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Cari (CH) | 23.01.2011 | Kurzweilig!

Cari (CH) | 23.01.2011 | Kurzweilig!

Zur Abwechslung stand wieder mal etwas anderes an als Wallis oder Graubünden. Spontan reizte mich Cari. Tessiner Skigebiete sind dank ihrem individuellen Charakter immer spannend, diese Erfahrung machte ich schon in Airolo. Cari ist das andere Skigebiet im Nordtessin: Am steilen, sonnenüberfluteten Südwesthang, hoch über der Leventina, stehen da völlig unerwartet oberhalb eines kleinen Dorfes zwei kuppelbare Sesselbahnen in der Provinz. Nicht erstaunlich, dass Cari in der Deutschschweiz völlig unbekannt ist. Unten im Tal, im frühlingshaften Faido, deutet auch nichts auf das Skigebiet ganz in der Nähe hin.

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Faido

Pistenplan Skigebiet Cari

Ist da wirklich ein Skigebiet? Die Strasse hinauf überwindet Höhenmeter um Höhenmeter, und kurz unterhalb Cari wurde es tatäschlich winterlich kalt und auch etwas weiss. Immerhin ist man da auf über 1600 m.ü.M. angelangt. Überraschend: der doch recht grosse Parkplatz ist vollgeparkt, also doch einiges unterwegs heute. Nach kurzer Wartezeit geht es mit dem kuppelbaren Zweiersessel mit flotten 5 m/sec hinauf zur Station Brusada. Das Gebiet wird vervollständigt durch die anschliessende, zweite Sesselbahn zum Lago di Cari, die in den unteren zwei Dritteln den älteren Skilift Pro da Lei verdoppelt. Letzterer ist als redundante Anlage seit geraumer Zeit nicht mehr in Betrieb.

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2SB nach Brusada, wichtigste Anlage hier

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weiter oben mit der welligen Piste

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Skilift Pro da Lei und Sesselbahn Lago di Cari

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Bergstation Lago di Cari

Kurz vor meinem Besuch gab es eine kurze Wärmephase, während der im ganzen Skigebiet der Schnee auftaute. Die anschliessende Kälte führte zu sehr harten, häufig eisigen Verhältnissen auf den Pisten, die ich nun leider antraf, vergleichbar mit Saas Grund im Dezember. Dies beeinträchtigte besonders anfangs das Fahrvergnügen, mit der Zeit kann man sich daran anpassen. An Fahren neben den Pisten war hingegen nicht zu denken.

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Bergstation Lago di Cari

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Aussicht zu den Berner Alpen

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Pisten, hoch über der Leventina

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Station Brusada mit den beiden Sesselliften und der Osteria

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aalglatte schwarze Piste Pro da Lei

Die Mittelstation Brusada liegt ziemlich genau auf der Waldgrenze, so hat man Pisten im offen Gelände und solche im Wald. Zu Beginn blieb ich auf den (meist schwarzen) Pisten in Liftnähe, um mir einen Überblick zu verschaffen. Wäre nicht der aalglatte Schnee gewesen, so hätte mir die Trassierung sicher gefallen: Viele Kurven, Steilhänge, Kuppe, Gabelungen etc. im durchwegs steilen Gelände, wie ich es schon oft in Kleingebieten antraf. Die untersten 100 Höhenmeter waren dann allerdings recht kritisch – wegen akuter Schneearmut bestand die Piste mehrmals nur noch aus einem wenige Meter breiten Eisstreifen durchs Grüne.

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Schneebar am Lago di Cari

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Talabfahrt

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ausaperndes Schlussstück der Talabfahrt

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Bergstation der 2SB in Brusada

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4er-Sesselbahn, Baujahr 2003

Beliebt ist die "Aussenpiste", die in einem weiten S-Bogen von ganz oben bis hinunter nach Cari führt. Hier gibt es ganz viel Platz auf der Piste, die unterschiedlichen Expositionen reizen. Erst der letzte Abschnitt ganz unten hat Talabfahrts-Charakter. Trotz der Möglichkeit, in der Mitte nach Brusada zu traveriseren, wird meistens bis hinunter gefahren, so dass normalerweise die beiden Sesselbahnen in Kombination benützt werden. Insgesamt eine mannigfaltige, freche Abfahrt, auf der man vergisst, in einem Kleingebiet zu sein. Besonders schön war sie im Licht der Nachmittagssonne.

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auf der breiten, äusseren Piste

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rote Pistenvariante

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Cari di Dentro

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auf dem weiten Bogen der Aussenpiste

Die meisten Gäste waren Tessiner, die aber nicht nur des Pistenvergnügens wegen nach Cari kommen. Auffällig viele Schneeschuhwanderer und Schlittler waren unterwegs, und manch einer genoss einfach einen gemütlichen Sonntag mit Sonnenschein und Bergluft. Dies ist eben auch die südliche Mentalität: Im Skigebiet geht es viel gelassener und gemütlicher zu als auf der Alpennordseite. Geniessen gehört dazu, so waren die verschiedenen Beizen und Bars gut gefüllt. Auch ich gönnte mir einige Minuten auf der Sonnenterrasse der einladenden Osteria mit einem Teller voll leckeren Pommes.

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auf der 4KSB, die eigentlich nur als Skiliftersatz bewilligt wurde

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auf der letzten Abfahrt

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ein Blick zurück

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Abendstimmung

Ich hatte weniger kritische Schneeverhältnisse erwartet, deshalb bleiben die paar Stunden nicht nur in positiver Erinnerung. Nach meinem Eindruck wären die Hänge mit frischem Pulverschnee noch wesentlich interessanter, sowohl oberhalb als unterhalb der Baumgrenze. Ungewöhnlich war es, im kleinen Skigebiet nonstop kuppelbar unterwegs zu sein. Ansonsten verfügt Cari über das, was ich mir von solchen Orten wünsche: durchaus anspruchsvolle und vielseitige Pisten, auf denen keine Staugefahr droht.

Fazit:
Pluspunkte für die Stimmung und die schönen Pisten im Skigebiet, Abzüge für Schneemenge und -zustand - 4.5 von 6 Maximalen. Tessiner Skigebiete haben Style!
 
Super, endlich mal ein Bericht wo man auch was von den Pisten sieht ;)

Sieht sehr interessant aus. Aber das der Städeli-Skilift nicht mehr läuft ist eine herbe Enttäuschung, wenn auch verständlich. Hat wohl mit der neuen Skigebietsführung zu tun!?
 
News (auch wenns mittlerweile schon fast ein alle Jahre wieder ist):
http://info.rsi.ch/home/channels/in...e/2011/01/27-Car-impianti-allasta-entro-lesta

Kurzfassung auf Deutsch (soweit es mein Italienisch zulässt):
Im Sommer werden die Anlagen versteigert. Einerseits macht Garaventa noch Besitzansprüche für die obere Bahn geltend, womit man sich einigen müsse. Anderseits soll das BAV nur noch eine Konzession erteilen, wenn die Anlagen in einer Hand sind. Und weil das erfahrungsgemäss 4-5 Monate dauert, soll die Auktion noch im Sommer stattfinden :lol:

(wobei ich nicht ganz checke, weshalb bei solch neuen Anlagen neue Konzessionen nötig sind. Oder läuft die obere Bahn immernoch illegal? :lol: )
 
Wenn eine komplett neue Firma gegründet wird muss diese eine neue Konzession beantragen. Das BAV will so sicherstellen dass der neue Besitzer ( Betriebsorganigramm, Sicherheitskonzept ) auch in der Lage ist solche Anlagen zu betreiben.
 
Demfall lassen sie den Skilift lieber mal stehen... am Schluss ist die 4-KSB schneller weg als ihnen lieb ist... :twisted:
 
jo das kann dann mal schnell gehen, dann wird mal die umlenkscheibe als pfand abgebaut und dann stehen sie da. wann ist denn der 2er von unten rauf gebaut worden?ist das auch ne garaventa?
 
^dann bauens halt die Umlenkscheibe des Skilifts ein :lach: :mrgreen:

merci Theo für die Aufklärung
 
oder so :P
 
lift-master schrieb:
jo das kann dann mal schnell gehen, dann wird mal die umlenkscheibe als pfand abgebaut und dann stehen sie da. wann ist denn der 2er von unten rauf gebaut worden?ist das auch ne garaventa?

Der 2er ist auch ein Garaventa (von 2001, letze Kompakt). An der Stationsverkleidung des 4er sieht man gut die Weiterentwicklung der Garaventa-Kompakt Stationsverkleidung im Gegensatz zum 2er, denn der 4er ist ein Garaventa MCS (von 2003).
 
aha, hätte den 2er auch MCS gedacht von den überdachungen her weil ich die vorgänger eher als so wellblechhütten in erinnerung habe(so zb Flumserberg) aber das waren glaub ja keine kompakt
 
lift-master schrieb:
aha, hätte den 2er auch MCS gedacht von den überdachungen her weil ich die vorgänger eher als so wellblechhütten in erinnerung habe(so zb Flumserberg) aber das waren glaub ja keine kompakt

Obersäss-Stelli ist die einzige Kompakt in den Flumserbergen wenn ich mich nicht irre. Kompakt gab es mit den verschiedensten und noch so erstaunlichen Stationsverkleidungen. Typisch sind diese wie hier beim 2er oder die Wellblechverkleidungen. Bei den MCS war dies einerheitlicher, einzelne Bahnen haben auf Kundenwunsch aber auch Wellblechverkleidungen bekommen.
 
4ksb mit schlepplift-umlenkscheibe
dass will ich sehen :lol:

hat die Gesellschaft noch keinen cent für die 4ksb bezahlt??

ich denke es wird schwierig einen Betreiber zu finden, wenn der auch noch die 4ksb bezahlen muss.

also ich spiel dann lotto und kauf die Anlagen. Schnee hats ja dort oben genug.
 
Gekostet hat der Spass übrigens sFr. 26.40 (umgerechnet 20 Euro), dies dank Snow&Rail und GA. :wink:

Bei meinem Besuch durfte ich bei der unteren 2KSB immer 2-3 Minuten anstehen, während keine Sau auf der 4KSB war. Denn unten werden auch Schneeschuhwanderer, Schlittler, Anfänger etc. befördert (auch Talfahrt). Die untere Sesselbahn ist also wesentlich wichtiger für das Skigebiet als die obere - sofern man bis nach unten fahren kann. Insofern könnte ich mir schon vorstellen, dass Cari auch ohne die "illegale" Bahn weiterleben könnte, da ja die Pisten bis auf die obersten 100 Höhenmeter auch vom Skilift erschlossen wären.
 
ganz einfach, der 4er kommt nach unten und der 2er bei garaventa auf den hof :P
 
@ piano: übrigens noch danke für den tollen bericht. Ist die Gastronomie dort oben gut (essen, Gemütlichkeit) =???
 
alex96 schrieb:
Ist die Gastronomie dort oben gut (essen, Gemütlichkeit) =???
Ich war in der Osteria Belvedere in Brusada. Gibt dort halt die üblichen Speisen einer Selbstbedingung, aber ausgesprochene gemütliches, schön gemachtes Holz-Stein-Haus, und vor allem eine schöne Sonnenterrasse.
Dazu gibts an der Bergstation eine kleine Schneebar und an der Talstation einen Wurststand.
 
KnM schrieb:
News (auch wenns mittlerweile schon fast ein alle Jahre wieder ist):
http://info.rsi.ch/home/channels/in...e/2011/01/27-Car-impianti-allasta-entro-lesta

Kurzfassung auf Deutsch (soweit es mein Italienisch zulässt):
Im Sommer werden die Anlagen versteigert. Einerseits macht Garaventa noch Besitzansprüche für die obere Bahn geltend, womit man sich einigen müsse. Anderseits soll das BAV nur noch eine Konzession erteilen, wenn die Anlagen in einer Hand sind. Und weil das erfahrungsgemäss 4-5 Monate dauert, soll die Auktion noch im Sommer stattfinden
Zu erwähnen ist noch, dass die Gläubiger die Besitzansprüche von Garaventa nicht anerkennen.

Noch keinen Kommentar habe es von der jetztigen Betreibergesellschaft "Nuova Carì" gegeben (hinter der die Gemeinden und der Turismusförderer der Mittleren Leventina stehen).

Kommentar meinerseits bzgl. "nur Konzession, wenn alle Anlagen in einer Hand": man erinnere sich an Hasliberg, Flims/Laax, oder ganz krass Sörenberg (wo im Dorf fast jeder Skilift seine eigene Gesellschaft war). Es ist doch auch davon auszugehen, dass der Bund solch ruinöse Zustände nicht wieder zulassen will.
 
Die Würfel sind gefallen: Garaventa selbst hat die (selbst aufgestellten) Anlagen übernommen, ebenso die Restaurants bei den Stationen - siehe Medien-Bericht. Was aus dem WSO-Schlepplift wird, ist derzeit (noch) nicht bekannt.
 
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