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Bremsarten bei Seilbahnen

Das ist historisch so gewachsen. Mit der Einführung der 2000/9/EG Richtlinie hatte man keine passende Norm welche für Seilbahnen zugeschnitten war. Man hat daher angelehnt an die
DIN V 19250 ein neues Normenwerk, die EN 13243:2004 Anforderungsklassen sich an den jetzt veralteten AK orientierten. Das sollte die Umsetzung der Normen vereinfachen. Bis die EN 13243:2004 umgesetzt wurde war die DIN V 19250 ersetzt. Man wollte aber nicht kurz nach der Umstellung wieder von AK auf SIL wechseln, daher hat man diese "Umrechnungstabelle" entworfen welche ich Dir noch dazukopiert habe. Es wird aber mit dem gedanken gespielt irgendwann auf PL zu wechseln, allerdings ist das wohl nicht so einfach wie du ja selber sagst. Mal sehen was noch komm.
 
Danke für den Scan.

Dass sich die Seilbahn-Normenheinis damals auf die AK der DIN basierten, ist verständlich und auch sinnvoll, nur hätten die die AK-Abstufung, d.h. von 1 bis 8, übernehmen sollen und nicht neu "Umnummerieren", das dies nur zur Verwirrung führt
Das die alten Steuerungskategorien nach EN 954-1 sinnlos waren, ist ebenfalls klar, habe nie begriffen weshalb man im Sicherheitsbereich so normieren konnte (über den Werdegang der EN 954 könnte man übrigens lange streiten).

Eigentlich hätten man sich 2004 schon mit den SIL anstelle der AK befassen sollen, aber eben, Normen werden oft über Jahre hinaus durch z.T. praxisfremde Bürokraten erstellt (oft sitzen in den Normierungsgremien Fachleute, die nicht oder eben nicht mehr an der Front in der Praxis tätig sind.


Für neue Projekte ist es nicht mehr sinnvoll, streng nach DIN V 19250 zu berechnen obwohl objektiv gesehen eine AK 6 Steuerung wohl meist problemlos SIL 3 / PL e zertifizierbar wäre. In der Praxis fällt jedoch ein zusätzlicher Arbeitsaufwand an, deshalb ist es sinnvoller direkt den SIL oder PL zu belegen.

Die SIL Betrachtungsweise ist schon etabliert, insbes. im Prozessbereich (wurde glaub etwa 1998 eingeführt, brauchte natürlich eine gewisse Zeit, um sich durchzusetzen). Die PL sind hingegen relativ neu un in der Praxis in erster Linie als "Ersatz" oder "Nachfolge" für die alten Steuerungskategorien (B, 1 bis 4), die man ja nicht mit den AK nach DIN verwechseln darf, gedacht.
Sowohl SIL wie PL sind zulässig, SIL ist nun seit ein paar Jahre Stand der Technik im Prozessbereich und dort werden wohl die SIL weiterhin üblich bleiben, während im Maschinenbau eher die PL vorgezogen werden. Obwohl Unterschiede zwischen SIL und PL bestehen, sind diese zwei Betrachtungsweisen dennoch ziemlich eng miteinander verwandt, was Umrechnungen vereinfacht.

Ob irgendwann SIL und PL in was gemeinsames zusammenfliessen werden, kann ich nicht beurteilen, ich selbst kenne die SIL besser als die PL da ich die alte EN 954-1 stets als ungenügend betrachtete (die PL wurden einiges später als die SIL eingeführt).

In der Praxis sehe ich eigentlich kaum Probleme bzgl. SIL oder PL Wahl. Beide Wege sind möglich nur sollte man sich für den einen oder anderen entscheiden, um nachträgliche Umrechnungen zu vermeiden.
Vergleiche zwischen den alten Steuerungskategorien und den AK (nach DIN), den SIL oder PL sind nicht sinnvoll (obwohl man allgemein annimmt oder glaubt, dass Steuerungskategorie 4 in etwa SIL 3 entspricht).
Zwischen AK (nach DIN) und SIL oder PL sind eher Vergleiche machbar. SIL und PL sind ziemlich eng verwandt auch wenn keine 1:1 Korrespondenz existiert.


Spricht man von Sicherheitssteuerungen, geht man implizit von SIL 3 (oder, aber selten, höher) bzw. PL e aus. Bis und mit SIL 2 bzw. PL d sind die Anforderungen relatv trivial und einfach zu erfüllen. SIL 4 betrifft dagegen eher kritische Prozessbereiche und ist kaum im Maschinenbereich erforderlich (siehe z.B: Hima (Paul Hildebrandt) nicht frei programmierbare Steuerungen Planar4 für SIL 4 Anwendungen)).
 
Habe gerade folgendes gefunden:


Ist es normal das die Bremse so extrem heiß wird, oder war das nur ein Test für irgendwas?

I
 
Das war sicher ein absoluter Extremtest denn nach der Geräuschkulisse nach zu schließen musste die Bremse nicht nur die Bahn an sich zum Stillstand bringen sondern dies auch noch zusätzlich gegen die volle Antriebsleistung des Motors bewerkstelligen.
Scheibenbremsen sind für Fälle des Abbremsen großer Lasten meiner Meinung nach thermisch überfordert bzw. werden generell auch viel zu klein dimensioniert und dürften daher meiner Ansicht nach dort (wie auch z. B. in LKW´s) gar nicht verwendet werden. Ich hab schon einige, durch thermische Rißbildung zerstörte innenbelüftete Bremsscheiben gesehen von denen sogar Teile ausgebrochen waren; sowas kann bei Fahrzeugen dann zu einem großem Risiko werden falls sich die Bremsbacken im Bereich des Scheibenausbruchs verkeilen, das Rad blockiert und das Fahrzeug völlig unvorhersehbar ins Schleudern gerät.
 
So wie das aussieht sind die mit voller Motorleistung gegen die Bremse gefahren. Das ist absolut nicht normal wie die bremst. Die Bremse hat scheinbar den Motor hergewürgt.
 
markus schrieb:
Die Bremse hat scheinbar den Motor hergewürgt.
Meiner Meinung nach nicht nur den Motor sondern die ganze Bahn selbst zusätzlich auch noch. Für so einen Fall ist es aber normal das die Beläge komplett verkokeln; der Spezialstahl der Bremsscheiben hält im Extremfalle Temperaturen bis an die 900 °C (Rotglut) einmalig aus ist dann aber logischerweise anschließend ein Fall für den Schrottcontainer.
 
Die müssen da irgendwas versucht haben. Wäre interessant was. Ist auf alle fälle eine elektrische Leitner Betriebsbremse.
 
Gibt es eigentlich auch Bahnen die nicht über die Motorbremse verfügen und in so einem Fall einfach der Motorstrom genommen wird und die Energie über die BB abgebremst wird? Bzw. Gibt es Bahnen bei denen zum Schutz von Motor (und Getriebe) diese ausgekuppelt werden können?

Was die da gemacht haben ist ja krass.Ich glaube auch das gegen Last&Motor gefahren wurde.Obwo ich mal bei einem Galileobeitrag über die Grasjoch im Montafon die Bremsproben bei Vollast (Maximale Gewichtszuladung in allen Gondeln) gesehen hab.Da hats auch ordentlich gefunkt und danach geglüht.
 
Das kommt immer auf die Anlage an.
Bei unserer neuen Bahn bremst bei einem Nothalt der Direkt Antrieb gleichmäßig mit der vorgeschriebenen Verzögerung bis zur Mindestgeschwindigkeit von 0,3 m/s und dann fällt die betriebsfremde ein.
Bei der alten Bahn bremst beim Nothalt die betriebsbremse die Anlage ab.
Beim betätigen der Nothalt Taste wird der Motor sofort stromlos.

Zum Thema Bremsen gibt es aber schon genug Details im Forum....
 
markus schrieb:
Die müssen da irgendwas versucht haben.
Auf alle Fälle und der Extremfall ist sicher auch insoferne praxisrelevant als beispielsweise eine Nothaltsituation auftritt wo aufgrund zufällig gleichzeitig auftretenden Steuerungsdefekts der Antrieb schlicht nicht abschaltet; dann muß die Bremse die Anlage trotzdem noch stillsetzen können.
Allerdings hätt ich an Leitner´s Stelle die Bremse sicher größer dimensioniert denn abgesehen von der Wärmeentwicklung ist vor allem auch die Zeit bis zum Anlagenstillstand für einen Nothalt meiner Ansicht nach zu lang.
 
Zufällig gibt es das Video sicherlich nicht, garantiert wurde hier eine ausserordentliche Betriebssituation simuliert. Hört mal den Stimmen im Hintergrund zu sobald die Anlage still steht, für mich tönt das so als ob da mindestens einer ziemlich begeistert ist ob der glühenden Bremsscheibe.
 
Theo schrieb:
für mich tönt das so als ob da mindestens einer ziemlich begeistert ist ob der glühenden Bremsscheibe.
Glaub das ist eher die Begeisterung darüber das die Bremse den "Mordversuch" überhaupt überlebt hatte... :lol:
 
Weis jemand was für eine Bahn das in dem Video ist? Die BB ist eine elektrsche von Leitner. Baujahr so um die 2000er rum. Das Antriebsrad dahinter sieht älter aus. Pendelbahn umgebaut von Leitner. So viele gibt es da nicht. :lach: Normal ist es definitiv nicht, der Motor würgt ja noch weiter auch wenn die Bremse eingefallen ist.
 
Tja markus, was soll ich dir da antworten. Ausschauen tut es schon wie wenn man die ganze Anlage mit der Bremse alleine abgewürgt hat obwohl der Motor weiter mit Volllast lief. Was den Motor dann schlussendlich zur Kapitulation überredet hat kann man nur raten.
Man sieht leider nicht ob das an einer fahrbereiten Anlage gemacht wurde oder ob es nur der Antrieb alleine war wo da so malträtiert wurde. Auf alle Fälle sind da aber so ziemlich alle Sicherheitssysteme vorher ausgeschaltet worden damit der Test auch wirklich gut gelingt.
 
Theo schrieb:
Auf alle Fälle sind da aber so ziemlich alle Sicherheitssysteme vorher ausgeschaltet worden damit der Test auch wirklich gut gelingt.
Naja das ist keine Kunst. 24V auf den Bereit Eingang des Stromrichters und am Sollwert Eingang die 8.33V und am beht die Post. Rate mal wie die Brandfallsteuerung bei eurer SSB funktioniert. Da könntest Du auch mal sowas machen. ;-)

Skier3000 meint ob es Bahnen gibt die im Betriebsfall die BB zum Bremsen bei Tallast verwenden. Nein, eine BB und eine SB dient nur zum stillsetzen der Anlage nicht für den Dauerbetrieb.
 
Was soll man den sonst nehmen? Backenbremsen sind bei Seilscheiben nicht anwendbar und Trommelbremsen thermisch noch anfälliger als Scheiben.
 
Naja der Mensch ist Erfinderisch, von Bremsgenerator über Flügelbremse bis hin zu Wirbelstromsysteme und Hydrostatische Anlagen gibt oder gab es alles. :lach:
 
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