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Bristen Special

GMD

Ski to the Max
In der Schweiz, genauer gesagt im Kanton Uri, ergibt sich in den nächsten zwei Monaten die Gelegenheit zu einer einmaligen Seilbahnfahrt. Die Strasse zum kleinen Bergdorf Bristen wird von einem Bergsturz bedroht. Um ein Unglück zu verhindern, sollen nun die gefährlichen Felsen gesprengt werden und die Strasse anschliessend gesichert werden. Zu diesem Zweck wird die Strasse ab dem 24. März 2003 für acht Wochen gesperrt. Damit das Dorf nicht von der Aussenwelt abgeschnitten ist, wird eine Standseilbahn eines Kraftwerkes, die sonst nur dem Werkverkehr dient, für den Publikumsverkehr geöffnet. Nach der Freigabe der Strasse wird die öffentlichen Fahrten wieder eingestellt, wer kann sollte sich diese Gelegenheit also nicht entgehen lassen.
 
Hab mir die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen, mit diesem Schrägaufzug zu fahren. Die Steigung beträgt im steilsten Stück um die 95%! Überall hängen nigelnagelneue Fabrikschilder von Garaventa. Die Bahn selber sieht aber aus als wäre sie lange vor der Gründung dieser Bahn gebaut worden. Vermutlich war Garaventa verantwortlich für das Herrichten zum Personentransport. Weiss jemand mehr? Eine Tafel mit Angaben fehlt leider. Auch beim Personal war keine Auskunft zu haben, die werden aushilfsweise beschäftigt und sind keine Angestellten des Kraftwerkes.

Der Ausflug war auch gleichzeitig Premiere für meine neue Digicam. Hier eine Auswahl der Fotos.
Amsteg2.JPG

^^Der einzige Wagen bei der Einfahrt in die Talstation.

Amsteg5.JPG

^^Der Wagen von der Seite. Der Einstieg oben ist für den Begleiter, die Fahrgäste besteigen den Wagen über die Ladebühne und durch eine Schiebetüre in der unteren Stirnwand.

Amsteg4.JPG

^^Detail am Wagen. Ich vermute es ist ein Teil der Fangbremse.

Amsteg6.JPG

^^Blick in den Maschinenraum mit Motor und Kabeltrommel. Der Antrieb befindet sich in der Talstation. Das Kabel wird über seitlich neben dem Gleis angebrachten Rollen (siehe Bild 1) zur Bergstation geführt und dort über eine Umlenkscheibe in die Gleismitte und zum Wagen geführt. Ich musste durch eine schmutzige Scheibe fotografieren, entschuldigt die schlechte Qualität und die Spiegelungen.

In Bristen selbst steht eine kleine PB zum Waldiberg. Die Bahn ist öffentlich und fährt mit Jetons, die man überall im Dorf und bei den Bewohnern bei der Bergstation bekommt. Hersteller ist die Firma R. Niederberger Söhne.
Waldiberg1.JPG

^^Kabine 2 in der Talstation. Wie gesagt, diese Bahn ist für den öffentlichen Personentransport zugelassen!

Waldiberg2.JPG

^^Diese Madonna steht in der Talstation. Ist das nun ein gutes oder schlechtes Zeichen? Ich kam jedenfalls heil an.
 
.. was es in der Schweiz nicht alles gibt ... schaut aber wirklich krass steil aus ... gibts noch steilere Standseilbahnen?
 
Die Bahn wurde 1918 von der SBB gebaut. Wobei die Wagen ziemlich nach Bell ausschauen! (Kost die mit dem FVP nix??) :D
Das steilste Stück beträgt 92%

Zur Steilheit:
Emmosson: 87% (Pendel)
Ritom: 87.5% (Winde)
Stoos: 78% (Pendel)
Gelmer: 109.9% (Winde)

Die Pendelbahn ist typisch Niederberger! Von denen stehen 2 am Wallibalm und eine in Sinsgäu (Engelbergertal)
 
Da die Bahn als Ersatz für eine gesperrte Postautolinie fungiert, sollte der FVP gültig sein. Aber Achtung: Sobald die Strasse circa Mitte Mai wieder frei ist, wird der Schrägaufzug für den öffentlichen Verkehr gschlossen. Beeilung ist angesagt. Wenn Du willst, maile ich Dir meine Bilder.
 
Die Bahn gehört dem Kraftwerk Amsteg AG, das in der Tat zu 90% den SBB gehört. Die Bahn dient nach der Freigabe der Strasse wieder ausschliesslich dem Werkverkehr, fährt also sehr unregelmässig. Und trotz FVP bist Du aus Sicht des Kraftwerks ein Nichtangestellter. Würden sie dich mitfahren lassen, wäre das ein Verstoss gegen die Konzessionsauflagen und das gibt auch versicherungstechnisch gesehen Probleme. Es ist also alles viel einfacher, wenn Du nach Bristen gehst solange die Strasse noch gesperrt ist.
 
Offenbar entwickelt sich der Schrägaufzug zu einem kleinen Publikumsmagnet. Jedenfalls überlegt mansich in Amsteg, die Bahn auch nach der Räumung der Strasse als Touristenattraktion weiter zu betreiben.
 
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