Spitzingsee-Bergbahn insolvent
Schörghuber-Gruppe steht bereit - Gespräche abgebrochen
Spitzingsee - Die Spitzingsee-Bergbahn muss Insolvenz anmelden. Dies gab Peter Winterholler bekannt, der Betreiber der Taubenstein-, Sutten- und Stümpfling-Bergbahn sowie von insgesamt sechs Schleppliften im Spitzing-Gebiet (Landkreis Miesbach). Für eine Übernahme des Betriebs steht die Schörghuber Unternehmensgruppe bereit. Aber die Verhandlungen stocken.
Nicht zuletzt, weil sie in Spitzingsee ein großes Hotel betreibt, hat die Schörghuber-Gruppe ein Interesse am Fortbestand des Skibetriebs. Pressesprecher Holger Lösch signalisierte gegenüber unserer Zeitung, dass man für Gespräche bereit stehe.
Die finanzielle Schieflage des traditionellen Familienbetriebs mit 15 fest angestellten Mitarbeitern und während der Wintersaison bis zu 50 Aushilfskräften ergab sich laut Winterholler wegen des stetigen Rückgangs an Liftbenutzern. "Aufgrund des akuten Schneemangels ist uns in dieser Saison auch noch das Weihnachtsgeschäft durch die Lappen gegangen. Das hat die Entwicklung beschleunigt."
Da innerhalb der Familie keiner Interesse an der Übernahme des Betriebes habe, sei er, Winterholler, schon vor Beginn der diesjährigen Wintersaison auf die Schörghuber-Gruppe zugegangen und habe die Bergbahnen und Lifte zum Verkauf angeboten. Die Gespräche seien allerdings wieder eingeschlafen. "Die Vertreter der Gruppe haben sich ohne Angabe von Gründen zurückgezogen", berichtet Winterholler. Eine Erklärung habe er dafür nicht. Der Pressesprecher wollte sich zu den Ursachen für den Abbruch des Dialogs nicht äußern.
Hoffen auf neue Gespräche
Auch Peter Friedrich Sieben, Sprecher der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, die Hauptgläubigerin des Liftbetriebs, kommentierte die aktuelle Entwicklung nicht.
Schliersees Bürgermeister Toni Scherer würde die Übernahme durch die Schörghuber-Gruppe begrüßen. "Das wäre ein kompetenter Betreiber, der selber daran interessiert ist, dass das Skigebiet am Spitzing nicht an Bedeutung verliert." Ihm seien die Probleme des Liftbetriebs nicht neu. Er sieht Bedarf für Investitionen. "Die Anlagen sind nicht auf dem aktuellen Stand. Der Lyra-Sessellift beispielsweise ist den Skifahrern nicht mehr zumutbar."
Falls sich die Schörghuber Gruppe zu einer Übernahme der Betriebs entschließen würde, könnte sie laut Scherer auf die Unterstützung der Gemeinde bauen. Unklar ist allerdings, wie diese Unterstützung konkret aussehen soll. Der Bürgermeister schränkt nämlich ein: "Das große Geld können wir nicht mitbringen."
NORBERT KOTTER
Datum: 30.01.2003