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"Bild" kämpft für Bush

Nun, ich teile mcmafs außenpolitische Ansichten in diesen Punkten zwar überhaupt nicht, aber würd sie jetzt auch nicht zum Anlass nehmen, polemisch zu werden....

. Er hat einfach auch viele Chancen verstreichen lassen, z.B. 1977-1979 auf Sadats und Begins Friedenszug mitaufzuspringen, was natürlich nicht allein seine Schuld ist.

Na na. Also, das ist schon ein bisschen komplizierter. Also Begin kannst Su in seiner politischen Ausrichtung mit Sharon vergleichen, eher sogar nochmehr ultra. Warum also der Frieden damals? Um die Anzahl der Fronten zu bregrenzen! Damals waren die Palästinenser militärisch viel stärker als heute in der Form, dass sie eher verschiedene Arten Guerilla-Armeen hatten, die als solche israelische Militärstrukturen in den besetzen Gebieten angegriffen haben. Diese Selbstmordattentate sind ein Ergebnis der jüngsten Geschichte und erst in Zusammenhang mit der Radikalisierung von Teilen der islamischen Bevölkerung möglich geworden (wobei Israel übrigens die Radikalislamistischen Bewegungen ursprünglich massif unterstützt hat, weil diese sich damals nicht in Arafats Guerillabewegung eingereiht haben und ihr eigenes Süppchen gekocht haben. So dachte man könnte man einen Keil in die Palästinenser treieben, was zu einem gewissen Grad ja auch funktioniert hat, jedoch das Problem wie man sieht eher verschärft und ansonsten verlagert hat).

Die verschiedenen palästinensischen Guerillabewegungen operierten urspünglich von Jordanien aus, vor allem nach dem die West Bank 1967 im israelischen Expansionskrieg an Israel gefallen war. Nun ist Jordanien aberzum einen ein recht beduinisch geprägtes Land und aufgrund der Heirat zwischen dem damaligen König Hussein mit einer Amerikanerin recht westlich orientiert und insbesondere Amerika fixiert gewesen (für einen arabischen Staat jedenfalls). Die Zunahme an palästinensischem Einfluss gefiel der jordanischen Fürhung (die beduinisch ist) überhaupt nicht, was schließlich zum sogenannten schwarzen September führte 1970 führte, einer Art kurzem Bürgerkrieg, in Verlauf dessen, die palästinensischen Gruppierungen mit Waffengewalt aus dem Land getrieben wurden. Ihr neuer Standort war danach der Libanon (Syrien war schon Standort der eher kommunistisch angehauchten Teile palästinensischer Widerstandbewegungen, die sich traditionell mit den ideologisch ziemlich unabhängigen Anhängern Arafats nicht so verstanden - außerdem wollte man sich nicht dem EInfluss von Assad aussetzen).

Als also in der zweiten Hälfte der 70er Jahre Friedensverhandlungen mit Sadat geführt wurden, war die Situation für Israel noch viel bedrohlicher als heute. Der Yom-Kippurkrieg war erst wenige Jahre her und hatte deutlich gemacht, dass Israel - wollte es bei dem Einsatz konventioneller Waffen bleiben - seine Fronten begrenzen musste. Zu dieser Zeit führten israelische guerillaähnlich Einheiten regelmäßig Attentate im Libanon aus, wo politische Führungskräfte der Palästinenser, einflussreiche Künstler und militärische Führer liquidiert wurden. Diese vorgehensweise unterschied sich nicht sonderlich, von dem was wir als Terrorrismus bezeichnen, zumal dafür regelmäßi in einen souveränen Staat eingedrungen wurde. Erst in den 80ern maschierte Sharon dann mit der Armee in den Libanon ein (übrigens ursprünglich ohne politische Ermächtigung), was 1982 dann mit den beiden berüchtigten Massakern in den palästinensischen Flüchtlingslagern endete, aber auch die palästinensische Führung erfolgreich ein weiteres Mal vertrieb.

Ohne auf weitere Details dieser ziemlich komplexen Historie eingehen zu wollen: Es gab damals schlicht keine Chance für israelisch-palästinensischen Frieden, die Arafat hätte nutzen können. Der Begin-Sadat Frieden hatte taktische Gründe und wenig mit der Versöhnungsbereitschaft eines friedlieben Begin zu tun (der übringens ursprünglich selbst Guerillaführer war, genau wie auch Arafat, un eine Menge Kommandoaktionen vor 1948 im damals noch palästinensischen Israel ausgeführt hat, mit dem Ziel dieses Land einzunehmen!) .
 
Das können wir ja mal in Ruhe ausdiskutieren. Sadat wollte ursprünglich auch in die Palästinenser in seine Friedensinitiative einbinden, nur wurde er leider von deren Seite als Verräter an der arabischen Sache etc. gebrandmarkt etc.
 
O.K., lass das mal beim Bierchen ausdiskutieren, das würde hier glaub ich zu lang. Allein schon deshalb, weil es so viele palästinensische Splittergruppen mit so vielen unterschiedlichen Ansichten gab, dass es schwer ist, ein "palästinensisches Meinungsbild" herauzuarbeiten.
 
außerdem: vergesst nicht die eine million palästinenser in den flüchtlingslagern in jordanien...
die ganze thematik ist viel zu komplex, um sie hier zu diskutieren.
 
Arafat ist tot

Paris - Der palästinensische Präsident Yasser Arafat ist laut inoffiziellen "palästinensischen Quellen" am Dienstag im Militärkrankenhaus Percy bei Paris gestorben. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. "Er ist tot", hieß es in hochrangigen politischen Palästinenser-Kreisen. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor.

Delegation schwieg

Zuvor hatten palästinensische Spitzenpolitiker - Ministerpräsident Ahmed Korei, PLO-Vizechef Mahmud Abbas, Außenminister Nabil Shaath und Parlamentspräsident Rawhi Fattuh - den schwer kranken Arafat im Militärkrankenhaus in Paris besucht. Die Delegation verließ das Spital ohne Stellungnahme.

Abbas ist zurückhaltend

Palästinenser-Vertreter im Westjordanland sagten hingegen, sie hätten keine Informationen, dass Arafat tot sei. Später äußerte sich Abbas zurückhaltend. Er bezeichnete den Zustand als "sehr ernst". Der palästinensische Kabinettsminister Saeb Erekat sprach von einem "sehr kritischen Zustand".
(kurier.at)
 
Hmm, die diversen großen Nachrichtenseiten schreiben bisher nur von neuen Gerüchten. Ich persönlich könnte mir gut vorstellen, daß Arafat schon länger tot ist und man diese Informationen künstlich zurückhält, um Unruhen zu vermeiden.
 
jaja, jetzt bangen sie auch schon wieder "nur" um ihn... da soll sich einer auskennen...
 
Und am Sonntag soll er aus dem Koma erwacht sein... Jaja - wer´s glaubt... Ich denke, dass man Arafat nur mehr am Leben erhält, damit man mehr Zeit hat zum Ausschnapsen der neuen Führungsperson.
 
... und zum aufteilen der einen (?) milliarde dollar auf diversen arafat-konten....
 
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