Harzwinter
Wildspitze (3774m)
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Wie lange ist es her, dass wir im Alpinforum über die leierkastenartigen Phrasenwiederholungen der 2015 von der Universität Savoyen geschassten Professorin Carmen de Jong zum Thema Beschneiung geschmunzelt haben ... gefühlt eine Ewigkeit. Bis heute sehe ich das Video vor mir, wie die Dame mit wichtigem Gesicht am Nordschwarzwälder Skihang Seibelseckle Maschinenschnee in ein Einmachglas kratzte, um selbigen im Labor in seine Atome zu zerlegen. Dann wurde es still. Jahrelang haben wir im Alpinforum über andere, unwichtige Themen diskutieren müssen, nur um immer wieder nervös und heimlich "carmen de jong beschneiung" zu googeln. Vergeblich. So hatte das Leben keinen Sinn mehr.
Wir sind erlöst. Endlich, endlich hat Carmen de Jong, mittlerweile Professorin in Straßburg, kräftig in die Tasten gegriffen und die Medienwelt mit einem Artikel beglückt. Wundersamerweise über das Thema Beschneiung. Nachdem die chemische Analyse von Maschinenschnee wohl zwangsläufig ergeben hat, dass es sich dabei um H2O handelt, muss nun der schneearme Winter dafür herhalten, dass der Leierkasten wieder angekurbelt wird und wiederholt wird, dass Beschneiung schlecht ist und Teil des Untergangs der Welt.
Nur: Das wissen wir doch alles schon. Mal ehrlich ... von unserer Expertin hätte ich nach den vergangen Jahren der Stille neue Erkenntnisse erwartet, oder Konzeptvorschläge, oder ein neues, anderes Schlagzeilenthema. Immerhin reicht es so dafür, diese netten Zeilen des Dankes an Frau de Jong schreiben zu dürfen.
Klar, Beschneiung ist ein kontrovers diskutieres Thema, auch bei mir. Und dass die öffentliche Diskussion möglich ist, haben wir unserer Meinungs- und Pressefreiheit zu verdanken. Gut so. Frau de Jong bin ich nach wie vor dankbar, dass sie in ihrer Zeit in Savoyen einige richtig üble Beschneiungs-Sauereien zur Vermischung von Schnei-, Fäkal- und Trinkwasser aufgedeckt hat, die sich danach hoffentlich nirgends wiederholt haben.
Frau de Jong unterschlägt in ihrem runderneuerten Statement aus ideologisch motivierten Gründen zwei Sachverhalte:
1. Zwischen vermehrt schneearmen Wintern gibt es immer noch "gute" Winter, in denen Liftbetreiber Geld verdienen können, z.B. den nur knapp zurückliegenden Coronawinter, in dem allerdings z.B. in Deutschland verbotsbedingt kaum Ski gefahren werden durfte. Freilich ist davon auszugehen, dass es zukünftig weniger "gute" Winter geben wird.
2. Das zu Recht kontrovers diskutierte Thema Beschneiung wird - im Sinne von Frau de Jong - zwangsläufig nicht zuletzt schmerzhaft über die wirtschaftliche Situation der Liftbetriebe gelöst werden. Wo auch mit teurer Beschneiungstechnik am Hang keine Umsätze mehr generiert werden können, werden diese Investitionsgüter spätestens mittelfristig abgeschraubt und verkauft, und neue werden nicht mehr gekauft. Wo es keinen Frost gibt, entsteht auch kein Bedarf nach Beschneiungssystemen, das ist einfach. Als Folge des Winterverlaufs 2022/23 werden wir den forcierten Fortgang des Skigebietesterbens erleben - die niedrig gelegenen und kleinen trifft es weiterhin zuerst.
Letzteres wird Frau de Jong mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. Von ihr erwarte ich allerdings z.B. Übergangskonzepte, womit betroffene Destinationen dann überleben können. Fingerpointing und Verbots-Leierkasten reichen nicht, jedenfalls nicht für Experten auf Hochschulstühlen. Das fördert nur den Verlust von Jobs, das kann aus gesamtwirtschaftlicher Sicht keiner wollen. Alternative Ideen für Einkommensquellen für betroffene Destinationen sind dagegen willkommen. Vielleicht darf ich mich auf entsprechende künftige Veröffentlichungen von Frau de Jong dann sogar wieder freuen, statt sie bloß - auf die Gefahr hin, hier von den Folgeposts zerrissen zu werden - ironisch kommentieren zu müssen. Sie weiß und kann doch eigentlich viel mehr.
https://www.tz.de/bayern/bayern-ski-schnee-experte-winter-skifahren-skigebiete-warm-klimawandel-alarm-wasser-kunstschnee-mkr-92028460.html
https://www.n-tv.de/panorama/Expertin-Auch-Alpen-sind-nicht-mehr-schneesicher-article23845173.html
https://www.all-in.de/sonthofen/c-lokales/expertin-europas-skigebiete-sind-nicht-mehr-schneesicher_a5186147
Wir sind erlöst. Endlich, endlich hat Carmen de Jong, mittlerweile Professorin in Straßburg, kräftig in die Tasten gegriffen und die Medienwelt mit einem Artikel beglückt. Wundersamerweise über das Thema Beschneiung. Nachdem die chemische Analyse von Maschinenschnee wohl zwangsläufig ergeben hat, dass es sich dabei um H2O handelt, muss nun der schneearme Winter dafür herhalten, dass der Leierkasten wieder angekurbelt wird und wiederholt wird, dass Beschneiung schlecht ist und Teil des Untergangs der Welt.
Nur: Das wissen wir doch alles schon. Mal ehrlich ... von unserer Expertin hätte ich nach den vergangen Jahren der Stille neue Erkenntnisse erwartet, oder Konzeptvorschläge, oder ein neues, anderes Schlagzeilenthema. Immerhin reicht es so dafür, diese netten Zeilen des Dankes an Frau de Jong schreiben zu dürfen.
Klar, Beschneiung ist ein kontrovers diskutieres Thema, auch bei mir. Und dass die öffentliche Diskussion möglich ist, haben wir unserer Meinungs- und Pressefreiheit zu verdanken. Gut so. Frau de Jong bin ich nach wie vor dankbar, dass sie in ihrer Zeit in Savoyen einige richtig üble Beschneiungs-Sauereien zur Vermischung von Schnei-, Fäkal- und Trinkwasser aufgedeckt hat, die sich danach hoffentlich nirgends wiederholt haben.
Frau de Jong unterschlägt in ihrem runderneuerten Statement aus ideologisch motivierten Gründen zwei Sachverhalte:
1. Zwischen vermehrt schneearmen Wintern gibt es immer noch "gute" Winter, in denen Liftbetreiber Geld verdienen können, z.B. den nur knapp zurückliegenden Coronawinter, in dem allerdings z.B. in Deutschland verbotsbedingt kaum Ski gefahren werden durfte. Freilich ist davon auszugehen, dass es zukünftig weniger "gute" Winter geben wird.
2. Das zu Recht kontrovers diskutierte Thema Beschneiung wird - im Sinne von Frau de Jong - zwangsläufig nicht zuletzt schmerzhaft über die wirtschaftliche Situation der Liftbetriebe gelöst werden. Wo auch mit teurer Beschneiungstechnik am Hang keine Umsätze mehr generiert werden können, werden diese Investitionsgüter spätestens mittelfristig abgeschraubt und verkauft, und neue werden nicht mehr gekauft. Wo es keinen Frost gibt, entsteht auch kein Bedarf nach Beschneiungssystemen, das ist einfach. Als Folge des Winterverlaufs 2022/23 werden wir den forcierten Fortgang des Skigebietesterbens erleben - die niedrig gelegenen und kleinen trifft es weiterhin zuerst.
Letzteres wird Frau de Jong mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. Von ihr erwarte ich allerdings z.B. Übergangskonzepte, womit betroffene Destinationen dann überleben können. Fingerpointing und Verbots-Leierkasten reichen nicht, jedenfalls nicht für Experten auf Hochschulstühlen. Das fördert nur den Verlust von Jobs, das kann aus gesamtwirtschaftlicher Sicht keiner wollen. Alternative Ideen für Einkommensquellen für betroffene Destinationen sind dagegen willkommen. Vielleicht darf ich mich auf entsprechende künftige Veröffentlichungen von Frau de Jong dann sogar wieder freuen, statt sie bloß - auf die Gefahr hin, hier von den Folgeposts zerrissen zu werden - ironisch kommentieren zu müssen. Sie weiß und kann doch eigentlich viel mehr.
https://www.tz.de/bayern/bayern-ski-schnee-experte-winter-skifahren-skigebiete-warm-klimawandel-alarm-wasser-kunstschnee-mkr-92028460.html
https://www.n-tv.de/panorama/Expertin-Auch-Alpen-sind-nicht-mehr-schneesicher-article23845173.html
https://www.all-in.de/sonthofen/c-lokales/expertin-europas-skigebiete-sind-nicht-mehr-schneesicher_a5186147