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Coronavirus 2019-nCoV

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Tyrolens schrieb:
Illegale Einreise wäre auch bei uns das geringste Problem.

Neuseeland bezahlt das ganze mit einem Wirtschaftseinbruch von geschätzten 5 bis 6%. das ist auch nicht mehr, als für uns geschätzt wird.

Sorry jetzt hab ich den Post versehentlich geliked. halte Neuseeland von der wirtschaftlichen Verflechtung mit dem Ausland nicht ganz mit Mitteleuropa vergleichbar. Wesentlich Binnenmarktlastiger. Daher auch keine so wilden Auswirkungen wie bei uns.
 
Na ja. Die exportieren viel und haben auch Tourismus. Sie tun sich aber sicher leichter, weil viele asiatische Staaten und auch Australien die Pandemie recht gut unter Kontrolle haben.
 
Die Situation in der Schweiz entwickelt sich doch mehr und mehr besorgniserregend. Fallzahlen werden ja übers Wochenende keine publiziert, die 3-Tages-Zahl am Montag wird dann wieder als nicht glaubwürdig eingeschätzt, und so vergehen nochmals Tage. Dann am Dienstag wird man vermutlich in der Spitzengruppe sein was die Fallzahlen betrifft. Vielleicht gibts ja heute erste Massnahmen.

Aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers ist es einfach enttäuschend, wie die Schweiz sehr viel Geld in Forschung, Bildung und Wissenschaft investiert, aber jetzt, wo es zählen würde, so wenig auf die Wissenschaft hört wie kaum ein anderes Land. Da ist immer noch so viel Selbstüberschätzung im Spiel, dass man meint, sich alle Grossanlässe und alles leisten zu können, die hohen Fallzählen würden sich dann im Gegensatz zu allen anderen Staaten schon nicht in Hospitalisierungen niederschlagen.

Gerade während den letzten Tagen haben sich nochmals viele Entscheidungsträger als Verharmloser inszeniert: man sieht sich selber als gemässigt, indem man sagt, Corona existiere zwar, aber man sei gegen "all die Alarmisten, die wieder alles schliessen wollen". Es will ja niemand alles schliessen, niemand will einen zweiten Lockdown, niemand will Läden schliessen. Aber mindestens eine Maskenpflicht in den Läden und eine Homeoffice-Empfehlung sollte nun selbstverständlich sein. Es stirbt niemand daran, eine Maske zu tragen, und dort, wo die Massnahme lokal gilt, hat nun wirklich niemand ein Problem damit.

Vor allem aus wirtschaftlicher Sicht wären solche massvollen Regeln jetzt wichtig, um einen späteren, noch heftigeren Einbruch der Wirtschaft zu vermeiden. (Sage ich als Betroffener, seit April kann ich nur noch 20% arbeiten, meine bessere Hälfte ist arbeitslos, Jobsuche im Moment sehr schwierig.)

Finde es einfach schade, wie die Schweiz die gute, teuer erkaufte Ausgangsposition verspielt hat. Etwas mehr Solidarität und etwas weniger Egoismus wären angebracht. Ich werde jetzt hier drei Wochen nichts mehr schreiben, mal sehen wie sich bis dann die Situation in den Spitälern entwickelt. Sollte das Gesundheitssystem wider Erwarten nicht an die Grenzen kommen, bin ich der erste der sich darüber freut. Aber ich sehe nicht, warum sich das Virus ausgerechnet in jenem Land mit den liberalsten Regeln dazu entscheiden soll, weniger gefährlich zu sein.
 
Na gut. Dann hat Österreich auch keinen Tourismus, zumindest keinen Wintertourismus. ;)
 
@spectre: Danke für den Beitrag, mir geht es ähnlich... wobei ich wohl noch auf der etwas liberaleren Seite bin, ich habe nach wie vor das Gefühl, dass "die Schweiz" eine gute Arbeit leistet.

Die Bevölkerung ist "corona-müde" und glaubt irgendwie auch nicht mehr so richtig an die Gefahr, da nützen auch die erschreckenden Zahlen nichts. Es hat auch etwas vom "Jungen und dem Wolf", wer schon zu Zeiten von 25 Ansteckungen/Tag und 1 Toten pro Woche zur Vorsicht mahnt und auf die Regeln pocht, darf sich dann leider nicht wundern, wenn auch in ernsteren Zeiten die Warnungen teilweise ignoriert werden. Es wurden gerade im Sommer für meinen Geschmack zu viele (damals unglaubwürdige) Schreckensszenarien verbreitet (und ein zu grosses Brimborium um die Pandemie gemacht, da hätte man kommunikationsmässig viel weiter zurückfahren können, da für die Allgemeinheit nicht von Belang), die DANN nicht eingetreten sind (jetzt ist die Gefahr, dass sie wirklich eintreten werden), dass jetzt ein Glaubwürdigkeitsproblem besteht. Nun muss die Regierung (Bund und Kantone) irgendwie aus diesem Dilemma raus, aber es gelingt ihnen bisher nicht wirklich, aber morgen oder übermorgen dürften wieder deutlich strengere Massnahmen kommen.
 
Von mir auch ein Danke an euch beide ... nicht nur auf die Schweiz bezogen findet man das Problem überall

Man hat im Sommer verspielt was man anfangs erreicht hatte indem man die Bevölkerung müde gemacht hat ... in allen Nachrichten gabs nur Corona, aber die Pandemie war soweit zurückgedrängt, dass es für viele nur noch ein störendes Nebengeräusch war - gerade in meiner Altersgruppe hat das viele glauben gemacht man hätte die Katze beim Schwanz gepackt und jetzt kriegen wir die Quittung dafür nicht nur durch steigende Infektionszahlen sondern auch durch politischen Aktionismus, weil jetzt einige verzweifelt versuchen den Karren aus dem Dreck zu ziehen und damit ihren Kopf zu retten, statt ein koordiniertes und funktionierendes Krisenmanagement aufzuziehen.

Das beste Beispiel ist, dass nun einige Bürgermeister aus Bregenzerwaldgemeinden überlegen ob sie (da wir ja hier im gelobten Land praktisch ohne Fälle leben) als Retourkutsche für die überhastete Ausrufung ganz VBGs als Risikogebiet durch Deutschland einfach mal eigenmächtig Bayern zum Risikogebiet zu erklären was natürlich aufgrund fehlender Entscheidungskompetenz ein Muster ohne Wert aber wieder einmal ein Signal dafür wäre, dass man nicht in der Lage ist sich an einen Tisch zu setzen.
 
Slowenien stellt übrigens die Kontaktnachverfolgung von Infizierten vollständig ein:
Wegen der rasch steigenden Zahl von Infektionen mit dem Corona-Virus hat das slowenische Gesundheitsamt am Samstag die Nachverfolgung der Kontakte von positiv getesteten Menschen eingestellt. Man sei nicht mehr in der Lage, die große Zahl der Fälle zu bewältigen, hieß es.

▶️ Positiv Getestete werden aber weiterhin vom Gesundheitsamt über ihre Infektion verständigt. Zugleich erhalten sie die Anweisung, in Quarantäne zu gehen und ihre relevanten Kontakte selbstständig zu informieren.
▶️ Im EU-Land Slowenien wurden am Sonntag 726 und am Vortag 897 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit hat sich die Zahl der aktiven Fälle in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land binnen einer Woche nahezu verdoppelt. Die Zahl der Infizierten der letzten 14 Tage pro 100.000 Einwohner wurde am Sonntag mit 317 angegeben.
▶️ Seit Beginn der Pandemie im März haben sich nach offiziellen Angaben 13.151 Menschen mit dem Virus SARS-CoV-2 angesteckt, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 187 von ihnen starben an den Folgen einer Corona-Erkrankung.
Quelle: 🔎 Slowenien stellt Kontakt-Nachverfolgung ein (tt.com; Sonntag, 18. Oktober 2020 12:21)
 
Ich bin verwirrt von den Zahlen, die auf www.orf.at hier veröffentlicht werden.

https://orf.at/corona/daten/bundeslaender

Wie kann es zum Beispiel sein, dass im Burgenland keinen einzigen laborbestätigten Fall im Vergleich zu gestern dazukommt, die 7-Tages-Inzidenz aber trotzdem steigt ?

Ich muss ein Verständnisproblem mit der Tabelle haben.
 
Ne, hast Du nicht. Ist wohl ein Fehler in den Zahlen.
Die ZIB veröffentlicht täglich die Infektionszahlen auf Instagram in einer guten Übersicht: https://www.instagram.com/p/CGeuqJ1CJsN
Danach gab es im Burgenland heute 44 Neuinfektionen.
 
gfm49 schrieb:

Wart mal ein, zwei Wochen ab, dann haben wir das auch wieder, so wie es im März, April, Mai, Juni hatten.


Kanzler Kurz hat heute seine Strategie indirekt verlautet. In einer Videobotschaft meinte er mehr oder weniger, dass es jetzt mal an der Bevölkerung selbst liege, ob wieder ein lockdown kommt. Somit kann er demnächst sagen, dass nicht die Politik und somit er Schuld am 2. lockdown ist, sondern die Bevölkerung selbst.
 
Tyrolens schrieb:
gfm49 schrieb:
Wart mal ein, zwei Wochen ab, dann haben wir das auch wieder, so wie es im März, April, Mai, Juni hatten.

Kanzler Kurz hat heute seine Strategie indirekt verlautet. In einer Videobotschaft meinte er mehr oder weniger, dass es jetzt mal an der Bevölkerung selbst liege, ob wieder ein lockdown kommt. Somit kann er demnächst sagen, dass nicht die Politik und somit er Schuld am 2. lockdown ist, sondern die Bevölkerung selbst.

um dann zu sehen dass es nicht an den Gästen liegt...
 
@Tyrolens:

1. Der folgende Text ist zwar als Zitat von mir dargestellt - ist aber offensichtlich Deine Antwort:

"Wart mal ein, zwei Wochen ab, dann haben wir das auch wieder, so wie es im März, April, Mai, Juni hatten.

Kanzler Kurz hat heute seine Strategie indirekt verlautet. In einer Videobotschaft meinte er mehr oder weniger, dass es jetzt mal an der Bevölkerung selbst liege, ob wieder ein lockdown kommt. Somit kann er demnächst sagen, dass nicht die Politik und somit er Schuld am 2. lockdown ist, sondern die Bevölkerung selbst."


2. Du hast offenbar die von mir verlinkten neuseeländischen Vorschriften nicht angeschaut. In der Stringenz hatte das Österreich nie. Die gelten in NZ unverändert seit Beginn der Pandemie. Du weichst auch nach wie vor meiner eigentlichen ursprünglichen Aussage aus: In NZ gab und gibt es seit Beginn der Pandemie keinen Ausländertourismus mehr und nur noch extrem reduzierte Einreisemöglichkeiten zu Arbeitszwecken, was wesentlich dazu beigetragen hat, das Land praktisch "covid-frei" zu machen. U.a. Deswegen ist das Land mit keinem der europäischen Länder vergleichbar.
 
Ich habe korrekt zitiert!

Das ist mir schon klar, was du meinst. Aber warum sollte man das in AUT nicht auch so machen können? Denn so, wie es aktuell aussieht (und hoffentlich nicht bleibt), wird es in AUT heuer ohnedies keinen Wintertourismus geben.
Selbst Merkel sagt ja nun, dass man auf Reisen verzichten soll.
Insofern trennen uns aktuell vom neuseeländischen Vorgehen die Monate (Juni mit Einschränkungen) Juli, August und September. Ich sehe nicht, dass wir da so viel gewonnen hätten. Das Virus haben im Sommer auch nicht Ausländer ins Land gebracht, sondern unsere Reiserückkehrer.
Aber noch mal zu einem Argument von weiter oben: NZ mit sehr starken Maßnahmen hat auch nicht viel mehr BIP Verlust wie wir - woran liegt es?

Ich habe gerade in meinen Unterlagen nach gesehen. Den dicksten Brocken der COVID-19 Fälle (sprich ICU Fälle) hatten wir im Frühling zwischen 28.03. und 08.05. Das sind immerhin 5 bis 6 Wochen. Wenn nun Österreich erst in 14 Tage die Notbremse zieht, sind die Zahlen erst wieder gegen Anfang Dezember niedrig und bis Deutschland das akzeptiert, ist's auch wieder Weihnachten. Kurzum: Die kommenden 14 Tage werden in mehrerlei Hinsicht spannend.
 
Ab einem gewissen Punkt hatte und hat Norwegen bis heute soweit ich weiß ebenfalls sehr strenge Einreise- und Quarantänebestimmungen und steht mittlerweile in Europa auch mit am besten da.
 
Pilatus schrieb:
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) publiziert die neuen Coronavirus-Ansteckungen künftig nur noch an den Werktagen. Die Zahlen von Samstag und Sonntag werden neu jeweils am Montag vermeldet. Das gab Virginie Masserey (Bild), Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim BAG, am Donnerstag bekannt.

https://www.20min.ch/story/so-sieht-die-coronavirus-kampagne-des-bundes-aus-255254143692

Da hat jemand wohl kein Bock mehr am Wochenende zu arbeiten. Geht auch ganz schön lange, diese doofe Pandemie...

Tja, jetzt ist es offiziell:

BAG publiziert Wochenendzahlen nicht, damit Mitarbeiter freihaben

Bisschen Bananenrepublik-Style :wink:
 
Das, was die EU macht, nämlich de facto Reisefreiheit zu gewähren, ist global betrachtet derzeit sowieso absolut die Ausnahme. Viele Staaten verhängen 14 tägige Quarantänen und Neuseeland ist bei weitem nicht das einzige Land mit Einreiseverbot. Selbst die USA haben sowas.
 
Wenn's kontinentweit ned funktioniert, dann machen wir es halt Staatenweit. Wenn das immer noch nicht funktioniert, dann länderweit. Versagt das, nehmen wir die Gemeinden in die Pflicht. Zu guter Letzt isolieren wir gemeindeteile und Familien und zeigen überheblich mit dem Zeigefinger auf die, die schlechter dastehen.

Vielleicht begreifen wir ganz zum Schluss, das sich ein Virus nicht an gezogene Grenzen hält.l, da es im Gegensatz zu uns völlig antirassistisch und antinationalistischist und es ihm völlig egal ist wo sein wirt ist.
 
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