
 
Und irgendwann knallt so ein Hohlkopf gegen einen Felsen und sucht einen Schuldigen, der die Berge einfach so in die Landschaft gestellt hat... Ohne Warnschilder...
 
Also ich bin wirklich kein Sicherheitsfanatiker und wenn ich jedes mal wenn es mich irgendwo zerlegt hat einen Schuldigen gesucht hätte dann hätte ich gleich einen Anwalt in Vollzeit anstellen können.

Zu 2 in der Sendung genannten Beispielen: Also ein Notausgang sollte schon so weit gesichert sein dass man nicht gleich ein paar Meter runter stürzen kann wenn man einen Schritt zur Türe raus macht und dass einen Nottreppe ständig eisfrei zu sein hat sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.
 
3303 schrieb:
GIFWilli59 schrieb:
Ganz unmöglich ist es nicht, denn zB am Dammkar in Mittenwald muss man auch einen Haftungsausschluss oder dergleichen unterschreiben, bevor man die Skiroute fährt.
Echt jetzt? 8O
....skurril.... zum Glück gab es solche Absurditäten damals, als wir die Abfahrt gefahren sind, nicht. Oder ist das wegen der Lawinengefahr?
Ne, wegen der Lawinengefahr nicht...

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Kurioserweise mussten wir den erst vor der zweiten Fahrt unterschreiben... :lol:
 
Hab den Bericht noch nicht gesehen, will aber auch mal eine Lanze für die Menschen brechen.

Meines Erachtens ist diese "Mentalität" nicht so ausgeprägt, wie man denken könnte. Die Ursache liegt eher darin, dass Versicherungen sich jederzeit und überall um die zugesicherte Leistung drücken, um den Gewinn zu steigern.

Warum sonst sind die Versicherungsbedingungen unendlich lang mit allen möglichen Ausschlußklauseln? Das alles ist ein fast schon evolutionärer Vorgang, der seit Jahrzehnten voran schreitet.

Würden die Versicherungen einfach zahlen, dann würde kein Hahn danach fragen, ob ein "anderer" Schuld hat.
 
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Das ist ja Teil des Problems. Warum soll eine Versicherung denn immer alles zahlen. Es gibt so etwas wie Eigenverantwortung.

Das Unterschreiben von Ausschlussklauseln ist im Skisport mittlerweile relativ häufig.
In Bormio musste ich vor ein paar Jahren schon beim Kauf eines Skipasses eine 2 seitige Erklärung unterschreiben über das was ich durfte und nicht durfte.
Auf den Pic du Midi de Bigorre in den franz. Pyrenäen kommt nur der mit Ski rauf, der etwas ähnliches unterschreibt.
In Colorado stehen werbetafelgroße Schilder an den Talstationen der Skigebiete, auf denen darauf hingewiesen wird, dass dort ein Gesetz des Staates Colorado gilt, in dem die Haftung unter anderen von Skigebietsbetreibern eingeschränkt und die Eigenverantwortung groß geschrieben wird.
 
biofleisch schrieb:
Hab den Bericht noch nicht gesehen, will aber auch mal eine Lanze für die Menschen brechen.

Meines Erachtens ist diese "Mentalität" nicht so ausgeprägt, wie man denken könnte. Die Ursache liegt eher darin, dass Versicherungen sich jederzeit und überall um die zugesicherte Leistung drücken, um den Gewinn zu steigern.

Warum sonst sind die Versicherungsbedingungen unendlich lang mit allen möglichen Ausschlußklauseln? Das alles ist ein fast schon evolutionärer Vorgang, der seit Jahrzehnten voran schreitet.

Würden die Versicherungen einfach zahlen, dann würde kein Hahn danach fragen, ob ein "anderer" Schuld hat.

Also wenn ein Depp nachts besoffen und mit geschlossenen Augen durch eine Hütte torkelt, dann würde ich als Versicherung auch nicht freiwillig zahlen.
 
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