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Corona-Hilfen Österreich/Seilbahnbranche

Werna76

Jungfrau (4161m)
BITTE keine Corona-Diskussion hier anfangen, rein wirtschaftliche Betrachtung:

Österreich Gesamt:
Dabei zeigt sich, dass die Vermögenswerte der heimischen Unternehmen in der Pandemie um 4,4 Prozent gestiegen sind. Das ist mehr als im Jahr vor Ausbruch von Corona. Markant ist, dass Bankguthaben und Cashreserven sogar um 17,5 Prozent zulegten. Und: Betriebe konnten im Pandemiejahr 2020 ihr Eigenkapital um 7,5 Prozent erhöhen. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 betrug dieses Plus 3,3 Prozent. Das Eigenkapital ist eine wichtige Rechengröße in der Bilanz, umfasst etwa den Wert eigener Geldreserven, Immobilien, Maschinen. Gestiegen sind auch die Bankeinlagen von Restaurants und Hotels, also der Unternehmen, die lange im Lockdown waren, auch wenn das Plus hier unter dem Gesamtschnitt lag.
https://www.derstandard.at/story/2000142805690/dicke-geldboersen-dank-corona-hilfen-wie-in-der-pandemie-systematisch

Und ausgewählte Salzburger Skigebiete:
Alleine die Saalbacher Bergbahnen, die Hinterglemmer Bergbahnen und die Bergbahnen Saalbach-Hinterglemm GmbH (BBSH) haben zusammen 19 Millionen Euro an Coronahilfen bekommen.
https://salzburg.orf.at/stories/3191400/
 
Werna76 schrieb:
BITTE keine Corona-Diskussion hier anfangen, rein wirtschaftliche Betrachtung:

Österreich Gesamt:
Dabei zeigt sich, dass die Vermögenswerte der heimischen Unternehmen in der Pandemie um 4,4 Prozent gestiegen sind. Das ist mehr als im Jahr vor Ausbruch von Corona. Markant ist, dass Bankguthaben und Cashreserven sogar um 17,5 Prozent zulegten. Und: Betriebe konnten im Pandemiejahr 2020 ihr Eigenkapital um 7,5 Prozent erhöhen. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 betrug dieses Plus 3,3 Prozent. Das Eigenkapital ist eine wichtige Rechengröße in der Bilanz, umfasst etwa den Wert eigener Geldreserven, Immobilien, Maschinen. Gestiegen sind auch die Bankeinlagen von Restaurants und Hotels, also der Unternehmen, die lange im Lockdown waren, auch wenn das Plus hier unter dem Gesamtschnitt lag.
https://www.derstandard.at/story/2000142805690/dicke-geldboersen-dank-corona-hilfen-wie-in-der-pandemie-systematisch

Und ausgewählte Salzburger Skigebiete:
Alleine die Saalbacher Bergbahnen, die Hinterglemmer Bergbahnen und die Bergbahnen Saalbach-Hinterglemm GmbH (BBSH) haben zusammen 19 Millionen Euro an Coronahilfen bekommen.
https://salzburg.orf.at/stories/3191400/


Thx mal wieder! Deine Betrachtungen/ Deine Hinweise sind echt immer mega spannend.
 
Nun ja, die Bilanz spiegelt schlussendlich nur die Zusammenfassung der „vorjahresinvestitionen“ ab.
Eine bestellte, bezahlte und in 2020 ausgelieferte Maschine zum Beispiel taucht in der Bilanz 2020 das erste mal auf, die Kaufentscheidung wurde aber bereits in 2019 oder gar 2018 getroffen.

Daher wäre für mich persönlich die Bilanz 2021 interessanter, die die Entscheidungen im pandemiejahr eher wiederspiegelt, nicht nur den Cashflow…
 
Falls sich jemand fragt, was einer der Mitverursacher der aktuellen Inflation ist ... ;)

Ich war echt erstaunt, dass AT die vollen 45 Mrd ausbezahlt hat.


Die Eigenkapitalsteigerung ist schon beeindruckend. Das sind ja alles Unternehmen mit EK in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe.


Gut finde ich, dass einige auch ehrlich sind: "An den Sprecher der Hoteliers, Georg Imlauer, wurden 5,2 Millionen ausbezahlt, er hätte sich sehr schwer getan, die Corona-Jahre ohne Unterstützung zu überleben, argumentiert Imlauer. Er habe in dieser Zeit mit seinen Betrieben 40 Millionen Euro an Umsatz verloren."



Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, warum man das so gemacht hat. Man hätte zb auch die Bilanz aus 2019 nehmen können und für die folgenden Jahre immer so viel subventionieren können, dass sich die GuV nicht verändert hätte.
 
Hab den Beitrag heute auch gelesen.
Ist ja eigentlich eh nichts Neues dabei.

Ein wenig Nachlesen in der offenen Transparenzdatenbank offenbart jedem mit betriebswirtschaftlichem
Minimalwissen, dass da teilweise unglaublich grosszügig "unterstützt" wurde.
In wahrscheinlich allen Branchen, die Seilbahnbranche ist eine, die ich da leider nicht einschätzen kann.
Sie werden sich aber auch nicht ganz hinten angestellt haben...

Ich würde mal sagen, wahrscheinlich die größte Geldumverteilungsaktion, die je in Österreich gelaufen ist.
Bei 45 Milliarden (vermutlich werden es eh noch mehr) sind das pro Nase knapp 5000 Euronen.
Nur so aus dem Bauch heraus würde ich sagen (also geschätzt) die Hälfte an Unterstützungen war "ok".

wie sagte mal eine britische Premierministerin: I want my money back...
 
Ich hänge mich da jetzt mal an und skizziere mal grob wie es für die Schweiz aussieht. Es kann dann jeder für sich selber entscheiden ob das seiner Meinung nach zu viel oder zu wenig ist.
Zeitperiode März 20 - Oktober 20: Erhaltene Hilfen ca. 20% vom geschätzten Umsatzminus + die Kurzabeitsentschädigung. dazu kommen noch die Einsparungen an Verbrauchsstoffen.
Zeitraum November 20 - Oktober 21: Der Bund stellt einen gewissen Betrag zur Verfügung, allerdings nur wenn die jeweiligen Kantone sich praktisch mit der gleich hohen Summe beteiligen. Da kommt der geschätzte Ertragsausfall zu fast 100% wieder rein. Geld erhalten nur Unternehmungen welche in diesem Zeitraum keinen Dividenden ausbezahlten.
Alles in allem wird es bei uns so sein dass, wenn die zweite grosse Tranche wirklich auch ausbezahlt wird, die Seilbahnen zwischen 75 - 85 % von ihrem Umsatzminus als Umsatzentschädigung und Kurzarbeitsentschäding ausbezahlt bekommen haben oder durch Einsparungen kompensiert haben werden.
Bei uns wird dass dann in der Bilanz so sein dass die Unternehmung nach dem ganzen Ramasuri ungefähr genau gleich da steht wie wenn nie etwas gewesen wäre. Wer was spürt sind die Aktionäre, welche drei Jahre hintereinander leer ausgegangen sind.
Kleinere Unternehmungen, welche schon länger keine oder gar nie Dividenden auszahlten, haben dieses Einsparpotenzial allerdings nicht und werden somit härter getroffen.
 
Kurz zusammen gefasst:

Ohne Gäste war für die Seilbahnen wirtschaftlich gesehen besser als mit Gästen.

Ich bau auch ne Seilbahn, wo ist egal :lach:
 
es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Corona-Hilfen versteuert werden müssen. Es handelt sich dabei um neutrale Erträge. Und ja, es gibt viele Unternehmen, die ein besseres Ergebnis hatten, obwohl sie geschlossen hatten, besonders in der Gastronomie.

Grüße,
Markman
 
skifuzziWi schrieb:
Kurz zusammen gefasst:

Ohne Gäste war für die Seilbahnen wirtschaftlich gesehen besser als mit Gästen.

So ähnlich äußerte sich unser Gastgeber im November 2021 in Sölden: Er hätte gern Corona und den Lockdown zurück. Noch nie hat er so viel Geld verdient wie zuvor ohne dabei zu arbeiten. Umsatzverlüste wurden ausgeglichen, Mitarbeiter in Kurzarbeit, kein Personaleinsatz für Zimmerreinigung und kein Wareneinsatz für Frühstück. Ferner gesparte Kosten für Wasser/Strom/Heizung/Wäsche.

Angeblich haben auch die Skischulen ordentlich hingelangt. Da konnte man unter dem Link nachschauen, wieviel Geld die bekommen haben. Dabei sind doch vermutlich 50% der Skilehrere so angestellt, dass diese nur ein Einkommen haben, wenn sie auch Skikurse geben. Sprich die Skilehrer haben nichts bekommen, da keine Kurse gelaufen sind, die Skischulen jedoch die Kohle eingesackt.... Allerdings ist das nur hörensagen eines anderen Vermieters.
 
Spätrömische Dekadenz. Auch jetzt sind ja manche wie Kitzbühel im Jammern ganz groß und reduzieren die Liftgeschwindigkeit/-betriebszeit.

Dass die Strompreise stark gesunken sind und sowieso gedeckelt waren und auch keine Knappheit mehr droht, das wird geflissentlich ignoriert, da man sich jetzt schon mit den Profitmaximierungen eingerichtet hat.

Aus meiner Sicht hätte es ja sowieso nie Lockdown-Ausgleichszahlungen geben dürfen, keinen einzigen Cent, auch nicht Kurzarbeit. Das ist ein gehöriger Faktor bei der jetzigen Inflation, weil man so eben leistungslosen Wohlstand, oder anders gesagt, ohne jegliche Gegenleistung zu erwirtschaften wurde Geld aus dem Nichts heraus per Notenpresse erzeugt.

Dummerweise wird jetzt teilweise im gleichen Stil weitergemacht (Ausgleichszahlungen für bestimmte Gruppen usw., also als Geld zum Inflationsausgleich für Konsumenten und kaufende Unternehmen, statt zur Finanzierung von Preisdeckeln), was nur Öl ins Feuer gießt. Das und die Lockdown-Zahlungen nannte man bis vor kurzem in der Volkswirtschaftslehre "Helikoptergeld" und war als Konzept gegen hartnäckige Deflation gedacht...
 
skifuzziWi schrieb:
Ohne Gäste war für die Seilbahnen wirtschaftlich gesehen besser als mit Gästen.
Nein, das stimmt bei den Skigebieten die während Corona für die Einheimischen geöffnet hatten definitv nicht, da wurden schon Verluste gemacht.
Für Hotellerie und Restaurants trifft die Aussage aber zu einem Großteil zu.
 
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