Also Sommerschi zum Hochlaufen war ja früher bis in die 60er das Normale. Daher sprach man auch von viel frequentierten Schneefeldern als Sommerschigebiete (z.B. Fradustagletscher in der Pala, wo nun wirklich weder Lift noch Hütte weit und breit sind!). Das erscheint mir aber auch etwas übertrieben. Der nächste Schritt war dann, dass einige der Hütten an solchen Gletschern kurze simple Lifte installierten, um selber besser von dem Sommerschibetrieb zu profitieren. Meist konnte man sein Gepäck vom Parkplatz zur Hütte per Materialseilbahn transportieren und musste dann selbst rauflaufen. So z.B. Scerscen, Cevedale, 3A (Formazza). Das Sommerschigebiete per Bahn und eigener Straße erschlossen wurden kam im großen Stil erst in den 70ern, wobei es vorher schon die Sommerschigebiete an den hohen Passhöhen mit Aufstiegshilfen gab (Pissaillas, Tonale, Stilfser Joch, Timmelsjoch). Parallel gab es noch noch Schnebelen, der bewusst ganze Skiorte am Fuße der Gletscher plazierte um Sommerschi zu ermöglichen (Tignes, Val Thorens), wobei ihm dann schnell der Staat dazwischen kam, weil "seine" Gletscher dummerweise gerne in Nationalparks lagen.
Sommerschi enstand jedenfalls vornehmlich in der Perepherie von bestehender Infrastruktur:
- an Pässen
- in der Nähe von bereits aus anderen Gründen errichteten Seilbahnen (z.B. Zermatt, Alagna)
- an günstig gelegenen Rifugien.
Das erstmal, dass richtig eine extra Straße und alles gebaut werden musste, war 1972 Stubai. (Hintertux war ja schon vorher gut erreichbar).
Insofern muss man etwas relativ sehen, dass von Sommerschi am Brandnergletscher gesprochen wurde. Sicher verstand man 1983 unter Sommerschi eigentlich schon was ganz anderes. Aber dieser traditionelle Sommerschi als RElikt lag vielleicht damals den Autoren des Skiatlasses noch näher als uns heute und außerdem dürften die Werbeleute des Brandnertals den populären Begriff auch gerne genutzt haben ohne alzu harte Maßstäbe anzulegen.