Beim Carven ist nicht nur die Kurven-/Bogenfahrt selbst etwas anders als mit untaillierten Skis, sondern auch - und dies ist ganz entscheidend - die Auslösung der Kurve selbst. Man kann zwar auch mit Carving-Skis "normal fahren" (also ohne zu carven), aber nicht andersrum.
Ich hab' immer noch ein Paar "Pseudo-Carver"-Skis hier rumstehen. Die waren ursprünglich gedacht als "ein-bisschen-carver" und haben mit über 20m einen relativ grossen Taillierungsradius - zwar wesentlich kleiner als "alte Latten", aber weiter als "richtige Carver". Die Idee war, dass man nicht so deftig in die Kurve liegen müsse, um zu carven, und somit auch weniger geübten Fahrern ein Carving-Erlebnis ermöglicht sein soll. War aber eine Fehlüberlegung: damit konnte man nur dann carven, wenn man die volle Breite der Piste zur Verfügung hatte und einen Höllenzahn drauf - sonst verhalten sie sich ähnlich wie "lange latten".
Mit richtiger Technik kann sehr energiearm gecarvt werden: da muss man nur die Füsse (resp. Skier) anwinkeln (v.a. auf flacheren Pisten) - und dann legt sich der Ski von selbst in die Kurve. Auch lassen sich mit Carvern die Energie der Schünge besser in die nächsten Bögen rüberretten, wohingegen mit gerade-taillierten Lattenbei jedem Bogen durch seitliches Rutschen Energie abgebaut wird. Der menschliche Körper (sprich: die Beine) muss aber auch diese Energie aufnehmen und wieder abgeben, was schon "in die Beine gehen" kann, v.a. bei schon etwas schwererem Frühlingsschnee.
Carving selbst ist eine andere Technik, die ich nitcht missen möchte.