Ex-Skirennfahrerin Corinne Rey-Bellet erschossen
Corinne Rey-Bellet 2003 mit ihrer WM-Silbermedaille. (Keystone)
Corinne Rey-Bellet ist tot. Sie und ihr jüngerer Bruder Alain wurden am Sonntagabend in Les Crosets im Kanton Wallis von einem Unbekannten erschossen.
Rey-Bellets Mutter wurde schwer verletzt. Sie befindet sich im Spital. Die Suche nach der Täterschaft ist im Gang.
Nach Angaben der Walliser Kantonspolizei vom Montag war ein Unbekannter am Sonntag gegen 21.30 Uhr in Rey-Bellets Elternhaus eingedrungen und hatte mehrere Schüsse abgegeben.
Corinne Rey-Bellets Vater war zur Tatzeit nicht im Haus. Ihr zweieinhalbjähriger Sohn befand sich im oberen Stockwerk. Dem Kleinen sei nichts passiert, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei.
Als die Polizei am Tatort eintraf, hatte der Schütze bereits die Flucht ergriffen. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung war der Täter auch am Montag-Mittag noch auf der Flucht.
Ein Grossaufgebot der Walliser Polizei arbeitet mit der Waadtländer Kantonspolizei zusammen. Sie wollte Spekulationen über ein Beziehungsdelikt weder bestätigen noch dementieren. Allerdings konnte sie bisher keinen Kontakt zum Ehemann herstellen.
Rey-Bellet, die am 2. August 34 Jahre alt geworden wäre, lebte seit ihrer Hochzeit vor vier Jahren mit ihrer Familie im sanktgallischen Abtwil. Ihr Ehemann Gerold Stadler ist Privatbanker.
Weitherum Bestürzung
Die Tat löste weitherum grosse Betroffenheit aus. Auf der Website von Corinne Rey-Bellet reihten sich Einträge von schockierten Fans aneinander.
Duri Bezzola, Präsident des Schweizerischen Skiverbands, reagierte mit Bestürzung. Es habe ihm die Sprache verschlagen, die Tat sei unverständlich und tragisch, so Bezzola. Corinne Rey-Bellet sei als ehemalige erfolgreiche Athletin im Skiverband immer gern gesehen gewesen.
Grösste Erfolge 2003
Ihren grössten Erfolg feierte Corinne Rey-Bellet 2003, als sie an den Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz die Abfahrts-Silbermedaille gewann. Zwischen 1999 und 2003 errang sie 5 Weltcup-Siege, drei in der Abfahrt und zwei im Super-G.
Mitte Januar 1999 entschied sie im österreichischen St. Anton innert weniger Stunden die Abfahrt und den Super-G für sich - eine im Frauen-Weltcup bis heute einmalige Leistung.
Aussergewöhnlich war auch ihre Fahrt zu ihrem ersten Podestplatz im Weltcup. Im März 1992 wurde sie in Crans-Montana im Riesenslalom Dritte, obwohl sie im zweiten Lauf einen Stock verloren hatte.
Während ihrer Karriere verletzte sich die Walliserin mehrmals, insbesondere am rechten Knie. Nach ihrem Vizeweltmeister-Titel 2003 trat sie vom Wettkampfsport zurück. Corinne Rey-Bellet war 1988 zum Kader der Schweizer Ski-Nationalmannschaft gestossen.
KONTEXT
Corinne Rey-Bellet wurde am 2. August 1972 in Val d'Illiez im Wallis geboren.
Ihr bestes Resultat war die Silbermedaille bei den Ski-Weltmeisterschaften 2003 in St. Moritz.
Zwischen 1999 und 2003 errang sie 5 Weltcupsiege, zweimal im Super-G und dreimal in der Abfahrt.
Im Weltcup stand sie 15 Mal auf dem Podest.
2003, nach St. Moritz, beendete sie wegen wiederholter Verletzungen ihre Profi-Karriere.